There are many thrillers with train scenes. Alfred Hitchcock made good use of them in movies like The 39 Steps, with some good locations in Scotland. We take a look at this and other novels and films on rails. Movie clips included

Wir sind Eisenbahn-Fans, mögen Sendungen wie Eisenbahn-Romantik und auch Krimis & Thriller mit Eisenbahnszenen. Ein Klassiker dieser Art ist der Roman Die 39 Stufen (1915) von John Buchan. Links im Bild, ein Ausschnitt von einem Cover das die Eisenbahnthematik einbezieht. Gleich folgt ein Foto vom kompletten Buch. Eisenbahnszenen eignen sich gut für Filme. Hitchcock war der erste der den Stoff aufgriff und einen Klassiker daraus machte. Es folgten drei weitere Verfilmungen, zuletzt der ziemlich gute BBC-TV-Film The 39 Steps (2008). Es gibt mehrere Hörspiele, u.a. mit Orson Welles und viele Theaterproduktionen, eine davon lief neun Jahre lang, bis 2015 in Londons West End. Nicht schlecht für eine 100 Jahre alte Story. Es folgt ein Blick auf ikonische Eisenbahnszenen in 39 Stufen und anderen Thrillern auf Schienen. Zugfahrten haben das klassische Krimi-Element der geschlossenen Gesellschaft. Auch Bahnhöfe und Brücken haben ein Handlungs-Potential das Hitchcock nutzte. Der zu Unrecht des Mordes verdächtige Richard Hannay flieht in diesem Spionage-Thriller per Zug von Londons St Pancreas Station in die schottischen Moore. Detektive sind ihm auf den Fersen, durchkämmen den Zug. Er entkommt, waghalsig kletternd, als der Zug auf einer Eisenbrücke hält. Hitchcock filmte die Szene auf der schottischen Forth Bridge, die 125 Jahre alt ist und heute noch benutzt wird. Ein weiterer Drehort war der schottische Viadukt Big Water of Fleet der 1861 gebaut und 1965 geschlossen wurde aber bis heute Ausflugsziel für Eisenbahn-Freaks ist. Landschaften die per Eisenbahn durchreist werden, sind ebenfalls ein interessanter Aspekt, im Roman wird Hannays Reise genau beschrieben, er fährt über Leeds bis nach Dumfries. Nimmt von dort einen alten Zug durch die Moore, bis er zu einem einsamen Bahnhof am Berg Cairnsmore of Fleet ankommt, wo der Vorsteher gerade den Garten umgräbt. Die Berg- und Moorlandschaften gehören heute zu den beliebtesten Wandergegenden in Galloway. Autor John Buchan liebte solche Details, nicht zuletzt weil er selber aus Schottland stammte. Die Eisenbahn spielt auch eine Rolle in Alfred Hitchcocks Klassiker Der Fremde im Zug (1951), nach einer Romanvorlage von Patricia Highsmith. Hier kommt die Tatsache ins Spiel dass man im Zug durch Zufall Leuten begegnet. Nicht immer guten. Ein netter Tennisspieler mit  Eheproblemen setzt sich zufällig neben ein Psychopathen der ihn durch seine flinke Beobachtungsgabe innerhalb von 10 Minuten in ein verrücktes ‘Ich morde für dich, und du mordest für mich’ Komplott verwickelt.

Train journeys have a 'locked room' element that was used ingeniously by Agatha Christie. A new cinema adaption of her novel Murder on he Orient-Express (1934), see original cover above, is currently planned by Kenneth Branagh

Die Anfangsszene von Der Fremde im Zug (1951) zeigt wie sich die beiden Männer sich schicksalshaft aufeinander zu bewegen. Gedreht übrigens in einem imposanten alten Bahnhof der 1963 abgerissen wurde, nämlich Pennsylvania Station in New York. Der Film verewigt somit historische Eisenbahnarchitektur. Im Gegensatz zu Patricia Highsmiths Element des Zufalls, beruht Agatha Christies Krimiklassiker Mord im Orient-Express (1934) darauf dass Zugreisen zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten, mit bestimmten Personen stattfinden. Wenn jemand einen Mord beabsichtigt, kann er bestens geplant werden. Dies ist eine von Christies wirklich angsteinflößenden Geschichten. Eine unglaubliche Verschwörung die durch die klaustrophobische Atmosphäre eines Zugs der im Schnee feststeckt noch bizarrer wird. Mir gefiel die angemessen düstere TV-Verfilmung Murder on the Orient Express (2010) mit David Suchet ganz gut. Eine neue Kinoverfilmung von Kenneth Branagh ist in Arbeit – und Orient-Express könnte als Big Budget Verfilmung wahrscheinlich noch ein Stück besser sein. Highsmith und Christie waren subtile Autorinnen, aber die Eisenbahn hat sich auch als Location für frontale Actionfilme bewährt. Eindrucksvolle Eisenbahn-Actionszenen in Express in die Hölle (1985) mit Jon Voight als entflohener Sträfling auf einem Zug im verschneiten Alaska. Der Film verbringt jedoch vorher viel Zeit mit langatmigen und dumpf-brutalen Szenen im Knast. Dagegen ist French Connection (1971) dramaturgisch besser, die 7 Min. lange Szene in der Gene Hackman im Auto die Hochbahn mit dem flüchtigen Drogenmafiosi verfolgt – wobei der Zugfahrer ohnmächtig wird – ist stark gemacht. Im Thriller Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (1974) kommt die von der Außenwelt abgeschotteten Situation einer U-Bahn gut zur Geltung. Profi-Verbrecher nehmen Fahrgäste als Geiseln für Lösegeld. Aber ist vielleicht ein Polizist in Zivil unter den Passagieren? Ich habe den Film, mit eisenbahnspezifischen Details wie den sog. Totmannschalter, als clever und spannend in Erinnerung. Einer der bis dato neusten Eisenbahn-Thriller der mir einfällt ist Transsiberian (2008) mit Woody Harrelson. Hier fragt man sich, warum der Mythos der Transsibirischen Eisenbahn und die Chance, enigmatische Schneelandschaften zu filmen, noch nicht öfter für Thriller genutzt wurde? Der Film hat einiges für sich aber die Hitchcock-haften Ansätze werden gegen Ende über Bord geworfen und groteske Brutalität ersetzt. Sehen wir uns nachfolgend und zum Abschluss für heute eine klassische Eisenbahn-Szene von Alfred Hitchcock die nach 80 Jahren immer noch schwer zu übertreffen ist. Wir wünschen gute Reise!

 

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Agatha Christie: ‘Mord im Orient-Express’ als BBC-Hörspiel von 1992 online Die BBC-Produktion Murder on the Orient Express (1992). Mit John Moffatt (als Hercule Poirot), Sian Phillips (als Princess Dragmiroff), Francesca Annis (Miss Debenham), Joss Ackland (als Mr Ratchett), Frank Windsor (als Pierre Michel), Sylvia Syms (als Mrs Hubbard), Frank Windsor (als Pierre Michel), Andre Maranne (als M. Bouc), Peter Polycarpou (als Dr. Constantine), Desmond Llewellyn (als Masterman), Stephen Hodson (als Colonel Arbuthnot), David Thorpe (als Count Andrenyi), Siriol Jenkins (als Countess Andrenyi), Kate Binchy (als Miss Ohlsson), Lind Polan (als Fräulein Schmidt), Frank Coda (als Foscarelli), James Telfer (aös McQueen), John Church (Hardman), Kevork Malikyan (als Hotel Clerk), Vic Tablian (als Taurus Express Guard). Musik: Michael Haslam. Hörspielbearbeitung: Michael Bakewell. Regie: Enyd Williams. Produktion von 1992. BBC Radio 4

John Buchan: ‘Die 39 Stufen’ als BBC-Hörspiel von 1990 online Das BBC-Hörspiel The Thirty-Nine Steps (2001). Mit David Rintoul (als Richard Hannay), Alexander Morton (als Scudder), Jimmy Chisholm (als Clive), Michael Elder (als Sir Walter Bullivant), Crawford Logan (als Sir Harry), David McKail (Appleton), Sandy Neilson (Sergeant Major), John Shedden (als Frank). Bearbeitung: Peter Buckman. Regie: Patrick Rayner

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