So Halloween is scary? And what about fairies in the woods turning honourable knights into zombies? They should have a signpost: Stay on your horse at all times! It's the birthday of John Keats (1795 -1821) and we look at his poem La Belle Dame sans Merci, and a musical interpretation of it

Es ist der Geburtstag von John Keats (1795 – 1821). Dazu ein Gedicht von ihm das mit seiner übersinnlichen Thematik ganz gut zu Halloween passt. Es inspirierte Gemälde, wie das von  J. W. Waterhouse, links. Der jung verstorbene Dichter wurde in Bright Star. Die erste Liebe strahlt am hellsten (2009) von Ben Whishaw dargestellt. Es folgt ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm. Aber zuerst das Gedicht, gesprochen von Ben Whishaw, und begleitet von ruhiger Pianomusik

O what can ail thee, knight at arms,
Alone and palely loitering?
The sedge has wither’d from the lake,

And no birds sing.

O What can ail thee, knight at arms,
So haggard and so woe-begone?
The squirrel’s granary is full,
And the harvest’s done.
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I see a lily on thy brow
With anguish moist and fever dew,
And on thy cheeks a fading rose
Fast withereth too.
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In obigen ersten drei Stophen des Gedichts von 1819, dessen Titel Die gnadenlose schöne Dame bedeutet, trifft der Erzähler an einem Herbsttag einen herumirrenden und mitgenommen aussehenden Ritter im Wald. Besorgt fragt er den Ritter, der zudem verbleichende Reste von verschiedenen Blumen wie Lilien und Rosen im Gesicht hat, was ihm passiert sei? In folgenden Strophen erzählt der Ritter seine Geschichte

I met a lady in the meads,
Full beautiful, a fairy’s child;
Her hair was long, her foot was light,
And her eyes were wild.
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I made a garland for her head,
And bracelets too, and fragrant zone;
She look’d at me as she did love,
And made sweet moan.
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Der Ritter sagt er habe auf einer Wiese eine schöne junge Frau getroffen, die Tochter einer Fee wie sich später herausstellte. Sie macht ihm schöne Augen und als der Ritter sie auf sein Pferd nimmt und ihre Feenlieder hört, verliert er für den Rest des Tages die Orientierung. Der Ritter, der zu diesem Zeitpunkt noch ahnungslos war, erzählt weiter:
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I set her on my pacing steed,
And nothing else saw all day long,
For sidelong would she bend, and sing
A fairy’s song.
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She found me roots of relish sweet,
And honey wild, and manna dew,
And sure in language strange she said—
I love thee true.
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She took me to her elfin grot,
And there she wept, and sigh’d full sore,
And there I shut her wild wild eyes
With kisses four.
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Die beiden sind mittlerweile in einem Wald und die Fee verabreicht dem Ritter verschiedene Waldpflanzen, Wurzeln und wilden Honig, und teilt ihm in einer merkwürdigen Sprache mit dass sie ihn liebt. Als sie ihn zu ihrer Elfenhöhle führt und dort bitterlich weint, gibt der Ritter ihr zum Trost vier Küsse auf die Augenlieder. Hören wir was als nächstes passierte.
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And there she lulled me asleep
And there I dream’d, Ah, woe betide
The latest dream I ever dream’d
On the cold hill’s side
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I saw pale kings, and princes too,
Pale warriors, death pale were they all;
They cried—”La belle dame sans merci
Hath thee in thrall!”
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I saw their starv’d lips in the gloam
With horrid warning gaped wide,
And I awoke and found me here
On the cold hill’s side.
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And this is why I sojourn here,
Alone and palely loitering,
Though the sedge is wither’d from the lake,
And no birds sing.
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Die Fee lullt den Ritter in einen Schlaf der ihm allerdings Albträume beschert. Er sieht totenbleiche Könige, Prinzen und Krieger die ihn warnen: Du bist im Bann der gnadenlosen schönen Fee! Als er erwacht, ist er allein an einem eiskalten Abhang wo kein Vogel mehr singt. Hier, an dem Ort wo der Erzähler ihn anfangs traf, geistert der Ritter nun herum und ist selber zu einer der bleichen Schattenfiguren seiner Träume geworden. Der Titel La Belle Dame sans Merci stammt aus dem Jahr 1424, von dem französischen Autor Alain Chartier. Aber dessen Gedicht hat, abgesehen davon dass es um Treffen und Dialoge von einem Mann und einer Frau geht, kaum Ähnlichkeit mit dem späteren Gedicht von John Keats. Sein Gedicht zu interpretieren, ist aufgrund seiner übersinnlichen, märchenhaften Thematik nicht einfach und nicht unbedingt nötig. Aber wenn man zu Halloween unbedingt Mythen ins Spiel bringen will, könnte man darüber grübeln ob Motive wie das Blumenmädchen im Wald darauf hindeuten dass die Story, ähnlich wie Parsifal, im Kern auf keltischen Mythen von Tod  und Wiedergeburt beruhen. Vielleicht ein Thema für den heutigen Abend.

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Weitere Infos  Ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm Bright Star (2009) mit Ben Whishaw in der Rolle des jungen Dichters, und der Schauspielerin Abbie Cornish als seine große Liebe Fanny Brawne. Der Film von Regisseurin Jane Campion erschien auf Deutsch synchronisiert mit dem Titel Bright Star – Die erste Liebe strahlt am hellsten  Bild  Ausschnitt des Gemäldes La Belle Dame sans Merci (1893) von J. W. Waterhouse  Neuste Biografie John Keats: A New Life  (2012) von Nicholas Roe
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Avenita Kulturmagazin
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