Of all the British Raj novels - like 'The Jewel in the Crown' and 'A Passage to India' - M. M. Kaye's 'The Far Pavilions' (1978) is the most romantic. Above, my Bantam edition and DVD of the TV adaptation with the late, great Ben Cross (1947-2020)

‘Wir machen uns auf die Suche nach unserem eigenen Königreich, unserem Palast der Winde…’ Das Indien-Epos von der britischen Autorin M. M. Kaye ist als Hörspiel online. Eine anspruchsvolle Produktion mit guten Sprechern. Link folgt am Ende des Posts. Im Bild, meine Romanausgabe ‘The Far Pavilions’ (1978), so der englische Titel, und eine DVD von der Verfilmung. Toll gemacht. Romantik, Tragik und Abenteuer mit historischem Hintergrund. Film & Roman wird Leuten gefallen, die Dr. Schiwago mögen. ‘Palast der Winde’ spielt im Indien des 19. Jahrhunderts während der britischen Kolonialzeit. Im Mittelpunkt steht ein englischer Junge namens Ashton, der nach dem Tod seiner Eltern von einer Inderin aufgenommen und, Ashok genannt, als Hindu großgezogen wird Obwohl er in einfachen Verhältnissen aufwächst, lernt als Kind die junge indische Prinzessin Anjuli kennen. Daraus entwickelt sich Jahre später eine große Liebesgeschichte, die nicht sein kann weil sie nicht sein darf etc. Zwischenzeitig ist nämlich aufgeflogen dass Ash gar kein ’echter Inder’ ist. Deshalb wird er, gegen seinen Willen, vom britischen Militär zurück nach England geschickt und wird dort zum ‘echten Engländer’ erzogen. Kulturelle Identität ist eins der Kernthemen. Nicht in einem belehrenden Ton, sondern einfach weil solche oder ähnliche Geschichten ein ganz realer Teil der Kolonialzeit waren. Autorin M. M. Kaye (1908-2004) wurde selber in Indien geboren und wusste wovon sie sprach. Sie musste selber mit zehn zurück nach England, obwohl sie sich Indien tief und ewig verbunden fühlte. Im Roman kehrt Ash, ehemals Ashok, Jahre später als britischer Offizier nach Indien zurück. Dort trifft er, sie haben es erraten, wieder auf Prinzessin Anjuli. Sie steckt Schwierigkeiten. Sie soll einen Mann heiraten, den sie nicht liebt. Werden Ash und Anjuli jemals den imaginären Ort in den Himalayas, den Palast der Winde finden, wo sie ungehindert von den Konventionen ihres Zeitalters in Frieden zusammen sein können?

Er konnte Anjuli nicht küssen, denn sie trug die Burka, doch legte er den Arm um sie und presste sie an sich, ehe er beiseite trat und in die Kleider schlüpfte, die Gul Baz für ihn bereithielt. Als Schreiber gekleidet, konnte er nicht gut reisen. Der Mann, der einige Minuten später ein Pony bestieg, war allem Anschein nach ein Afridi samt Flinte, Patronengurt, Krummschwert und einem rasiermesserscharfen Dolch. ‘Ich bin bereit’, sagte Ash. ‘Reiten wir los. Vor Tagesanbruch haben wir noch einen weiten Weg’. So ritten sie aus dem Schatten der Bäume, im Rücken den Bala Hissar und die glühende Asche der niedergebrannten Gesandtschaft, und trabten über das weite, flache Land den Bergen entgegen…und es mag wohl sein, dass sie ihr Königreich fanden. (Passage aus dem Roman ‘Palast der Winde’)

M. M. Kaye: ‘Palast der Winde’ als BBC-Hörspiel von 2011 online Das BBC-Hörspiel ’The Far Pavilions’. Mit Sam Dale (als Hauptfigur Ashton ‘Ash’ Pelham-Martyn), Vineeta Rishi (als Erzählerin Sita, die indische Ziehmutter von Ashok bzw. Ashton), Joseph Samrai (Ashok als Kind), Nishi Malde (Prinzessin Anjuli als Kind), Nazim Khan (Kronprinz Lalji, bei dem der junge Ashok als Diener arbeitet), Blake Ritson (Erwachsener Ash), Ayesha Dharker (erwachsene Prinzessin Anjuli), Paul Bhattacharjee (Anjulis Onkel Prinz Kaka-Ji Rao, der im Film von Christopher Lee gespielt wurde), Sam Dastor (Stallmeister Khoda-Daad, der im Film von Omar Sharif gespielt wurde), Christopher Simpson (Khoda-Daads Sohn Zarin), Jonathan Forbes (Wally), Inam Mirza (Bösewicht Biju Ram) u .a. Text: Rukhsana Ahmad. Regie: Marc Beeby, Jessica Dromgoole. 4 St. 33 Min

 

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Warum gibt es keinen brauchbaren Trailer von der Verfilmung? Mir ein Rätsel, denn die 3-DVD-TV-Serie ‘Palast der Winde’ (1984) ist sehr gut, mit indischen Drehorten wie dem Samode Palace in Rajasthan, und Stars wie Omar Sharif, Christopher Lee, Ben Cross, Amy Irving u. a. Bildqualität auf DVD ist gut, wogegen die wenigen Clips auf Youtube von unsäglicher Bildqualität sind. Zudem nur ein, zwei Szenen die, ohne Kontext, nichtssagend sind. Mein Tipp wäre, die DVD zu bestellen und bis dahin Roman & Hörspiel auszuchecken

Radio-Dokumentation Eine englische Sendung von 1983. Ein sehr charmantes und informatives Gespräch mit Mary Margaret Kaye (1908-2004), der Autorin von ‘Palast der Winde’. In ihrem Privatleben wurde sie Mollie genannt. Wer sich etwas mit englischen Akzenten auskennt, wird bemerken dass M. M. Kaye einen englischen Upperclass-Akzent hatte, den heute höchstens noch die Königin von England spricht. Länge: 16:53 Min.

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