Kulturmagazin

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Tag: Jazz

It's the birthday of Charles Mingus (1922-1979). He composed many Jazz classics. We play a track from his album 'Mingus Ah Um' (1959), above a photo from the CD booklet. The song was covered by people like Jeff Beck, Joni Mitchell, Pentangle

Heute ist der Geburtstag von Charles Mingus (1922-1979). Der Bassist, links im Bild, komponierte viele Jazz-Klassiker. Ich wähle ein Lied von ihm das von Leuten wie Jeff Beck, Joni Mitchell, John McLaughlin, Pentangle und Police-Gitarrist Andy Summers gecovert wurde. Um nur einige zu nennen. Es ist ein sehr ruhiges, melodisches Lied das Mingus als Hommage an den verstorbenen Saxophonisten Lester Young schrieb. Der trug gerne eine altmodische Art von Hut den man pork pie hat nennt. Daher der Titel des Lieds. YouTube Clip.

Vom Album: Mingus Ah Um (1959)
Aufnahmeort: CBS 30th Street Studio, New York
Musiker: Charles Mingus (Komposition & Bass)
Dannie Richmond (dr), Horace Parlan (piano)
John Handy, Shafi Hadi
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One of the things we like about Michael Connelly's detective Harry Bosch is that he's a Jazz fan. Among the artist and albums mentioned in Echo Park (2006) are Thelonious Monk & John Coltrane and the find, after 50 years, of their live recording 1957 at Carnegie Hall. Check YouTube music clip

Connelly ist ein erfolgreicher US-Autor, seine Bücher wurden von Clint Eastwood (Blood Work) und Matthew McConaughey (Der Mandant) verfilmt. In den Romanen sind viele Details über Los Angeles und auch viele Erwähnungen von Musik, denn die Detektiv-Figur Harry Bosch ist Jazzfan, was sicher Michael Connellys eigenen Musikgeschmack spiegelt. In Echo Park (2006), einem Thriller um einen Serienmörder, hört der Detektiv während seinen Ermittlungen ein Jazzalbum das man als Geheimtipp bezeichnen könnte. Im Roman ist eine ganze Menge Info über das Album, und Autor Connelly baut es sogar etwas in die Handlung ein. Gleich mehr dazu, hören wir erst etwas von der Musik.

Thelonious Monk Quartet with John Coltrane
Carnegie Hall, New York City 29. Nov. 1957
Mit: Shadow Wilson (d) & Ahmed Abdul-Malik (b)
Erstmals veröffentlicht: 27. Sept. 2005
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Talking about a Coltrane & Monk connection to thrillers: Both musicians are also mentioned in a TV spy series. In season 1 of Homeland (2011) CIA officer Carrie Mathison, a jazz fan, mentions the Thelonious Monk LP 'Monk’s Dream' (1963)

Ein relaxtes Piano-Intro von Monk, während Coltrane anfangs nur eine leise Hintergrundharmonie dazu spielt, Seine Saxophon-Solomelodie setzt ab 3:20 ein. Interessant auch wie ab 4:45 das Tempo verdoppelt wird und wie die Band dann ab 7:48 sehr geschickt wieder zum Anfangstempo zurückkehrt. Sweet and Lovely ist eins von 9 Liedern und über 50 min. Musik die fast 50 Jahre unentdeckt in Archiven, sprichwörtlich in ungeöfffneten Kisten der riesigen Forschungsbibliothek Library of Congress in Washington lagen. Die Story der 1957 Carnegie Hall Aufnahmen von Monk & Coltrane ist gut dokumentiert und wird im 24-seitigen CD-Booklet beschrieben.  Wenn man obiges Foto zum Vergrößern anklickt, sieht man John Coltrane am Saxophon und Thelonious Monk am Piano bei einem Auftritt 1957 in New Yorks Five Spot Café. Von ihrem Konzert in der viel größeren Carnegie Hall sind bis dato keine Fotos aufgetaucht. Die Organisatoren des Carnegie-Konzerts hatten vermutlich alle Hände voll, denn es war ein Wohltätigkeitskonzert bei dem neben Monk & Coltrane auch Billie Holiday, Dizzy Gillespie, Chet Baker, Ray Charles und
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It's the birthday of Herbie Hancock. Maiden Voyage (1965) is one of our faves. His piano playing is joined by members of the Miles Davis band, Ron Carter (bass) and Tony Williams (drums). Good cover design by Blue Note artist Reid Miles

Es ist der Geburtstag von Herbie Hancock. Eine meiner Lieblings-LPs von ihm ist Maiden Voyage (1965). Hancock wird von Mitgliedern der Miles Davis Band begeleit. Ron Carter spielt Bass und Tony Williams Schlagzeug. Uns gefällt auch das LP-Cover von Designer Reid Miles, eins von vielen das er für das Jazz Label Blue Note gestaltete. Hier das Titellied des Albums

Komposition & Piano: Herbie Hancock
Aufnahmedatum: 17. März 1965
Ort: Van Gelder Studio, New Jersey
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Ich bin nicht sicher ob der Begriff Konzeptalbum damals gängig war, aber er passt zu Maiden Voyage (1965). Die Lieder sind thematisch verbunden. Der damals 24-jährige Herbie Hancock schrieb in den Liner Notes des Albums, ich übersetzte frei und auszugsweise: Das Meer und seine Lebewesen haben etwas Geheimnisvolles das die Vorstellungskraft von Künstlern inspirierte. Atlantis, die Sargassosee, Meeresungeheuer und Seejungfrauen sind nur einige von vielen folkroristischen Elementen die aus der Erfahrung des Menschen mit dem Meer hervorgegangen sind. Die Musik versucht, die Weite und Erhabenheit des Meers anzudeuten, Den Glanz von Schiffen auf ihrer Jungfernfahrt. Die elegante, verspielte Schönheit von Delfinen, der konstante Überlebenskampf von selbst den kleinsten Meereskreaturen und die ehrfurchtgebietende Zerstörungskraft des Sturms, Nemesis der Seeleute.
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Die Dinge die Hancock in seinen Zeilen erwähnt, spiegeln sich auch in Liedertiteln wie The Eye of the Hurricane, Survival of the Fittest, Dolphin Dance und Maiden Voyage, was Jungfernfahrt bedeutet. Das Titellied wurde als Coverversion von Bands wie Toto und Phish aufgenommen, hier YouTube Clips. Bei Toto übernimmt die Gitarre Melodien die auf der Originalversion von George Coleman (Saxophon) und Freddie Hubbard (Trompete) gespielt werden. Bei Phish ist es eher der Bass der ab Mitte des Lieds die Solofunktion übernimmt. Hancocks Komposition hat viel Potential, in der Tat sehen wir Alben wie Maiden Voyage (1965) als Wegbereiter für das Progressive Rock Genre. Herbie Hancocks nächstes Projekt nach Maiden Voyage war der Soundtrack für den exemplarischen 60er Jahre Film Blow Up (1966). Aber Hancock ließ sich nicht auf spezifische Genres festnageln. In den 70ern nahm er den Jazz-Funk-Klassiker Head Hunters (1973) auf. In der 80ern überraschte er mit dem multimillionen Album Future Shock (1983) und dem Hit Rockit, der als Vorläufer des Electronic Dance Music (EDM) Genres gilt. In 2007 veröffentlichte er die Joni Mitchell Hommage River: The Joni Letters, zehn ihrer Lieder interpretiert von Hancock und Gastmusikern wie Norah Jones, Tina Turner und Wayne Shorter. Herbie Hancock wird heute 74 und wir wünschen alles Gute.
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Photo  info  We used a CD edition, a 1999 reissue remastered by original recording engineer Rudy Van Gelder, with the original liner notes, plus new ones by Bob Blumenthal.

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Des Weiteren Jazzklassiker ’Goodbye Pork Pie Hat’ von Charles Mingus

Mehr Filmmusik ‘Ascenseur pour l’échafaud’ (1958) von Miles Davis

Und Erroll Garners Jazzklassiker ‘Misty’ in Clint Eastwood Thriller

Avenita Kulturmagazin

Today's the birthday of composer and saxophone player John Coltrane (1926-1967). A Love Supreme (1965) still sounds avant-garde to us. It is not derivative easy listening music. We consider it part of modern classical music of America

Heute ist der Geburtstag des Komponisten und Saxophonisten John Coltrane (1926-1967). Sein Album A Love Supreme (1965) klingt für uns immer noch avantgarde. Man muss sich etwas reinhören, dies ist keine Easy Listening Musik, in der Tat, wir sind eher geneigt das Album als einen Teil von moderner klassischer Musik von Amerika einzustufen. Die Musik versucht nicht, es dem Hörer leicht zu machen sondern geht ihren Weg und vertraut darauf dass der Hörer, mit etwas Geduld, den Weg kennenlernen wird. Erstaunlich ist auch dass diese Musik, die streckenweise orchestral klingt, von nur vier Leuten mit akustischen Instrumenten aufgenommen wurde. Neben John Coltrane auf seinem Selmer Mark VI Tenorsaxophon, spielt McCoy Tyner das Piano, Jimmy Garrison Bass und Elvin Jones Schlagzeug. Die Musiker haben auch mehrere Solo-Spots, so beginnt z. B. Teil 2 mit einem Bass-Solo und Teil 3 mit Schlagzeug. Interessant ist auch wie im Laufe des Albums bestimmte melodische Motive erneut auftauchen und weiterentwickelt werden. Ein Beispiel dafür wäre die markante Bass-Line zu Beginn des Albums. Diese Melodie erscheint in verschiedenen Tonarten und übrigens auch als kurze Gesangspassage – oder mantrahafter Sprechgesang : ‘A love supreme…a love supreme’. Es wäre cool das Album als Vinyl-LP zu haben, aber die CD-Version hat den Vorteil
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Clint Eastwood is known to be a Jazz fan, and in his thriller Play Misty for Me (1971) the song has a significance and is, of course, played on air by the DJ. The song is originally from the album Contrasts (1955), of which there is a good reissue edition, above, with booklet, liner notes and two bonus tracks

Clint Eastwood ist Jazz-Fan, spielt selber Piano, und sein Sohn Kyle Eastwood ist ein renommierter Jazz-Bassist. In dem Thriller Play Misty for Me (1971)  hat der Jazzklassiker Misty eine Signifikanz und wird mehrmals gespielt. Clint Eastwood spielt im Film einen DJ der per Telefon von einer mysteriösen Zuhörerin gebeten wird das Lied Misty zu spielen. Daher der Filmtitel. Der folgende YouTube Clip mischt Ausschnitte vom Film mit privaten Aufnahmen von einem Plattenspieler auf dem eine Vinyl-LP mit Erroll Garners Misty läuft. Eastwood stellt es als DJ mit folgendem Intro vor:

‘And now we have a pretty one for lonely lovers on a cool, cool night. It’s the great Erroll Garner classic, Misty. And this one is especially for Evelyn’.

Der Clip ist eine Collage, kein offizieller Trailer. Der Plattenspieler im Clip ist nicht vom Film. Eastwood hat im Film ein professionelles DJ-Deck. Außerdem wird im Clip eine Best-of LP gezeigt, nicht die Original LP auf dem das Lied zuerst erschien. Das Originalalbum, namens Contrasts (1955), siehe Foto, habe ich als CD-Reissue mit Booklet und zwei Bonustracks. Das Lied Misty, hier in seiner 2:45 min. Originalfassung, kann man mit seinen verträumten Arpeggios kaum anders als himmlisch bezeichnen und man ist geneigt es auf CD mehrmals hintereinander zu spielen. Pianist und Komponist Errol Garner (1921-1977) nahm im Laufe der Jahre zahlreiche andere Versionen von Misty auf, von denen alle etwas für sich haben, aber das Original ist und bleibt meine Lieblingsfassung. Dem CD-Booklet entnehme ich dass die Garner die Inspiration für Misty bei einen Flug von San Francisco nach Chicago bekam als er im Nieselregen einen Regenbogen durchs Flugzeugfenster sah. Grund für die vielen verschiedenen Fassungen von Misty ist dass Garner den Hit bei jedem Konzert spielen musste und im Laufe der Zeit immer etwas hinzufügte.
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It's the birthday of the pianist Bill Evans (1929 - 1980) and these two albums one should own. The two 'Village Vanguard' LPs are contenders for Best Jazz Recordings of all Time

Es ist der Geburtstag des Pianisten Bill Evans (1929 – 1980) und es gibt mindestens zwei Alben von ihm die man haben muss. Die ‘Village Vanguard’ Aufnahmen von 1961 sind Kandidaten für die Besten Jazz-Aufnahmen aller Zeiten. Sie stammen von einem Sommerabend in einem kleinen New Yorker Jazzclub namens Village Vanguard. Diese Live-Aufnahmen wurden noch im selben Jahr auf zwei separaten Alben vom Bill Evans Trio veröffentlicht: Sunday At The Village Vanguard (1961) und Waltz for Debby (1961). Bill Evans spielte zusammen mit dem Schlagzeuger Paul Motian (1931 – 2011) und dem jungen Bassisten Scott La Faro (1936 – 1961), der kurz nach den Aufnahmen bei einem Autounfall ums Leben kam. Dass der 25-jährige Scott LaFaro heute unter Musikern einen legendären Status hat, liegt jedoch weniger an seinem frühen Tod, als an seinen spektakulären Spielkünsten am gezupften Kontrabass. Die zwei Vanguard Alben, auf dem Foto sehen Sie unsere CD-Ausgaben, gibt es auch in Form von verschiedenen 2-CD-Sets, z. B. als The Village Vanguard Sessions oder The Complete Village Vanguard Recordings. Wir haben nichts gegen diese Art von Kompilationen, denn die Alben gehören zusammen und haben eine durchgehende Atmosphäre, wobei wir persönlich Alben im ursprünglichen Look bevorzugen, mit den entsprechenden Liner Notes, der Reihenfolge der Lieder etc. Dies ist eher eine nerdige Sammler-Macke von uns. Der Preisunterschied zwischen den Alben und Kompilationen bei Amazon ist gering, vergleichen und wählen Sie selbst. Was wir so gut wie garantieren können, ist dass die Hauptsache, nämlich die Musik, Lesern gut gefallen wird. Wahrscheinlich sogar Leuten die sich nicht als spezifische Jazz-Fans bezeichnen würden. Denn dies ist einfach umwerfend schöne, verträumt klingende Musik. Sie mutet gleichzeitig experimentell, innovativ und wie eine Art Meditation an.

Village Vanguard Recordings: Scott LaFaro (Bass) & Paul Motian (drums) played with Bill Evans on these classic albums, which turned out to be Scott LaFaro's swan song.

Das hat zum Teil mit der guten Auswahl an Liedern zu tun: Eigenkompositionen und Klassiker von Leuten wie Miles Davis und Cole Porter. Zum anderen, noch größeren Teil, damit wie die drei Musiker diese Lieder dekonstruieren, umgestalten und neu erfinden. Der Pianist Bill Evans hat eine faszinierende, sanfte Art, Akkordstrukturen aufzulösen, zu abstrahieren, bis sie den Hörer nur noch wie eine sanfte Sommerbrise umwehen. Um solche Klanggemälde zu komplementieren, bedarf es eines einfühlsamen Schlagzeugers wie Paul Motian, der viel auf dem Hi-hat und den Becken dazu zaubert. Der geheime, oder vielleicht gar nictht so geheime Star des Ganzen ist der Bassist Scott LaFaro, der oft die Rolle des Solisten übernimmt. Er spielt selten die traditionellen Grundnoten mit denen Bassisten den Takt halten und das tiefere Klangspektrum füllen sollen, sondern meistens Melodien und Noten die der Akkordstruktur völlig überaschende Perspektiven abgewinnen. Dabei hat er eine Art, seine oftmals sehr schnellen Sechszehntel-Noten dennoch völlig entspannt und dem Lied dienlich klingen zu lassen. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Aufnahmen ist die Atmosphäre des Vanguard Clubs. Wir waren noch nie drin, aber es klingt wie ein ziemlich kleiner Raum in dem, vom Applaus her zu urteilen, damals
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