My hardback edition of Elton John's autobiography ‘Me’ (2019). It's even better than I expected. Beyond the showbizzy side of things there is a real muso at work, someone with a deep love for music and an encyclopedic knowledge of it. A delight to read

Starkes Buch, das ehrlich gesagt noch besser war als ich erwartet hatte. Ich hatte im Laden, wie es meine Angewohnheit bei Autobiografien ist, nur kurz das Stichwortverzeichnis durchgesehen. Darin stand so gut wie jeder erwähnenswerte Name der Rockgeschichte. Elton John kennt einfach jeden. Und weil er ein gutherziger Typ und ein fantastischer Musiker  ist, mag ihn jeder…und ist wahrscheinlich happy, von ihm erwähnt zu werden. In dieser Hinsicht hatte ich erwartet dass Showbusiness der Schwerpunkt wäre. Aber Elton John ist deutlich mehr an der Musik als an dem Drumherum interessiert. Er hat ein  enzyklopädisches Wissen über Rock- und Popgeschichte. Und das macht Spaß zu lesen. Obwohl die Autobiografie ‘Me’ (2019) heißt, ist Elton John weniger ein ’Me, me, me’-Typ als so mancher anderer Star. Er hat großes Interesse an der Welt um sich herum, und kann gut darüber erzählen. Wäre er kein Musiker und Popstar, könnte ich mir vorstellen, dass er auch als Journalist gut wäre. Apropos Musikgeschichte, faszinierte mich gleich zu Anfang des Buchs Elton Johns Beschreibungen vom frühen Rock ‘n’ Roll der 1950er Jahre – mit dem er aufgewachsen ist – als kulturelles Phänomen.

Sechzig Jahre später ist es schwer zu erklären, wie revolutionär und schockierend Rock and Roll wirkte. Nicht nur die Musik: das ganze Kultur die er repräsentierte, die Kleider und die Filme und die Einstellung. Es schien die erste Sache zu sein, die wirklich Teenagern gehörte, etwas das sich ausschließlich auf uns bezog und das uns das Gefühl gab, anders als unsere Eltern zu sein, und das Gefühl, etwas erreichen zu können. Es ist auch schwer zu erklären, mit welchem Ausmaß die ältere Generation Rock and Roll hasste. Nimm als Beispiel jede moralische Panik die Popmusik seitdem provoziert hat – Punk und Gangster Rap, Mods und Rocker und Heavy Metal – dann addiere sie alle und verdopple es: Das ist, wie viel Empörung Rock and Roll auslöste. (Frei von mir aus der englischen Originalfassung von Elton Johns Autobiografie ‘Me’ übersetzt. Das Buch ist auch auf Deutsch erhältlich)

Weil sein Vater ein relativ spießiger und nicht besonders warmherziger Typ war, fand Elton John den Rock ‘n’ Roll umso spannender. Hier kommt im Buch seine Liebe für das Sammeln von Schallplatten ins Spiel, er erwähnt Leute wie Jerry Lee Lewis, Little Richard, Elvis Presley…und Songs wie Hound Dog, Blue Suede Shoes, Whole Lotta Shakin‘´going on, Long Tall Sally, That’ll Be The Day, Roll Over Beethoven etc. Dabei musste ich unwillkürlich an Elton Johns Lied Crocodile Rock denken, das mit den Zeilen ‘I remember when rock was young…’ von genau dieser Epoche handelt – und das erste Lied war, das ich von ihm hörte. Das englische Hörbuch hat einige Vorteile, mitunter dass Elton John persönlich den Prolog spricht. Er beginnt mit einem Flashback zum Winter 1967, bei einem Auftritt in einem nordenglischen Nachtclub, als Reg Dwight, wie er damals noch hieß, Orgelspieler in der Backingband des Blues-Sängers Long John Baldry war.

 

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Elton Johns Autobiografie ‘Me’ (2019) als englisches Hörbuch Die Lesung mit den Sprechern Elton John und Taron Egerton. Letztgenannter spielte in der Filmbiografie ‘Rocketman’ (2019) die Rolle von Elton John

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