Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Folk

Suzanne Vega is playing Europe this summer 2015. Above, her album Soltitude Standing (1987) with famous songs like Luka and Tom's Diner. Links below. There are concerts in France, Belgium, Italy, Czech Republic, Norway, England etc.

Die Lady mit Song-Klassikern wie Luka spielt diesen Sommer auch in Frankreich, Belgien etc. Details folgen. Den Stil von Suzanne Vega könnte man auch Folk-Rock oder Folk-Pop nennen. Ihre Stimme und ihre akustische Gitarre sind Mittelpunkt der Musik. Gitarren-Fans könnte interessieren dass sie eine Taylor 514 spielt, hier ein Foto von ihr mit der Gitarre. Die Lieder von Soltitude Standing (1987), links, klingen immer noch gut, haben eine zeitlose Qualität. Vega war nie Superstar, aber sie ist nie verschwunden. Obwohl sie auf ihrer Tour auch Konzerte wie das Isle of Wight Festival spielt, sind Auftritte in in Deutschland, Österreich, Schweiz in kleineren Locations, mit Hunderten eher als Tausenden von Plätzen. Man sollte sich zeitig um Tickets kümmern. Es folgen Infos, Musiktipps & Stories über Lieder
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Guitarist John Renbourn (1944-2015) was a founding member of Pentangle and also recorded many good solo albums. He was the first in Britain to record a 1927 song from Blind Willie Johnson, which was later covered by Led Zeppelin

Der vor Kurzem verstorbene John Renbourn (1944-2015) war unser Lieblingsgitarrist in Sachen Folk und Akustikgitarren. Er war Gründer der legendären Folkrock-Band Pentangle und nahm auch zahlreiche Soloalben auf. Links im Bild, eins das wir als Vinyl-LP haben. Einer der bahnbrechenden Aspekte vom britischen Folk-Revival der 1960er Jahre war dass Bands wie Pentangle und Fairport Convention ein neues Publikum für in Vergessenheit geratene Lieder fanden. Darunter Volkslieder die Hunderte von Jahren alt waren. Viele alte Blues- und Jazz-Kompositionen waren in den 60ern, in Zeiten vor dem Internet und Amazon, ebenso aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden. Selbst unter Sammlern waren alte Bluesaufnahmen in England schwer zu bekommen. Sogar die US-Originalaufnahmen waren selten und konnten nicht wie heute so einfach verbreitet werden. Nachfolgend ein Lied von dem John Renbourn als erster in Europa eine Coverversion aufnahm. Sehr einflussreich. Einer der die Aufnahme hörte, war Jimmy Page der später mit Led Zeppelin eine Hardrock-Version von dem Lied aufnahm. Hier YouTube Clips von den verschiedenen Fassungen
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A new movie of Thomas Hardy's novel Far From The Madding Crowd is coming up. The role of Bathsheba played by Carey Mulligan, above. In it she sings a version of the old folk song Let No man Steal Your Thyme, see link in blogpost. We look at the symbolism of thyme and other plants in the song

Frühling 2015 kommt eine neue Verfilmung vom Roman Am grünen Rand der Welt in die Kinos. Eine der Hauptfiguren ist die schöne Bathsheba Everdene die einen Bauernhof übernimmt und sich gegen die Vorurteile der Männerwelt durchsetzt. Im Film erscheint ein alter Folksong der einen gewissen Bezug zur Handlung hat. Gesungen von Schauspielerin Carey Mulligan, links. Siehe folgenden Trailer mit dem Lied.

Come all you fair and tender girls
That flourish in your prime.
Beware, beware keep your garden fair.
Let no man steal your thyme
.
For when your thyme is past and gone,
He’ll care no more for you,
But all the world may plainly see
How my love slighted me
.
Soweit der Text der im Trailer erscheint. Das Lied ist über 300 Jahre alt, wurde erstmals 1689 dokumentiert. Die Melodie ist so stark dass sie sogar ohne musikalische Begleitung auskommt, siehe erste Strophe. Wie es bei Folksongs oft der Fall ist, existieren viele verschiedenen Textfassungen, meist mit mehr Strophen als obiger kurzer Ausschnitt. Eine Besonderheit von Let No Man Steal Your Thyme ist die Metaphorik von Pflanzen- und Blumen im Lied. Das ist schon im Titel des Lieds der Fall aber neben thyme oder Thymian kommen in weiteren Strophen noch vier andere Pflanzenmetaphern zur Geltung
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Interesting choice of music for the Diana Gabaldon TV adaption Outlander (2014). The text is based on a poem by Robert Louis Stevenson, the music on The Skye Boat Song, a beautiful Scottish folk song. Check the clip. Above, Caitriona Balfe as Claire Randall in the stone circle where it all starts

Die Romanreihe begann mit Feuer und Stein (1991), ist auf Deutsch als Highland-Saga bekannt. Originaltitel ist Outlander. So heißt auch die mehrteilige TV-Verfilmung nach Diana Gabaldon. Outlander (2014) startete gerade im US-Fernsehen. Wir finden das Titellied interessant: Der Text beruht auf einem Gedicht von Robert Louis Stevenson, die Melodie stammt von einem alten schottischen Folksong

The Skye Boat Song

Sing me a song of a lass that is gone,
Say, could that lass be I?
Merry of soul she sailed on a day
Over the sea to Skye.
.
Billow and breeze, islands and seas,
Mountains of rain and sun,
All that was good, all that was fair,
All that was me is gone.
.
Sing me a song of a lass that is gone,
Say, could that lass be I?
Merry of soul she sailed on a day
Over the sea to Skye
.
Oben im Bild, Schauspielerin Caitriona Balfe als Claire Randall in dem Steinkreis wo alles anfängt. Die Prämisse der Story ist dass die Krankenschwester aus dem Jahr 1945 per Zeitreise in das Schottland des 18. Jahrhunderts versetzt wird. Das Jahr ist 1743, es herrscht Bürgerkrieg zwischen Engländern und aufständischen Schotten. Das Volkslied The Skye Boat Song hat einen Bezug dazu
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August 2014 an underwater search tries to find the ships of the 1845 Franklin expedition to the Arctic. The disappearance of ships and crew was a big event 169 years ago. Charles Dickens and Wilkie Collins got involved...folk songs were written about it. Check the version by folk band Pentangle

August 2014 startet eine U-Bootsuche nach zwei Schiffen die seit 169 Jahren verschollen sind. Zu diesem Anlass, die Pentangle Version von einem Folk Song der von dem Desaster handelt. Die sanfte Melodie täuscht etwas darüber hinweg dass die Arktis-Expedition von Franklin und 128 Seeleuten in grauenhaften Umständen endete. Charles Dickens und Wilkie Collins wurden eingeschaltet um den Ruf der Expedition zu retten. Gleich mehr dazu, erst das Lied

Lord Franklin

It was homeward bound one night on the deep
Swinging in my hammock I fell asleep
I dreamed a dream and I thought it true
Concerning Franklin and his gallant crew.
With one hundred seamen he sailed away
To the frozen ocean in the month of May
To seek a passage around the pole
Where we poor seamen do
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It's the birthday of Shirley Collins. She's 79 today and a key figure in folk music. She made research trips with Alan Lomax and recorded with people like Davy Graham and the Albion Band. Today we choose one of her solo recordings, just a five-string banjo and her beautiful voice. Check the clip

Es ist der Geburtstag der Musikerin Shirley Collins die heute 79 wird. Sie ist eine der Schlüsselfiguren der englischen Folk Musik, arbeitete mit Leuten wie Alan Lomax, Davy Graham, Albion Band. Das Bild links beruht auf einem Foto auf dem sie mit ihrem fünfsaitigen Banjo zu sehen ist. Dieses Instrument ist auch ihre einzige Begleitung bei folgendem alten Folk Song über einen Schmied.

A Blacksmith Courted Me

A blacksmith courted me, nine months or better.
And he who gained my heart wrote me a letter.
A Hammer in his hand strikes blows so clever
And if I was with my love, I’d live forever.
.
He talks of going abroad, fighting for strangers,
But he’ll stay at home with me free from dangers
I’m afraid the broiling sun might spoil his beauty,
And if I was with my love, I’d do love’s duty.
.
For when I had gold in store, you did invite me;
But now I’m low and poor, you mean to slight me.
For there is no trusting men, not my own brother,
And it’s girls, if you would love, love one each other.
.
But dry off your brandy tears, and leave off weeping,
For it’s happy we shall be at our next meeting.
.

Der Titel bedeutet Ein Schmied warb um mich. Das Wort blacksmith stammt daher dass Eisen früher blackmetal genannt wurde. Das Lied ist von der Melodie und vom Gesang her sehr schön. Auch wenn das Fazit ist dass Frauen besser mit der Freundschaft von Frauen bedient sind – weil man Männern nicht trauen kann. Nun ja, nach unserem Dafürhalten gibt es Ausnahmen die die Regel bestätigen. Aber dass sich um die Figur des Schmieds Lieder und Legenden ranken, ist nachvollziehbar wenn man bedenkt dass dieser Beruf vor der industriellen Revolution der Mittelpunkt von jedem
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The Cherry-Tree Carol has been recorded by Joan Baez, Emmylou Harris, Jean Ritchie, Shirley Collins & Davy Graham, Mark Lanegan, the folk rock band Pentangle and many others. Recenty also by Sting, whose version we chose for today. We wish readers and their families a happy Christmas

Der englische Folk song The Cherry-Tree Carol wurde gesungen von Joan Baez, Emmylou Harris, Mark Lanegan, der Band Pentangle und vielen anderen. Wir wählen für heute eine solo Liveversion von Sting, der das Lied auf dem Album If On a Winter’s Night…(2009) hatte.

The Cherry-Tree Carol

When Joseph was an old man, an old man was he. He courted Virgin Mary, the Queen of Galilee.

When Joseph and Mary were walking one day, there were apples and cherries so fair to behold.

So Mary said to Joseph so meek and so mild, ‘Joseph, gather me some cherries for I am with child.

Then Joseph  flew in anger, in anger flew he. ‘O, let the father of the baby gather cherries for thee’.

 

Well, the cherry-tree bowed low down, low down to the ground,
And Mary gathered cherries while Joseph stood down.

Now Joseph took Mary all on his right knee,
Crying, “Lord, have mercy for what I have done.”

When Joseph was an old man, an old man was he,
He courted Virgin Mary, the Queen of Galilee.

Kommentar:  Bei dem obigen Live-Clip von Sting ist auffällig – wie bei vielen Volksliedern die Jahrhunderte überdauert haben – dass kaum eine instrumentale Begleitung nötig ist. Sting spielt nicht einmal Akkorde auf seiner Gitarre sondern nur ein paar gezupfte Flageolett-Töne. Diese vermeintlich einfachen Folk songs haben sehr tragfähige, ausgefeilte Melodien. Deshalb konnten die Lieder, zu Zeiten als es weder Radio noch andere alltägliche Medien gab, auch ohne Musikinstrumente gesungen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Lied stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert, hat also schon um die 600 Jahre überlebt. Es geht darum dass Maria und Josef unterwegs an einem Kirschbaum vorbeikommen. Maria sagt zu Josef: Bitte pfllücke mir einige Kirschen denn ich bin schwanger. Daraufhin wird Josef wütend und sagt: Dann lass dir doch von dem Vater des Kindes Kirschen geben! In diesem Moment beugen sich die Äste des Baumes herunter so dass Maria die Kirschen pfücken kann. Daraufhin nimmt Josef die Maria auf seinen Schoß und sagt mit Tränen in den Augen, was habe ich getan? Soweit das Lied. Wir wünschen Lesern und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest.

Info  Ein englischer Wiki-Artikel über den Folk song The Cherry-Tree Carol

 

Folk rock band Steeleye Span are back with a concept album called Wintersmith (2013). It's based on Terry Prachett's fantasy novel of the same name and sounds good. Check the YouTube link for a Wintersmith trailer featuring the band and Sir Terry

Es gibt ein neues Album von der englischen Folkrock Band Steeleye Span. Es ist ein Konzeptalbum namens Wintersmith (2013) und basiert auf dem Fantasy-Roman Der Winterschmied (2006) von Sir Terry Pratchett. Das Buch ist Teil der sog. Scheibenwelt-Romane. Anhand der Zahl von Amazon-Rezensionen hat die umfangreiche Romanreihe die mit Die Farben der Magie (1983) begann, auch in Deutschland eine beträchtliche Fan-Gemeinde. Terry Pratchett ist ein langjähriger Fan von Steeleye Span, er lud die Band für seine 60. Geburtstagfeier ein. Dass Musiker von Fantasy-Romanen inspiriert werden, ist ebenfalls keine Seltenheit. Es begann in den 60er Jahren mit Bands wie Led Zeppelin, deren Lied Ramble On Orte und Figuren von Tollkiens HDR erwähnt. Die Band Steeleye Span wurde 1969 gegründet, hat ähnliche Wurzeln wie Fairport Convention. Auch Leser die Bands wie Pentangle und Jethro Tull mögen, werden Steeleye Span entweder kennen oder musikalisch interessant finden. Ihr neues Lied The Dark Morris geht vom Sound her etwas in Richtung Jethro Tull, ist eine ziemliche rockige, sogar Prog-rockige Variante des Folkrocks. Der Text des Lieds ist der leider nicht online, aber hier ein Teil davon, frei nach Ohr und auschnittweise von uns notiert, so wie wir es heraushören konnten. Nachfolgend im YouTube Trailer zu sehen.
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Lavender is still being harvested this September. It's also our favourite colour, see logo above. We got some pics and music to go with it. Progressive Rock band Marillion included words from the old folk song and nursery rhyme in their hit Lavender. We imagine Victorian street vendors sang about it too

2013 war ein gutes Jahr für Lavendel, durch das gute Wetters selbst in Ländern wie England wo die schönen Sträucher bis in den September geerntet werden. Lavendel ist auch unsere Lieblingsfarbe, siehe obiges Logo. Der Name kommt aus dem Lateinischen lavare, waschen, weil Lavendel von den Römern in Bädern verwendet wurde, und übrigens bis heute Bestandteil von allen möglichen Produkten der Perfümerie ist. Lavendel kommt auch in alten Voksliedern und Kinderreimen vor. Hören Sie, bevor wir uns der Progrock Band Marillion zuwenden, Melodie und Text aus dem 17. Jahrhundert, gesungen von Laura Wright.

Folk song – Lavender’s Blue

Lavender’s blue, dilly dilly,
Lavender’s green
When you are King, dilly dilly,
I shall be Queen…’

Soviel an süßlichen Tönen dass der eine oder andere Leser seinen Bedarf bis ans Jahresende gedeckt haben dürfte. Aber Lavender’s Blue war ja nicht nur ein Volkslied sondern auch ein Kinderlied. Vielleicht ein Reim den Kinder beim Spielen sangen oder der von Müttern als Schlaflied benutzt wurde. In dem folgenden Lied von Marillion wird der Text und ansatzweise auch die Melodie des alten Kinderliedes im Refrain übernommen. Wobei der Vers, also der Anfang des Marilion-Lieds eine komplette und sehr schöne Eigenkomposition von der Band ist. Lavender war damals sogar ein Chart-Hit, ebenso das Album Misplaced Childhood (1985), siehe folgendes recht aufwendiges Video für das Lied 
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50th anniversary of The Freewheelin' Bob Dylan (1963): One of the magical things about the cover is that Bob and Suze look good without trying to. Right down to the clothes and boots they wear. Above all, the album sounds amazing

Dieses Jahr ist das 50. Jubiläum von The Freewheelin’ Bob Dylan (1963), ein Album mit dem Dylan das Folk-Genre in neue künstlerische und politische Sphären katapultierte. Heutzutage erzielen einige seltene LP-Ausgaben tatsächlich Zehntausende von Dollar, gleich mehr dazu. Allein das Cover ist eins der ikonischsten der Musikgeschichte. Es taucht in dem Film Vanilla Sky (2001) auf, wird dort in der Tat von Tom Cruise und Penélope Cruz exakt nachgestellt, inklusive VW-Bus. Wer mal in New York ist, kann das in der dortigen Jones Street übrigens selber tun: Verkehr stoppen, Entschuldigung Herr Wachtmeister…Dylan-Hommage! Das Magische an dem Cover ist dass die beiden gut aussehen ohne es besonders darauf anzulegen. Es wirkt sehr natürlich, und sehr glücklich. Selbst die Klamotten die Bob und Suze tragen sehen gut aus. Selbst heute noch. Die Dame im Bid ist leider vor Kurzem verstorben. Suze Rotolo (1943-2011) war eine von Dylans großen Lieben, das hat der ansonsten eher verschwiegene Mann selber angedeutet. Die Künstlerin hat vor ihrem Tod das Buch A Freewheelin’ Time: A Memoir of Greenwich Village in the Sixties (2009) veröffentlicht und schreibt darin über die damalige Zeit, als das Künstlerviertel Greenwich Village mit seinen Cafés, Folkclubs, Dichtern und Musikern ein einflussreicher kultureller Brennpunkt war. Die damals entstehende Symbiose von Kunst und Politik verdeutlicht das Lied Masters of War, hier ein YouTube-Clip.

Wer sind die ‘Masters of War‘eigentlich? Ich muss dabei unwillkürlich an den Waffenhändler Richard Roper in John le Carrés Roman Der Nachtmanager denken. Dylan erwähnt im Lied allerdings spezifisch die Hersteller von Waffen. Man könnte hier, in Bezug auf die Textzeilen ‘Come you masters of war You that build the big guns, You that build the death planes, You that build all the bombs…’ den oberschlauen Kritiker spielen und sagen dass Kriege nicht ausschließlich von Waffenherstellern angezettelt werden. Es ist komplexer, es gibt u. a. historische, religiöse und wirtschaftliche Gründe für Kriege. Aber wenn man bedenkt dass es Tretminen gibt, oder zumindest gab, die absichtlich wie Kinderspielzeug aussehen, wird klar dass 
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New song 'Ohio' by Patty Griffin & Robert Plant: Looking at the lyrics, we couldn't help thinking of something like Eliza's escape across the Ohio River in the Harriet Beecher Stowe novel. Just an idea, of course. Songs can mean many things. Pic above is from us, not from the album American Kid (2013)

Auf American Kid (2013), von Patty Griffin sind zwei Lieder mit Robert Plant. Der Led Zeppelin Sänger arbeitete auf seinem Soloalbum Band of Joy (2010) mit Patty, die damals Backing Vocals sang. Ein näherer Blick auf das neue Lied

Ohio

Meet me in the evening where the river is low
Meet me on the waters of the Ohio
No lines, no lines
The river is a river not a line
My blood is the water and it’s darker and deeper than time

If the hounds are howling and you cannot hide
My friend I will meet you on the other side
No lines, no lines
The river is a river not a line
My love is the water and it’s stronger and deeper than time

Meet me ‘neath the moon under the singing tree
If you are the first stay there and wait for me
If no one comes by morning and the sun is rising red
If no one comes by morning please forgive me my friend
For I am dead

Unser Kommentar  Man kann Liedern verschiedene Deutungen abgewinnen, sicher auch diesem. Aber einige Textstellen von Ohio erinnern uns persönlich an einen weltberühmten Roman den wir als Kinder gelesen haben. Ohio ist ein amerikanischer Bundesstaat sowohl als auch ein Fluss der die Grenze zwischen sechs Bundesstaaten bildet. Im Lied deuten Textstellen wie ‘If the hounds are howling and you cannot hide, My friend I will meet you on the other side‘, darauf hin dass es sich nicht nur um eine Überquerung sondern um eine Flucht über den Ohio handelt. Anhand der
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The Irish folk song 'She Moved Through the Fair' has been covered by countless musicians. The melody was also used in a long running beer commercial, featuring the Wiehltalsperre, above, on German TV, with music from Simple Minds

Folk Songs kommen ganz gut ohne Erklärungen aus, das beweist allein die Tatsache dass sie nach 100 Jahren oder mehr noch bekannt sind. Es macht dennoch Spaß wenn man auf Dinge stößt die vielleicht eine kleine Verbindung zum eigenen Umfeld oder zur heutigen Zeit herstellen. Gleich mehr dazu, hier erst mal ein sehr bekanntes und sehr schönes irisches Volkslied, gesungen von Loreena McKennitt:

She Moved Through the Fair

My young love said to me,
My mother won’t mind
And my father won’t slight you
For your lack of kine.
And she laid her hand on me
And this she did say:
It will not be long, Love,
Till our wedding day.
.
As she stepped away from me
And she moved through the fair
And fondly I watched her
Move here and move there.
And then she made her way homeward,
With one star awake,
As the swan in the evening
Moved over the lake.
.
I dreamed last night
That my true love came in
So softly she came
That her feet made no din,
She stepped up to me
And his she did say,
It will not be long love,
‘Til our wedding day.

Der Titel des Lieds bedeutet in etwa Ich sah sie über den Markt gehen. ein einfacher Satz der aber auf prägnante Weise das Bild vom einem ländlichen Hintergrund schafft. Dass es hier um eine Fair im Sinne einer Landwirtschaftsmesse geht, wird auch dadurch angedeutet dass die Frau dem Mann versichert dass ihre Eltern ihn nicht wegen seines Mangels an Vieh (‘lack of kine‘) abweisen werden. Sie legt ihre Hand auf ihn und sagt: Es wird nicht mehr lange bis zu unserem Hochzeitstag dauern. Dann geht sie weiter, der Mann sieht wie sie über den Markt geht. Er verfolgt sie mit seinem Blick bis sie nach Hause geht. Seine Liebesgefühle für sie beschreibt er  mit den Worten dass sie sich wie ein Schwan über einen See bewegte. In der dritten Strophe sagt der Mann dass er letzte Nacht träumte dass diese Frau, seine wahre Liebe, noch einmal zu ihm kam und ihm noch einmal sagte dass bald ihre Hochzeit sein würde, aber diesmal scheint sie der Geist der jungen, und mittlerweile verstorbenen Frau zu sein.
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Hey, Mrs. Tambourine Lady: Singer and songwriter Sandy Denny (1947- 1978) was in Fairport Convention, in Fotheringay and a solo artist as well. On her birthday we look at the songs she played and recorded by one Mr. Bob Dylan - who we've seen in concert here in Andalusia a few years ago

Sie ist unter Folkrock-Fans als Solokünstlerin bekannt und als ehemalige Sängerin der Gruppen Fairport Convention und Fotheringay. Sandy Denny (1947- 1978) schrieb schöne Lieder wie Who knows where the Time goes und viele andere. Aber durch ihre gesamte, leider viel zu kurze Karriere sang sie auch eine ganze Reihe von Dylan-Liedern. Mitte der 60er Jahre, als Sandy um die achtzehn war und eine Ausbildung als Krankenschwester machte, hatte Bob Dylans Musik sie inspiriert, Gitarre zu lernen, zu singen und selber Lieder zu schreiben. Sandy trat anfangs solo in kleinen Folkclubs in und um London auf, wo ihre Stimme und markante Persönlichkeit Aufmerksamkeit fand. Im Jahr 1968 wurde sie Mitglied von Fairport Convention und nahm mit der Band drei Alben auf die als Folkrock-Klassiker gelten, in vieler Hinsicht sogar als Begründer des Genres, zumindest in England. Auf ihren frühsten Aufnahmen klingt sie etwas wie Joan Baez, einer Sängerin die damals mit Dylan spielte und zeitweise auch liiert war. Wir wollten an ihrem Geburtstag versuchen die meisten von Sandys Dylan-Liedern ausfindig zu machen. Manche davon gibt es nur als Liveversionen, nicht unbedingt in besonderer Klangqualität. Selbst bei Studioaufnahmen wurden viele der Cover, wie damals üblich, ziemlich spontan und schnell eingespielt, hauptsächlich zum Spaß und ohne ausgefeilte Produktion. Einige davon sind im Prinzip Demos die es damals nicht auf die begrenzte Länge von LP-Veröffentlichungen schafften und erst später als Bonus Tracks und Radiosessions veröffentlicht wurden. Demgemäß ist einiges davon nicht unbedingt besser als Dylans Originale, aber der Mann ist ohnehin nicht leicht zu übertrumpfen. Andererseits nahmen Sandy Denny und Fairport hauptsächlich unbekanntere Lieder von Dylan auf. Lieder die teils nicht auf den damaligen Studio-LPs erschienen sondern erst Jahre später auf Kompilationen veröffentlicht wurden. Eins das uns besonders gefällt ist Percy’s Song, hier eine Fassung von Sandy und Fairport. Dylan hatte das Lied ursprünglich für die Sessions von The Times They Are A-Changin’ (1964) aufgenommen, es aber nicht für das Album verwendet. Als offizielle Dylan-Veröffentlichung erschien es erst in den 80er Jahren auf seinem Kompilations-Album Biograph (1985), hier ist eine alte Dylan-Fassung. Percy’s Song beruht zum Teil, wie es bei Dylan hin und wieder der Fall ist, auf alten Volksliedern wie The Wind and Rain, hier eine irische Fassung. Aber diese Form von Adaption ist in Folkmusik üblich. Dylans Text handelt von einem 
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We found an old postcard of the Dartmoor village Widecombe-in-the-Moor with a mention of the folk song 'Widecombe Fair'. There are many jokey versions, by the King's Singers etc. But we also like how the band Show of Hands has taken the legend and reinvented it as a mournful ballad. Links below

Wir sammeln alte Fotos und Postkarten zu Themen die uns interessieren. Dabei trifft man manchmal auf Verbindungen auf die man ansonsten vielleicht nicht gekommen wäre. Die Karte links ist von dem idyllischen Dorf Widecombe-in-the-Moor in Devon. Das Dorf liegt in Dartmoor und auf der Rückseite der alten Karte steht dass es seine Bekanntheit mitunter dem englischen Volkslied ‘Widecombe Fair’ verdankt. Das hat uns als Folk-Fans natürlich interessiert. In dem Dorf gibt es eine Landwirtschaftsmesse die jährlich viele Besucher anlockt, denn auf dieser jahrhundertealten Messe gibt es neben den zahlreichen Schafen und Dartmoor-Ponys mittlerweile auch viele andere traditionelle Produkte, Handwerke und Spiel- und Sportarten aus der Region zu sehen. Diese Messe heißt Widecombe Fair und das ist auch der Name des Volkslieds. Das Wort fair kommt in vielen englischen Volksliedern vor, man denke an She moved through the Fair oder das weltberühmte Scarborough Fair. Solche Messen waren früher für die Landbevölkerung wichtige Events: Man traf viele Leute, konnte Geld verdienen und es gab Unterhaltung. In dem Lied Widecombe Fair geht es um eine Gruppe von Männern auf dem Weg zu dieser Messe. Das Lied klingt, mit seiner wiederholten Aneinanderreihung von den Namen der Männner auf Anhieb witzig, bekommt aber am Ende eine traurige und sogar geisterhafte Komponente. Die sechsköpfige Truppe hat sich von einem Wirt namens Tom Pierce ein Pferd geliehen um damit nach Widecombe Fair zu kommen. Sie versprechen, das Pferd zwei Tage später zurückzubringen. Als sie nicht wiederkehren, zieht Tom Pierce los und findet heraus dass die jungen Männer das Pferd zu Tode geritten haben. Daraufhin setzt sich Tom auf einen Stein und weint. Der Name Tom Pierce ist übrigens einer von mehreren alternativen Titeln des Lieds. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte, nämlich später als die Männer mittlerweile tot sind, geistert die graue Stute weiter durch die Moore von Dartmoor und ebenso – wie es das Wiederholungsmuster des Liedes bewirkt – die Männer. Wir müssen gestehen dass der joviale Ton der traditionellen Musik von Widecombe Fair für uns nicht zu so gut zu der traurigen Thematik von dem geschundenen Pferd passt. Aber dieser merkwürdige Kontrast kommt bei Volksliedern, die nicht selten von Unglücken und Mord und Totschlag handeln, ziemlich oft vor. Insofern ist die Interpretation von Steeleye Spans Tim Hart ziemlich authentisch. Aber eine Variante des Liedes die uns besser gefällt ist Widdecombe Fair von Show of Hands. Die englische Folk-Band, siehe YouTube Clip, hat das Lied als eine Art Prequel zur alten Version neu erfunden. Ohne das arme Pferd, und mit Musik die gut zu Dartmoors sagenumwobenen Landschaften passt. 
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Sandy Denny: Unsere Buchausgabe von Clinton Heylins exzellenter Biografie 'No More Sad Refrains' (2000)

Die Sängerin und Komponistin Sandy Denny kam am 6. Januar 1947 auf die Welt. Heute  wäre ihr 65. Geburtstag. Wenn sie nicht 1978 im Alter von 31 Jahren gestorben wäre. Sandy Stimme und ihre Lieder, solo und mit Fairport Convention (schöner Video-Clip) und mit Fotheringay, werden von so gut wie jedem in der Musikwelt verehrt, u. a. von Led Zeppelin, auf deren Lied Battle of Evermore Sandy (ab 0:48) sang. Während es immer traurig ist wenn Leute jung sterben, beruht Sandys Verehrung weniger auf Sentimentalität als auf den vielen Stunden ihrer schönen Musik, die mit jedem Jahrzehnt besser klingt. Bei außergewöhnlichen Talenten fragt man sich oft: Woher und warum? Die Sandy Denny Biografie No More Sad Refrains (2000) von Clinton Heylin wirft einiges Licht auf solche Fragen. Sandys voller Name, Alexandra Elene MacLean Denny, beruht darauf dass ihre Großmutter väterlicherseits darauf bestand, dass ihr keltischer Familienname MacLean von Generations zu Generation weitergeführt würde. Großmutter Mary war stolz darauf, vom Clan der MacLeans of Douart, von der Isle of Mull zu stammen. Die 1879 geborene Dame war eine Balladensängerin die Gälisch sprach und alte Lieder wie Fhir A Bhata und Grey Selchie of Sule Skerry sang. Spezifisches Liedgut der Orkney- und Shetland Inseln. Orte die nachweislich eine der ältesten Kulturen der Britischen Inseln beheimateten. Aber dies ist keineswegs die einzige interessante Spur die Heylin verfolgt. Unbestreitbar spielte die Folk-Szene Mitte der 60er Jahre in London, wo Sandy damals als Krankenschwester arbeitete, eine starke Rolle. Clinton Heylin präsentiert, anhand von Interviews mit Musikern dieser Szene, wie Bert Jansch, John Renbourn u. v. a, ein faszinierendes Bild von diesen Zeiten: Orte wie die Kommune in Hampsteads Somali Road, legendäre Folkclubs wie Les Cousins in Soho, das Hausboot The Barge auf der Themse, Bunjies, der Troubador Club in Earls Court, The Scots Hoose in Cambridge Circus…und auch für uns bis dato weniger bekannte Clubs wie The Horse Shoe in Tottenhams Court. Das Buch von Clinton Heylin (geb. 1960), der auch Bücher über Bob Dylan und Van Morrison veröffentlicht hat, ist eine Goldmine für Folk-Fans. 
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Als wir vor kurzem von Bert Janschs Tod erfuhren, schweiften die Erinnerungen zurück zu Abenden an Kaminfeuern an denen die Folkrockband Pentangle, der perfekte Soundtrack für kalte Winternächte zu sein schien. Bert Jansch war stilprägend für Pentangle, nicht nur durch seine markante auf ‘Fingerpicking’ (also dem Zupfen der Saiten anstatt dem Anschlagen von Akkorden) beruhende Gitarrentechnik, sondern auch weil er auf vielen Liedern sang. Ein schönes Beispiel fürs Janschs Stimme mit Pentangle ist I Loved A Lass, ein über 300 Jahre altes Volkslied über die Verzweiflung dass die vermeintliche Liebste einen anderen geheiratet hat. Eine gute Informationsquelle zu dem zeitlebens öffentlichkeitsscheuen Schotten ist die Biografie ‘Dazzling Stranger: Bert Jansch and the British Folk and Blues Revival‘ (2006) von Colin Harper (siehe Buch ist oben rechts). Im Vorwort beschreibt Smiths-Gitarrist Johnny Marr wie er als 14-jähriger in Manchester von einem Freund über eine Folkband namens Pentangle hörte. Johnny, zu dem Zeitpunkt kein besonderer Folk-Fan, war beeindruckt von der Art wie Pentangle Elemente von Folk, Jazz und Blues zu einem neuen, magischen Klang formten. Im Laufe der Jahre lernte Johnny den ehemaligen Pentangle-Gitarristen Bert Jansch persönlich kennen und spielte mit ihm auf der Bühne, im Studio und, wie er schreibt, an so manchem Küchentisch. Das gute an Colin Harpers Buch ist dass man hier nicht nur viel über Bert Jansch und Pentangle erfährt 
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