2004 German radio dramatisation of Hölderlin's novel Hyperion (1799) is online. Production from public service broadcasters Südwestrundfunk (SWR). The poem 'Schicksalslied' in the novel inspired the eponymous 1871 Brahms composition

‘Wir sind nichts; was wir suchen, ist alles.’ Ein Hörspiel nach dem deutschen Romanautor und Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843), der vor 250 Jahren geboren wurde. Link folgt am Ende des Posts. Im Foto, eine Originalausgabe von Hyperion (1799) die von Hölderlin mit einer Widmung für Prinzessin Auguste von Hessen-Homburg versehen wurde. Hölderlin hatte zu Lebzeiten wenig Erfolg, wurde erst hundert Jahre später von Leuten wie Hermann Hesse und Rainer Maria Rilke gepriesen und somit kultig. Das Hörspiel vom Südwestrundfunk ist eine schöne Produktion mit speziell komponierter Musik und renommierten Sprechern, u. a.

Ulrich Noethen – (Hölderlin & Hyperion)
Jule Böwe – (als Diotima)
Vincent Leittersdorf – (als Alabanda)
Matthias Haase – (als Notara)
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Hyperion spielt in Griechenland und handelt, kurz gesagt, von dem erfolglosen Versuch der Titelfigur, die dortige türkische Herrschaft zu beenden. In Salamis trifft Hyperion die schöne Diotima, in die er sich verliebt und mit der er nach Athen geht. Hyperion lernt auch den heroischen Freiheitskämpfer Alabanda kennen, der ihn beeindruckt aber aufgrund seiner revolutionären Brutalität gleichzeitig desillusioniert. Diese Desillusion führt dazu dass der idealistische Hyperion in einer Schlacht den Tod sucht. Aber wird er ihn finden?

Talking about German classics: This little yellow book is in itself a bit of a design classic: Very recognisable, affordable, easy to carry with you. From Reclam, publishing house founded 1828

Obige Originalausgabe in Ehren, aber ich hätte da noch einen anderen Tipp – für Leute die arm aber sexy sind: Im Bild ist meine obligatorisch gelbe Reclam-Ausgabe von ‘Hyperion’. Diese Bücher sind schon an sich, vom Design, vom Look, von der Idee her, ein Mega-Klassiker. Handlich, preiswert, mit markantem und kultigen Design – und auch mit inhaltlichen Extras, die bei anderen deutschen Büchern keineswegs Standard sind. Diese Ausgabe hat ein sehr informatives, zwanzig Seiten langes Nachwort vom Herausgeber Michael Knaupp, und ein Verzeichnis von Forschungsliteratur. Und all das passt bequem in die hintere Hosentasche einer Jeans. Besser geht’s nicht. Reclam rules!

Was ist alles, was in Jahrtausenden die Menschen taten und dachten, gegen einen Augenblick der Liebe? Es ist aber auch das Gelungenste, Göttlichschönste in der Natur! dahin führen alle Stufen auf der Schwelle des Lebens. Daher kommen wir, dahin gehn wir. (Aus ‘Hyperion’)

Radio-Dokumentation Das BR-Feature ’Friedrich Hölderlin. Der kranke Dichter’ (2017) von Justina Schreiber. Vor nachfolgenden Hörspiel, empfehle ich diese exzellente Sendung, deren Titel sich auf Hölderlins labilen psychischen Zustand bezieht. Mitwirkende: Friedrich Vollhardt, Professor für Germanistik und Johann Kreuzer, Philosophiehistoriker. Sprecher: Beate Himmelstoß, Franz Petzold, Carsten Fabian. Regie: Irene Schuck

 

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Hölderlin: ‘Hyperion’ als SWR-Hörspiel von 2004 online Das Hörspiel vom Südwestrundfunk. Neben oben erwähnten Sprechern sind weitere Mitwirkende: Nikolaj Alexander Brucke, Andreas Szerda, Gertraud Heise, Heinz Schimmelpfennig. Musik: Kai-Uwe Kohlschmidt. Ton: Wolfgang Rein & Judith Rübenach. Mischung im LoFi-Studio: ZAP. Dramaturgie: Hans-Burkhard Schlichting. Hörspielbearbeitung & Regie: Kai Grehn

Musik mit einer Verbindung zu Hyperion Das Schicksalslied (1871), eine der berühmtesten Kompositionen von Johannes Brahms, ist eine Vertonung des gleichnamigen Gedichts das im Roman Hyperion vorkommt. Hier eine schöne Darbietung und ein Textausschnitt: ’Ihr wandelt droben im Licht, auf weichem Boden selige Genien! Glänzende Götterlüfte rühren euch leicht, wie die Finger der Künstlerin heilige Saiten…’

Wussten Sie schon? Die Romanfigur Diotema in Hyperion (1799) beruht auf Susette Gontard, der Ehefrau eines Frankfurter Bankiers bei dem Hölderlin 1796-98 als Hauslehrer arbeitete. Als Hölderlin 1802 von Susettes Tod erfuhr, erlitt er einen Nervenzusammenbruch von dem er nie mehr richtig erholte.

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