Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Gedichte

The birthday of the poet Sylvia Plath (1932-1963). We check out a music adaption of a poem, a homage from a Finnish rock star and the film with Gwyneth Paltrow & Daniel Craig

Es ist der Geburtstag der amerikanischen Dichterin und Romanautorin Sylvia Plath (1932-1963). Sie starb mit 30 Jahren, wurde durch den posthum veröffentlichten Roman Die Glasglocke (1963) und den Gedichtband Ariel (1965) berühmt. Die Tatsache dass sie Selbstmord beging, hat sicher dazu beigetragen dass sich viele Menschen für ihr Leben und ihr Werk interessieren, vielleicht weil man als Leser nach Hinweisen und Erklärungen sucht. Aber auch ohne diesen Blickwinkel wirkt ihr Schreibstil auf interessante Weise modern, unverschnörkelt und tiefschürfend. Nachfolgend, Info über einen starken Spielfilm in dem neben Gwyneth Paltrow auch Bond-Darsteller Daniel Craig mitspielt. Und ein Clip von einem ihrer Gedichte das auf schöne Weise mit Musik vertont wurde
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It's the birthday of Hermann Hesse (1877- 1962). With novels like Steppenwolf he became part of the international literary landscape as well as pop culture. Also wrote poems. Check out a musical adaption sung by a renowned American singer

Es ist der Geburtstag von Hermann Hesse (1877-1962), einer der relativ wenigen deutschen Autoren die Teil der Kultur, sogar Popkultur des englischen Sprachraums geworden sind. Mitgrund dafür ist wahrscheinlich dass er über universelle eher als spezifisch deutsche Themen schrieb. Ein Roman wie Steppenwolf (1927) könnte in allen möglichen Ländern spielen. Die Landschaften von Hesse sind hauptsächlich innere Landschaften, also Gedankenwelten. Seine Romane inspirierten Lieder von Rockbands wie Kansas. Zeilen von ihm werden auf einem Album von Santana zitiert. Hesse wird auch namentlich in Liedern erwähnt, zum Beispiel von Van Morrison. Ein, zwei Links dazu folgen. Zuerst Hesses eigene Zeilen in einem Lied. Vor etwas über hundert Jahren veröffentlichte er
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It's the birthday of Robert Browning (1812-1889). His poem is about a young knight called Roland who faces up to his next, possibly last battle at an isolated tower. When he gets there he dauntlessly puts the horn to his lips and lets everyone know: ''Childe Roland to the Dark Tower came''

Es ist der Geburtstag des englischen Dichters Robert Browning (1812-1889). Sein Gedicht ‘Childe Roland to the Dark Tower came‘ war Inspiration für die Fantasy-Saga Der Dunkle Turm von Stephen King. Er zitiert das Gedicht komplett im siebten Band Der Turm (2004). Links im Bild unsere englische Originalausgabe. The Dark Tower heißt auf Englisch das Buch sowohl als auch die gesamte Romanserie. Momentan ist eine mehrteilige Verfilmung in Arbeit, Eine große Produktion, Sony Pictures hat die Filmrechte und Russell Crowe ist im Gespräch für die Rolle von Roland Deschain. Der Vorname von Kings zentraler Romanfigur stammt ebenfalls von Robert Browning. Der Name ‘Childe Roland’ im Gedicht bedeutet nicht Kind sondern ist eine mittelalterliche Bezeichnung für einen jungen, unerfahrenen Ritter. Nachfolgend weitere Infos und ein Ausschnitt vom Gedicht
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It's the 200th anniversary of a Wordsworth poem known as Daffodils (1815) - originally 'I wandered lonely as a cloud'. His house Rydal Mount, Lake District, is open for visitors. Info below. Also a slightly subversive interpretation of the poem

Im Haus Rydal Mount im idyllischen Lake District von Nordwestengland lebte und arbeitete jahrzehntelang Wiliam Wordsworth (1770-1850). Das blumenumrankte Haus des Dichters, der auch ein enthusiastischer Gärtner war, ist Frühling, Sommer und Herbst 2015 für Besucher geöffnet. Info dazu folgt. Es ist auch das 200. Jubiläum von einem Gedicht das allgemein als Daffodils (Deutsch: Narzissen) bekannt ist. Hier wieder eine Blumen-Connection. Um das Image von Dichtung als gepflegte Langweile zu torpedieren, spielen wir eine visuell subversive Darbietung mit jungen Leuten im Drogen- und Party-Milieu. Der Sprecher lässt sich Zeit, aber Geduld lohnt sich denn es ist eine einfühlsame Performance die, zusammen mit Musik vom EDM-Genre, den gesamten Text des Gedichts umfasst und in einen neuen Kontext setzt – den Wordsworth sicher verkraften
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March 1 is St David's Day, and Wales is on the agenda. The renowned Welsh poet D. Gwenallt Jones (1899-1968) wrote about Christian themes as well as mythological ones. Of his 80 year old poem 'Adar Rhiannon' here is - for the first time on the web - an English translation: Birds of Rhiannon

Der 1. März ist St. David’s Day, ein wichtiger Feiertag in Wales. In Ländern die um den Erhalt ihrer Sprache kämpfen müssen, wird Dichtung oftmals mehr geschätzt als anderswo. Der renommierte Dichter Gwenallt Jones (1899-1968) schrieb seine Romane und Gedichte auf Walisisch – über christliche sowohl als auch mythologische Themen. Von seinem 80 Jahre alten Gedicht über die keltische Göttin Rhiannon haben wir eine englische Übersetzung die, gemäß Websuche, erstmals im Internet erscheint. Nachfolgend auch die walisische Originalfassung und Info über eine berühmte Rockmusikerin die über Rhiannon sang.

Birds of Rhiannon – D. Gwenallt Jones
Come again this evening, birds of Rhiannon
Sing us a song from across the blue wave,
Smiling faces will reveal our heart’s gladness
After long grief and affliction grave.
.
All is not well in Wales or in Erin
And after long pillage they both lie bare;
Their people leaderless, their steps uncertain,
No poet’s song to reveal their despair.
.
Raise the dead with your soul-stirring music,
Give hope to the living in their transient day,
Weave a tune from our glorious story,
A hymn, or an air, or harmonious lay.
.
Come again this evening, birds of Rhiannon,
Sing us a song from across the blue wave,
Smiling faces will reveal our heart’s gladness
After long grief and affliction grave.
.

Rhiannon ist eine Figur aus der uralten walisischen Sagensammlung namens Mabinogion. Die Vögel von Rhiannon im Titel des Gedichts sind auch im obigen Bild zu sehen aber fallen vielleicht erst beim zweiten Blick auf. Ein schönes zartes Bild von Alan Lee der u. a. den Tolkien-Roman Der Herr der Ringe illustrierte und als Konzeptkünstler mit Peter Jackson an der Verfilmung mitarbeitete. Sein Bild von Rhiannon ist eins von fünfzig in einer illustrierten englischen Ausgabe des Mabinogions aus dem Jahr 1982. Dass Alan Lee später maßgeblich unsere Vorstellungen von Tolkiens Figuren formte, macht auch insofern Sinn, als Tolkien seinerseits stark vom walisischen Mabinogion beeinflusst war. Im Gedicht Birds of Rhiannon von D. Gwenallt Jones bittet ein offenbar etwas niedergeschlagener Kelte um Rhiannons Lied, nicht nur um Wales sondern auch Erin also Irland zu helfen. Hier kommen die  drei Vögel von Rhiannon ins Spiel, die der Sage nach Lieder sangen von denen die Toten erweckt und die Lebenden in einen süßen Schlaf versetzt wurden. Nachfolgend ein informativer Wiki-Artikel über Rhiannon dem wir nur die Mutmaßung hinzuzufügen hätten dass Rhiannon eine Verwandtschaft mit der griechischen Göttin Rhea hat. Wie dem auch sei, Rhiannon wurde auch als Thema in der Rockmusik aufgegriffen, nämlich in einer Komposition von Stevie Nicks, die als Mitglied von Fleetwood Mac und als Solokünstlerin erfolgreich ist. Hier eine Liveversion von Rhiannon. Wir entnehmen Interviews dass Stevie Nicks’ übliche Bühnen-Persona, mit langen Kleidern und Umhängen etc. eine Hommage an die Rhiannon-Figur ist. Sie arbeitete vor Jahren sogar an einem Rhiannon Filmprojekt. Das einzige was davon bisher in der Öffentlichkeit auftauchte ist ein Demo für das Lied Three Birds of Rhiannon von Stevie Nicks. Trotz der einfachen Aufnahmequalität ein schönes Lied…’for you Rhiannon’.

Weitere Infos  Wiki-Artikel über die Sagenfigur Rhiannon / und den Dichter D. Gwenallt Jones. Wer den Originaltext vom walisichen Gedicht Adar Rhiannon sehen möchte, findet ihn nachfolgend 
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After a nerve-wracking referendum we want to get back to the good stuff, Scottish poets, Scottish landscapes and Scottish engineers. Like Robert Stevenson and his family who built ca. 97 lighthouses in Scotland. In 1814, author Walter Scott went on a tour visiting lighthouse locations. We follow him

Vor zweihundert Jahren, im Jahr 1814 machte der schottische Dichter und Schriftsteller Sir Walter Scott eine Tour von schottischen Leuchttürmen. Heute kann man im Internet oder im Urlaub Scotts Spuren verfolgen. Über einen der Leuchttürme schrieb Scott sogar ein Gedicht. Gleich mehr dazu. Die Tatsache dass Leuchttürme in Schottland damals etwas ziemlich Neues waren, ist auf den ersten Blick erstaunlich, denn Schottland hat Tausende von Meilen an Küste. Vieles davon schwierig, oftmals höchst gefährlich für Schiffe. Jährlich versanken oder verunglückten Hunderte von Schiffen. Die Gründe für den Mangel an Leuchttürmen klingen heute zum Teil bizarr. Gemäß dem Sachbuch The Lighthouse Stevensons (1999) von Bella Bathurst war einer der Hauptfaktoren das sog. Strandrecht, ein feiner Ausdruck für etwas das in Praxis kaum etwas anderes als Strandraub war. Denn wenn ein Schiff nahe der Küste verunglückte, wurde das von manchen Küstenbewohnern nicht als Tragödie sondern als Glücksfall gesehen. Nicht aus Bosheit sondern aufgrund brutaler Armut. Die Güter die man nach Schiffunglücken am Strand aufgabeln konnte, waren oftmals das einzige nennenswerte Einkommen für viele veramte Küstenbewohner. In extremen Fällen wurde bei Schiffsunglücken dem Ableben von ertrinkenden Seeleuten sogar nachgeholfen. Denn ohne Überlebende stand das sog. Strandgut rechtlich den Findern zu. So kann man sich vorstellen dass Leuchttürme zur Vermeidung von Schiffsunglücken nicht bei jedem beliebt waren. Diese Begebenheiten, nicht nur in Schottland sondern auch anderen Küstenregionen wie Cornwall, inspirierte Romane wie Jamaica Inn von Daphne du Maurier. Aber Leuchtturme waren nicht nur Strandräubern suspekt, es gab sogar religiöse Kreise die Schiffsunglücke als Willen oder Strafe Gottes sahen und deren Verhinderung ablehnten. Selbst der Staat hatte, zumindest in abgelegenen Regionen, nur bedingtes Interesse an Leuchttürmen denn deren Bau und Unterhalt (z. B. Unmengen von Kohle für das Licht) waren teuer, und die Monetarisierung durch Gebühren von Schiffen umständlich. Für einige Dichter und Künstler hingegen waren Leuchttürme im frühen 19. Jahrhundert so etwas wie ein Symbol für Aufklärung, Vernunft und Hilfsbereitschaft…anstatt Raffgier und Aberglaube. William Turner malte den schottischen Leuchtturm Bell Rock Lighthouse 1819 als edles Bollwerk inmitten brutaler Naturgewalten. Der Schriftsteller Walter Scott schrieb folgendes Gedicht
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The new trailer for Interstellar (2014) has lines from the Welsh poet Dylan Thomas (1914-1953) whose 100th anniversary it is. Maybe it's a homage, but also related to the theme of mankind not submiting to extinction. The poem starts around 1:40 min, click on Do Not Go Gentle into That Good Night

Im neuen Trailer für den kommenden Spielfilm Interstellar von Batman-Regisseur Christopher Nolan sind Zeilen vom walisischen Dichter Dylan Thomas (1914-1953). Vielleicht eine Hommage zum 100. Geburtstag. Aber das Gedicht scheint tatsächlich eine Verbindung zum Filmthema zu haben. Mehr dazu gleich. Hier der Trailer. Gedichtzeilen starten ab ca. 1:40 min.

 Do not go gentle into that good night

‘Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light…’
.

Soweit die erste von sechs kurzen Strophen. Das komplette Gedicht aus dem Jahr 1951 ist am Ende des Blogposts als Clip mit der Stimme von Dylan Thomas. Er schrieb es für seinen sterbenden Vater. Im Sci-Fi Film Interstellar (2014) ist es die Erde die im Sterben
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An exhibition about the poet Alexander Pope (1688-1744) is at Waddesdon Manor until 26 Oct 2014. Info below. We look at a poem of his that gave the title to the movie Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004). Above, Jim Carrey and Kate Winslet. Lines of the poem spoken by Kirsten Dunst. See clip

In England ist zur Zeit eine Ausstellung über den Dichter Alexander Pope (1688-1744). Der Jim Carrey Spielfilm Vergiss mein nicht! (2004) hat eine Verbindung zu einem seiner Gedichte. In der deutschen Übersetzung ist das leider verloren gegangen. Vielleicht fand man dass Ewiger Sonnenschein des makellosen Geistes, so die wörtliche Übersetzung des Originaltitels Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004), zu anspruchsvoll klang. Schade eigentlich. Aber für uns die Gelegenheit, eine interessante und unterhaltsame Information zu übermitteln. Der Gedichtsausschnitt wird im Film von Kirsten Dunst gesprochen, hier der Clip.

Eloisa to Abelard  in Vergiss mein nicht! (2004)

How happy is the blameless vestal’s lot!
The world forgetting, by the world forgot.
Eternal sunshine of the spotless mind!
Each pray’r accepted
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Meach & Big Bro et al were in Wales last week and visited the boathouse of the poet Dylan Thomas (1914-1953) whose 100th anniversary it is this year. The boathouse, see our photo above, is in the town of Laugharne. It's an idyllic little museum and open all year around. See official website below

Meach, Big Bro & Co waren letzte Woche im Städtchen Laugharne, hier verbrachte der Dichter Dylan Thomas (1914-1953) die letzen vier Jahre seines Lebens. Im Bootshaus an der Mündung des Flusses Taf, siehe unser Foto links, schrieb er viele seiner Werke. Im Author’s Prologue des Gedichtbands Collected Poems nennt er es sein ‘vom Meer durchgeschütteltes Haus an halsbrecherischen Felsen’.

‘This day winding down now
At God speeded summer’s end
In the torrent salmon sun,
In my seashaken house
On a breakneck of rocks…’
.

Im Gedicht werden später Reiher, Brachvögel und vieles andere an Fauna und Flora von diesem Ort erwähnt der bei Sonnenschein absolut idyllisch ist. Man kann dieses kleine Museum das ganze Jahr herum besuchen. In Deutschland vielleicht eher ein Geheimtipp denn es gibt nur einen englischen aber keinen deutschen Wiki-Artikel für das Dylan Thomas Boathouse. Offizielle Website mit Öffnungszeiten am Ende des Blogposts. Die ganze Gegend hier an der Südwestküste von Wales ist einen Besuch wert. Unweit von
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It's the birthday of the Irish poet W B Yeats (1865-1939). His poem Down by the Salley Gardens is about people who meet under the willow trees by a river. Willows, as the one above, were planted to strengthen river banks. Loreena McKennitt has recorded a nice musical version of the poem. See clip

Es ist der Geburtstag des irischen Dichters William Butler Yeats (1865-1939). Der Titel des Gedichts vom Jahr 1889 kommt vom keltischen Wort saileach für Weiden. Die Bäume wurden bei Flüssen angepflanzt um die Ufer zu festigen, siehe Foto links, und um die Zweige als Rahmen für Reetdächer zu ernten. Ein Salley Garden, also ein Weidengarten am Fluss war auch ein Ort wo sich junge Paare trafen. Hier eine schöne Vertonung von Loreena McKennitt

Down by the Salley Gardens

Down by the salley gardens
my love and I did meet;
She passed the salley gardens
with little snow-white feet.
She bid me take love easy,
as the leaves grow on the tree;
But I, being young and foolish,
with her would not agree.
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Jane Austen's Northanger Abbey is online as a BBC radio dramatisation. Link below. We used a DVD and an audiobook as illustration. We focus on a poem that Jane mentions in the novel: The Seasons by James Thomson. It inspired the oratorio by Haydn. The poem is pages long but we found a spoken excerpt with music on YouTube, check out the clip

Ein BBC-Hörspiel nach Jane Austens Roman Northanger Abbey (1817) ist online. Link am Ende des Blogposts. Hörenswert. Als Illustration nahmen wir ein Hörbuch mit einer Lesung und eine TV-Verfilmung. Trailer dafür folgt ebenfalls. Wir wollten heute jedoch spezifisch ein Gedicht auschecken das Austen im Roman erwähnt: The Seasons von dem schottischen Dichter James Thomson. In Deutschland ist es indirekt dadurch am bekanntesten dass es Vorlage für Die Jahreszeiten von Joseph Haydn war. Thomsons Gedicht ist seitenlang, aber hier ist ein Clip mit Auszügen, dargeboten mit Musik.

The Seasons: Spring 

Along these blushing borders, bright with dew,
And in yon mingled wilderness of flowers,
Fair-handed spring unbosoms every grace;
Throws out the snowdrop and the crocus first;
The daisy, primrose, violet darkly blue,
And polyanthus of
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Yo canto al cuerpo eléctrico: Good to hear Whitman in a Latin based language. We found a Spanish edition of the poetry collection Leaves of Grass by Walt Whitman (1819–1892). I't's called Hojas de hierba, subtitle Canto de mí mismo, Song of myself, one of the poems. Clip: Dead Poets Society

Wir haben ein spanisches Buch mit Gedichten von Walt Whitman (1819-1892) gefunden. Sein Gedichtzyklus Leaves of Grass heißt auf Spanisch Hojas de hierba. Auf Deutsch Grashalme. In der Popkultur bekannt durch seine Rolle im Film Der Club der toten Dichter (1989). Siehe Clip mit Lehrer Robin Williams der versucht, Schüler für Gedichte zu begeistern.

Oh me! Oh life!

Oh me! Oh life! of the questions of these recurring,
Of the endless trains of the faithless, of cities fill’d with the foolish…What good amid these, O me, O life?
.
Answer.
That you are here—that life exists and identity,
That the powerful play goes on, and you may contribute a verse.
.

In der Szene ist ein Ausschnitt des Originalgedichts, solche Texte werden in Filmen dramaturgisch komprimiert. Aber der Kerngedanke kommt rüber. Nachdem er das Gedicht – Teil von Leaves of Grass – zitiert hat, wendet sich Robin Williams an den jungen Ethan Hawke und fragt ihn
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Found a rare 1975 Pan edition of Daphne du Maurier's debut The Loving Spirit. The novel is a Emily Brontë homage, with excerpts of six of her poems including No Coward Soul is mine. See clip. Novel's title is from the poem Self-Interrogation

Wir fanden gestern eine seltene 1975 Pan Ausgabe von Daphne du Mauriers Debütroman The Loving Spirit (1931), deutscher Titel Die Frauen von Plyn. Es ist eine Hommage an Emily Brontë und enthält Auszüge von sechs ihrer Gedichte. Dieses wirkt wie ein Leitgedanke der geheimnisumwogenen Autorin von Sturmhöhe (1847). Hier eine schöne Darbietung.

No coward soul is mine

No coward soul is mine,
No trembler in the world’s storm troubled sphere
I see Heaven’s glories shine,
And faith shines equal, arming me from Fear.
.
O God within my breast,
Almighty, ever-present Deity!
Life – that in me hast rest,
As I – Undying Life- have power in Thee!
.
Vain are the thousand creeds
That move men’s hearts, unutterably vain;
Worthless as withered weeds
Or idlest froth amid the boundless main,
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It's the birthday of the German Romantic poet Joseph von Eichendorff (1788-1857). Born the same year as Byron. Maybe a slight similarity in the admiration of nature. Here's a poem with music from Schumann sung by French soprano Irène Joachim

Es ist der Geburtstag des Dichters Joseph von Eichendorff (1788-1857). Hier eine schöne Gedichtvertonung von Robert Schumann, gesungen von der Französin Irène Joachim

Mondnacht

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Eichendorffs Anfangszeilen Es war, als hätt’ der Himmel, die Erde still geküßt, enthalten Anklänge an uralte Sinnbilder, wie etwa der Himmel als männliches und die Erde als weibliches
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It's the birthday of the Victorian poet Elizabeth Barrett Browning (1806-1861).The line 'How do I love thee? Let me count the ways' is a wonderful thought, It inspired a song by Yoko Ono and also one of the last songs by John Lennon. They both liked Elizabeth and her husband the poet Robert Browning

Es ist der Geburtstag der Dichterin Elizabeth Barrett Browning (1806-1861). Sie inspirierte das Yoko Ono Lied Let me Count the Ways. Und auch eins der letzten Lieder von John Lennon

How do I love thee? Let me count the ways

How do I love thee? Let me count the ways.
I love thee to the depth and breadth and height
My soul can reach, when feeling out of sight
For the ends of being and ideal grace.
I love thee to the level of every day’s
Most quiet need, by sun and candle-light.
I love thee freely, as men strive for right.
I love thee purely, as they turn from praise.
I love thee with the passion put to use
In my old griefs, and with my childhood’s faith.
I love thee with a love I seemed to lose
With my lost saints. I love thee with the breath,
Smiles, tears, of all my life; and, if God choose,
I shall but love thee better after death.
.

Auf Milk and Honey (1984), dem letzten Studioalbum von John Lennon ist das Lied Let me Count the Ways, eine schöne Komposition von Yoko Ono, die dazu von dem obigen Gedicht von Elizabeth Barrett Browning inspiriert wurde. John und Yoko waren beide Verehrer der viktorianischen Dichterin. John mochte Yokos Lied und wollte als Antwort darauf ein Lied schreiben das von Elizabeths Ehemann, dem Dichter Robert Browning inspiriert war. Es sollte eins seiner letzten Lieder werden, es heißt Grow Old with Me. Leider wurde John Lennon nicht mit Yoko zusammen alt. Er wurde am 8. Dezember 1980
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It's the birthday of Lord Byron (1788-1824). His poem She Walks in Beauty was written 200 years ago, in 1814. It appeared in the movie Vanity Fair (2004) set to music by Mychael Danna and sung by Norwegian soprano Sissel Kyrkjebö. Check the clip

Es ist der Geburtstag von Lord Byron (1700-1824), er schrieb das Gedicht ‘In ihrer Schönheit wandelt sie’ vor 200 Jahren, Hier eine Version von der norwegischen Sängerin Sissel Kyrkjebö

She Walks in Beauty

She walks in beauty, like the night
Of cloudless climes and starry skies;
And all that’s best of dark and bright
Meet in her aspect and her eyes:
Thus mellow’d to that tender light
Which heaven to gaudy day denies.

One shade the more, one ray the less,
Had half impaired the nameless grace
Which waves in every raven tress,
Or softly lightens o’er her face;
Where thoughts serenely sweet express
How pure, how dear their dwelling-place.

And on that cheek, and o’er that brow,
So soft, so calm, yet eloquent,
The smiles that win, the tints that glow,
But tell of days in goodness spent,
A mind at peace with all below,
A heart whose love is innocent!

Wer das Lied mit dem Gedicht vergleicht, merkt dass nur die erste Strophe gesungen wird, wobei die ersten zwei Zeilen, inklusive dem Gedichtstitel, als Refrain dienen. Aber es klingt trotzdem gut. Gedichte haben einen inneren Rhythmus und durch den Tonfall der Worte auch angedeutete
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The beauty in the songs of Roger Waters, with Pink Floyd and solo, doesn't come from painting pretty pictures but from seeing a world with a lot of sorrow, that yet contains a ray of hope if we become aware the sorrow. He has dedicated the poem 'One River' to an old soldier who found the place where his father Lieutenant Eric Fletcher Waters died in World War II

Roger Waters, früherer Pink Floyd Musiker, hat einem alten Soldaten ein Gedicht gewidmet. Der 93-jährige Harry Shindler hat den Ort ausfindig gemacht an dem Waters’ Vater Lieutenant Eric Fletcher Waters im Zweiten Weltkrieg starb. Waters hat seinen Vater nie kennengelernt, konnte für diesen Verlust, mangels Details, nie einen Abschluss finden. Hier ist sein Gedicht

One River

‘When the wind sighs through the crop and good men fall. And children soft in their mothers’ arms cringe, unbelieving, from the desperadoes’ casual blade. My father, distant now but live and warm and strong, in uniform tobacco haze. Speaks out: ‘My son.’ He says. Stay not the passion of your loss. But rather keen and hone its edge. That you may never turn away. Numb, brute, from bets too difficult to hedge… To Harry, with gratitude.’

Unser Kommentar  Es ist im Gedicht die Rede vom Wind der in Erntefeldern seufzt während gute Männer fallen. Kinder suchen Schutz bei ihrer Mutter…Der Vater ist weit weg, aber er sagt dem Sohn aus der Ferne dass der Verlust ihn dazu inspirieren soll, sich niemals hart und abgestumpft von schwierigen Herausvorderungen im Leben abzuwenden – um das Gedicht hier hier einfach mal frei und auszugsweise nachzuerzählen. Es ist ein kurzes aber prägnantes Gedicht. Es ist sicher schwer über
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95 years ago today, on the 4th of November 1918, the poet and soldier Wilfred Owen MC died, trying to get his men across the Sambre Canal, a week before the end of the First World War. We look at his poem Anthem for Doomed Youth. Also, the BBC docudrama Wilfred Owen: A Remembrance Tale. Link below

Heute vor 95 Jahren, am 4. November 1918, starb der Dichter und Soldat Wilfred Owen. Eine Woche vor Kriegsende, während er seine Männer über den Sambre-Oise-Kanal führte. Er war 25 Jahre alt, hat aber ein einflussreiches Werk an Gedichten hinterlassen. Obwohl er seine Pflicht tat, verherrlichte er den Krieg keineswegs sondern wollte dessen Horror vergegenwärtigen. Er sagt im Vorwort zu dem Gedichtband: ‘All a poet can do today is warn‘.

Anthem for Doomed Youth

What passing-bells for these who die as cattle?
Only the monstrous anger of the guns.
Only the stuttering rifles’ rapid rattle
Can patter out their hasty orisons.
No mockeries now for them; no prayers or bells,
Nor any voice of mourning save the choirs, -
The shrill, demented choirs of wailing shells;
And bugles calling for them from sad shires.

What candles may be held to speed them all?
Not in the hands of boys, but in their eyes
Shall shine the holy glimmers of goodbyes.
The pallor of girls’ brows shall be their pall;
Their flowers the tenderness of patient minds,
And each slow dusk a drawing down of blinds.

(Wilfred Owen, September / October 1917)

Unser Kommentar: Den Titel des Gedichts könnte man vielleicht als Gesang für eine dem Untergang geweihte Jugend übersetzen. Das Wort anthem hat feierliche, religiöse Konnotationen und steht hier in einem harschen Kontrast zu Worten wie Vieh (cattle) in den Gedichtsversen. Vielleicht ist kaum möglich für uns heute nachzuvollziehen wie es wirklich war, unter englischen, unter deutschen und anderen Soldaten, mitzuerleben wie junge Menschen, oftmals die eigenen Freunde, täglich
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The legend of Lady Godiva, who protested against excessive taxes, fascinated Victorian artists and poets alike. On the birthday of Alfred Tennyson (1809-1892) we look at his poem Godiva and match it with the paintiing Lady Godiva (1889) by John Collier. See link for complete version of the poem below

Es ist der Geburtstag des Dichters Alfred Tennyson (1809-1892) und wir werfen einen Blick auf sein Gedicht Godiva (1842). Es beruht auf einer Legende die in England sehr bekannt ist und auch Kunstwerke wie das Gemälde Lady Godiva (1889) von John Collier inspirierte: Eine angelsächsische Adelige soll vor 1000 Jahren, lediglich mit ihrem Haarschopf bekleidet, durch die Straßen von Coventry geritten sein um ihren Ehemann den Grafen abzuhalten, die Bürger mit zu hohen Steuern zu ruinieren

Godiva

The woman of a thousand summers back,
Godiva, wife to that grim Earl, who ruled
In Coventry: for when he laid a tax
Upon his town, and all the mothers brought
Their children, clamoring, “If we pay, we starve!”
She sought her lord, found him, where he strode
About the hall, among his dogs, alone,

His beard a foot before him and his hair
A yard behind. She told him of their tears,
And pray’d him, “If they pay this tax, they starve.”
Whereat he stared, replying, half-amazed,
“You would not let your little finger ache
For such as these?” — “But I would die,” said she.
He laugh’d, and swore by Peter and by Paul;

Then fillip’d at the diamond in her ear;
“Oh ay, ay, ay, you talk!” — “Alas!” she said,
“But prove me what I would not do.”
And from a heart as rough as Esau’s hand,
He answer’d, “Ride you naked thro’ the town,
And I repeal it;” and nodding, as in scorn,
He parted, with great strides among his dogs.

Soweit ein Ausschnitt von dem Gedicht dessen ursprüngliche Form und Länge bei Wiki ausgecheckt werden kann, Link folgt gleich. Lady Godiva unternimmt ihre Aktion weil Mütter ihr klagen dass die Kinder des Landes bei einer weiteren Steuererhöhung hungern würden. Als ihr Ehemann dennoch nicht nachgeben will, fragt sie ihn was sie tun müsse um ihn von dem Vorhaben abzubringen? Im Zorn und im Glauben dass die Lady dies nie wagen würde, sagt er, dafür müsse sie ohne Klamotten
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A poem by A. E. Housman about young carefree people at a county fair, unaware of wars yet to come. A hundred years ago, in 1913, was the premiere of George Butterworth's music for some of the A Shropshire Lad poems. Sadly this talented composer died himself at the Battle of the Somme in 1916

Vor Hundert Jahren, 1913 beim Leeds Festival war die musikalische Premiere von A Shropshire Lad, Rhapsody for orchestra. Der junge Komponist George Butterworth (1885-1916) hatte Musik für elf Gedichte von A. E. Housmans Gedichtzyklus A Shropshire Lad geschrieben. Wir finden die Musik und die Worte sehr schön und gleichzeitig sehr traurig denn, auf fast prophetisch anmutende Weise, handelt das Gedicht aus dem Jahr 1896 von einer Landwirtschaftsmesse voller junger Leute die noch nicht ahnen dass Krieg und ein früher Tod auf sie wartet. A. E. Housman beschreibt Jungs aus ländlichen Gegenden in der traditionellen Grafschaft Shropshire, Jungs von Bauernhöfen, Schmieden und Mühlen, die zu Hunderten in die Marktstadt Ludlow kommen. Die Jungs, auf Englisch lads genannt, kommen um etwas zu trinken und um Mädchen zu treffen. Der Dichter beobachtet sie und hat eine dunkle Vorahnung vom Schicksal einiger dieser gutherzigen und gut aussehenden Burschen. Er glaubt dass sie jung sterben werden. Er wünscht sich, es gäbe ein Zeichen um erahnen zu können, wer von ihnen nicht zurückkommen wird, um ein letztes Mal mit ihnen zu sprechen und sich von ihnen zu verabschieden.
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It's the birthday of the Romantic poet Novalis. The English writer Penelope Fitzgerald wrote a novel about him. A Krautrock band took his name and put his poems to music. Some Pink Floyd influence in there. Singing starts way into the song at 6:15 min

Es ist der Geburtstag von Novalis (1772 -1801) dem deutschen Dichter der Romantik der von Haus aus Friedrich Freiherr von Hardenberg hieß. Sein Gedicht Sommerabend wurde von der Progrock Band Novalis vertont. Ganz gemacht, Liveversion ist auf YouTube, aber man braucht Geduld, der Text beginnt erst ab ca. 6:50 min.

Sommerabend

Es war an einem Sommerabend
als er so saß am Meer allein
die letzten schwachen Sonnenstrahlen
wiegten in den Wellen zum Schlaf sich ein

Durch die Saiten seiner Brust
zieht ein warmer Sommerwind
das leise Flüstern der Meereswogen
erlahmt seine Glieder geschwind

.

Fernab von ihm liegt diese Welt
die er zum Leben auserkoren
jedoch allzu weit entfernt
liegen schätze, die ihm verborgen

Ganz sanft umhüllt ihn diese Nacht
die seine Augen schwerer macht
wie in eine tiefe Gruft
fällt er dann in ruhigen Schlaf

Info  Das Gedicht Sommerabend hat acht Strophen aber wir haben oben nur die ersten vier eingefügt die in dem YouTube Clip gesungen werden. Hier ist Teil 2 vom Lied mit den restlichen Strophen. Das Gedicht wurde im Jahr 1800 veröffentlicht und ist Teil eines Gedichtzyklus’ namens Hymnen an die Nacht. Oben im Foto ist die CD von dem Studioalbum Sommerabend (1976), produziert übrigens von
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Isabelle Adjani is very good as Emily in André Téchiné's biopic Les Sœurs Brontë (1979). Emilys poem Love and Friendship is represented here as a dialog on the moors between her and her sister Anne. Music featured throughout the movie is a song by Robert Schumann from a poem by Goethe. There's a link for the song, and a fan trailer for the movie below

Isabelle Adjani spielte in Les Sœurs Brontë die Rolle von Emily Brontë, von der auch ein Gedicht vorkommt, als Dialog mit ihrer Schwester Anne

Love and Friendship

Love is like the wild rose-briar,
Friendship like the holly-tree—
The holly is dark when the rose-briar blooms
But which will bloom most constantly?

 

The wild rose-briar is sweet in spring,
Its summer blossoms scent the air;
Yet wait till winter comes again
And who will call the wild-briar fair?

 

Then scorn the silly rose-wreath now
And deck thee with the holly’s sheen,
That when December blights thy brow
He still may leave thy garland green.

 

André Téchinés biografischer Spielfilm über die Brontë-Schwestern enthält viele interessante Details, zum Beispiel der häufige Einsatz eines deutschsprachigen Lieds – nach einem berühmten deutschen Dichter. Gleich mehr darüber. Erstmal zu Emilys Gedicht über Liebe und Freundschaft. Das Gespräch mit den Kernaussagen des obigen Gedichts passiert im Film als Emily bei einem Spaziergang auf dem Moor Anne bei einem Bach sieht. Sie pflückt dort Blumen und sagt zu Emily: Sieh mal, hier blüht wilder Rosenstock, schön, nicht? Emily sagt, es ist eine Heide-Rose, im Volksmund auch Hunds-Rose genannt. Anne: Du magst sie doch? Emily dreht sich um, geht ein paar Schritte zu einer Stechpalme, auf Englisch holly genannt, und sagt: Nein, diese Stechpalme ist mir lieber. Anne: Wirklich? Aber die Stechpalme hat doch nichts besonderes, sie sieht traurig aus. Emily: Du siehst nur die äußere Erscheinung der Dinge, du begeisterst dich für deinen Rosenstrauch doch nur weil er zur Zeit so schöne Blüten trägt. Aber bald wird er alle seine Blüten verlieren. Kannst du im Winter immer noch sagen, wie schön die Rose ist? Die Stechpalme dagegen ist immer grün. Der wilde Rosenstock, das ist die Liebe, und nur ein einziges mal kann diese Liebe blühen. Ich verachte sie und trete sie mit den Füßen, ich pfeife auf ihre Nichtigkeit. Die Stechpalme, das ist die Freundschaft, sie wird noch sein wenn unser Winter kommt. Und mit diesen Worten steckt Emily ein paar Stechpalmenblätter in Annes Haare. 
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Evening light: It's the 225th birthday of the Romantic poet Joseph von Eichendorff (1788–1857). We celebrate it in the splendid company of Dame Kiri Te Kanawa and Sir George Solti, with a musical rendition of his poem 'Im Abendrot'.

Es ist der 225. Geburtstag des Dichters Joseph von Eichendorff (1788-1857) und wir feiern ihn in der exzellenten Gesellschaft der Sängerin Kiri Te Kanawa und dem Dirigenten George Solti, mit Musik von Richard Strauss. Das Foto machten wir auf der Rückkehr von einem Ausflug in die andalusischen Berge. Hier ein YouTube-Link zur Vertonung des Gedichts.

Im Abendrot

Wir sind durch Not und Freude
gegangen Hand in Hand;
vom Wandern ruhen wir
nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
es dunkelt schon die Luft.
Zwei Lerchen nur noch steigen
nachträumend in den Duft.

Tritt her und laß sie schwirren,
bald ist es Schlafenszeit.
Daß wir uns nicht verirren
in dieser Einsamkeit.

O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot.
Wie sind wir wandermüde–
Ist dies etwa der Tod?

Eichendorffs Gedicht spricht auf schöne Weise für sich selbst. Oder soll man die die letzten Zeilen so deuten dass das Abendrot am Ende einer langen Wanderung auch Metapher für den Lebensabend ist? Eichendorff setzt ein Fragezeichen und überlässt dies somit ganz uns. 
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The American poet Sylvia Plath died 50 years ago today, on the 11th of Febuary 1963. We find it moving that her poem November Graveyard was probably inspired by Heptonstall churchyard in Yorkshire where she would be buried later. Just a few miles from Haworth and the Brontë sisters.

Heute vor 50 Jahren starb die amerikanische Dichterin Sylvia Plath (1932 – 1963). Sie wurde nur 30 Jahre alt, hat aber den Roman Die Glasglocke (1963) und viele bemerkenswerte Gedichte hinterlassen. Wir haben uns anlässlich ihres Todestags den biografischen Spielfilm Sylvia (2003) mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig angesehen. Wir haben die DVD, aber der Film ist auch auf YouTube, Link folgt, und wir empfehlen ihn. Mehr dazu gleich. Wir möchten zuerst ein Gedicht von Sylvia Plath vorstellen. Es existiert zum Glück eine Aufnahme mit ihrer Stimme und Darbietung des Gedichts. Jemand hat das auf YouTube mit Bildern aus ihrem Leben zusammengestellt und wir finden das bewegend, nicht zuletzt wegen der Gedichtsthematik von einem Friedhofsbesuch. Es deutet einiges darauf hin dass November Graveyard von dem Friedhof inspiriert wurde, auf dem Sylvia später begraben wurde. Das Grab ist auf obigem Foto in der Mitte, mit einer gelben Blume davor zu sehen. Es befindet sich auf dem Friedhof einer Kirche in dem kleinen, abgelegenen Dorf Heptonstall in Yorkshire. Übrigens nur ein paar Kilometer entfernt von Haworth wo die Brontë-Schwestern lebten. Sylvia Plath lebte nicht in Heptonstall und starb hier auch nicht, aber sie besuchte den Friedhof öfters zusammen mit ihrem Ehemann und Dichter Ted Hughes, der aus dem Nachbarsdorf Mytholmroyd stammte und dessen Eltern auf dem Friedhof von Heptonstall begraben sind. In November Graveyard deutet auch die Erwähnung des Moors und andere Naturbeschreibungen darauf hin dass das Gedicht nicht nur von Yorkshire sondern genau von diesem Friedhof in Heptonstall handelt. Für uns persönlich haben Friedhöfe keine negativen Konnotationen sondern, namensgerecht, eher etwas friedliches. So eine stoische Sichtweise entspräche nicht Sylvia Plaths Persönlichkeit, sie beschreibt den Friedhof mit Adjektiven wir stur und mürrisch. Und damit bringt sie die Atmosphäre wohl perfekt auf den Punkt. Hier ist Sylvias Stimme:

November Graveyard

The scene stands stubborn: skinflint trees
Hoard last year’s leaves, won’t mourn, wear sackcloth, or turn
To elegiac dryads, and dour grass
Guards the hard-hearted emerald of its grassiness
However the grandiloquent mind may scorn
Such poverty. No dead men’s cries

Flower forget-me-nots between the stones
Paving this grave ground. Here’s honest rot
To unpick the heart, pare bone
Free of the fictive vein. When one stark skeleton
Bulks real, all saints’ tongues fall quiet:
Flies watch no resurrections in the sun.

At the essential landscape stare, stare
Till your eyes foist a vision dazzling on the wind:
Whatever lost ghosts flare,
Damned, howling in their shrouds across the moor
Rave on the leash of the starving mind
Which peoples the bare room, the blank, untenanted air.

Info  Deutscher Wiki-Artikel über Sylvia Plath / und das Dorf Heptonstall in Yorkshire wo ihr Grab ist /  Der biografische Spielfilm Sylvia (2003) kann auf YouTube angesehen werden, ist aber auch günstig als DVD im Onlinehandel erhältlich, leider nur auf Englisch. Es wäre gut den Film zu synchronisieren und im deutschen Fernsehen zu zeigen. Es ist immer schwer, echte Menschen in Filmen darzustellen, besonders wenn es sich um komplexe Persönlichkeiten handelt von denen jeder seine eigenen Vorstellungen hat. Aber Gwyneth Paltrows Porträt is eindrucksvoll und hat sicher dazu beigetragen, unser Interesse an Sylvia Plath zu wecken. Der Film ist von den Bildern und der Musik her sehr schön – aber zunehmend auch sehr traurig: Sylvia Plath hatte mit verschiedenen Problemen, wie klinischen Depressionen zu kämpfen. Dass sie Selbstmord beging, hätte mit der richtigen Unterstützung vermutlich verhindert werden können. Vielleicht trägt ihre Geschichte und der Film Sylvia zu mehr Aufmerksamkeit für diese Thematik bei.

 

It's the birthday of William Blake (1757- 1827). His poem 'And did those feet in ancient time' is about the legend that Joseph of Arimathea, who may have traded in tin from the British Isles, brought Jesus to England as a boy and prepared Britain to become the future New Jerusalem. Our comment: OK, whatever works, but couldn't they have made it Andalusia?

Was sind die bekanntesten Gedichtzeilen in England? Wir tippen auf ein Gedicht von William Blake, der zu Lebzeiten wenig Erfolg hatte, aber ein Gedicht schrieb das später vertont wurde und heute de facto Nationalhymne Englands ist. Es geht um die Legende dass Josef von Arimathäa einst mit dem jungen Jesus England besuchte und darauf vorbereitete, zukünftig das Neue Jerusalem zu werden. Kommentar dazu gleich, zuerst singt Charlotte Church eine Version von:

And did those feet in ancient time 

And did those feet in ancient time.
Walk upon Englands mountains green:
And was the holy Lamb of God,
On Englands pleasant pastures seen!

And did the Countenance Divine,
Shine forth upon our clouded hills?
And was Jerusalem builded here,
Among these dark Satanic Mills?

Bring me my Bow of burning gold;
Bring me my Arrows of desire:
Bring me my Spear: O clouds unfold!
Bring me my Chariot of fire!

I will not cease from Mental Fight,
Nor shall my Sword sleep in my hand:
Till we have built Jerusalem,
In Englands green & pleasant Land

Für unsere Begriffe ein starkes Gedicht und ein wundervolles Lied, hier gesungen von der sympathischen Waliserin Charlotte Church aus Cardiff. Das bringt Erinnerungen zurück. In Cardiff haben wir mal U2 im Konzert gesehen, in einem Stadion namens Cardiff Arms Park. Und wo wir bei der Rockmusik sind wäre es gemein, nicht zu erwähnen dass es auch von den guten alten Progrockern Emerson, Lake & Palmer eine Fasssung von Jerusalem gibt, so lautet der Liedtitel des Gedichts. Hier ein YouTube Clip. Diese Version hat auch etwas für sich. Die Melodie die der Komponist Hubert Parry (1848 - 1918 ) zu William Blakes Gedicht schrieb, ist so schön dass sie quasi unzerstörbar ist. Aber obwohl wir Progrock-Fans sind, müssen wir gestehen dass ein echtes Orchester hier besser klingt als der Moog Apollo, damals der erste polyphonische Synthesizer, sprich: mit der Fähigkeit mehrtönige Akkorde anstatt nur einzelne Noten zu spielen. Allerdings hat der Apollo, damals 1973 noch ein brandneuer Prototyp, für unser Empfinden einen arg trocknen, etwas kalten Klang. Wir haben für ELPs Jerusalem absichtlich die Version auf YouTube mit dem Plattenspieler gewählt, weil der Klang so etwas zusätzlichen Raum erhält, der auf der Aufnahme selbst ein kleines bisschen fehlt. Nur unsere Meinung. Was das Gedicht und die darin beschriebene Legend betrifft: Es ist eine faszinierende Geschichte und wir wundern uns dass
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So Halloween is scary? And what about fairies in the woods turning honourable knights into zombies? They should have a signpost: Stay on your horse at all times! It's the birthday of John Keats (1795 -1821) and we look at his poem La Belle Dame sans Merci, and a musical interpretation of it

Es ist der Geburtstag von John Keats (1795 – 1821). Dazu ein Gedicht von ihm das mit seiner übersinnlichen Thematik ganz gut zu Halloween passt. Es inspirierte Gemälde, wie das von  J. W. Waterhouse, links. Der jung verstorbene Dichter wurde in Bright Star. Die erste Liebe strahlt am hellsten (2009) von Ben Whishaw dargestellt. Es folgt ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm. Aber zuerst das Gedicht, gesprochen von Ben Whishaw, und begleitet von ruhiger Pianomusik

O what can ail thee, knight at arms,
Alone and palely loitering?
The sedge has wither’d from the lake,

And no birds sing.

O What can ail thee, knight at arms,
So haggard and so woe-begone?
The squirrel’s granary is full,
And the harvest’s done.
.
I see a lily on thy brow
With anguish moist and fever dew,
And on thy cheeks a fading rose
Fast withereth too.
.

In obigen ersten drei Stophen des Gedichts von 1819, dessen Titel Die gnadenlose schöne Dame bedeutet, trifft der Erzähler an einem Herbsttag einen herumirrenden und mitgenommen aussehenden Ritter im Wald. Besorgt fragt er den Ritter, der zudem verbleichende Reste von verschiedenen Blumen wie Lilien und Rosen im Gesicht hat, was ihm passiert sei? In folgenden Strophen erzählt der Ritter seine Geschichte

I met a lady in the meads,
Full beautiful, a fairy’s child;
Her hair was long, her foot was light,
And her eyes were wild.
.
I made a garland for her head,
And bracelets too, and fragrant zone;
She look’d at me as she did love,
And made sweet moan.
.
Der Ritter sagt er habe auf einer Wiese eine schöne junge Frau getroffen, die Tochter einer Fee wie sich später herausstellte. Sie macht ihm schöne Augen und als der Ritter sie auf sein Pferd nimmt und ihre Feenlieder hört, verliert er für den Rest des Tages die Orientierung. Der Ritter, der zu diesem Zeitpunkt noch ahnungslos war, erzählt weiter:
.
I set her on my pacing steed,
And nothing else saw all day long,
For sidelong would she bend, and sing
A fairy’s song.
.
She found me roots of relish sweet,
And honey wild, and manna dew,
And sure in language strange she said—
I love thee true.
.
She took me to her elfin grot,
And there she wept, and sigh’d full sore,
And there I shut her wild wild eyes
With kisses four.
.
Die beiden sind mittlerweile in einem Wald und die Fee verabreicht dem Ritter verschiedene Waldpflanzen, Wurzeln und wilden Honig, und teilt ihm in einer merkwürdigen Sprache mit dass sie ihn liebt. Als sie ihn zu ihrer Elfenhöhle führt und dort bitterlich weint, gibt der Ritter ihr zum Trost vier Küsse auf die Augenlieder. Hören wir was als nächstes passierte.
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And there she lulled me asleep
And there I dream’d, Ah, woe betide
The latest dream I ever dream’d
On the cold hill’s side
.
I saw pale kings, and princes too,
Pale warriors, death pale were they all;
They cried—”La belle dame sans merci
Hath thee in thrall!”
.
I saw their starv’d lips in the gloam
With horrid warning gaped wide,
And I awoke and found me here
On the cold hill’s side.
.
And this is why I sojourn here,
Alone and palely loitering,
Though the sedge is wither’d from the lake,
And no birds sing.
.

Die Fee lullt den Ritter in einen Schlaf der ihm allerdings Albträume beschert. Er sieht totenbleiche Könige, Prinzen und Krieger die ihn warnen: Du bist im Bann der gnadenlosen schönen Fee! Als er erwacht, ist er allein an einem eiskalten Abhang wo kein Vogel mehr singt. Hier, an dem Ort wo der Erzähler ihn anfangs traf, geistert der Ritter nun herum und ist selber zu einer der bleichen Schattenfiguren seiner Träume geworden. Der Titel La Belle Dame sans Merci stammt aus dem Jahr 1424, von dem französischen Autor Alain Chartier. Aber dessen Gedicht hat, abgesehen davon dass es um Treffen und Dialoge von einem Mann und einer Frau geht, kaum Ähnlichkeit mit dem späteren Gedicht von John Keats. Sein Gedicht zu interpretieren, ist aufgrund seiner übersinnlichen, märchenhaften Thematik nicht einfach und nicht unbedingt nötig. Aber wenn man zu Halloween unbedingt Mythen ins Spiel bringen will, könnte man darüber grübeln ob Motive wie das Blumenmädchen im Wald darauf hindeuten dass die Story, ähnlich wie Parsifal, im Kern auf keltischen Mythen von Tod  und Wiedergeburt beruhen. Vielleicht ein Thema für den heutigen Abend.

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Weitere Infos  Ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm Bright Star (2009) mit Ben Whishaw in der Rolle des jungen Dichters, und der Schauspielerin Abbie Cornish als seine große Liebe Fanny Brawne. Der Film von Regisseurin Jane Campion erschien auf Deutsch synchronisiert mit dem Titel Bright Star – Die erste Liebe strahlt am hellsten  Bild  Ausschnitt des Gemäldes La Belle Dame sans Merci (1893) von J. W. Waterhouse  Neuste Biografie John Keats: A New Life  (2012) von Nicholas Roe
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Avenita Kulturmagazin
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It's s the birthday of Samuel Taylor Coleridge (1772 –1834). What's wrong with this picture? Apart from a detail only Iron Maiden fans will spot, nothing. It's good when rock bands promote poetry. Though we prefer the quieter passages of their interpretation of The Rime of the Ancient Mariner.

Es ist der Geburtstag des englischen Dichters Samuel Taylor (1772 – 1834) und wir werfen einen Blick auf sein berühmtes, geheimnisvolles Gedicht The Rime of the Ancient Mariner. Es wurde auf Deutsch als Der Alte Seemann übersetzt. Wir haben eine schöne alte Vinyl-LP mit einer Darbietung des Gedichts von Richard Burton, dem guten alten Waliser der eine Liebe für die Dichtkunst hatte. Im englischen Bildtext erlauben wir uns den kleinen Gag, zu fragen: Was stimmt an diesem Bild nicht? Als ob Dichtung und Rockmusik nicht zusammenpassen würden. Ja, Heavy Metal Bands wie Iron Maiden wird manchmal nicht ganz zu Unrecht vorgeworfen, hauptsächlich die düsteren Seiten der menschlichen Existenz zu thematisieren. Aber haargenau diesen Vorwurf könnte man Samuel Taylor Coleridge und nicht wenigen anderen Dichtern des 18. und 19. Jahrhunderts machen. Sein Gedicht über den Seemann der von einem Fluch verfolgt wird, ist nicht nur düster sondern streckenweise von groteskem, fast psychedelischem Horror geprägt. Es gibt Theorien dass Coleridges Opiumabhängigkeit etwas damit zu tun hatte. Da uns von der Band Iron Maiden keine Drogengeschichten bekannt sind, ist es also durchaus möglich dass Samuel Taylor Coleridge die eine oder andere Rockband in den Bad Boy Hitlisten übertrifft. Nicht dass wir das empfehlen. Aber wenn wir uns den Burschen so ansehen, passt er vom Haarschnitt her eigentlich zu diesen Typen die man bei Heavy Metal Festivals sieht. Zeit, mal wieder zum Frisör zu gehen! Hören wir uns, bevor wir auf den Inhalt des Gedichts eingehen, einfach mal an was Iron Maiden daraus gemacht hat. Das Gedicht vorzulesen, dauert etwa 30 Minuten. Iron Maiden haben daraus ein 13 min. Lied gemacht. Dabei den Text nicht übernommen sondern nacherzählt und komprimiert. Wir komprimieren auch und wählen eine Passage vom 2. Teil des Iron Maiden Lieds und hören danach Richard Burtons Lesung von den Gedichtpassagen die, mehr oder weniger, Vorlage für Maidens Liedtext waren.

The curse it lives on in their eyes
The mariner wished he’d die
Along with the sea creatures
But they lived on, so did he
.
And by the light of the moon
He prays for their beauty not doom
With heart he blesses them
God’s creatures all of them too.
.
Then the spell starts to break
The albatross falls from his neck
Sinks down like lead into the sea
Then down in falls comes the rain.
So weit die Textpassage die wir uns ansehen, dann folgen ca. 2:30 min. an Gitarrensolos. Um den Faden nicht zu verlieren, gehen wir erstmal zur Darbietung des Coleridge-Gedichts. Es hat eine Rahmengeschichte: Der Alte Seeman trifft anfamgs einen Mann der gerade zum Besuch einer Hochzeit geht und hält ihn dazu an, sich erst seine Geschichte anzuhören. Was er bisher davon gehört hat, über eine Reise bei der der Ancient Mariner einen gutmütigen Albatross der das Schiff begleitet hatte, abschoss und damit Unglück und Desaster über die Mannschaft brachte, hat dem Zuhörer Angst gemacht und er sagt:
“I fear thee, ancient mariner!
I fear thy skinny hand!
And thou art long, and lank, and brown,
As is the ribbed sea-sand.
.
I fear thee and thy glittering eye,
And thy skinny hand, so brown.” –
“Fear not, fear not, thou wedding-guest!
This body dropped not down.
Der Ancient Mariner sagt, hab keine Angst, ich blieb am Leben, und erzählt weiter. Mit der Stimme von Richard Burton. Er beschreibt in den folgenden Strophen wie er allein mit ansehen musste wie die anderen zweihundert Seeleute qualvoll an Verdurstung starben, als sie nach dem Tod des Albatrosses in eine lange Windflaute auf dem Ozean gerieten. Das erfahren wir in vorherigen Teilen des Gedichts. Aber jetzt ist das Schiff von rätselhaften Seeschlangen umgeben, sea creatures im obigen Iron Maiden Text und ‘a thousand slimy things’ bei Coleridge. Diese Kreaturen scheinen von einem Geist
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It's the birthday of the poet Alfred Tennyson (1809 – 1892)

Es ist der Geburtstag des englischen Dichters Alfred Tennyson (1809 -1892). Ein Gedicht von ihm das wir sehr mögen, ist The Lady of Shalott. Wir sind bei einer früheren Gelegenheit auf die mythischen Aspekte des Gedichts eingegangen, die Sagen um König Artus, Camelot und Lancelot. Die Lady of Shalott lebt auf einer Insel im Fluss, wo sie in einem einsamen Turmzimmer am Webstuhl Bilder von der Außenwelt herstellt. Diese Welt kann sie aber nicht direkt, sondern nur im Spiegel betrachten, sonst muss sie sterben. Als sie eines Tages nicht widerstehen kann, Ritter Lancelot in echt, vom Fenster aus anzusehen, zerbricht der Spiegel: ‘The mirror crack’d from side to side’ – und ein Fluch nimmt seinen Lauf. Die Lady geht zum Sterben in ihr Boot, singt ihr letztes Lied, dies ist die Szene im unteren Gemälde von J. W. Waterhouse, und läßt sich vom Fluss nach Camelot tragen, wo Lancelot die schöne Tote findet. Wir hatten bei einer vorherigen Gelegenheit versucht zu ergründen ob die Wurzeln der Figur Lady of Shalott, über mittelalterliche Romantik hinaus, noch tiefer in die Vergangenheit zurückreichen? Dabei meinten wir, in der Lady of Shalott Ähnlichkeiten zu alten europäischen Sagen von den Nornen zu sehen. Zumindest in der Art, wie schicksalshafte Fäden gesponnen, bzw. gewebt werden. Auch das mythische Element von Göttinen die durch Liebesbeziehungen mit sterblichen Männern ihre eigene Unsterblichkeit verlieren, schien sich in der Lady von Shalott zu spiegeln. Wir wollten heute versuchen, der Figur eine modernere Interpretation abzugewinnen. Aber nicht bevor wir auf ein schönes Lied hinweisen das jemand aus diesem Gedicht gemacht hat.

The Lady of Shalott

On either side the river lie
Long fields of barley and of rye,
That clothe the wold and meet the sky;
And through the field the road runs by
To many-towered Camelot;
And up and down the people go,
Gazing where the lilies blow
Round an island there below,
The island of Shalott.

Wir zitieren hier nur die erste Strophe von Tennysons The Lady of Shalott (1842), weitere zwölf von insgesamt neunzehn, sind hier in dem Lied von Loreena McKennitt zu hören und mitzulesen.

His poem 'The Lady of Shalott' inspired many other works, like this painting by J. W. Waterhouse from the year 1888.

Vielleicht ist das Motiv von dem Menschen der, wie die Lady of Shalott, in einer Welt lebt in der das Bild von der Wirklichkeit eine viel stärkere Rolle spielt als die Wirklichkeit, etwas das wir selber kennen: In einem positiven Kontext könnte man Kunst, Literatur, Film, Theater und Internet als ein Abbild oder eine Abstraktion der Wirklichkeit ansehen. Die Fähigkeit zur Abstraktion, die sich schon in uralten Höhlengemälden erkennen läßt, ist ja eins der wesentlichen Merkmale des menschlichen Bewusstseins, etwas das weder Tiere noch Maschinen bisher erreicht haben. Heute gibt es riesige Vorteile, aber auch Schattenseiten in unserer Fähigkeit das Leben zunehmend in virtuellen Welten, wie TV, Celebrity Culture, Internet & Social Media zu betrachten und zu verbringen. Aber könnte der heutige Stellenwert vom Abbild der Wirklichkeit so tragische Folgen haben wie bei der Lady von Shalott? Es lief hier gestern in den spanischen Nachrichten ein Bericht zum 50. Todestags von Marilyn Monroe (1926 -1962), und als wir
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On the birthday of John Masefield (1878-1967) we look at his poem 'Sea-Fever' and listen to a song inspired by it

Wenn man selber nahe der Küste lebt, in unserem Fall ist es die andalusische Costa del Sol, hat man zu Gedichten und Liedern übers Meer einen besonderen Draht. Das Gedicht Sea-Fever gefällt uns und wir haben zusätzlich eine schöne musikalische Darbietung davon gefunden. Der britische Dichter John Masefield (1878-1967) dessen Geburtstag heute ist, hatte als junger Mann ein ziemlich abenteuerliches Leben, fuhr zur See, schlug sich mit allen möglichen Jobs, u. a. in Teppichfabriken in Amerika durch, und veröffentlichte dann im Alter von 24 Jahren seinen ersten Gedichtband, Salt-Water Ballads (1902). Daraus stammt auch das Gedicht Sea-Fever. Masefield wurde bekannt und beliebt. Er schrieb viel, auch Romane und Kinderbücher, und wurde schließlich im Jahr 1930 zum poet laureate, zum herausragendsten Dichter Englands ernannt. Natürlich kann man Gedichte sehr gut ohne Musik genießen, aber wir mögen es, wenn künstlerische Werke im Laufe der Zeit neue Blickwinkel und Facetten bekommen. Hier eine musikalische Darbietung von einem seiner Gedichte

Sea-Fever

I must go down to the seas again, to the lonely sea and the sky,
And all I ask is a tall ship and a star to steer her by,
And the wheel’s kick and the wind’s song and the white sail’s shaking,
And a grey mist on the sea’s face, and a grey dawn breaking.

I must go down to the seas again, for the call of the running tide
Is a wild call and a clear call that may not be denied;
And all I ask is a windy day with the white clouds flying,
And the flung spray and the blown spume, and the sea-gulls crying.

I must go down to the seas again, to the vagrant gypsy life,
To the gull’s way and the whale’s way, where the wind’s like a whetted knife;
And all I ask is a merry yarn from a laughing fellow-rover,
And quiet sleep and a sweet dream when the long trick’s over.

Aus manchen Romanen werden starke Filme. Und manche Gedichte inspirieren schöne Lieder. Nicht aus reinem Zufall, sondern weil manche Gedichte einen starken inneren Rhythmus haben, aus dem sich wiederum Melodien entwickeln lassen. Was uns an der Darbietung von der Sängerin Kris Delmhorst gefällt, ist dass hier Masefields über 100 Jahre alte Worte nicht von Musik und Stimme überschwemmt, sondern nur sanft eingerahmt werden.

 

On the birthday of the painter and poet Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) we listen to a rendition of his poem 'Silent Noon' with wonderful music from Ralph Vaughan Williams

Am Geburtstag des Malers und Dichters Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) ein Blick auf eins seiner schönsten Gedichte. Rossettis Silent Noon erhält eine zusätzliche Dimension durch die Vertonung mit der Musik von Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Die Musik ist aus dem Jahr 1902. Das Gedicht, das Rossetti im Jahr 1870 schrieb, ist die Beschreibung eines idylischen Sommertags den zwei Liebende auf einer Blumenwiese verbringen. Wobei erst in der letzten Zeile, beim Wechsel zur Vergangenheitsform, klar wird dass all dies nicht vor kurzem geschah, sondern schon lange her ist. In Hinblick auf die zum Teil tragische Lebensgeschichte von Gabriel Rossetti, ein Engländer dessen Vater aus Italien kam, wirkt die letze Zeile signifikant. Das Gedicht ist ein Rückblick auf die Beziehung zwischen Rossetti und dem Viktorianischen Supermodel Lizzie Siddal, die in vielen Gemálden jener Epoche zu sehen ist, z. B. auch in Ophelia (1852) von John Everett Millais. Um diese Zeit, in 1852, wurden Siddal und Rossetti ein Paar. Sie lebten für 10 Jahre zusammen, heirateten aber erst 1862, als Lizzie aufgrund ihrer Opiumabhängigkeit schon dem Tode nah war. Rossetti und Siddal waren mehr oder weniger das Viktorianische Äquivalent von den Rockstars der 60er und 70er Jahre – nur 100 Jahre früher.
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