Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Sprache

March 20 is International French Language Day. This guy's done a lot to promote the language. We found the 1961 single Il Faut Savoir, which was a big hit for Charles Aznavour. He's 90 years old, still playing live, for instance in Spain this year

Der Mann ist 90, tritt immer noch auf. Er zählt im Lied eine Liste von Dingen auf die man lernen sollte: Eine verlorene Liebe hinter sich zu lassen, seine Würde zu behalten, in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit zu schauen…kann aber seinem eigenen Rat letztendlich selber nicht folgen. Weil er die Person die er verlor, immer noch zu sehr liebt. Siehe YouTube Live-Clip

Il faut savoir encore sourire
Quand le meilleur s’est retiré
Et qu’il ne reste que le pire
Dans une vie bête à pleurer
.
Il faut savoir, coûte que coûte
Garder toute sa dignité
Et malgré ce qu’il nous en coûte
S’en aller sans se retourner
.
Face au destin qui nous désarme
Et devant le bonheur perdu
Il faut savoir cacher ses larmes
Mais moi, mon cœur, je n’ai pas su
.
Il faut savoir quitter la table
Lorsque l’amour est desservi
Sans s’accrocher l’air pitoyable
Mais partir sans faire de bruit
.
Il faut savoir cacher sa peine
Sous le masque de tous les jours
Et retenir les cris de haine
Qui sont les derniers mots d’amour
.
Il faut savoir rester de glace
Et taire un cœur qui meurt déjà
Il faut savoir garder la face
Mais moi, je t’aime trop
.
Mais moi, je ne peux pas
Il faut savoir mais moi
Je ne sais pas…
.

Der 20. März ist Internationaler Tag der Frankophonie: Französisch wird in 77 Ländern und von 274 Millionen Menschen gesprochen. Ich sehe mich jedes Jahr ein paar Tage vor dem 20. März nach einem schönen Lied von einem französischsprachigen Künstler um. Auf dem Gebiet findet man hier an der Costa del Sol eine ganze Menge, denn hier leben Hunderttausende von Leuten aus aller Welt, es ist hier sehr international. Ich  freute mich, obige 1961 Vinyl-Single von dem legendären Barclay Label zu finden. Allein schon die Geschichte von dessen Gründer Eddie Barclay (1921-2005), einem Jazz
Continue reading…

Vanessa Diffenbaugh's novel The Language of Flowers (2011) got us into checking out the Victorian context. One of the main flower growing places were the Isles of Scilly. Flowers came to the mainland in ships (right), in boxes similar to the ones above left. The novel is set in modern times in San Francisco

Mir gefiel die Grundidee des Romans Die verborgene Sprache der Blumen (2011) von Vanessa Diffenbaugh. Links im Bild meine englische Ausgabe. Buch-Trailer am Ende des Blogposts. Die in modernen Zeiten spielende Story dreht sich darum dass Blumen benutzt werden um Menschen geheime Botschaften zu übermitteln. Viele englische Sachbücher zum Thema Floriographie oder Blumensprache stammen aus dem 19. Jahrhundert, aus dem Viktorianischen Zeitalter. Die Indirektheit der Blumensprache passte zur Epoche. Ansatzweise gibt es diese Sprache heute noch. Jemandem rote Rosen zu schenken ist eine Geste die immer noch verstanden wird. Aber solche Botschaften waren damals noch viel subtiler. So konnten Blumen Schüchternheit, Stolz, Trauer, Verschlossenheit, Neuanfang, Ungewissheit und Dutzende anderer Gefühle, Absichten und
Continue reading…

The study of myths, fairy tales and language in general was ideologically tinted in the 19th, 20th century. The national treasure angle, the psychoanalytical angle and others which may have some validity. But the approach using algorithms to analyse these wondrous things seems a good way forward

Textanalysen per Computertechnik an der Universität von Durham haben bisherige Theorien über der Ursprung von Rotkäppchen auf den Kopf gestellt. Während Forscher sich lange einig waren dass die Wurzeln des Märchens deutlich weiter zurückliegen als die Zeiten der Gebrüder Grimm im 19. Jahrhundert und des Franzosen Charles Perrault im 17. Jahrhundert, ging man bislang davon aus dass die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf aus Asien stammte und über die Seidenstraße nach Europa gelangte. Das wäre in der Tat nichts ungewöhnliches, ein Märchen wie Aschenputtel zum Beispiel stammt in seiner ältesten Form erwiesenermaßen aus China. Die Ausbreitung von Märchen, ebenso wie Mythen, ist ein komplexer Prozess der u. a. mit Handelsbeziehungen und Migrationen verbunden ist. Durch die mündliche Überlieferung über Jahrhunderte bekommen Märchen neue Namen, Details und Abläufe verpasst. Aber bestimmte Grundelemente, wie zum Beispiel ‘Tier verstellt sich, um jemanden zu fressen’ bleiben erhalten, wenn auch in abgewandelter Form. So tauchen zum Beispiel Rotkäppchen-Elemente bei dem chinesischen Dichter Huang Zhing in der ‘Geschichte von der Tiger-Großmutter‘ auf. Vielleicht waren Tiger in seiner Gegend gefürchteter als Wölfe, oder was auch immer der Grund für die vielen Varianten von Märchen sein mag. Um die verzweigten geografischen Reisewege der Märchen nachzuvollziehen und die älteste Variante einer Geschichte zu finden, benutzt der Anthropologe Dr. Jamshid Tehrani von Durham University Algorithmen die normalerweise genetische Stammbäume analysieren und phylogenetic analysis genannt werden.

Wer die genauen Einzelheiten dazu lesen will, kann das Link für den englischen Originalartikel am Ende des Blogposts auschecken. Wir verkürzen und kommen zu den Resultaten: Die älteste Form des Märchens vom Rotkäppchen und dem Wolf ist in der Tat die Geschichte vom Wolf und den Sieben Geißlein. Für uns insofern nachvollziehbar als dass hier die List und Verstellung des hungrigen Wolfs eine zentrale Rolle spielt. Die älteste Form dieses Märchens stammt aus dem 1. Jahrhundert, ist also etwa 2000 Jahre alt, und reiste ausnahmsweise mal vom guten alten Europa aus in den Rest der Welt. Die Variante in der anstatt Ziegenkindern ein Menschenkind namens Rotkäppchen auftauchte, entstand gemäß neusten Forschungsergebnissen vor etwa 1000 Jahren Beide Märchen sind im obigen Foto zu sehen, mit unseren alten, glorreich illustrierten Ausgaben vom Ladybird Verlag. Anklicken zum Vergrößern. Wir dachten immer schon dass es sich lohnt die zu sammeln. Und Sie dachten, wir wären einfach nur naiv! Die Erforschung von Märchen, Mythen und Sprache generell hatte im 19. und 20. Jahrhundert eine gewisse ideologische Färbung, zum Beispiel die Sichtweise vom Kulturschatz eines Landes, oder die psychoanalytische Sichtweise und viele andere Ansätze. Persönliche Interpretationen von Kulturgütern beruhen meist auf guten Absichten. Andererseits wirkt eine auf Fakten beruhende Interpretation, wie sie vom Ansatz her an der Durham Universität entwickelt wird, wie eine interessante Alternative zu all den guten Absichten.

 

Ads by Google

 

 

Info  Der Artikel The Phylogeny of Little Red Riding Hood von Jamshid J. Tehrani, University of Durham zu finden unter  http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0078871

Übrigens  Wir sind heute immer noch dabei, alte Märchen weiterzuentwickeln, zum Beispiel in Filmen. Hier ein Trailer für Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond (2011)

Könnte Sie auch interessieren Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz als neues WDR-Hörspiel online

Des Weiteren Peter Høeg: ‘Fräulein Smillas Gespür für Schnee’ als Hörspiel online

Mehr Jugendbuchklassiker: ‘Die Rote Zora’ als Hörspiel online

Und Hermann Hesse: Demian als SWR-Hörspiel online

Avenita Kulturmagazin

 

Could language have evolved from birdsong? There's a relation between birdsong and human language in mythologies. All the more interesting in the light of a research paper from MIT’s Department of Linguistics and Philosophy: The emergence of hierarchical structure in human language

Interessante Neuigkeiten vom Massachusetts Institute of Technology. Eine Forschergruppe vom Department of Linguistics and Philosophy schreibt:

 ’We propose a novel account for the emergence of human language syntax…’

Ein Link zum kompletten und umfangreichen Artikel ist unten auf unserer Info-Leiste. Wir werden vorher eine kurze Zusammenfassung des MIT Artikels versuchen. Das Bild links, stammt natürlich nicht vom MIT, sondern ist eine Anspielung auf die erstaunliche Tatsache dass Verbindungen zwischen der Sprache von Vögeln und der menschlichen Sprache in vielen alten Sagen und Mythologien auftauchen. Am bekanntesten ist vielleicht der Waldvogel der Siegfried berät nachdem dieser den Drachen getötet hat und durch eine versehentliche Berührung mit dem Drachenblut auf einmal die Sprache der Vögel verstehen kann. In diesem Punkt hat sich Wagner in seinem Opernzyklus Der Ring des Nibelungen ziemlich nah an die ursprünglichen isländischen Sagen gehalten. Ähnliche Motive, zum Beispiel Vogelsprache als eine von den Göttern gesandte Hilfe oder Nachricht, tauchen auch in keltischen, griechischen und anderen Mythen auf. Wenn jahrhundertealte Geschichten vage Ähnlichkeiten mit modernen Forschungsthesen haben, beweist das genau genommen garnichts, und das MIT-Team von Shigeru Miyagawa, Robert C. Berwick und Kazuo Okanoya lässt dererlei Dinge natürlich unerwähnt. Der Kern ihrer These beruht, wie wir es verstehen, darauf dass die menschliche Sprache zwei inhaltliche Schichten hat: Einmal,
Continue reading…

Not many films deal with the topic of language. 'My Fair Lady' (1964) does. And it's blooming excellent

Erstaunlicherweise sind in den letzten ein, zwei Jahren in England wieder Kurse für korrekte Aussprache in Mode gekommen. Dabei geht es meist darum, dass Leute mit einen starken regionalen Akzent sich die sog. Received Pronunciation aneignen wollen. In etwa das Äquivalent von Hochdeutsch. Eine Entwicklung die in Deutschland, vermute ich mal, mit Kopfschütteln oder Belustigung betrachtet würde, denn es ist in Deutschland kein Stigma, einen Akzent zu haben. Vielleicht sogar im Gegenteil: Ich schätze, in Bayern wäre es schwer, mit knochentrockenem Hochdeutsch ein hohes politisches Amt zu erreichen. Auch auf überregionaler Ebene sind Akzente kein Hindernis. Viele Bundeskanzler hatten / haben
Continue reading…