Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Folk

Guitarist John Renbourn (1944-2015) was a founding member of Pentangle and also recorded many good solo albums. He was the first in Britain to record a 1927 song from Blind Willie Johnson, which was later covered by Led Zeppelin

Der vor Kurzem verstorbene John Renbourn (1944-2015) war unser Lieblingsgitarrist in Sachen Folk und Akustikgitarren. Er war Gründer der legendären Folkrock-Band Pentangle und nahm auch zahlreiche Soloalben auf. Links im Bild, eins das wir als Vinyl-LP haben. Einer der bahnbrechenden Aspekte vom britischen Folk-Revival der 1960er Jahre war dass Bands wie Pentangle und Fairport Convention ein neues Publikum für in Vergessenheit geratene Lieder fanden. Darunter Volkslieder die Hunderte von Jahren alt waren. Viele alte Blues- und Jazz-Kompositionen waren in den 60ern, in Zeiten vor dem Internet und Amazon, ebenso aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden. Selbst unter Sammlern waren alte Bluesaufnahmen in England schwer zu bekommen. Sogar die US-Originalaufnahmen waren selten und konnten nicht wie heute so einfach verbreitet werden. Nachfolgend ein Lied von dem John Renbourn als erster in Europa eine Coverversion aufnahm. Sehr einflussreich. Einer der die Aufnahme hörte, war Jimmy Page der später mit Led Zeppelin eine Hardrock-Version von dem Lied aufnahm. Hier YouTube Clips von den verschiedenen Fassungen
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It's the birthday of Arlo Guthrie, writer of beautiful folk and country songs like Darkest Hour, Massachusetts, Gabriel's Mother's Highway Ballad...and of course that 18 min. song from Alice's Restaurant (1967). The song also inspired the 1969 hippie film in which Arlo, son of Woody Guthrie starred

Es ist der Geburtstag von Arlo Guthrie, der in Woodstock auftrat und schöne Folk und Country Lieder wie Darkest Hour, Massachusetts und Gabriel’s Mother’s Highway Ballad geschrieben hat. Auch seine Coverversionen von Liedern wie City of New Orleans sind gut. Unsere Eltern hatten das Album Washington County (1970) auf dessen Cover der junge Guthrie mit einem Schleifstein eine Axt schärft. Solche Sachen findet man als Kind interessant. Irgendwann sahen wir dann auch mal den kultigen Hippy-Film Alice’s Restaurant (1969), Trailer am Ende des Blogposts, in dem Arlo Guthrie einer der Hauptschauspieler ist. Der Film beruht in der Tat auf einem 18 min. langen Lied von Arlo Guthries Debütalbum. Am Ende des Posts folgt eine Interview mit Arlo Guthrie, in dem er über die Story von Alice’s Restaurant spricht. Links im Bild, unsere Vinyl-LP . Schönes Foto, gutes Cover
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It's the birthday of Shirley Collins. She's 79 today and a key figure in folk music. She made research trips with Alan Lomax and recorded with people like Davy Graham and the Albion Band. Today we choose one of her solo recordings, just a five-string banjo and her beautiful voice. Check the clip

Es ist der Geburtstag der Musikerin Shirley Collins die heute 79 wird. Sie ist eine der Schlüsselfiguren der englischen Folk Musik, arbeitete mit Leuten wie Alan Lomax, Davy Graham, Albion Band. Das Bild links beruht auf einem Foto auf dem sie mit ihrem fünfsaitigen Banjo zu sehen ist. Dieses Instrument ist auch ihre einzige Begleitung bei folgendem alten Folk Song über einen Schmied.

A Blacksmith Courted Me

A blacksmith courted me, nine months or better.
And he who gained my heart wrote me a letter.
A Hammer in his hand strikes blows so clever
And if I was with my love, I’d live forever.
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He talks of going abroad, fighting for strangers,
But he’ll stay at home with me free from dangers
I’m afraid the broiling sun might spoil his beauty,
And if I was with my love, I’d do love’s duty.
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For when I had gold in store, you did invite me;
But now I’m low and poor, you mean to slight me.
For there is no trusting men, not my own brother,
And it’s girls, if you would love, love one each other.
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But dry off your brandy tears, and leave off weeping,
For it’s happy we shall be at our next meeting.
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Der Titel bedeutet Ein Schmied warb um mich. Das Wort blacksmith stammt daher dass Eisen früher blackmetal genannt wurde. Das Lied ist von der Melodie und vom Gesang her sehr schön. Auch wenn das Fazit ist dass Frauen besser mit der Freundschaft von Frauen bedient sind – weil man Männern nicht trauen kann. Nun ja, nach unserem Dafürhalten gibt es Ausnahmen die die Regel bestätigen. Aber dass sich um die Figur des Schmieds Lieder und Legenden ranken, ist nachvollziehbar wenn man bedenkt dass dieser Beruf vor der industriellen Revolution der Mittelpunkt von jedem
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The Cherry-Tree Carol has been recorded by Joan Baez, Emmylou Harris, Jean Ritchie, Shirley Collins & Davy Graham, Mark Lanegan, the folk rock band Pentangle and many others. Recenty also by Sting, whose version we chose for today. We wish readers and their families a happy Christmas

Der englische Folk song The Cherry-Tree Carol wurde gesungen von Joan Baez, Emmylou Harris, Mark Lanegan, der Band Pentangle und vielen anderen. Wir wählen für heute eine solo Liveversion von Sting, der das Lied auf dem Album If On a Winter’s Night…(2009) hatte.

The Cherry-Tree Carol

When Joseph was an old man, an old man was he. He courted Virgin Mary, the Queen of Galilee.

When Joseph and Mary were walking one day, there were apples and cherries so fair to behold.

So Mary said to Joseph so meek and so mild, ‘Joseph, gather me some cherries for I am with child.

Then Joseph  flew in anger, in anger flew he. ‘O, let the father of the baby gather cherries for thee’.

 

Well, the cherry-tree bowed low down, low down to the ground,
And Mary gathered cherries while Joseph stood down.

Now Joseph took Mary all on his right knee,
Crying, “Lord, have mercy for what I have done.”

When Joseph was an old man, an old man was he,
He courted Virgin Mary, the Queen of Galilee.

Kommentar:  Bei dem obigen Live-Clip von Sting ist auffällig – wie bei vielen Volksliedern die Jahrhunderte überdauert haben – dass kaum eine instrumentale Begleitung nötig ist. Sting spielt nicht einmal Akkorde auf seiner Gitarre sondern nur ein paar gezupfte Flageolett-Töne. Diese vermeintlich einfachen Folk songs haben sehr tragfähige, ausgefeilte Melodien. Deshalb konnten die Lieder, zu Zeiten als es weder Radio noch andere alltägliche Medien gab, auch ohne Musikinstrumente gesungen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Lied stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert, hat also schon um die 600 Jahre überlebt. Es geht darum dass Maria und Josef unterwegs an einem Kirschbaum vorbeikommen. Maria sagt zu Josef: Bitte pfllücke mir einige Kirschen denn ich bin schwanger. Daraufhin wird Josef wütend und sagt: Dann lass dir doch von dem Vater des Kindes Kirschen geben! In diesem Moment beugen sich die Äste des Baumes herunter so dass Maria die Kirschen pfücken kann. Daraufhin nimmt Josef die Maria auf seinen Schoß und sagt mit Tränen in den Augen, was habe ich getan? Soweit das Lied. Wir wünschen Lesern und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest.

Info  Ein englischer Wiki-Artikel über den Folk song The Cherry-Tree Carol

 

Folk rock band Steeleye Span are back with a concept album called Wintersmith (2013). It's based on Terry Prachett's fantasy novel of the same name and sounds good. Check the YouTube link for a trailer featuring the band and Sir Terry

Es gibt ein neues Album von der englischen Folkrock Band Steeleye Span. Es ist ein Konzeptalbum namens Wintersmith (2013) und basiert auf dem Fantasy-Roman Der Winterschmied (2006) von Sir Terry Pratchett. Das Buch ist Teil der sog. Scheibenwelt-Romane. Anhand der Zahl von Amazon-Rezensionen hat die umfangreiche Romanreihe die mit Die Farben der Magie (1983) begann, auch in Deutschland eine Fan-Gemeinde. Terry Pratchett ist ein langjähriger Fan von Steeleye Span, er lud die Band für seine 60. Geburtstagfeier ein. Dass Musiker von Fantasy-Romanen inspiriert werden, ist ebenfalls keine Seltenheit. Es begann in den 60er Jahren mit Bands wie Led Zeppelin, deren Lied Ramble On Orte und Figuren von Tollkiens HDR erwähnt. Die Band Steeleye Span wurde 1969 gegründet, hat ähnliche Wurzeln wie Fairport Convention. Auch Leser die Bands wie Pentangle und Jethro Tull mögen, werden Steeleye Span entweder kennen oder musikalisch interessant finden. Ihr neues Lied The Dark Morris geht vom Sound her etwas in Richtung Jethro Tull, ist eine ziemliche rockige, sogar Prog-rockige Variante des Folkrocks. Der Text des Lieds ist der leider nicht online, aber hier ein Teil davon, frei nach Ohr und auschnittweise notiert. Nachfolgend im YouTube Trailer zu sehen.

The Dark Morris

Dance the Dark Morris, you will find
Summer turns to wintertime
Deep in the forrest, clad in black
Dance the Dark Morris, you may never dance back…
This is the land of mystery and myth
This is the world of the Wintersmith…
Der Titel The Dark Morris ist eine Erfindung von Terry Pratchett aber bezieht sich auf die Tradition des Morris Dance, etwas das mit dem englischen Folkmusik-Revival in den 1960er Jahren erneutes Interesse bekam. Obwohl die genauen Ursprünge dieser Jahrhunderte alten Tänze schwer festzunageln sind, gibt es Verbindungen zum Maitamz, zu Pfingsten und zu Fastnachtbräuchen – und dadurch wiederum mythologische Bezüge. Das ist sicherlich im Roman Der Winterschmied und auch auf dem neuen Album Wintersmith (2013) von Steeleye Span der Fall. Es ist eins der besten Alben in der fast 45-jáhrigen Karriere der Band, und Gründungsmitglied und Sängerin Maddy Prior klingt immer noch gut.
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Terry Pratchetts ‘Der Winterschmied’ als Hörbuch online Die Lesung von Boris Aljinovic, ca. 6 St. 22 Min.
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Radio-Dokumentation DLF-Sendung über den Fantasy-Autor Terry Pratchett (2015) mit Denis Scheck
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Avenita Kulturmagazin

50th anniversary of The Freewheelin' Bob Dylan (1963): One of the magical things about the cover is that Bob and Suze look good without trying to. Right down to the clothes and boots they wear. Above all, the album sounds amazing

Dieses Jahr ist das 50. Jubiläum von The Freewheelin’ Bob Dylan (1963), ein Album mit dem Dylan das Folk-Genre in neue künstlerische und politische Sphären katapultierte. Heutzutage erzielen einige seltene LP-Ausgaben tatsächlich Zehntausende von Dollar, gleich mehr dazu. Allein das Cover ist eins der ikonischsten der Musikgeschichte. Es taucht in dem Film Vanilla Sky (2001) auf, wird dort in der Tat von Tom Cruise und Penélope Cruz exakt nachgestellt, inklusive VW-Bus. Wer mal in New York ist, kann das in der dortigen Jones Street übrigens selber tun: Verkehr stoppen, Entschuldigung Herr Wachtmeister…Dylan-Hommage! Das Magische an dem Cover ist dass die beiden gut aussehen ohne es besonders darauf anzulegen. Es wirkt sehr natürlich, und sehr glücklich. Selbst die Klamotten die Bob und Suze tragen sehen gut
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Hey, Mrs. Tambourine Lady: Singer and songwriter Sandy Denny (1947- 1978) was in Fairport Convention, in Fotheringay and an amazing solo artist as well. On her birthday I look at the songs she played and recorded by one Mr. Bob Dylan

Bekannt als ehemalige Sängerin der Folkrock-Gruppen Fairport Convention und Fotheringay. Sandy Denny (1947- 1978) schrieb Klassiker wie Who knows where the Time goes, ein Lied das mitunter von Judy Collins gecovert wurde. Aber durch ihre gesamte, leider viel zu kurze Karriere sang Sandy Denny auch eine ganze Reihe von Dylan-Liedern. Mitte der 60er Jahre, als Sandy um die achtzehn war und eine Ausbildung als Krankenschwester machte, hatte Bob Dylans Musik sie inspiriert, Gitarre zu lernen, zu singen und selber Lieder zu schreiben. Sandy trat anfangs solo in kleinen Folkclubs in und um London auf, wo ihre Stimme und Persönlichkeit Aufmerksamkeit fand. Im Jahr 1968 wurde sie Mitglied von Fairport Convention und nahm mit der Band drei Alben auf die als Folkrock-Klassiker gelten, in vieler Hinsicht sogar als Begründer des
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Bert Jansch (1943-2011) was one of my favourite guitarists. Above, my vinyl LP of Rosemary Lane (1971). I used the back of the cover because of the nice photo. The book 'Dazzling Stranger' (2006) by Colin Harper is also recommendable

Als ich vor kurzem von Bert Janschs Tod erfuhr, schweiften die Erinnerungen zurück zu Abenden an Kaminfeuern an denen die Folkrockband Pentangle, der perfekte Soundtrack für kalte Winternächte zu sein schien. Bert Jansch war stilprägend für Pentangle, nicht nur durch seine markante auf ‘Fingerpicking’ (also dem Zupfen der Saiten anstatt dem Anschlag von Akkorden) beruhende Gitarrentechnik, sondern auch weil er auf vielen Liedern sang. Ein schönes Beispiel fürs Janschs von Understatement geprägter Stimme mit Pentangle ist I Loved A Lass, ein 300 Jahre altes Volkslied über die Verzweiflung, dass die vermeintliche Liebste einen anderen heiratet. Eine gute Informationsquelle zu dem zeitlebens öffentlichkeitsscheuen Schotten ist die Biografie ‘Dazzling Stranger: Bert Jansch and the British Folk and Blues Revival‘ (2006) von Colin Harper,
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