Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Austen

A BBC radio dramatisation of Jane Austen's novel Emma is online. Link below. Of the adaptions our fave is the one with Gwyneth Paltrow. Check the clip of her and Ewan McGregor at the piano with a song by G. F. Handel. This music was actually found among Jane Austen's handwritten songbooks. The old book token above we found in a 1960s edition of Emma

Link fürs Hörspiel ist am Ende des Blogposts. Der Stoff wurde auch mehrfach verfilmt und inspirierte die kultige Teenager Komödie Clueless – Was sonst! (1995). Uns gefällt besonders der Kinofilm Emma (1996) mit Gwyneth Paltrow. Hier ein Clip mit ihr und Ewan McGregor am Piano. Das schöne Musikstück von Händel wurde in den handgeschriebenen Notenbücher der Autorin Jane Austen gefunden.

Silent Worship

Did you not hear My Lady
Go down the garden singing
Blackbird and thrush were silent
To hear the alleys ringing
.
Oh saw you not My Lady
Out in the garden there
Shaming the rose and lily
For she is twice as fair.
.
Though I am nothing to her
Though she must rarely look at me
And though I could never woo her
I love her till I die.
.
Surely you heard My Lady
Go down the garden singing
Silencing all the songbirds
And setting the alleys ringing.
.
But surely you see My Lady
Out in the garden there
Rivaling the glittering sunshine
With a glory of golden hair.
.

Mittelpunkt der Geschichte ist die 20-jährige Emma Woodhouse deren Lieblingsbeschäftigung es ist, heiratswillige Singles zu verkuppeln. Das tut sie auf wohlmeinende aber besserwisserische Weise per Holzhammermethode. Mit ihrer Einschätzung von Leuten liegt sie des Öfteren daneben. Probleme durch ihre permanente Einmischung bereitet sie besonders ihrer naiven Freundin Harriet Smith die aus einfacheren Verhältnissen als Emma stammt. Aber die Lady aus gutem Hause hat selber kein Glück in der Liebe. Sie merkt nicht dass es ganz in ihrer Nähe einen Mann gibt der
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The exhibition The World of Jane Austen is in Winchester Cathedral from 1 - 8 June 2014. The author of Pride and Prejudice died in Winchester and is buried in the cathedral. There are paintings of places and landscapes from her life. Some can be seen on the cathedral's website. Link below

Die Ausstellung The World of Jane Austen ist vom 1. bis 8. Juni 2014 iin der Kathedrale von Winchester. Die Autorin von Stolz und Vorurteil starb mit 41 Jahren in Winchester und ist in der Kathedrale begraben. Die Künstlerin Caroline Hervey-Bathurst stellt hier Gemälde aus die Orte und Landschaften aus dem Leben von Jane Austen (1775-1817)  zeigen. Einige der Bilder können auch auf der Winchester Cathedral Website ausgecheckt werden, Link am Ende des Blogposts. Aufgrund der ländlich geprägten Gegend, haben sich viele der Orte seit Austens Zeiten kaum verändert. Die Bilder zeigen also tatsächlich etwas von Jane Austens Welt. Darüber hinaus gibt es seit 2010 auch eine permanente Ausstellung namens The Jane Austen Story in der Kathedrale. Die eindrucksvolle, fast tausend Jahre alte Kathedrale ist ohnehin ein Magnet für Austen-Fans aus aller Welt. Neben der GrabplatteIn Memory of Jane Austen...’ gibt es eine zweite Gedenkstätte, eine Messingplatte mit Inschrift aus dem Jahr 1872, und ein Kirchenfenster mit einer lateinischen Widmung an die Autorin. Von Winchester sind es nur ca. 25 km zum Dorf Chawton, wo Jane Austen lebte und mehrere ihrer Romane schrieb. Es bietet sich also an, beide Orte, die Kathedrale sowohl als das Jane Austen’s House Museum zu besuchen. Die Autorin starb in einem Haus in Winchester das sich in Sichtweite der Kathedrale befindet, aber das Haus Nummer 8 College Street kann nur von außen besichtigt werden. Ein Schild erinnert an Jane Austens Aufenthalt

Info  Website der Austellung The World of Jane Austen in Winchester Cathedral, 1. bis 8. Juni 2014

 

Mansfield Park was published 200 years ago. In an essay for the Penguin edition, above, Tony Tanner calls it one of the most profound novels of the 19th century. In it Austen quotes William Cowper, and also Walter Scott's The Lay of the Last Minstrel. Loreena McKennitt has put it to music. See clip

Am 9. Mai 1814 wurde Jane Austens Mansfield Park veröffentlicht. Nicht so bekannt wie andere ihrer Romane, vielleicht weil bisher noch keine super erfolgreiche Verfilmung, vom Kaliber von Austens Stolz und Vorurteil, gemacht wurde. Wir mögen das BBC-Hörspiel, links im Bild. Eine aufwendige Produktion, mit Musik die speziell fürs Hörspiel komponiert wurde. Apropos Musik, wir suchen in Austen-Romanen gerne nach Anspielungen auf Musik und Dichtung. In Mansfield zitiert Fanny Price den Dichter Walter Scott, den Austen verehrte. In Kapitel Neun zitiert sie zwei Zeilen von The Lay of the last Minstrel. Text von diesem Gedicht wurde auch von der Musikerin Loreena McKennitt vertont

Text: Sir Walter Scott
Gedicht: The Lay of the last Minstrel (1805)
Loreena McKennitt - An Ancient Muse (2006)
.

Ein schönes Lied, besonders zusammen mit den Bildern von alten Burgen etc. Ich schätze das hätte auch Jane gefallen. Ein weiteres Gedicht das in Mansfield Park zitiert wird ist The Task von
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It's the birthday of Jane Austen (1775-1817). We looked at the songs she played at home, which are known through her collectiion of sheet music. The song 'She never told her Love' is from Shakespeare's Twelfth Night, with music from Haydn

Anhand ihrer Notenbücher ist bekannt welche Lieder Jane Austen zu Hause am Klavier spielte. Eins davon war folgende Vertonung die Joseph Haydn von einem Shakespeare Text machte.

She never told her Love 

She never told her love,
But let concealment, like a worm in the bud,
Feed on her damask cheek,
She sat, like patience on a monument,
Smiling at grief.

Ein schönes, ruhiges Lied bei dem man sich ganz gut vorstellen kann wie es Jane Austen vor über 200 Jahren am Klavier spielte. Den Titel könnte man mit Sie hat nie ihre Liebe offen gezeigt übersetzen, in anderen Worten: Sie hielt ihre Liebe geheim. Die tiefgründigen Zeilen aus Shakespeares Bühnenstück Was ihr wollt (1601) waren damals so alt wie für uns heute Austens Romane. Der Komponist Joseph Haydn hingegen war ein Zeitgenosse der Schriftstellerin und damals sogar auf Tour in England, in den Jahren 1790 bis 1795, als Jane zwischen 15 und 20 war. Haydn gab viele Konzerte in Engand, spielte seine Stücke am Klavier vor und hatte großen Erfolg damit. Dass Austen eins seiner Konzerte besuchte ist gut möglich, obwohl schriftlich lediglich belegt ist dass sie in Bath im Jahr 1805 und Canterbury im Jahr 1813 Konzerte mit Musik von Händel besuchte. Dass Familie Austen musikinteressiert war, belegen auch acht Bände mit Musiknoten die erhalten sind, zwei der Bände sogar handgeschrieben von Jane. Darin sind neben Haydn und Händel auch Stücke von Bach, Giordani, Corelli, Glucks Orpheus und Eurydike, und auch Folk songs, zum Beispiel von dem schottischen Dichter William Burns. Obiges Bild Der Klavierunterricht (1896) von dem englischen Maler Edmund Leighton zeigt nicht Jane Austen, aber das kastenförmige Tafelklavier im Bild, ein sog. Pianoforte, ist von der Art wie es Jane damals spielte. Gönnen wir uns heute am Geburtstag von Jane Austen (1775-1817) noch eine Piano-Szene aus einer Austen-Romanverfilmung. Hier die Schauspielerin Kate Winslet in Sinn und Sinnlichkeit (1995) in der Rolle von Marianne Dashwood am Piano.

Weiteres über Austen  Ein deutscher Wiki-Artikel über die Schriftstellerin Jane Austen

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We've just seen the first trailer for Death Comes to Pemberley. It looks good. To be shown on BBC this Christmas. It's a sequel to Pride & Prejudice. We're fans of Jane Austen and also of P. D. James, so this was bound to interest us. YouTube link below

Der erste Trailer für die Verfilmung von Der Tod kommt nach Pemberley ist online. YouTube Link am Ende des Blogposts. Jane Austen ist die Lieblingsautorin von P. D. James, und sie hat 2011 einen Krimi veröffentlicht den man als Sequel zum Austen-Klassiker Stolz und Vorurteil bezeichnen könnte. Die Geschichte spielt in 1803, sechs Jahre nach der Hochzeit von Elizabeth und Darcy. Die beiden haben mittlerweile zwei Söhne und die Familie lebt auf dem Landsitz Pemberley der schon in Stolz und Vorurteil eine Rolle spielte. Im Gegensatz zu vielen anderen heutigen Austen-Sequels zeichnet P. D. James hier kein völlig romantisiertes Bild von Elizabeths und Darcys Leben. Man bekommt das Gefühl dass Darcy gelegentlich Zweifel hat ob es weise war, eine selbstbewusste Frau wie Elizabeth geheiratet zu haben. Während Elizabeth subtilen Spott von Darcys arroganten Upperclass Freunden einstecken muss. P. D. James lässt auch mehrere andere Figuren aus Stolz und Vorurteil auftauchen: Darcys junge Schwester Georgiana, Elizabeths Eltern Mr. und Mrs. Bennet, Lady Catherine de Bourgh und auch Mr. Wickham der Elizabeths Schwester Lydia geheiratet hat. Und nicht nur das: Zu Beginn der Geschichte ist die Familie mitten in den Vorbereitungen für den jährlichen Ball in Pemberley (als Drehorte dafür dienten u.a. Harewood House und Howard Castle in Yorkshire) als ein Mord geschieht. Und der Verdächtige ist vorerst kein anderer als der zwielichtige Mr. Wickham. Aber wird Jane Austen Fan P. D. James es dabei belassen? Der BBC-Dreiteiler startet Weihnachten 2013, Teil 1 am 26. Dez. Der Trailer deutet auf eine sehenswerte Produktion hin.
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Inspired by the 2012 photographic research results, we tried to get a new look at the Rice portrait and took a photo of a print in natural light. This looks different than other pics in the web. For us, the wide apart eyes and the fairly thin lips look indeed like a younger version of the Cassandra portrait. Click to enlarge

Für uns hat schon immer viel dafür gesprochen dass das sogenannte Rice Portrait Jane Austen als Teenager zeigt. Was die wissenschaftliche Beweislage erschwert hatte, waren Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten die im Laufe der Jahre an dem Bild vorgenommen wurden. Um eine ältere Version von dem Bild zu sehen, wurde eine Schwarzweiß-Fotografie aus dem Jahr 1910 untersucht. Ein digitaler Scan mit hoher Bildauflösung für forensische Zwecke, von der Firma Acumé Forensics in Leeds, enthüllte vor Kurzem den Namen Ozias Humphry, der als Autor des Bildes lange umstritten war, und den Namen Jane Austen. Von der Jahreszahl sind nur die Ziffern 178 deutlich erkennbar, wobei die schwer erkennbare vierte Zahl eher eine 9 als eine 8 ist. Im Jahr 1789 war Jane Austen vierzehn Jahre alt. Vor dieser neuen Beweislage war ein Hauptargument der Zweifler immer Jane Austens Kleidung im Porträt (hier die kompette Version bei Wikipedia) gewesen: Diese Art von Kleid, argumentierten sie, wäre erst fünfzehn Jahre später in Mode gekommen, als Jane um die Dreißig war, zu alt für das Porträt. Ein Argument das uns nie überzeugte, u. a. weil Mode eine ungenaue Wissenschaft sein kann. Selbst heutzutage tragen Leute Klamotten die der Mode voraus oder hoffnungslos hinterher sind. Aus Zufall oder auch konkreten Gründen, so kam der Stil von Jane Austens Kleid zum Beispiel in Frankreich in Mode, lange bevor er England aufgegriffen wurde. Und die Austens hatten in der Tat familiäre Verbindungen mit Frankreich. Wir sind sicher dass es immer noch Zweifler geben wird, Leute die sagen dass die Namen Ozias Humphry und Austen später hinzugefügt wurden. Aber hätten die Besitzer des Bildes (die ebenfalls Austen-Familienverbindungen hatten) wirklich erlaubt, dass diese Beweise absichtlich ‘gereinigt’ werden und erst hundert Jahre später im Labor wiederentdeckt werden? Glauben wir nicht. Wir wollten im Licht der neuen Erkenntnisse auch einen neuen Blick auf das Porträt werfen, denn die Scans die es im Internet gibt, sind nicht sehr ausdrucksvoll. Wir verwendeten deshalb einen physischen Print von dem Porträt und fotografierten es im Sonnenlicht, was andere Aspekte hervorbringt als ein Scan. Obwohl Jane hier jünger und fröhlicher ist als auf dem späteren Bild das ihre Schwester Cassandra von ihr machte, sind hier die selben weit auseinander liegenden Augen und relativ schmalen Lippen sichtbar. Auch die Haarfarbe passt. Wenn Sie obiges Bild durch anklicken vergrößern sehen Sie, unserer Meinung nach, Jane Austens Gesicht wie Sie es noch nie gesehen haben. So ging es uns jedenfalls und das fanden wir ziemlich bewegend.

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We actually like Kelly Clarkson, that song 'Stronger' was good. Also nice to know that she's an Austen fan. Jane's ring should stay in England, though. Preferably in a museum, where every Austen fan can see it. But at least Kelly's shown determination

Ein persönliches Schmuckstück der Autorin Jane Austen, ein Ring aus Gold und Türkis, wurde letztes Jahr von der Popsängerin Kelly Clarkson für über £150,000 ersteigert. Jetzt sieht es so aus als ob sie den Ring nicht so leicht nach Amerika bringen kann. Das englische Kultusministerium ist eingeschritten und hat einen vorläufiges Exportverbot verhängt. Bis Ende dieses Jahres soll dadurch die Möglichkeit geschaffen werden, dass der Ring von jemandem gekauft wird der ihn in England lässt. Eine gute Entscheidung, denn wir vermuten dass der Ring nie wieder aus Amerika zurückgekommen wäre. Der Ring stammt von einem Goldschmied in London und wurde Jane von ihrem Bruder Henry geschenkt der dort als Banker arbeitete. Der Auktionspreis von £152,450 ist nicht so besonders hoch, wenn man bedenkt dass beispielsweise eine Gitarre von Eric Clapton für 959.500 Dollar versteigert wurde. Wir könnten uns vorstellen dass ein renommierter Schmuckkonzern der Sängerin irgendwann ein unwiderstehliches Angebot gemacht hätte, um dann Kopien von dem Ring zu fertigen. Austen ist weltberühmt und Traumvorlage zum Vermarkten. Anhand von Fotos besitzt Kelly Clarkson selber schon eine Kopie des Rings, Wir schätzen, im Laufe der Zeit wird der Wert des Rings in Richtung von Claptons Stratocaster tendieren. Dass es überhaupt so weit kam dass der Ring kurz vorm Abschied auf Nimmerwieder gerettet werden muss, ist jedoch nicht Kelly Clarksons Schuld, die Sängerin ist ein Austen-Fan und hat für etwas geboten das versteigert wurde. Völlig verständlich. Aber es wäre erstaunlich wenn das Kultusministerium nichts von der Versteigerung wusste. Aber besser spät als gar nicht. Viel Glück. Zum Abschluss das Lied Stronger von der Lady die auf alle Fälle bewiesen hat dass sie resolute Entscheidungen treffen kann. Wenn sie den Austen-Ring verliert, wird sie das – ganz im Sinne ihres von einem Nietzsche-Zitat inspirierten Lieds – nur noch stärker machen.

By the way  Seeing as the music industry crops up in this: If one of Eric Clapton’s guitars is auctioned for 959.500 dollars, surely Jane Austen’s ring is worth a bit more than £152,450

Update  12. Aug. Das Jane Austen’s House Museum in Chawton, dem Heimatort der Autorin, versucht zur Zeit das Geld für den Ring durch Spenden zusammenzukriegen. Aufgrund einer anonymen Spende von £100,000 besteht nun eine Chance dass der Ring Austen-Fans zur Ansicht erhalten bleibt

Update  24. September Das Jane Austen House Museum teilt mit: ‘We are pleased to announce that our campaign to raise funds to purchase the gold and turquoise ring, once owned by Jane Austen, has been successful. Our offer to buy the ring from singer Kelly Clarkson has been accepted‘. Der Ring bleibt also endgültig in England.

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Jane Austen's Northanger Abbey (2007) is one of our favourite Austen adaptions, and getting it's premiere on German TV, incidentally. Our paperback edition from Wordsworth Classics has a useful 18 page introduction by David Blair from University of Kent. We also got that freebie from the Daily Mail, but the regular DVD is available cheaply. The film is also on YouTube

Die empfehlenswerte Verfilmung Jane Austens Northanger Abbey (2007) wird am Donnerstag den 25. Juli um 20.15 Uhr beim TV-Sender Arte gezeigt. Auf Deutsch synchronisiert. Falls verpasst, gibt es Wiederholungen, Details am Ende des Blogposts, ebenso ein Trailer. Falls Sie sämtiche Termine verpasst haben, gibt es die Verfimung auch als preisgünstige DVD auf Deutsch, plus englischer Originalton. Etwas das manche bevorzugen. Die Art wie Austens Figuren sprechen lässt sich nicht immer so einfach ins Deutsche umsetzen, da klingt manchmal affektiert, was ursprünglich ironisch klang. Aber Auschecken lohnt sich auf alle Fälle. Die Story der jungen Catherine Morland, eine Unschuld vom Lande die gerne Schauerromane liest und durch Zufall in die gehobene Gesellschaft der Stadt Bath gerät, ist filmisch gut gelungen. Beim größten Onlinehändler hat der Film nur eine mittlere Bewertung weil, durch einen Fehler der dortigen Redaktion beim Intro, die Rezessionen von zwei verschiedenen Verfilmungen vermischt wurden. Die ältere Verfimung Northanger Abbey (1986) eine BBC-Produktion von Regisseur Giles Foster ist tatsächlich schwach, kein Vergleich mit der neueren ITV-Verfimung von Regisseur Jon Jones. Wobei man bedenken muss dass in den 70er und 80er Jahren viele englische Klassiker in wohlgemeinten aber schlichten Lowbudget-Versionen gedreht wurden. Damals war Austen noch nicht kultig. Das kam erst mit der Verfimung Stolz und Vorurteil (1995) mit Colin Firth. Nicht nur eine aufwendige Produktion sondern hier schaffte es auch der Drehbuchschreiber Andrew Davies, die Themen von Austen auf innovative Weise für ein modernes, junges Pubikum attraktiv zu machen. Machte Austen, kurz gesagt, sexy, wenn auch auf subtile Weise. Jane wurde Big Business, nicht nur in England sondern weltweit, und seitdem haben Verfilmungen eine ganz andere Startbasis, was Budget, Ausstattung und Besetzung anbelangt. All diese Elemente kommen bei Jane Austens Northanger Abbey (2007) gut zur Geltung, inklusive ein Drehbuch von Andrew Davies und die sympathische Hauptdarstellerin Felicity Jones als Austens Heldin Catherine Morland.

Info  Ein deutscher Trailer für Jane Austens Northanger Abbey (2007) / Wer den Film auf Englisch auschecken will findet ihn hier komplett auf YouTube / Wobei die DVD mit deutschem und englischen Ton preiswert im Onlinehandel erhältlich ist, und solche Filme mehr Spaß machen mit guter Qualitát auf einem großen Bidschirm . Unsere englische Romanausgabe im obigen Foto  ist von Wordsworth Classics, mit einem Cover von William Frederick Witherington und einer 18 Seiten langen Einführung von David Blair. Auf Deutsch ist der Roman unter dem Titel Die Abtei von Northanger als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Weitere Infos über den Roman und die Verfilmung gibt es bei Wikipedia

TV-Termine für Wiederholung: Mittwoch  31. Juli. 14:00 Uhr und Samstag  3. Aug. 13:20 Uhr

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So Jane will be on the new £10 notes: Great news for Austen fans. Except they won't be wanting to part with those banknotes anymore. Maybe that's good too. But, seriously, why not drop another man and keep Elizabeth Fry in there too?

Es sieht so aus als ob bald jeder Engländer die Autorin von Romanen wie Emma und Stolz und Vorurteil im Portemonnaie dabeihaben wird. Das hat jedenfalls Sir Mervyn King, Gouverneur der Bank of England angedeutet. Und das würde er sicher nicht unbedacht als Gerücht in die Welt setzten. Für Austen-Fans sieht es also gut aus, und wir vermuten dass der eine oder andere sich den neuen £10 Schein einrahmen und an die Wand hängen wird. Geld spielt in den Romanen von Jane Austen (1775-1817) zweifellos eine Rolle, denn Frauen hatten damals kaum eine Möglichkeit selber Geld zu verdienen und waren in dieser und vielen anderen Hinsichten fast völlig von Männern beziehungsweise einer erfolgreichen Heirat abhängig. Über dieser Dinge schrieb Austen mit großer Offenheit. Das Statement von Sir King kam im Zusammenhang mit Beschwerden über den Mangel von Frauen auf Banknoten, beginnend mit dem £5 Schein, auf dem bis jetzt die Gefängnisreformerin Elizabeth Fry (1780-1845 ) zu sehen ist. Diese Dame soll im Jahr 2015 ersetzt werden. Was bedeuteten würde dass, außer Elisabeth II. deren Bild als Monarchin auf der Vorderseite von allen Banknoten ist, nur noch Männer auf englischen Geldscheinen zu sehen wären: 
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Nice to hear that a rose has been named Pride and Prejudice, but what kind of roses might Jane Austen herself have known? Old ones, like Alba roses with evocative names like Maiden's Blush. And Damask roses like York and Lancaster, pictured above, whose look and name refers to the War of the Roses

In England wurde gerade eine neue Rose nach Jane Austens Roman Pride and Prejudice benannt. Was uns neugierig darauf machte, welche Rosen Jane Austen selber gekannt haben würde? Ihre Familie hatte in dem Dorf Chawton, wo Jane mehrere ihrer Bücher schrieb, ein Haus mit einem großen Garten von etwa viertausend Quadratmetern. Und vor ein paar Jahren entschieden die Verwalter des Hauses, dem heutigen weltberühmten Jane Austen Museum, den Garten komplett neuzugestalten, und zwar nur mit Pflanzensorten die es zu Jane Austen’s Zeiten gab. Das wurde ausgiebig recherchiert, nicht nur was Rosen anbelangt sondern auch Kräuter, Blumen für Rankgitter und viele andere Pflanzen die zum Teil schon mit ihren umgangssprachlichen Namen dazu inspirieren, herauszufinden wie sie in Deutschland heißen. Es ist ja durchaus denkbar dass manche Leute gerne einen ähnlichen Garten haben möchten wie Jane Austen. Da wäre zum Beispiel dei Nelkenart Sweet William die auf Deutsch Bartnelken genannt werden. Und Jacob’s ladder, deren biblische Konnotation auch in der deutschen Jakobsleiter vorhanden ist. Der englische Pflanzenname Love-Lies-Bleeding klingt nach turbulenter Romanze, heißt auf Deutsch aber lediglich Garten-Fuchsschwanz, dessen Purpur in England zum Färben benutzt wurde. Im Garten befinden sich auch viele Pflanzen die neben ihrem auffällig farbenfrohen Aussehen auch Heilstoffe enthalten, wie die Akelei, die in England 
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For the 200th anniversary of ''Pride and Prejudice' (1813) we recommend a documentary, link below, about the making of the 1995 BBC adaption (Jennifer Ehle & Colin Firth above, right), which also mentions other films, like the 2005 version with Keira Knightley. Also a good, slightly more modern take

Am 28. Januar 1813 wurde der Romanklassiker Stolz und Vorurteil von Jane Austen veröffentlicht. Zum 200. Jubiläum empfehlen wir ein Doku auf YouTube über den Dreh der beliebten BBC-Verfilmung Pride and Prejudice (1995). Link unten auf unserer Info-Leiste. Das Doku wirft auch einen Blick auf mehrere andere Verfilmungen, darunter die Kinofassung Pride & Prejudice (2005) mit Keira Knightley in der Rolle von Elizabeth Bennet. Dieser Film ist ebenfalls sehr gut, links im Foto ist unsere DVD. Rechts eine Penguin Taschenbuchausgabe die als tie-in zur 1995 TV-Produktion veröffentlicht wurde und auf der Jennifer Ehle als Elizabeth und Colin Firth als Darcy zu sehen ist. Welche Verfilmung ist besser? Erfreulicherweise sind beide gut und zugleich sehr verschieden. Sie ergänzen sich also und man sollte früher oder später beide kennenlernen. Die TV-Fassung ist viel länger und kann dadurch mehr Details von der Romanvorlage einbauen. Die 2005 Kinofassung ist moderner, zum Beispiel was den Soundtrack anbelangt, hier ein Clip, da er mit einer schlichteren Schönheit als der BBC-Soundtrack beeindruckt. Wir schätzen, dieser neuere und kompaktere Kinofilm ist gut zum Kennenlernen der Geschichte, und wird wahrscheinlich einem jüngeren Publikum besser gefallen. Nicht zuletzt weil Keira Knightley die Hauptfigur Elizabeth auf eine, wie soll man sagen, vielleicht ‘natürlichere’ oder weniger konventionelle Weise rüberbringt. Bei langjährigen Austen-Fans hingegen würde es uns nicht wundern wenn sie etwas mehr zur 1995 BBC-Verfilmung neigen. Wählen Sie selbst, oder kaufen Sie sich am besten beide Versionen. Jane Austen ist immer eine gute Investition. Auch noch nach 200 Jahren.

Info  Das Pride and Prejudice Doku Teil, 1 inklusive Interviews mit Austen-Biografin Claire Tomalin und dem Drehbuchautor Andrew Davies. Hier zu Teil 2 und Teil 3. Was Romanfassungen anbelangt hat die Penguin Ausgabe oben im Bild ein schönes Cover für Fans der BBC-Verfilmung, aber kein Zusatzmaterial. Dagegen hat die Penguin Classics Ausgabe sage und schreibe über 100 Seiten an Extras: Vorwort, Essays, Anmerkungen usw. Lohnt sich. Was deutsche Romanausgaben angeht, gefällt uns die Ausgabe vom Insel Verlag, die nicht nur ein schön gestaltetes Cover hat sondern auch Hugh Thompsons Illustrationen von 1894, plus ein 16 Seiten langes Essay von Norbert Kohl, eine Bibliografie und einige Anmerkungen zum Text. Beide Ausgaben sind hier auf unserem Foto zu sehen. Literaturreisen  Das Jane Austen’s House Museum in dem Dorf Chawton, Grafschaft Hampshire.

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Ein altes Foto von dem Dorf Chawton in Hampshire wo Jane Austen jahrelang lebte und mehrere ihrer Romane schrieb. Ihr Haus, links vorne, ist heute ein weltbekanntes Museum.

Jane Austen, die englische Autorin von mehrfach verfilmten Romanklassikern wie ‘Stolz und Vorurteil‘ lebte fast acht Jahre lang in dem Dorf Chawton, siehe Foto, in der ländlichen Grafschaft Hampshire. Es waren die letzten acht Jahre ihres Lebens bevor sie im Alter von 41 Jahren starb, aber dennoch eine der glücklichsten Zeiten ihres Lebens. Hier schaffte sie es nach jahrelangem Warten mehrer ihrer Romane zu veröffentlichen, verdiente erstmals Geld mit ihrem Schreiben und erlebte mit dass sich ihre Bücher große Beliebtheit und Anerkennung hatten. Die lesenswerte Biografie Jane Austen. A Life (1997) von Claire Tomalin ist leider nicht auf Deutsch eräáltlich, deshalb entnehmen wir heute an Janes Geburtstag daraus einige Details über den Alltag der Autorin. Jane zog im Sommer 1809 zusammen mit ihrer Schwester Cassandra und ihrer Mutter in das Haus von Chawton ein, begleitet von Janes langjähriger Freundin, der Pfarrestochter Martha Lloyd. Die vier lebten also in einem Frauenhaushalt, bekamen jedoch öfters Besuch von Janes Brüdern und deren Familien. Das Haus lag und liegt heute noch direkt an der Straße, und obwohl Chawton damals mit ca. 60 Einwohner klein war, führte viel Verkehr durch das Dorf. Das damals schon über hundert Jahre alte Backsteinhaus war vorher ein Wirtshaus für Postkutschen gewesen und auch zu Janes Zeiten donnerten dort noch Gespanne mit sechs Pferden vorbei, so laut dass die Betten im oberen Stockwerk wackelten. Aber Jane mochte diese Allgegenwärtigkeit der Außenwelt gerne, sie saß oft am Fenster des Esszimmers und beobachtete die das Dorfleben und die Durchreisenden, während gleichermaßen Passagiere von langsameren Kutschen neugierige Blicke in Jane Haus warfen. Jane schrieb darüber: ‘Unzählige Kutschen mit jungen Mánnern fuhren gestern morgen vorbei – voll mit zukünftigen Helden, Legislatoren, Naaren und Schurken‘. Das klingt recht plausibel, Jane hatte den Dreh, den Lauf der Dinge mit Worten und einer guten Prise trockenem Humor zu porträtieren.

Die Biografie 'Jane Austen. A Life' (1997) von Claire Tomalin. Nur auf Englisch erhältlich. Mittlerweile mit anderem Cover

Die vier Frauen bekamen bei Jobs wie Holzhacken Hilfe von den netten Dorfbewohnern und gaben deren Kindern dafür Unterricht im Lesen. Janes Mutter war über 70 aber rüstig und baute im Garten Kartoffeln an. Das war damals normal, Janes Familie hatte, obwohl Vater George Austen (1731–1805) Pfarrer gewesen war, gleichzeitig einen Familienbauernhof betrieben, Hühner gehabt, Kühe gemolken, Heu geerntet etc. Der gute alte Pfarrer hatte sogar an Pflugwettbewerben teilgenommen. Vielleicht trug dieses ziemlich rustikale Leben dazu bei dass es Janes Brüder eher zu Berufen wie der Königlichen Marine zog. Nach dem Tod des Vaters waren die Frauen der Familie jedoch aufgrund damaligen Erbrechts auf Janes Brüder angewiesen: Das Haus in Chawton gehörte ihrem Bruder Edward. Jane teilte sich mit ihrer Schwester Cassandra ein Schlafzimmer, die beiden waren eng befreundet und Jane las ihr des Abends vorm Schlafengehen Sachen vor die sie gescrieben hatte. Freundin Martha und Janes Mutter hatten jeder ihre eigenen Schlafzimmer. Jane stand morgens immer als Erste auf um Zeit zu haben unten im Haus Piano zu spielen. Dass ihr das viel bedeutete, spiegelt sich in mehreren Pianoszenen in ihren Romanen. Da alle in Chawton Cottage ihrer Schreibtätigkeit wohlwollend gegenüberstanden, war Janes einziger Job, morgens am Kaminfeuer Tee und Frühstücks-Toast für alle zu machen. Außerdem war sie für die Aufbewahrung vom Schlüssel des Weinschranks verantwortlich. Sie hatte also eine überschaubare tägliche Arbeitslast und konnte sich in Chawton erstmals nach vielen Jahren wieder konzentriert dem Schreiben widmen. Und das tat sie: In Chawton Cottage schrieb sie später ihre drei neuen Romane Mansfield Park, Emma und Überredung. Davor jedoch war Jane Austens erste wichtige Arbeit in Chawton, endlich einen Verleger für ihre zwei fertigen aber bisher unveröffentlichten Romane zu finden. Jane hatte schon fast 15 Jahre voher, noch als Teenagerin, mit ihren Romanen ‘Verstand und Gefühl’ und ‘Stolz und Vorurteil’ begonnen. Aber es war damals sehr schwer für Frauen einen Verleger zu finden. Als Frau Bücher zu schreiben galt damals,so bizarr es heute klingt, als
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Persuasion: The BBC radio play is good, link below. The Penguin kid's version with CD is useful. And the 2007 TV production, which we link up as well, is absolutely stunning.

Das BBC-Hörspiel nach dem Austen Klassiker Persuasion (1818), auf Deutsch ‘Überredung’, kann momentan kostenlos online angehört werden. Es ist Geschichte von der 27-jährigen Anne Elliot die in der Vergangenheit einen jungen Mann heiraten wollte, aber durch die Beeinflussung oder Überredung ihrer Familie davon abließ. Mittlerweile sind 8 Jahre vergangen und durch Zufall begegnen sich die beiden wieder. Eine wundervolle, super-romantische Geschichte. Das Hörspiel ist für Austen-Fans ein Muss, denn diese Produktion ist nicht auf CD oder sonstwo erhältlich. Wohl aber die BBC-Hörspiele von Emma, Mansfield Park, Northanger Abbey, Sense and Sensibility. Diese Hörspiele sind aufwendige Produktionen mit vielen verschiedenen Sprechern, detaillierten Geräuschkulissen und oftmals sehr guter, eigens komponierter Musik. Auf dem Foto ist eine unserer Romanausgaben und eine nette Ausgabe für Kinder, ebenfalls vom Penguin-Verlag, inklusive CD, die allerdings kein Hörspiel sondern eine Lesung von ca. 47 min. Länge enthält. Wir schätzen dass in Deutschland Kinder ab etwa 13 Jahren mit dem Englisch-Level (‘Level 2, 600 headwords‘) zurechtkommen werden. Die BBC-Hörspiele hingegen erfordern schon recht gute Englischkenntnisse. Wer Jane Austens Romanvorlage Überredung nicht kennt, wäre gut beraten, sich zuerst die exzellente TV-Verfilmung aus dem Jahr 2007 anzusehen. Es ist gut, ein Bild von den zahlreichen Figuren des Romans zu bekommen, und ebenfalls davon wie die Welt vor 200 Jahren aussah. Am Ende des Blogposts sind Links für das BBC-Hörspiel und die ITV-Verfilmung. Letztere gibt es übrigens auch mit deutscher Synchronisierung preiswert als DVD. Mit schönen und werkgetreuen Drehorten wie Lyme Regis in Dorset. Ein beträchtlicher Teil der Geschichte spielt in der Stadt Bath, wo Jane Austen mehrere Jahre lebte, und davon sieht man im Film berühmte Orte wie die antiken Römischen Bäder und den Royal Crescent. Wir waren vor Jahren mal geschäftlich in Bath und bereuen bitterlich, damals keine Fotos gemacht zu haben, denn es ist eine schöne Stadt die aufgrund der Austen-Connection eine literarische Pilgerstätte geworden ist, u. a. mit dem Jane Austen Centre. Der Roman Persuasion oder Überredung ist einer, dessen Veröffentlichung im Jahr 1818 Jane Austen nicht mehr miterlebte, denn sie starb 1817 im Alter von 41 Jahren. Ein Happy End, wie das von Anne Elliot und Captain Wentworth, war Jane leider nicht vergönnt. Aber dafür ein Schwanengesang von tiefer Schönheit, Intelligenz und Humor.

Info Das BBC Hörspiel Persuasion / Die von uns empfohlene deutschsprachige DVD Jane Austens “Persuasion” (2007) mit  Sally Hawkins und Rupert Penry-Jones ist im Handel erhältlich / Diese TV-Verfilmung von Persuasion kann auf auf YouTube ausgecheckt werden / Den Roman gibt es auf Deutsch als Überredung. Die Liebe der Anne Elliot / und als Hörbuch 6-CD-Set unter dem Titel Anne Elliot oder die Kraft der Überredung / Photo: Some of the editions we got from Penguin Books. Hörspiel verpasst? Wird früher oder später wiederholt, wir weisen im Blog darauf hin.

 

Querida Tía Jane: 'A Memoir of Jane Austen' has just been translated & published as 'Recuerdos de Jane Austen'. There's over 400 million Spanish speakers, you know!

Jane Austen hat eine große Fan-Gemeinde in Spanien, und erfreulicherweise ist die Biografie A Memoir of Jane Austen (1869), also Erinnerungen an Jane Austen von ihrem Neffen James-Edward Austen-Leigh jetzt auf Spanisch veröffentlicht worden. Wir sind gewohnt, Texte von und über Jane Austen im Originaltext zu lesen – wenn man will, sogar gemeinfrei im Netz wie es bei Austens Romanen und auch dieser Biografie der Fall ist. Dabei vergisst man leicht dass für viele Leute – z. B. über 400 Millionen spanischsprachige Leser – Englisch nicht immer so einfach ist. Zunindest nicht für den literarischen Gebrauch. Ähnlich wie auch in Deutschland die meisten Leute lieber und besser mit deutschen Übersetzungen auskommen. Wir sind etwas überrascht dass A Memoir of Jane Austen, gemäß unserer Suche bei Online-Handlern, noch nie auf Deutsch erschienen ist. Man würde meinen dass so gemeinfreier Text für deutsche Verlage ein günstiges und machbares Projekt wäre: Ein paar Tausend Euro für eine kompetente Übersetzung und eine schöne Cover-Gestaltung investieren – und man hätte ein Buch das bei Tausenden von deutschen Austen-Fans auf dem Weihnachtstisch landen würde.
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War dies die echte Jane Austen?

Spielt es eine Rolle wie berühmte Autoren ausgesehen haben? In Theorie nein. In Praxis ist man fasziniert davon. Wäre Jane Austen (1775 -1817) nicht früh mit 41 Jahren gestorben, gäbe es sicher Fotos von ihr. Es gibt ja sogar eine Aufnahme von Janes Bruder Francis Austen (1774-1865) obwohl er älter als Jane war. In Claire Tomalins Biografie Jane Austen: A Life (1997) ist ein Foto von ihm, anscheinend nicht online, das ihn selbst im Alter als sehr gut aussehenden Mann zeigt. Jane Austen geht in ihren Romanen öfters, und auch bewertend, auf das Aussehen ihrer Figuren ein. Die Frage ob auch Jane Austen gut aussehend war, ist für Austen-Fans oft ein Stein des Anstoßes: Auf dem einzigen bisher bekannten und echten Gesichtsporträt, welches ihre Schwester Cassandra machte, sieht Jane, so die allgemeine Reaktion, nicht sehr hübsch aus. Worauf man antworten kann dass dies 1. An dem etwas verbissenen Gesichtsausdruck liegt, 2. An der Malkunst der Schwester und 3. Ohnehin egal ist weil Jane Austens Werk das Wesentliche ist. Es gibt ein weiteres, allerdings umstrittenes Bild das Jane angeblich als Kind zeigt, das sog. Rice Portrait. Wir halten es, kurz gesagt, für echt aber sind damit wahrscheinlich in der Minderzahl. Das neu aufgetauchte, angebliche Porträt von Jane Austen hat ein paar interessante Aspekte. Der Kontext hier, was Kleider und Schmuck anbelangt, und auch die Tatsache dass die Dame einen Federkiel in der Hand hält und ein Blatt Papier vor sich liegen hat, wirkt ziemlich glaubwürdig. Dass im Hintergrund, durchs Fenster ein Gebäude wie eine Kirche zu sein scheint, passt ebenfalls zu Jane Austen. Unser Foto – von einem Foto auf dem PC-Monitor – gibt durch den speziellen Winkel und Lichteinfall das Aussehen des Originalbilds natürlich nicht zuverlässig wieder. Aber der Gesichtsausdruck, ernst aber mit einem sehr leise angedeuteten Lächeln, ist in etwa so wie man sich die manchmal bissig-ironische Mrs. Austen vorstellt. Die Geschichte von der Herkunft des Bildes ist, soweit wir bis jetzt in Erfahrung bringen konnten etwa so:

Die britische Autorin Dr. Paula Byrne und ihr Ehemann kauften das Bild (auf Vellum, also Leder) vor ein paar Jahren bei einer Versteigerung, von einem Spezialisten der das Bild für unecht hielt. In einer Aktion die Thema einer BBC TV-Sendungzu Weihnachten sein wird, engagierten die neuen Besitzer jedoch drei renommierte Spezialsten um das Bild genauer zu untersuchen. Zwei von ihnen halten es für möglich dass auf diesem Bild die echte Jane Austen zu sehen ist. Wir sind gespannt

 

Zweihundert Jahre Zweisamkeit

Zwischen Oktober und November des Jahres 1811 wurde Jane Austens Roman Sense and Sensibility veröffentlicht. Sicher eine Erwähnung wert, denn es ist ein wundervolles Buch. Glücklicherweise gibt es zwei gute Verfilmungen von dem Stoff. Oben rechts, unsere DVD vom BBC-Fernsehfilm Sense & Sensibility (2008). Links eine deutsche Romanfassung mit einem Bild von dem Kinofilm Sense and Sensibility (1995). Wir haben relativ wenige deutsche Bücher und lesen und recherchieren Jane Austen grundsätzlich auf Englisch, aber dies ist eine schöne und mittlerweile recht seltene Ausgabe vom guten alten Heyne Verlag. Die Übersetzung von Ursula und Christian Grawe macht einen guten Eindruck und zudem enthält diese Ausgabe durch das Buch verteilt, viele Farbfotos (22) von der exzellenten Kinoverfilmung: Mit Stars wie Kate Winslet, Hugh Grant, Alan Rickman, Hugh Laurie…und natürlich Emma Thompson, die nicht nur die verstandesbetonte Elinor spielte sondern auch das Drehbuch schrieb. Daher dass die jüngere Marianne (Kate Winslet) im Gegensatz zu Elinor sehr gefühlsbetont ist, erklärt sich ja auch der Romantitel Verstand und Gefühl. Welche ist die bessere Verfilmung? Wir haben und mögen beide. Wir würden sagen dass Emma Thompsons Kinofilm sehr die humorvollen Seiten des Romans betont. Die BBC-Verfilmung hingegen mehr die ernsteren Aspekte der Geschichte. In ihrer höchst lesenswerten Biografie Jane Austen: A Life (1997) schreibt Claire Tomalin dass Sense and Sensibility zwischen Komödie und Tragödie liegt. Insofern finden wir die BBC-Fassung fast noch ein bisschen besser als den Kinofilm.

Tipp  Ein englischer Trailer. Die BBC-Verfilmung ‘Jane Austen’s Sense & Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit)’ ist aber auch auf Deutsch synchronisiert preisgünstig als 2 Disc Set im Handel erhältlich.

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Wir wussten dass Jane Austen Cricket gut kannte (sie erwähnt es ja in einem ihrer Romane) und höchstwahrscheinlich im Familienkreis selber spielte. So wie es auch in einem Spielfilm über Austen dargestellt wird. Mehr zum Film gleich. In Biografien ist jedoch relativ wenig über die Austen-Cricket-Verbindung zu finden. In Claire Tomalins Biografie Jane Austen: A Life (1997) wird, so weit wir sehen, nur einmal beiläufig erwähnt dass es bei der Familie von Janes Bruder Edward im Sommer Cricket-Spiele gab. Als wir John Majors Cricket-Buch More Than a Game (2007) in die Hände bekamen, war deshalb das erste was wir im Stichwortverzeichnis auscheckten, der altehrwürdige Name Austen. Und siehe da, Sir John hat um die sechs Seiten Informationen über die Austen-Cricket-Connection! Demnach haben die Austens nicht nur Cricket gespielt sondern sogar einiges dazu beigetragen, den Sport in seiner modernen Variante zu entwickeln: In Jane Austens (1775-1817) ländlicher Heimat, der Grafschaft Hampshire war Cricket äußerst beliebt, mitunter aufgrund von Hampshires Hambledon Club, dem damals bedeutendsten Cricket-Verein Englands. Janes Vater, der Dorfpfarrer George Austen betätigte sich, um sein bescheidenes Einkommen aufzubessern, zusätzlich als Lehrer und unterrichtete zuhause Jungs in seinem Pfarrhaus. Zwecks Abwechslung und als sportliche Betätigung wurde Cricket gespielt.

Es ist anzunehmen dass dabei auch die Austen-Kinder, inklusive Jane, ihre Liebe zu dem Spiel entwickelten. Jane Austens Bruder Edward (geb. 1767) hatte später insgesamt 11 Kinder. Vier davon wurden angesehene Cricket-Spieler – mit Amateur-Status, wie damals üblich. Und von diesen 4 wurde einer, nämlich Janes Lieblingsneffe George Thomas Austen (geb. 1795), zu einem der besten Cricketer seiner Zeit, der zudem half, eine neue und damals umstrittene Spieltechnik (kurz: vom sog.underarm bowling zum roundarm bowling) durchzusetzten. Etwas das im konservativen Cricket-Establishment damals einem Staatsstreich gleichkam. George Thomas Austens Vater Edward hatte allerdings den Namen Austen abgegeben und den Namen Knight (von einer reichen Familie die ihn adoptiert hatte) angenommen, und so wurde auch Cricketer George Thomas im Alter von 16 auf den Namen Knight umgetauft. Der Wikipedia-Eintrag des einflussreichen Cricketers George Thomas Knight enthält (zur Zeit des Schreibens) keinerlei Hinweis auf seine Austen-Connection.

Cricket-Szene aus der Film-Biografie 'Geliebte Jane' (2007)

Wir fanden das Buch More than a Game (ja, der Autor ist der John Major) auch über die Austen-Connection hinaus interessant. Major, obwohl offensichtlich sehr bewandert im Thema, fachsimpelt nicht übermäßig sondern setzt Cricket auch in einen weitreichenden kulturellen Kontext. So werden hier neben Austen, Schriftsteller und Künstler wie Charles Dickens, Conan Doyle,  J. M. Barrie, Byron, Keats, Galsworthy, Dorothy L. Sayers,, Kipling, und J. M. W. Turner erwähnt. Hier dessen Bild Wells Cathedral with a Game of Cricket. Übrigens war die Kirche, wie wir dem Buch entnehmen, anfangs gegen Cricket, weil sie fürchtete, dadurch Besucher zu verlieren. Ein durchaus praktischer Denkansatz. Aber zum Schluss für heute diese Frage: Könnte es sein dass Jane Austen ihren Lieblingsneffen George Thomas Austen,also den späteren Cricket-Star George T. Knight persönlich trainierte? Nun, dass Jane das Spiel sehr liebte, sieht man in ihrem Roman Northanger Abbey, der 1817 veröffentlicht aber schon 1798 geschrieben wurde, als Jane Anfang Zwanzig war. Hier steht über die junge weibliche Hauptperson Catherine Morland, wir übersetzen frei und auszugsweise aus dem englischen Original:

Sie mochte alle Jungenspiele aber bevorzugte Cricket, nicht nur mehr als mit Puppen zu spielen, sondern auch mehr als solch heroische  Kindervergnügen wie das Füttern von Kanarienvögeln und Blumengießen‘.

Unser Kommentar: Right on, Jane! Mit Humor, fast mit etwas bissiger Zynik, macht die Schriftstellerin Jane Austen es hier glasklar dass sie keineswegs zu schüchtern gewesen wäre um mit Geschwistern und höchstwahrscheinlich auch mit ihrem Neffen George  Thomas Cricket zu spielen. Sehen Sie dazu auch die Szene im Spielfilm Geliebte Jane (2007). Wir hatten in unserer Rezension ein, zwei Vorbehalte gegenüber dem Film, aber die Cricket-Szene, siehe YouTube Clip, mit Jane Austen, gespielt von Anne Hathaway (im langen braunen Kleid), ist wundervoll.

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Avenita Kulturmagazin