Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Megalithkultur

The Rolling Stones are one of several 60s and 70s rock bands who presented themselves in connection with Stonehenge and other monuments. See the following pics of Led Zeppelin and Black Sabbath with Stonehenge themed stage sets

Die Rolling Stones sind eine von mehreren Rockbands die sich im Zusammenhang mit Stonehenge präsentierten. Siehe nachfolgend Fotos von Led Zeppelin und Black Sabbath mit Bühnendesign im Stonehenge-Look. Plus einige LP-Cover und Lieder mit Megalith-Thematik, und auch etwas von den Beatles. Das heute ziemlich weitverbreitete Interesse an Steinkreisen und anderen Monumenten ist zum gewissen Teil der Jugendkultur der 60er und 70er Jahre zu verdanken. In den 50er Jahren herrschte eher Enthusiasmus für die Konsumgesellschaft. Es gab relativ wenig Skepsis gegenüber neuen Errungenschaften wie Hochhaussiedlungen, Atomkraft und Landwirtschaft mit chemischen Methoden. Das populäre Image der Steinzeit war bis Mitte der 60er Jahre von Gags geprägt, wie in der TV-Serie
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We visited a megalithic monument here in Andalusia. It's over 5000 years old, probably older than bluestone phase Stonehenge. Interior photo in part two of the blogpost

Wir haben letzte Woche ein Megalithmonument bei uns in Andalusien besucht das als eins der wichtigsten in Europa gilt. Es ist Teil von einem Komplex mit zwei weiteren Dolmen. Links, das Hauptmonument Dolmen de Menga. Es folgt ein Foto mit Blick ins Innere. Es ist riesig, gebaut aus Steinquadern die zum Teil dreimal größer und schwerer sind als die von Stonehenge. Nach neusten Erkenntnissen ist die Anlage wahrscheinlich etwas älter als Stonehenge. Ähnlich wie Stonehenge, wurde Menga auf spezifische Art in die umliegende Landschaft eingebettet, hat u. a. eine Verbindung zu einem markanten Berg von dem wir ebenfalls ein Foto machten. Nachfolgend ein YouTube Clip mit einer Computeranimation die zeigt wie das Monument gebaut wurde
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If there's a German author with a vague similarity to Emily Brontë it'd be Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) who wrote poems as well as novels. Sadly, her work gets very little attention in Germany in the way of TV or movie adaptions

Es ist der Geburtstag der Schriftstellerin und Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Links im Bild, passend zum Thema des Gedichts, unser Foto von einem bedeutenden steinzeitlichen Megalithgrab, volkstümlich Hünengrab genannt, gleich mehr dazu. Dass in Der Hünenstein (1844) gleich zu Anfang das Wort elektrisch erscheint, machte uns neugierig. Wir dachten dabei unwillkürlich an die Rolle von Elektrizität in Mary Shelleys Frankenstein, dessen Monster durch eben diese Kraft zum Leben erweckt wird. Interessanterweise war Mary Shelley (1797-1851) fast aufs Jahr genau Zeitgenossin von Droste-Hülshoff. In ihrem folgenden Gedicht wird die Heidelandschaft in der sich das Monument befindet, metaphorisch als uralter aber dennoch lebendiger Mann mit elektrischen Funken im Haar beschrieben. Dies ist auf Anhieb nicht ein Ausdruck den man von Droste-Hülshoff erwartet. Der Kontext: Aufgrund von Luigi Galvanis damaligen Konzept der Tierelektrizität, also seinen Experimenten bei denen Strom scheinbar Tiere zum Leben erweckte, war Elektrizität damals ein Synonym, ein Erklärungsversuch für eine bis dato quasi mythische Lebenskraft. In den Zeiten der zunehmenden Aufklärung suchten Wissenschaftler und auch Dichter nach rationalen Erklärungen für, sprichwörtlich, Gott und die Welt. Manche Dichter waren damals wie Wanderer zwischen zwei Welten, Romantik und Aufklärung. Das Gedicht enthält beide Elemente. Mutmaßungen über prähistorische Kulte aber auch praktische, wissenschaftliche Beobachtungen zum Monument.

Der Hünenstein (1844)

Zur Zeit der Scheide zwischen Nacht und Tag,
Als wie ein siecher Greis die Haide lag
Und ihr Gestöhn des Mooses Teppich regte,
Krankhafte Funken im verwirrten Haar
Elektrisch blitzten, und, ein dunkler Mahr,
Sich über sie die Wolkenschichte legte;
.
Zu dieser Dämmerstunde war’s, als ich
Einsam hinaus mit meinen Sorgen schlich,
Und wenig dachte, was es draußen treibe.
Nachdenklich schritt ich, und bemerkte nicht
Des Krautes Wallen und des Wurmes Licht,
Ich sah auch nicht, als stieg die Mondesscheibe.
.
Kommentar: Der in Gedanken vertiefte Wanderer in der Heide bemerkt anfangs nicht die Natur, den Mond, die Tiere und Pflanzen die ihn umgeben. Die Autorin vergleicht seine Gedankenwelt mit Pfennig-Magazinen. Erst als er in folgenden Strophen stürzt, schaut er sich um und merkt dass er
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The Kate Bush song Hounds of Love has an audio sample of the horror classic Night of the Demon (1957). Check out a fan made video with excerpts from the film which includes Stonehenge scenes, above. We also look at some other films in which stone circles play a role, often full of clichés

Neulich bei einem Blogpost über das Konzert-Comeback von Kate Bush checkten wir ein paar Lieder aus und kamen auf ein Video mit Filmclips von dem Film Der Fluch des Dämonen (1957). Kein Zufall, denn Kate Bush verwendete ein Audio-Sample von dem Film im Lied Hounds Of Love. Links eine Filmszene: Psychologe John Holden findet bei Stonehenge in Stein geritzte Zeichen mit denen ein Dämon heraufbeschworen wird. Nachfolgend der Clip und Infos über diesen und andere Filme und Romane in denen Steinkreise und eine Menge an glorreich versponnenen Horror-Klischees vorkommen.

Music: Extended mix, different from LP version
Video clip: Unofficial, made by fan
Film material used: Night of the Demon (1957)
Audio sample used by Kate Bush: ‘It’s in the trees, it’s coming!
.

Gutes Lied. Der unoffizielle, offenbar von einem Fan gemachte YouTube Clip gefällt uns besser als das offizielle Video, obwohl das auch im 50er Jahre Stil gemacht wurde. Der echte 50er Jahre Film Der Fluch des Dämonen ist von der Atmosphäre her jedoch schwer zu überbieten. Dieser Film, der auf einer Kurzgeschichte von M. R. James beruht, wird im englischen Sprachraum heute weitgehend als Klassiker des Horrorgenres angesehen. In Deutschland weniger bekannt, im Onlinehandel scheint es nicht mal eine deutschsprachige Fassung zu geben. Der Film hat eine kleine Schwäche, nämlich dass der Zuschauer den Dämon letztendlich als Figur mit fratzenhafter Maske zu sehen bekommt. Was unvermeidlich und typisch für Horrorfilme, eine kleine Entäuschung und kein besonderer Schreck ist. Zudem muss man wie bei allen Horrorfilmen auf den kritischen Verstand verzichten. Es gibt in Stonehenge keine Runen, die aus einem viel späteren Zeitalter als Stonehenge stammen. Und natürlich hat Stonehenge keine Verbindung zu neuzeitlichen, im 20. Jahrhundert entstandenen Kulten à la Thelema und Aleister Crowley, der Mann auf dem dem die Filmfigur von Dr. Julian Karswell angeblich basiert. Einige Filme über Steinkreise haben, trotz allen Klischees, ein paar ganz gute Bilder von den Monumenten. In Der Fluch des Dämonen sieht Stonehenge, so ganz ohne die Zäune und Touristen irgendwie spannend aus. Auch in der britischen TV-Serie Children of the Stones (1976), hier ein Clip, sind gute Aufnahmen von einem Steinkreis, dem von Avebury wo die Serie spielt. Auch wenn sich hier, etwas arg klischeehaft, der freundliche Bürgermeister als geheimer Anführer
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Prehistoric Cup & Ring marks have long fascinated us because, rather than totally abstract, they seemed to actually depict something. But what? See the pic in part 2 of the blogpost

Die Cup and Ring genannte, in Stein geritzte Felskunst, links ein Foto, gibt es tausendfach auf den Britischen Inseln und anderen Ländern. Rätselhaft wie vieles an der Megalithkultur. Die Gravuren sind im Schnitt 5000 Jahre alt, manche deutlich älter. Der Name Schale und Ringe ist eine moderne Beschreibung. Archäologen haben bisher keine Erklärung dafür, außer der Annahme dass diese oft horizontal auf Felsoberflächen geritzten Muster eine rituelle Bedeutung gehabt haben könnten. Wir sind ein Kulturmagazin, erlauben uns eine künstlerische Betrachtungsweise, wohlwissentlich dass dies nie das letzte Wort sein wird. Die eigentümliche Cup and Ring Form beschäftigt uns jedoch schon länger, in dem Sinn dass man gelegentlich, wenn zum Beispiel ein Stein ins Wasser fällt und Ringe formt, auf den Gedanken kommt  dass Menschen diese Ringe schon vor Jahrtausenden sahen und interessant fanden. Eine Verbindung mit Wasser gibt es ja auch insofern dass sich Regenwasser kanalförmig in Cup and Ring Gravuren sammelt und fließt. Aber dieses Gedankenspiel allein schien uns keinen Blogpost wert. Interessanter, die Ähnlichkeit der Cup & Ring Muster mit nachfolgendem Pilz-Foto.
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'Wait for the sun on a winter's day and a beam of light shines across the floor...'. A line from the song Newgrange by Clannad. Besides solstice related light effects, monuments like Newgrange in Ireland may also have some unusual acoustic properties. There's a BBC docu online. Link below

Es gibt ein Lied von Clannad über das 5000 Jahre alte irische Hügelgrab Newgrange in dem es heißt: ‘Warte auf die Sonne an einem Wintertag und ein Lichtstrahl erscheint am Boden...’. Diesen spektakulären Effekt gibt es tatsächlich in Newgrange, links. Einmal im Jahr zur Wintersonnenwende illuminiert das Licht der aufgehenden Sonne einen 22 Meter langen Gang im Inneren des Newgrange Monuments und führt genau zu der darin enthaltenen Grabkammer. Diese Eigenschaft von Newgrange wurde erst 1967 entdeckt. Es ist durchaus anzunehmen dass zukünftig weitere Entdeckungen gemacht werden. Ein relativ neues Forschungsgebiet hat den Namen Archaeoacoustics. Momentan ist ein Doku auf BBC-Radio dazu online. Link folgt. Wer Lust hat kann, apropos Klang, vorher das oben erwähnte Lied über das Monument auschecken. Wir wählten die Coverversion von der Gruppe namens Celtic Woman. Newgrange ist älter als Stonehenge und in seinen Steinen sind rätselhafte triskelenförmige Verzierungen, im obigen Bild zu erkennen. Solche Verzierungen sind auch im Inneren des Monuments, sie werden sichtbar wenn das Licht der Wintersonnenwende in das Monument eindringt. Der Forschungszweig Archaeoacoustics beschäftigt sich damit ob und inwiefern Monumente und auch prähistorische Kunst wie Höhlenmalereien und Gravuren eine absichtliche Verbindung mit Klangeigenschaften der Stätten haben. Für das folgende Doku über Newgrange untersuchten Aaron Watson und David Keating von Reading University das Monument von innen. Sie benutzten dazu elektronische Geräte die gleichmäßige, messbare Geräusche wie 1/f-Rauschen oder Rosa Rauschen erzeugen.

Ein Effekt der untersucht wurde, ist die sog. Helmholtz-Resonanz. Das sind Töne die beispielsweise erzeugt werden wenn
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Scott's novel The Pirate (1822), set in the Orkney Islands, makes the 5000 years old Dwarfie Stane, above, part of the story. Also the Stones of Stenness and the 'Odin Stone' which inspired him to incorporate Scandinavian legends into the story. Which in turn inspired Schubert to write Gesang der Norna

Sir Walter Scott besuchte die Orkneyinseln in 1814 und ließ den dortigen 5000 Jahre alten Dwarfie Stane, links, im Roman Der Pirat (1822) auftauchen. Auch andere Orkney-Monumente, wie die Stones of Stenness und den sog. Odin Stone. Im 8. Jahrhundert waren norwegische Siedler auf die Orkneyinseln gekommen und hatten Monumente die sie vorfanden nach skandinavischen Mythen gedeutet. Das inspirierte Scott dazu, die Romanhandlung, die um 1700 spielt, mit nordischen Mythen zu verbinden. Die Seherin Norna wähnt sich als Nachfahrin der alten Götter. Der Roman wiederum inspirierte Schubert zu diesem Lied

Gesang der Norna

Mich führt mein Weg wohl meilenlang
Durch Golf und Strom und Wassergrab.
Die Welle kennt den Runensang
Und glättet sich zum Spiegel ab.

Die Welle kennt den Runensang,
Der Golf wird glatt, der Strom wird still;
Doch Menschenherz, im wilden Drang,
Es weiss nicht, was es selber will.

Nur eine Stund’ ist mir vergönnt,
In Jahresfrist, zum Klageton,
Sie schlägt, wenn diese Lampe brennt –
Ihr Schein verlischt — sie ist entflohn.

Holde Magnus Töchter, fort und fort!
Die Lampe brennt in tiefer Ruh’;
Euch gönn’ ich dieser Stunde Wort,
Erwacht, erhebt Euch, hört mir zu!

Weit bekannter als die Scott-Vertonung Gesang der Norna ist natürlich Schuberts Ave Maria das von Scotts Gedicht The Lady of the Lake inspiriert wurde, wir schrieben darüber einen Blogpost an anderer Stelle. Sir Walter Scott, Autor von Romanen wie Ivanhoe und Rob Roy, war im 19. Jahrhundert einflussreich. Er war Schotte, und es überrascht nicht dass Spuren uralter Kulturen auf den schottischen Inseln ihn faszinierten. Zu Beginn des 19. Jahrhundert war noch viel weniger über die Stones of Stenness und den Ring von Brodgar bekannt als heute. Orkneys jungsteinzeitliche Siedlung Skara Brae hatte man zu Scotts Lebzeiten noch nicht einmal entdeckt. Leute dachten damals dass die Megalithkultur etwas mit Kelten und Druiden zu tun hätte, wussten nicht dass diese Monumente zwei bis dreitausend Jahre älter
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Meach & big brother went to the Preselis to a stone circle called Bedd Arthur. Near where the bluestones of Stonehenge came from. The fact that many places in Britain are called Arthur's grave seems at first to weaken a realistic link to legends. But what if Arthur was once not just a personal name, but a title?

Meach & Co waren vor zwei Wochen in Wales bei dem ungewöhnlichen Steinkreis Bedd Arthur, siehe unser Foto links. Zum Vergrößern anklicken. Die Landschaften der Preseli-Berge sind selbst bei durchwachsenem Wetter eindrucksvoll. Meilenweit keine Menschenseele, kein Haus in Sicht. Vielleicht mal ein paar Ponys. Die Gegend ist großteils Naturschutzgebiet, aber dieser Teil von Wales in der Grafschaft Pembrokeshire, ist ohnehin ziemlich dünn besiedelt. Touristen kommen im Sommer zu Pembrokeshires Stränden und Küstenstädten wie Tenby, aber in den Preselis haben wir selten Touristen getroffen. Selbst für Leute die sich für Megalthkultur interessieren, ist es einfacher und wohl auch spektakulärer, berühmte Monumente wie Avebury und Stonehenge im Süden Englands zu besuchen. Dabei haben die Preseli Hills, nahe Crymych gelegen (einem Dorf wo man mehr Walisisch als Englisch spricht) eine starke Verbindung mit Stonehenge. Geologische Untersuchungen haben bewiesen dass die sog. bluestones, die kleineren Steine von Stonehenge, aus den Preselis kamen, und zwar spezifisch aus Felsformationen nahe dem Bedd Arthur Steinkreis. Interessanterweise gibt es in der Umgebung Dutzende von Steinkreisen, auch wenn sie auf Anhieb nicht leicht zu finden, oftmals kaum zu
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We were arguing whether the 5500 year old man whose face was forensically reconstructed - and who had an important status at the Stonehenge site - looked more like Charlton Heston or Don Henley from The Eagles. We leave it up to the readers

Neuste forensische Forschungsarbeiten zeigen erstmals das Gesicht eines 5500 Jahre alten Stammesfürsten von Stonehenge. Links im Bild die Gesichtsrekonstruktion die der schwedische Experte Oscar Nilsson anhand des Schädels anfertigte. Nilsson arbeitet u. a. auch an polizeilichen Untersuchungen von unidentifizierten Mordopfern. Momentan deutet nichts darauf hin dass der Mann von Stonehenge, im Alter von etwa Dreißig, eines gewaltsamen Todes starb. Fest steht jedoch dass er einen hohen Status hatte zu der Zeit als Stonehenge sich als Kultstätte in der Entwicklung befand. Das heißt, noch bevor die Steinkreise in ihrer heutigen Form aufgebaut waren. Archäologen haben anhand von Wällen und Gräbern bewiesen dass der Standort von Stonehenge und seiner Umgebung lange vor der Ankunft der Steine eine wichtige neolithische Kultstätte war. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben dass der Mann im Bild wahrscheinlich vor 5500 Jahren in Wales geboren wurde. Dabei mussten wir unwillkürlich daran denken dass die ersten Steine von Stonehenge, die sog. bluestones in der Tat aus Wales kamen, oder besser gesagt mit einem gigantischen und rätselhaften Aufwand von dort nach Südengland transportiert wurden.

In the left corner above the roundabout near Stonehenge are the remains of the grave where the skeleton of the man was found. His reconstruction is part of the exhibition of the new Stonehenge Visitor Centre, opening 18. December 2013

Eine Analyse der Stickstoff-Isotope in seinen Zähnen hat ergeben dass der Mann sich hauptsächlich von Widbret, Lamm- und Rindfleisch ernährte. Er kam im Alter von zwei von Wales nach Südengland und wuchs dort zu einem Erwachsenen von 172 cm Größe (7 cm über dem damaligen Durchschnitt) und 76 kg Gewicht heran. Wir wissen dass der Waliser von Stonehenge einen hohen Status hatte, denn sein Skelett wurde in einem der größten erhaltenen Gräbern des Neolithikums gefunden. Einem Langgrab von 83 m Länge und mehreren Metern Höhe. Links im Bild zu sehen, etwa 800 Meter vom heutigen Steinkreis von Stonehenge entfernt. Was sein Aussehen vom Gesicht her anbelangt, war zu erwarten dass er wie ein moderner Mensch von heute aussah. Verblüffend fanden wir jedoch dass wir meinten ihn schon mal gesehen zu haben. Uns fielen spontan zwei Leute ein. Obwohl wir uns nicht einigen konnten ob Charlton Heston oder Don Henley von den Eagles der ultimative Nachfolger des Stonehenge-Daddy ist. Die Rekonstruktion ist Teil vom neuen Stonehenge Visitor Centre das für 27 Mio Pfund gebaut wurde und am 18. Dezember 2013 eröffnet wird.

Infos über das neue Stonehenge Visitor Centre Siehe offizielle Website für das Besucherzentrum unter  http://www.english-heritage.org.uk/daysout/properties/stonehenge/

 

Documentary on BBC radio about megalithic monuments like the Ring of Brodgar on Orkney, above, having interesting tonal properties which may have been one of various aspects that made these places special in the past. Programme link below.

Ein Doku auf BBC-Radio untersucht ob Steinkreise wie der Ring of Brodgar auf Orkney, siehe Foto links, Klangeffekte produzieren die ein Teilaspekt von dem gewesen sein könnten was den Monumenten vor Tausenden von Jahren einen speziellen Status gab. Professor David Hendy von der University of Sussex weist darauf hin dass Rituale in den meisten Kulturen vielschichtiger Art sind, dass heisst, Klang wird sicher nicht der einzige Aspekt gewesen sein. Wir dachten dabei an die Tatsache dass in Kirchen heutzutage zum Beispiel Hymnen eine Rolle spielen – aber vieles andere auch. Das Programm versucht also nicht eine völlig neue Theorie über die Megalithkultur aufzustellen. Stattdessen werden die Monumente besucht und vor Ort einige akustische Tests gemacht. Ein Link für die Sendung folgt unten auf unserer Info-Leiste. Kurioserweise begegnete uns die Idee dass die Monumente eine Verbindung mit Klangeffekten haben könnten, vor Jahren beim Lesen eines über hundert Jahre alten Romans von Thomas Hardy: In Tess (1891) ist eine Passage mit einer Beschreibung von Stonehenge. Interessant dabei ist dass Hardys hier einen subtilen Klang beschreibt den man heute, aufgrund der modernen Klangkulisse von Autos (Stonehenge liegt jetzt an einer vielbefahrenen Straße) und Luftverkehr nicht mehr wahrnehmen kann. Wir übersetzen frei und auszugsweise aus der Originalfassung:

Um sie herum herrschte Dunkelheit und eine schwarze Einsamkeit durch die eine steife Brise blies. So waren sie zwei oder drei Kilometer gegangen als Clare plötzlich einen riesigen Bau wahrnahm der nah vor ihnen steil aus dem Gras ragte. Was für ein monströses Bauwerk ist das? Es summt, sagte Tess, hör mal. Er horchte. Der Wind der auf dem Bauwerk spielte, produzierte einen dröhnenden Ton, wie die Note einer gigantischen Harfe die nur eine Saite hat.

Unwahrscheinlich dass Hardy diesen Effekt, den er auch als windharfenähnlich beschreibt, frei erfunden hat. Seine Romane enthalten viele detaillierte Beschreibungen damaliger Verhältnisse, inklusive handwerklichen und landwirtschaftlichen Techniken. Hardy wollte Dinge überliefern und verewigen. Der Klang-Aspekt ist also zumindest eine Spur die man verfolgen kann. Dabei fällt auf dass viele Monumente im Laufe der Zeit Namen erhalten haben die immer noch eine Verbindung zu
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An important 4000 year old find in Dartmoor has been reported. See link to a BBC video below. This isn't a photo of the site, but it's from a Dartmoor excursion to Grey Wethers by a dear companion of ours. Happy birthday, by the way

Neue Einzelheiten über einen wichtigen Fund aus der Bronzezeit im Dartmoor National Park, dazu ein BBC-Video unten auf der Info-Leiste. Es wird als wichtigster Fund seit 100 Jahren eingeschätzt, mitunter weil hier erstmals organische Artefakte aus dieser etwa 4000 Jahre zurückliegenden Epoche gefunden wurden. In den heute idyllisch-kargen Heidelandschaften von Dartmoor, links ein Foto von uns, existierten ab der Jungsteinzeit hochentwickelte Siedlungen. Hunderte von Monumenten, Steinkreise und Hüttenfundamente deuten darauf hin dass diese Region im Südwesten Englands eins der frühsten und wichtigsten Kulturzentren Britanniens war. Dartmoor hatte vor Tausenden von Jahren ein ziemlich mildes Klima, war weitgehend bewaldet, wurde aber dann gerodet und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Das war die Lebensbasis. Der Grund warum aus dieser ereignisreichen Epoche in Dartmoor bisher keine organischen Überreste gefunden wurden, ist dass die Erde hier extrem niedrige pH-Werte hat, also ein sog. saurer Boden ist der mit der Zeit alle organischen Substanzen auflöst und verschwinden lässt. Deshalb gaben alle bisherigen Funde von Grabstätten wenig Aufschluss über die Menschen die hier lebten, obwohl in Dartmoor insgesamt schon 200 burial cists
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Summer solstice is at the door and we look at the National Geographic DVD 'Stonehenge Decoded' (2008) about an archaeological project with Prof. Mike Parker Pearson

Heute, in der Nacht von Mittwoch dem 20 Juni, bis zum Sonnenaufgang morgen am Donnerstag den 21 Juni, wird beim Steinkreis von Stonehenge die Sonnenwende gefeiert. Der Ort wird dafür offiziell von der staatlichen Behörde English Heritage geöffnet. Die Sonnenwende ist ein Zeitpunkt der schon seit vielen Jahrtausenden in Europa eine Rolle spielt. Aber erst vor kurzer Zeit, vor ein paar Jahren, haben Wissenschaftler archäologische Entdeckungen gemacht die uns eine genauere Vorstellung davon geben, was bei Stonehenge geschah und was Stonehenge damaligen Menschen bedeutete. Für Leser die an diesen Dingen interessiert sind, gibt es eine DVD die so ziemlich das interessanteste ist das wir zum Thema Stonehenge gesehen haben: Die DVD heißt Das Geheimnis von Stonehenge (2008) und ist von National Geographic. Die deutsche DVD bei Amazon.de hat ein anderes Cover als unsere spanische Ausgabe im obigen Foto, ist aber inhaltlich gleich. Die DVD dokumentiert umfangreiche Ausgrabungen vor Ort bei Stonehenge und in seiner Umgebung bei denen, unter Leitung von Prof. Mike Parker Pearson, Hunderte von Mitarbeitern beteiligt waren. Die Entdeckungen sind so spektakulär und weitreichend in ihren Folgerungen dass es schwer ist, ihnen in einem Blogpost gerecht zu werden. Wir versuchen eine Zusammenfassung: Es geht u. a. um eine bis dato völlig unbekannte prähistorische Stadt die sich in der Nähe von Stonehenge befand und Tausende von Menschen beherbergte. Die Leute lebten dort nicht das ganze Jahr herum, sondern kamen zu spezifischen Zeiten in denen sie gemeinsam an dem Stonehenge-Monument arbeiteten und dort auch an Kulten teilnahmen. Dabei ging es nicht nur um Stonehenge selber. Der Steinkreis war Teil eines Komplexes der neben Stonehenge auch den Fluss Avon, einen kilometerlangen Verbindungsweg und auch ein anderes riesiges Monument einbezog das Stonehenge von den Proportionen sehr ähnlich war. Allerdings aus Holz gebaut, und nicht aus Stein. Das steinerne und das hölzerne Monument existierten in einer Symbiose: ersteres verkörperte  das Reich der Toten. Das zweite, das Reich der Lebenden. Der Fluss, der Pfad und die Sonne spielten dabei die Rolle einer Verbindung zwischen den zwei Reichen. Beide, Fluss und Sonne, spenden Leben und Gedeihen. Wobei der Fluss auch die Asche der meisten Toten aufnahm. Menschen brachten die Überreste ihrer toten Familienmitglieder speziell für diesen Anlass dorthin. Zugang zu Stonehenge war offenbar sehr
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Unsere Fotos von Craig Rhos-y-felin in Wales

Sprichwörtlich monumentale Neuigkeiten. Dass die Steine von Stonehenge aus Südwestwales stammen, ist schon länger bekannt. Den genauen Herkunftsort kannte man bisher nicht. Aufgrund von neuen geologischen Techniken, die Gestein so genau analysieren dass selbst Felsmaterial innerhalb einer Entfernung von nur 70 Metern, genau voneinander unterschieden werden kann, steht der Ursprungsort des berühmtesten aller Megalithmonumente jetzt fest. Diese Neuigkeit wurde in der britischen Medien, siehe hier BBC, schon vor über einer Woche bekannt. Wir schrieben nicht sofort darüber, weil wir zuerst unsere eigenen Fotos machen wollten. Wir hatten keine Lust, die selben ein, zwei Fotos zu benutzen die in der Presse und im Netz kursieren. Denn diese Gegend in Wales kennen wir gut. Sie ist ungefähr so abgelegen wie Mittelerde, mit winzigen Straßen und wenigen Schildern. In dem Foto das wir an dem Ort mit dem walisischen Namen Craig Rhos-y-felin machten, sieht man im Zentrum einen Hügel aus dem spitze Felsen herausstecken.

I guess that's why they call it...the bluestones of Stonehenge

Von hier kam Stonehenge. Jedenfalls die meisten und die ältesten Steine des Monuments, aus einem Gestein names bluestone, also Blaustein. Wir haben noch mehr Fotos die wir demnächst veröffentlichen werden. Wir wollen sie aber zuerst genauer ansehen und einordnen. Dieser Fund wird weitreichende Folgen haben. Denn eins der größten Rätsel um Stonehenge ist bis heute, warum, bei dem ohnehin gigantischen Aufwand in der Konstruktion des Monuments, obendrein der 380 Kilometer Transport der Steine unternommen wurde. Da brauchbares Baumaterial auch im Süden von England zu finden ist, deutet der walisische Standort auf eine Signifikanz – vielleicht sogar den Schlüssel zum Verständnis des Monuments. Bei der Erforschung von Stonehenge hat sich herausgestellt dass nicht nur das Monument selber sondern auch sein geografisches Umfeld unser Wissen bereichert haben. Und ähnliches wird auch in Wales passieren. Wer weiß, was alles in und um den völlig überwachsenen alten Steinbruch zum Vorschein kommen wird? Wenn man den Stein in seiner frischen, unverwitterten Form in der Hand hält, siehe unser Foto vor Ort, hat er tatsächlich eine Art tiefen Blauton. man bekommt eine faszinierende neue Vorstellung davon wie Stonehenge einmal ausah.

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Weitere Infos  Wiki-Artikel über die Blausteine aus Wales die für Stonehenge verwendet wurden Mehr über Stonehenge  Unser Blogpost Forensik: Stonehenge-Fürst Gesichtsrekonstruktion, mit Foto.

Avenita Kulturmagazin

 

Dies ist ein Teil des einzigartigen Doppel-Steinkreises Grey Wethers den Meetch in den einsamen Heidelandschaften von Dartmoor fotografiert hat. Die zwei großen Steinkreise mit 33 Meter Durchmesser sind nur 5 Meter voneinander entfernt, wie Sie gleich auf unserem zweiten Foto sehen. Der eindrucksvolle Anblick des ca. 5000 Jahre alten Monuments ist nicht leicht auf einem  normalen Foto rüberzubringen. Filme oder Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Anlage besser und folgen am Ende des Artikels. Anders als bei berühmten Monumenten wie Stonehenge, trifft man bei Grey Wethers kaum eine Menschenseele. Mitunter weil man kilometerweit laufen muss um hierher zu kommen. Auto geht nicht. Aber das macht den Anblick von Grey Wethers um so eindrucksvoller. Dartmoor im südenglischen Devon ist riesig und großteils naturbelassen. Es gibt hier wilde Ponys und viele Spuren práhistorischer Aktivitäten. Der Name Grey Wethers bedeutet Graue Schafe. Genauer gesagt sind wethers kastrierte Widder. Wir dachten anfangs dies sei ein relativ moderner Name. Dass Schäfer ihre Herden dort weiden ließen und den Ort demgemäß benannten. Aber wir stießen auf etwas dass dem Namen vielleicht einen antiken Kontext gibt: Eine Sage um das Grey Wethers Monument handelt von einem Bauern der Gott jeden Mittsommer ein Opfer bringen musste um sich für das gute Gedeihen der Schafe zu bedanken. Eines Tages versuchte er jedoch ein Schaf zu verwenden dass er von einem Nachbarn geklaut hatte. Dafür verwandelte Gott seine Schafe  zu Stein, nämlich jene zwei Steinkreise von Grey Wethers. 
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