Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Brontë

Shirley (1849) is less known than her novel Jane Eyre, so it's good to have a new BBC Radio dramatisation of this story set in times of industrial unrest. Above, our Wordsworth Classics edition. Spot the Brontë Parsonage sticker. Radio link below

Das neue Hörspiel kann online gehört werden. Link am Ende des Blogposts. Romanvorlage Shirley erschien zwei Jahre nach Jane Eyre (1847), ist jedoch thematisch und stilistisch völlig anders. Es ist ein Industrieroman der Ähnlichkeit mit Elizabeth Gaskells North & South (1855) hat, in der Tat, wir vermuten dass Brontës Freundin Gaskell von Shirley (1849) inspiriert wurde. Charlotte schrieb den Roman zu einer Zeit als eine Wirtschaftsflaute und der Wechsel von einer landwirtschaftlichen zu einer industriellen Gesellschaft zu sozialen Unruhen geführt hatten. Die Romanhandlung spielt allerdings ca. 35 Jahre früher, in 1811 und handelt mitunter von dem Maschinensturm den Textilarbeiter die sog. Luddites, als Protest gegen Fabrikbesitzer unternahmen. Die zunehmende Maschinisierung schaffte Arbeitslosigkeit und gab
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My DVD of Jane Eyre (2011) movie adaptation by Cary Joji Fukunaga. With Michael Fassbender as Rochester and Mia Wasikowska in the title role. I liked it. Best version so far

Es ist die Geschichte von einer jungen Frau die sich aufgrund ihres Selbstwertgefühls allen widrigen Umständen zum Trotz, in der Welt behauptet und ihren Weg findet. Die bisher neuste Verfilmung von Charlotte Brontës Klassiker Jane Eyre (1847) beeindruckt mit Regisseur Cary Fukunagas Aufmerksamkeit für historische Details und auch dadurch dass er die Klischees vermeidet für die solche Verfilmungen anfällig sind, z. B. all zu viele verträumte Blicke, konspirativ-vielsagendes Lächeln und schnulzige Musik. Der Kinofilm Jane Eyre (2011) ist eine insgesamt etwas ernster wirkende Verfilmung als die ebenfalls gute BBC-Fernsehproduktion Jane Eyre (2006). Cary Fukunagas Spielfilm hat nur 2 Stunden Zeit um den 500-Seiten Roman umzusetzen, nicht die 4 Stunden der TV-Serie. Aber er hat diese Begrenzung weitgehend zu seinem Vorteil genutzt. Uns passte es gut dass die Episoden aus Jane Eyres Kindheit, in Form von Flashbacks, etwas gestrafft wurden und nicht wieder in jedem Detail durchgekaut werden mussten. Der Film punktet ebenfalls mit eindrucksvoller Ausstattung: In manchen Szenen trägt Jane-Darstellerin Mia Wasikowska echte 160 Jahre alte Kleidungsstücke, und wenn sie das von Charlotte Brontë erwähnte Buch Bewick’s History of British Birds liest, ist es eine rund zweihundert Jahre alte Originalausgabe von der British Library. Janes Eyres Aquarelle – etwas im Stil von William Blake – die Mr. Rochester im Film begutachtet, wurden von Bildern der jungen Brontë-Geschwister im Brontë Parsonage Museum inspiriert. Cary Fukunaga schafft es sogar, die von Charlotte erwähnte nordenglische Sagenfigur Gytrash kurz als Bild in einem Buch auftreten zu lassen. Die Tatsache dass der Film bei Innenszenen so gut wie keine künstliche Beleuchtung benutzt, sondern das Licht von Kerzen und Kaminfeuern, gibt dem Film ebenfalls etwas Besonderes.

Film locations included White Edge Moor in the Derbyshire Dales. Above, Wasikowska and the house where clergyman St John Rivers lives with his sisters Diana and Mary

Beim Soundtrack wurde auf übertriebene symphonische Untermalung verzichtet und stattdessen die schlichteren Klänge von einem Kammerorchester, einem Piano und einer Geige im Stil von nordenglischer Folksmusik eingesetzt. Neben den von Dario Marianelli komponierten Musik, enthält der Soundtrack auch Pianostücke von Mozart und Beethoven. Besonders freute mich, dass auch ein Lied mit Worten von dem Dichter Lord Byron auftauchte – so wie es auch in der Piano-Szene des Romans vorkommt. Wobei im Film von Blanche Ingram gesungen wird und nicht von Mr. Rochester. Vielleicht hat sich Michael Fassbender geweigert zu singen – aber ansonsten ist er gut in der Rolle. Nicht ganz so viel sarkastisches Grinsen wie sein Vorgänger Toby Stephens. Gut fand ich auch Jamie Bell, der vom Gesicht und Ausdruck her, perfekt den trockenen, korrekten, wohlmeinenden Vikar St. John Rivers spielte. Auch die Drehorte waren eindrucksvoll. St. Johns Haus liegt in den Mooren von White Edge, einer wild-romantischen Wandergegend in Derbyshire, siehe obiges Foto. Als Drehort für das Internat Lowood in dem Jane Eyre aufwächst und eine prägende Freundin in Helen Burns findet, diente Broughton Castle. Und Mr. Rochesters Landsitz Thornfield, mit der schicksalsträchtigen Kapelle, ist in Haddon Hall, das auf eine ca. 1000-jährige Geschichte zurückblickt. Hier spricht Jane Eyre die Zeilen die zu den schönsten Momenten in Charlotte Brontës Roman und den Verfilmungen gehören. Zeilen die ich einfach mal gekürzt und sinngemäß aus dem Englischen übersetze: 
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Die Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë ca. 1834

Während Romane wie Jane Eyre und Wuthering Heights von der Brontë-Schwestern weltberühmt sind, ist über das Privatleben der Familie weniger bekannt. Faszinierend deshalb die Geschichte vom Piano der Brontë-Familie, und auch die Erkenntnisse úber die Musik die im Brontë-Haushalt gespielt wurde. Das Piano hat eine über 160-jährige Geschichte hinter sich und ist erst vor kurzem wieder in Stand gesetzt worden und im alten Pfarrhaus der Familie zu besichtigen. Obwohl die drei Schwestern, und auch ihr Bruder Branwell, musikalisch bewandert waren, scheint Emily Brontë, die Autorin von Wuthering Heights (1847), auf Deutsch Sturmhöhe, die häufigste Klavierspielerin gewesen zu sein. Charlotte Brontë, die Autorin von Jane Eyre, hatte auch Klavier gelernt, konnte aber aufgrund ihrer Sehschwäche schlecht Notenlesen. Anne Brontë, die u. a. Die Herrin von Wildfell Hall schrieb, bevorzugte zu singen. Von Anne existieren handgeschriebene Musiknoten im Brontë Parsonage Museum. Einige Lieder die die Brontës spielten und sangen, tauchen sogar in ihren Romanen auf: So wird in Charlotte Brontës Roman Shirley (1849) das Lied Ye banks and braes o’ bonny Doon erwähnt. Deutsch: Die Ufer des Flusses Doon. Dies spielten die Schwestern auch Zuhause. Die Schwestern mochten den schottischen Dichter Robert Burns und spielten u. a. das berühmte Auld Lang Syne von ihm. Ein beliebter Komponist der Brontës war Joseph Hayden, für den die britische Dichterin Anne Hunter Texte geschrieben hatte: So war z. B. My Mother bids me bind my Hair eins der Hayden-Lieder das die Brontës spielten und sangen. Eins der etwas weniger bekannten Lieder im Brontë-Repertoire war The Battle of Prague von dem recht abenteuerlichen Komponisten Franz Kotzwara (1730 – 1791). Etwas konventioneller vielleicht Charles Wesley (1707–1788) und seine christlche Hymnen, wie O For a Heart to Praise My God.. Das Brontë-Piano, das ca. 1833 / 34 ankam, gibt interessante Hinweise auf das Leben der Familie: Es muss einen hohen Stellenwert für die Brontës gehabt haben, denn
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Wir schreiben gelegentlich mal was auf Englisch und hatten bei dem schon seit Jahren etablierten BrontëBlog angefragt, ob sie einen Artikel von uns veröffentlichen würden – und sie haben’s gemacht. Danke! Wir mögen BrontëBlog. Zum einen weil die Brontë-Schwestern zu unseren absoluten Lieblingsschriftstellerinnen gehören. Zum anderen weil wir Websites mögen die sich auf gewisse Bereiche spezialisieren und darin dann sehr kompetent sind – und das trifft definitiv auf BrontëBlog zu. Neben redaktionseigenen längeren Rezensionen sind hier täglich viele Links und Kommentare zu weltweiten Artikeln und Neuigkeiten über die Brontës und ihre Werke, Verfilmungen etc. Eine echte Goldgrube wenn man sich für die Brontës interessiert. Unser Artikel dort ist ein Fotobericht darüber wie wir die nach den drei Schwestern und Schriftstellerinnen Anne, Emily und Charlotte benannte Straße Calle Hermanas Brontë in Andalusien besuchten – und dort etwas vorfanden was wir nicht erwartet hatten. Außerdem ein ganz nettes Foto von einem kleinen Vogel der angeflogen kam und den Tag für uns perfekt machte. Exklusiv bei BrontëBlog