Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Sci-Fi

Frank Herbert's Sci-Fi novel Dune (1965) was published 50 years ago. Here seen in the dunes of planet Marbella. The movie adaption isn't perfect but worth seeing. It also inspired a song by Iron Maiden. See clips and more info below

Die Urgroßeltern von Frank Herbert stammten aus Bayern, kamen 1864 nach Amerika. Sein Großvater Otto wurde während der Schiffsreise geboren. Als Frank Herbert um die vierzig Jahre alt war, besuchte er ein Naturschutzgebiet namens Oregon Dunes Recreation Area. Er wollte einen Artikel über ein Forschungszentrum schreiben wo man sich mit Möglichkeiten beschäftigte, die Ausbreitung von Sanddünen durch das Anpflanzen von speziellen Grassorten einzudämmen. Aus dem Artikel wurde nichts, aber der Job führte ihn zu einer Sci-Fi Story die unter dem Namen Dune (1965) mittlerweile über 12 Millionen Mal verkauft wurde. Der Roman inspirierte Lieder von Iron Maiden, Toto und Brian Eno…und den Spielfilm Dune (1984), der nicht perfekt aber sehenswert ist. Nachfolgend Links und Infos über Musik und Film
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Amazon Studios new TV adaption of The Man in the High Castle can be checked out on You Tube. Link below. Interesting use of Rogers & Hammerstein classic Edelweiss, originally from The Sound of Music, in the title sequence

Die von Amazon produzierte TV-Serie kann auf YouTube ausgecheckt werden. Sie basiert auf dem Roman der auf Deutsch Das Orakel vom Berge (1962) heißt. Prämisse des Blade Runner Autors ist dass Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewannen und Amerika regieren. Das Lied im Vorspann stammt aus dem Musical The Sound of Music. Hier YouTube Clip

Lied von Richard Rodgers & Oscar Hammerstein
Version der TV-Serie The Man In the High Castle
‘Edelweiss, Edelweiss
Small and white clean and bright
Blossom of snow may you bloom and grow
Bloom and grow forever
Edelweiss, Edelweiss
Bless my homeland forever…’

Eine interessante Wahl als Lied denn Edelweiss wird in The Sound of Music von einer österreichischen Familie gesungen die auf der Flucht vor deutschen Soldaten ist. Das Lied kommt nicht in der Romanvorlage vor, aber Philip K. Dick verwendet andere deutschsprachige Elemente, im Roman singt zum Beispiel jemand Goethes Erlkönig. Die Geschichte spielt 1962 und Amerika ist von den Siegermächten aufgeteilt worden: Der Westen Amerikas ist unter japanischer Herrschaft, die östliche Hälfte wird von
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Cult novel Illuminatus! (1975) is forty this year. Authors Robert Shea (1933-1994) and Robert Anton Wilson (1932-2007) wrote it as a satire about conspiracy theories. Not everyone got that. There's a good German movie '23 - Nichts ist so wie es scheint' (1998) about a hacker who took the book seriously

Der Kultroman von Robert Shea und Robert Anton Wilson spielt eine zentrale Rolle in dem deutschen Spielfilm 23 – Nichts ist so wie es scheint (1998). Der Film ist gut, kann momentan auf YouTube gesehen werden, Link folgt. Über den Roman Illuminatus! (1975) kann man sich streiten, für uns ist es eher ein interessantes Zeitdokument als ein uneingeschränktes Lesevergnügen. Der Roman, der Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre entstand und erst später veröffentlicht wurde, ist eine teils diffus, um nicht zu sagen stoned wirkende Story über das Wirken von Geheimgesellschaften wie dem Illuminatenorden, plus allen möglichen anderen Verschwörungstheorien. Alles verpackt in einer Rahmengeschichte, einer Art Detektivgeschichte die im modernen Amerika spielt. Inklusive vielen Erwähnugen von Sex, Drugs & Rock and Roll. Besonders erstgenannte Kategorie ist ziemlich derbe im Roman und wird nicht jedermanns Geschmack sein. Inwiefern das Buch ernst gemeint ist, lässt sich nicht genau sagen – man kann Illuminatus! (1975)  auch als Satire auf die Versponnenheit von Verschwörungstheorien interpretieren. Die beiden Autoren waren als Redakteure bei Playboy tätig und bekamen die Idee für das Buch
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Fahrenheit 451: Cynics might say it's the web not flame throwers killing books. But in the end, almost prophetically, the books actually become intellectual entities, independent of paper. There's a BBC radio play online. Link below

Ein BBC-Hörspiel nach Ray Bradburys Klassiker Fahrenheit 451 ist online. Link am Ende des Blogposts. Wir haben uns gestern auch die 1966 Verfilmung von François Truffaut angesehen. Ein Film der immer noch gut rüberkommt, vielleicht auch weil er eine zusätzliche Signifikanz bekommen hat. Bücher und Print sind ja, wenn auch nicht verboten, tatsächlich auf einem absteigenden Ast. Bedroht, wie Zyniker trocken hinzufügen könnten, nicht von Flammenwerfern und uniformierten Aufpassern, sondern vom Internet und der digitalen Revolution generell. Weil diese Revolution jedoch dazu geführt hat dass heute mehr gelesen wird als je zuvor, wenn auch auf PC-Bildschirmen und E-Book-Readern, scheint Bradburys Geschichte auf den ersten Blick eine schwarzmalerische Fehlanzeige zu sein. Aber bei genauerer Betrachtung kann man Fahrenheit 451 auch andere Interpretationen abgewinnen: Zum Beispiel die Tatsache dass bei Bradbury die Bücher am Ende tatsächlich, und fast prophetisch, zu rein intellektuellen Entitäten werden die unabhängig von Papier existieren. Man könnte Bradburys Hoffnungsschimmer am Ende des Romans als
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It's the birthday of the author Philip K. Dick (1928-1982). The sci-fi movie Blade Runner (1982) is based on his novel Do Androids Dream of Electric Sheep (1968). It's dedicated to one Maren Augusta Bergrud (1923-1967). We wanted to find out who she was and found an interesting story

Es ist der Geburtstag des Science Fiction Autors Philip K. Dick (1928-1982). Zu diesem Anlass ein Blick auf eine seiner berühmtesten Stories. Da vorrangig bekannt durch Ridley Scotts Verfilmung Blade Runner (1982), schien es sinnvoll mit der Romanvorlage Do Androids Dream of Electric Sheep (1968) zu beginnen und nach Hinweisen auf den Ursprung des Blade Runner Mythos’ zu suchen. Es lohnte sich. Schon in der Widmung war eine interessante und anfangs rätselhafte Spur. Der Roman ist einer gewissen Maren Augusta Bergrud (1923-1967) gewidmet. Eine Internet Suche ergab keinen Hinweis, welche Verbindung sie mit dem Autor hatte. Dieser Blogpost ist momentan der einzige der den Namen in der Widmung in einen Kontext stellt. Es ist der Mädchenname einer Frau die Maren Hackett hieß. Sie war die Stiefmutter von P. K. Dicks vierter Ehefrau Nancy Hackett
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A movie adaptation of Stephen King's apocalyptic novel The Stand (1978) is in the works, probably with Matthew McConaughey. In our blogpost we look at the large number of songs King mentions in the novel, ranging from Blues, Folk, Rock to Gospel...also the beautiful hymn 'In The Garden'

20 Jahre nach der ersten Verfilmung als TV-Serie ist Stephen Kings apokalyptischer Roman The Stand – Das letzte Gefecht (1978) als Kinofilm in Arbeit. Matthew McConaughey spielt eine der Hauptrollen, den teuflischen Randall Flag, eine Art Cowboy from Hell der das Böse, vielleicht sogar spezifisch den biblischen Antchrist repräsentiert. McConaughey der mit Filmen wie Interstellar (2014) momentan zu Hollywoods Oberliga zählt, klingt wie eine gute Wahl. Die neue Kinoverfilmung ist als Reihe von vier Filmen geplant. Uff. Aber The Stand enthält tatsächlich viel Material und viele Figuren. The Stand war nach Kings eigenen Angaben als ein Epos á la Der Herr der Ringe mit einem amerikanischen Schauplatz gedacht. Stephen King kann das Interesse seiner Leser über Hunderte von Romanseiten halten. Blogger müssen sich kurzfassen und ich werfe heute einen Blick auf einen bestimmten Aspekt des Romans, nämlich die vielen Erwähnungen von Musik, Bands und Liedern. Das kommt in vielen von Kings Romanen vor, aber mir fällt keiner ein bei dem Musik so eine große Rolle spielt wie in The Stand. Stephen King spielt selber Gitarre und kennt sich erstaunlich gut mit Musikgeschichte aus. Dass er Musik in Romanen erwähnt, ist sicherlich aus Spaß, aber auch um Bezugspunkte für Leser zu schaffen. The Stand erschien 1978, also zu einer Zeit als der Einfluss der mythischen 60er Jahre mit all ihren gesellschaftlichen Veränderungen und optimistischen Zukunftsvorstellungen ins Wanken geriet. Der Roman setzt auf Nostalgie für so etwas wie Die Gute Alte Zeit und lässt kaum eine kulturelle Ikone der 60er und frühen 70er unerwähnt. Seien es Künstler wie Warhol, Schriftsteller wie Norman Mailer, Musiker wie Jefferson Airplane und Velvet Underground oder kultige Biker-Filme wie Die wilden Engel (1966) mit Peter Fonda, und Hells Angels on Wheels (1967) mit Jack Nicholson. Um nur einiges an Popkultur zu nennen das in Nebensätzen auftaucht. Es werden viele spezifische Lieder erwähnt, zum Beispiel wenn Protagonist Larry Underwood, ein junger Musiker der zu der Zahl von 0,5% Überlebenden einer Viruskatastrophe gehört, darüber grübelt dass die Musik der 60er viel besser war als die der 80er. Songs wie Eve of Destruction werden erwähnt, ein Lied das mit seinen Warnungen, mitunter vor einer nuklearen Apokalypse (‘If the button is pushed, there’s no runnin’ away…’) durchaus einen Bezug zur Endzeitstimmung des Romans hat. In der 1994 TV-Verfilmung wird Eve of Destruction sogar von dem Schauspieler mit einer akustischer Gitarre gespielt. Hier der Clip. Weitere Lieder die im Roman erwähnt werden sind
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It's the birthday of Michael Crichton (1942-2008). We watched The Andromeda Strain (1971) last night. Not as famous as other adaptions of his, like Jurassic Park. But Andromeda is a superb thriller about an extraterrestrial virus

Es ist der Geburtstag von Michael Crichtion (1942-2008) und wir haben uns gestern Abend den Film Andromeda (1971) angesehen. Die Romanvorlage  ist gut, der Film sogar noch besser. Er ist weniger bekannt als Crichton-Verfilmungen wie Jurassic Park (1993) aber unter Sci-Fi-Fans weitgehend als Klassiker angesehen. Es geht um ein extrem gefährliches Virus das von einem abgestürzten Satelliten auf die Erde gebracht wird. Einer von mehreren erwähnenswerten Aspekten des Technologie-Thrillers ist der experimentelle Soundtrack von dem amerikanischen Künstler &  Jazzmusiker Gil Mellé (1931-2004). Einer der frühsten Soundtracks mit elektronischen Instrumenten und hausgemachten Sampling-Effekten. Die Musik ist, wie oft bei Thriller-Soundtracks der Fall, nicht Easy Listening aber sie klingt spannend und innovativ. Einige der Klänge wurden noch Jahrzehnte später von einer jüngeren Generation von Musikern gesampelt, sprich ausschnittweise in neuen Musikstücken verwendet. Einige der ruhigeren Passagen könnten durchaus auf frühe Alben von Tangerine Dream passen. In der Tat, es gibt von dem Ex-TD-Musiker
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We saw a Spanish poster for Dawn of the Planet of the Apes (2014) by the motorway. Film starts on 18 July here. We liked Rise of the Planet of the Apes (2011) so we'll check this one out. We see the subtext of these stories less as a What If (apes took over) than an attempt to imagine human evolution

Wir sahen gestern ein spanisches Filmplakat für Planet der Affen: Revolution (2014) an der Costa del Sol Autobahn. Start in Deutschland am 7. August.  Trailer am Ende des Blogposts. Start hier in Spanien drei Wochen früher, am 18. Juli. Wir fanden den vorherigen Film Planet der Affen: Prevolution (2011) ziemlich gut und werden uns die Sequel im Kino ansehen. Wir interessieren uns für den Subtext von modernen Mythen, wie wir sie nennen. Den Hintergrund der Planet der Affen Story, die in den 1960er Jahren begann, sehen wir weniger als Was wäre wenn (Affen die Macht übernehmen), sondern mehr als einen künstlerischen Versuch sich die Evolution der Menschheit vorzustellen. Bis weit ins 20. Jahrhundert waren ja für viele Leute religiöse Überlieferungen die Basis für Vorstellungen von der Entstehung der Menschheit. Die Verbindung von Affen und Menschen in Charles Darwins Evolutionstheorie wirkte demnach bizarr. Der Ansatz der Planet der Affen Story ist mitunter deshalb interessant als dass hier das Erlernen von Sprache als Auslöser einer Revolution, sprich Evolution dargestellt wird. Das ist interessanter als die berühmte Bilderbuchdarstellung von Affen die etappenhaft lernen, aufrecht zu gehen
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Do androids dream of electric sheep? How would we know, we're human. Androids wouldn't go to the beach and wait for the ninth wave to take a photo, would they? Then again, maybe only an android would. The novel became Blade Runner (1982). There's a BBC radio dramatisation. Link below

Philip K. Dicks Roman Träumen Androiden von Elektrischen Schafen? (1968) ist durch die Verfilmung Blade Runner (1982) bekannt geworden. Jetzt ist ein brandneues BBC-Hörspiel online. Link am Ende des Blogposts. Die enigmatische Rachael wird hier von Jessica Raine gespielt, die Lesern vielleicht als Hebamme Jenny Lee aus der TV-Serie Call the Midwife – Ruf des Lebens bekannt ist. Das Hörspiel ist spannend gemacht, kommt gleich zu Anfang auf den Punkt, nämlich dass der Kopfgeldjäger Rick Deckard das Angebot bekommt, für 1000 Dollar pro Kopf sechs geflüchtete Androiden zu erledigen. Die Romanvorlage kommt nicht ganz so schnell zur Sache, aber wir finden es eigentlich gut wenn Stoffe durch Hörspiele und Verfilmungen neu interpretiert werden. Der damalige Spielfilm mit Harrison Ford als der Kopfgeldjäger oder Blade Runner gilt mittlerweile als einer der besten Sci-Fi-Filme aller Zeiten, obwohl er im Kino nur mäßigen Erfolg hatte. Vielleicht kein Wunder, denn es ist eine vielschichtige Story die sich mit der Frage, beschäftigt, was es eigentlich bedeutet
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We checked out Rick Yancey's novel The 5th Wave yesterday (as audiobook, up to narrator change) and it does seem like good material for a movie. We gather that Tobey Maguire is involved in the production. Check the book trailer below

In Deutschland ist Rick Yancey durch seinen Roman Der Monstrumologe bekannt. Sein neues Buch Die Fünfte Welle (2013) wird von Tobey Maguire verfilmt. Wir haben The 5th Wave, so der Originaltitel gestern als Audiobook ausgecheckt. Ziemlich spannend gemacht. Buch-Trailer am Ende des Blogposts. Es geht um eine außerirdische Invasion der Erde. Wie auch Stephenie Meyers Seelen und Suzanne Collins’ Die Tribute von Panem wird Die Fünfte Welle als Jugendliteratur bezeichnet. Yanceys Story hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit zuvor genannten Büchern und Filmen. Yanceys Hauptfigur ist die 16-jährige Cassie die als selbstbewusste, erwachsene Persönlichkeit rüberkommt. Wir schätzen dass die Story, die als Romantrilogie geplant ist, gleichermaßen von Teenagern und Erwachsenen gelesen wird. Es ist aus unserer Sicht definitiv kein Buch für kleinere Kinder denn es ist voller apokalyptischer Weltuntergangsszenen bei denen die Menschheit auf ein paar Hunderttausend Überlebende reduziert wird. Der Begriff Jugendliteratur ist ein flexibler Begriff, wir selber haben als Teenager mit 15, 16 Jahren Romane wie Orwells 1984 und Hermann Hesses Steppenwolf gelesen, aber durchaus auch Bücher wie Narnia. Die Grenzen zwischen Erwachsenen- und Jugendliteratur sind nicht immer klar. Und vielleicht ist das gut so. Wir schätzen, das Genre das auf Englisch Young Adult genannt wird, gibt Autoren die Chance, Abenteuerromane zu schreiben ohne dass ihnen dabei vom Feuilleton die kritische Messlatte von Literatur angelegt wird. Eigentlich ganz gut, denn welche Bücher in Zukunft als Klassiker gelten, wird Gott sei Dank nicht vom Feuilleton entschieden. Eine von Yanceys Inspirationen war eine Warnung des englischen Astrophysikers Stephen Hawking der sagte:
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The Children of Men (1992) isn't a detective novel, it's Science Fiction. The photo above shows P. D. James and her late husband Connor in the 1940′s with their daughter Jane

Heute ist der Geburtstag von P. D. James, sie ist 93 Jahre alt und immer noch als Autorin tätig. Am bekanntesten für ihre Krimis, speziell die Reihe mit Detektiv Adam Dalgliesh der zuletzt in dem exzellenten Roman Ein makelloser Tod (2008) ermittelte. Sie hat aber auch zwei, drei Bücher geschrieben die etwas aus der Reihe fallen: Der Tod kommt nach Pemberley (2013) spielt vor etwa 200 Jahren, knüpft an die Handlung von Jane Austens Stolz und Vorurteil an und wird zur Zeit verfilmt. Noch ungewöhnlicher ist ihr Science Fiction Roman The Children of Men (1992). Auf Deutsch mit dem Titel Das Land der leeren Häuser veröffentlicht, kam das Buch nicht besonders gut an, hatte aber als Kinoverfilmung Children of Men (2006) Erfolg und gute Kritiken. Ich mag das Buch, kannte es vor dem Film, aber es ist tatsächlich so dass sich das Roman-Konzept von einer aussterbenden Menschheit sehr gut für einen epischen Spielfilm eignet. Leuten die ihn noch nicht kennen, würden ich durchaus empfehlen, den Film zuerst auszuchecken. Auch wenn er sich, typischerweise, von der Romanvorlage unterscheidet, wird hier der philosophische Kern, oder das Gefühl des Romans gut rüber gebracht: Die Frage: Wie würden sich Menschen fühlen, die wüssten dass sie die letzte Generation sind, dass in ca. fünfzig Jahren keine Menschen mehr auf der Erde leben werden? Ein interessantes Gedankenspiel, denn auf Anhieb könnte man denken, dass viele Menschen heutzutage sowieso nach dem Prinzip Nach mir die Sintflut leben, also primär auf ihre persönliche Zukunft eher als die Zukunft der Menschheit fixiert sind. Aber Buch und Film stellen dar, dass dies nur vordergründige Motivationen sind, und dass die sprichwörtliche Perspektivlosigkeit einer kinderlosen Gesellschaft nicht nur zu einem finanziellen sondern auch zu einem psychologischen Zusammenbruch führen würde, ganz unabhängig von der altbekannten Tatsache dass manche Leute Kinder bekommen wollen und manche Leute halt nicht.

 ’Weltweit beginnen die Nationalstaaten momentan, die Zeugnisse ihres kulturellen Schaffens für die Nachwelt zu bewahren…Wir archivieren unsere Bücher und Manuskripte, die großen Gemälde, die Patrituren und Instrumente, die Artefakte. In spätestens vierzig Jahren werden die berühmtesten Bibliotheken der Welt verwaist und versiegelt sein, und die Bauwerke sprechen, soweit sie noch stehen, für sich selbst. Freilich dürfte der weiche Oxforder Stein kaum mehr als zwei Jahrhunderte überdauern.’

The theme, of the novel - the end of mankind - lends itself well to a movie 'Children of Men' (2006) from director Alfonso Cuarón is excellent. Featuring good music, too: Check the clip with John Tavener's Fragments of a Prayer. Link below

Es ginge hier viel mehr um Fragen wie: Würde ich als Autor noch Bücher schreiben wenn ich wüsste dass bald niemand mehr da ist um sie zu lesen? Würden man noch an neuen Erfindungen tüfteln, neue Hauser, neue Straßen bauen, neue Geschäftsideen oder Medikamente entwickeln? Vieles was mir machen, auch wenn wir selber keine Kinder haben, beruht implizit darauf dass die Menschheit eine Zukunft hat und nicht nur für den Moment lebt. Der Mangel an Zukunft führt im Roman und im Film zu Bandenkulturen, Straßenkämpfen und einer Mischung aus Apathie und allgemeinem Chaos. Was auf politischer Ebene, mit pragmatischen eher als bösen Absichten, in einer Militärdiktatur endet. Gibt es irgendeine Hoffnung? Children of Men bekommt quasi-religöse Konnotationen als eine junge Frau aus Jamaika, die als Flüchtling in England lebt, nach zwanzig Jahren der erste Mensch ist der wieder ein Kind bekommt. Der Film beeindruckt nicht nur visuell sondern auch mit starker Musik von Leuten wie Radiohead, John Lennon, Deep Purple und King Crimson, wobei mir im Kontext der Handlung besonders die Musik von dem modernen klassischen Komponisten John Tavener gefiel. Und übrigens auch der Schauspieler Michael Caine der hier einen alten Hippie spielt und aussieht wie Jerry Garcia. Zum Abschluss ein YouTube Clip mit Taveners Lied Fragments of a Prayer, mit einigen Szenen aus Children of Men.

 

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Verfilmung Ein deutscher Trailer für Children of Men (2006) mit Clive Owen (als Theo Faron), Clare-Hope Ashitey (als Kee, das schwangere Mädchen), Michael Caine (als Jasper Palmer), Julianne Moore (als Julian Taylor), Chiwetel Ejiofor (als Luke) u. a. Kommentar: Bei der Darstellung der Hippie-Figur Jasper Palmer wurde Schauspieler Michael Caine von seiner Bekanntschaft mit John Lennon inspiriert

Foto-Info  Meine DVD und Penguin-Ausgabe von The Children of Men (1992), zusammen mit einem Foto auf dem die junge P. D. James in den 1940er Jahren mit ihrer Tochter Jane und ihrem Ehemann Connor zu sehen ist. Das Foto ist aus ihrem Buch Time to Be in Earnest: A Fragment of Autobiography (1999)

Könnte Sie auch interessieren P. D. James Roman ‘The Skull beneath the Skin’ als Hörspiel online

Avenita.net

 

It's tempting to interpret staple themes of cold war Sci-Fi as a perception of societies changing through ideologies. Or just enjoy it as an adventure yarn. The novel was filmed as Village of the Damned. There's also a BBC radio play. Link below

Ein BBC-Hörspiel nach der Romanvorlage The Midwich Cuckoos (1957) ist online, Link folgt auf der Info-Leiste. Auf Deusch als Kuckuckskinder veröffentlicht aber wahrscheinlich am bekanntesten unter dem Namen der zwei Verfilmungen Das Dorf der Verdammten. John Carpenters Remake schaffte es für unsere Begriffe nicht, die Erstverfilmung von 1960 zu verbessern. Wir haben den Trailer für die Originalfassung nachfolgend hinzugefügt. Es geht um eine außerirdische Invasion, auf die in Science Fiction altbewährte Weise der Übernahme von menschlichen Körpern. Wobei hier sämtliche Frauen in einem englischen Dorf auf mysteriöse Weise schwanger werden und die Außerirdischen sich später in Form von superintelligenten Kindern manifestieren. Mit denen ist allerdings nicht zu spaßen. Die Wesen haben eine Art emotionsloses, kollektives Bewusstsein und zudem telepathische Kräfte. Man muss Science Fiction nicht unbedingt eine Interpretation abringen, man kann solche Geschichten auch einfach als Abenteuergarn sehen. Aber es fällt schon auf dass im Science Fiction der 50er Jahre – für viele die klassische Epoche des Genres – bestimmte Themen immer wieder auftauchen. Es geht um gesellschaftliche Umwälzungen bei denen der Feind nicht nur von außen sonder auch von innen kommt. Dafür mag es verschiedenen Erklärungen geben, aber es fällt schwer die Verbindung zu den Zeiten des Kalten Krieges zu übersehen.
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It's the birthday of Isaac Asimov (1920-1992). His Foundation Trilogy was made into a BBC radio drama and is on YouTube, link below. Apparently, it was inspired by Edward Gibbon's 'History of the Decline and Fall of the Roman Empire' (1776)

Es ist der Geburtstag von Isaac Asimov (1920 – 1992) und ein Hörspiel nach seiner berühmten Foundation-Trilogie ist auf YouTube, das Link ist unten auf der Info-Leiste. Auf dem Foto ist Asimovs ‘Foundation’ (1951) der erste Roman der Reihe. Daneben noch ein anderer Klassiker: Verfall und Untergang des Römischen Reichs (1776) von Edward Gibbon. Dieses Buch war angeblich die Inspiration für das Science-Fiction Epos und das scheint auch plausibel. Der Originaltitel von Gibbons Geschichtsbuch wird in Foundation leicht abgeändert zitiert. Als Hari Seldon vor Gericht befragt wird, antwortet er:

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‘I refer, gentlemen, to the developing decline and fall of the Galactic Empire’ chapter 6, Foundation (1951)  Isaac Asimov.

We got ot the Foundation trilogy as a 1970s box-set from the British publishers Panther. The three books - Foundation (1951), Foundation and Empire (1952) and Second Foundation (1953) - have cool cover illustrations by Chris Foss

Edward Gibbons inspirierendes Buch The History of the Decline and Fall of the Roman Empire macht übrigens, anders als so manches Geschichtsbuch, Spaß zu lesen. Es hat einen subtilen Humor und ist voll mit faszinierenden Informationen die auf antiken Quellen beruhen. Zu Isaac Asimovs Foundation: Menschen benutzen den Untergang Roms schon lange als eine Art Allegorie für die Probleme ihres eigenen Zeitalters. Asimov hat das auf eine gigantische Ebene übertragen. Der erste Foundation-Roman spielt um das Jahr 12.000 und ein junger Mathematiker namens Gaal Dornick kommt nach Trantor um für das aus 30.000 Wissenschaftlern bestehende Team von Dr. Hari Seldon zu arbeiten. Planet Trantor ist die regierende Zentrale des Galaktischen Imperiums, hier leben und arbeiten 40 Milliarden Menschen, großteils in der Verwaltung von Millionen von bewohnten Planeten. Aufgrund von neuen Raumfahrttechniken spielen Entfernungen keine Rolle mehr. Trantor ist ein kleiner Planet und die meisten der Milliarden von Bewohnern leben unterirdisch in Hunderten von Metern Tiefe. Das Leben ist komfortabel, aber das Problem ist dass das bestehende Galaktische Imperium in etwa 300 Jahren in Chaos und Anarchie versinken wird. Das hat der Mathematiker Hari Seldon mit komplexen statistischen Mitteln eines Wissenschaftszweigs namens Psychohistory kalkuliert. Dies ist eine erweiterte Version von heutigen Wirtschafts-´und Sozialwissenschaften, die wegen der enormen Menge an Informationen aus dem ganzen Imperium so gut wie exakte Vorhersagen treffen kann, zwar nicht für einzelne Menschen aber für Gesellschaften und Planeten insgesamt. Einer von vielen Gründen für den Verfall von Trantor ist die Herausbildung einer aristokratischen Kaste die vorrangig um den eigenen Machterhalt kämpft und keine Führungseigenschaften für das Imperium mehr hervorbringt. Der Mathematiker Seldon ist für die Genauigkeit seiner Vorhersagen bekannt, deshalb werden seine Erkentnisse über den kommenden Untergang von den Herrschenden als Gefahr im Sinne einer gesellschaftlichen Verunsicherung gesehen.

Seldon wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht gestellt. Dort enthüllt er das Projekt an dem er arbeitet: Weil der Untergang des Imperiums sich nicht mehr verhindern lässt, will er zumindest dafür sorgen dass das kommende anarchistische Interregnum nicht 30.000 Jahre dauern wird, sondern nur 1000 Jahre. Dies will er durch die Foundation erreichen, die Zusammenstellung einer riesigen Galaktischen Enzyklopädie die dafür sorgen soll dass Technik und Wissen von Jahrtausenden nicht verloren gehen sondern später zum Wiederaufbau der Welt benutzt werden können. Asimov hat interessante Ideen und man wundert sich dass Foundation nach 60 Jahren noch nicht verfilmt wurde. Aber seine Geschichten sind nun mal nicht Cowboy und Indianer im Weltraum sondern eher intellektuell geprägt. Wir fanden die Asimov-Verfilmung I, Robot (2004) sehr gut, auch wenn der Stoff fürs Kino geändert wurde – aber das muss wohl sein. Bei so epischen Werken wie Foundation besteht dann, ähnlich wie ehemals bei Tolkiens Der Herr der Ringe die Sorge, dem Stoff und seinen vielen Fans nicht gerecht zu werden. Aber es scheint sich in Hollywood etwas zu tun und einer der Namen die für eine Foundation-Verfilmung im Gespräch sind, ist Roland Emmerich. Das würden wir eigentlich für keine schlechte Idee halten denn obwohl wir bei ein oder zwei seiner epischen Filme die Drehbücher etwas durchschnittlich fanden, waren die Filme visuell sehr stark. Und das ist bei Science-Fiction und der Darstellung von mehr oder weniger fantastischen Welten ja der springende Punkt. Auch wenn diese Welten und ihre Probleme im Grunde wohl eine verschlüsselte Darstellung unserer eigenen guten alte Erde sind.
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Asimov: Foundation-Trilogie als Hörspiel online  Das BBC-Hörspiel Teil 1 von 8 Teilen. Mit William Eedle (als Hari Seldon), Geoffrey Beevers (als Gaal Dornick), Lee Montague (als Salvor Hardin), Julian Glover (als Hober Mallow), Dinsdale Landen (als Bel Riose), Wolfe Morris (als Magnifico / The Mule) u. v. a. Sprechern. Hier Links für Teil 2 und Teil 3 und Teil 4 und Teil 5 und Teil 6 und Teil 7 und Teil 8. Produktion von 1973.

Interview Nachfolgend noch ein interessantes Interview mit Isaac Asimov auf YouTube in dem er, könnte man sagen, das Internet und so etwas wie Wikipedia vorschlägt: ‘…once we have outlets, computer outlets in every home, each of them hooked up to enormous libraries where anyone can ask any question and be given answers, be given reference material on something you’re intertested in knowing…’. Wobei Wiki für meine Begriffe Ähnlichkeit mit der Foundation hat. Zum Zeitpunkt des Interviews, 1988 gab es das Web noch nicht

Wussten Sie schon? Edward Gibbons Buch Verfall und Untergang des Römischen Reichs (1776) – das als Inspiration für den Sci-Fi-Trilogie Foundation gilt – wird von dem politischen Berater.Steve Bannon als eins der sechs Bücher genannt das seine Weltsicht beeinflusste

Weiteres Asimov-Hörspiel  Sein Klassiker I Robot kann als Hörspiel momentan auf Youtube gehört werden

Mehr Sci-Fi  Unser Artikel über den Ursprung des Sci-Fi-Klassikers Blade Runner von P. K. Dick

Avenita.net

 

If the Aliens don't get you, the Hippies will: Ridley Scott came up with a good new chapter of the 'Alien' saga, even managed to slip a Crosby, Stills & Nash classic in there. (Yep, they all sing on the original). The crew knows they have to die to save earth. They make their last song a happy one. Good album too

Wir haben uns gestern ‘Prometheus’ (2012) auf DVD angesehen, und dabei hat uns der Film fast noch besser gefallen als im Kino. Man hat beim zweiten Ansehen zuhause mehr Gelegenheit auf die ganzen Details der Geschichte zu achten. Der Film hat ja, mehr noch als Ridley Scotts Sci-Fi Megaklassiker Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979), eine komplexe fiktive Kosmologie, in diesem Fall von der Entstehung der Menschheit etc. Leser die den Film noch nicht kennen und die sich lieber überraschen lassen wollen, seien gewarnt dass gleich eins, zwei Spoiler folgen. Der Film enthält. gemäß seiner Alien-Thematik, viele horrorhafte Passagen, aber mitten in dem apokalyptischen Geschehen gibt es einen kleinen humorvollen Lichtblick: Es ist das Lied Love the one you’re with. Auf dem Album Stephen Stills (1970), links im Bild, sind David Crosby und
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Bad Moon Rising: Would you believe it, they play Creedence Clearwater on space ships in the 22nd century. That‘s so unfair, we thought it'd be electronic music by Kraftwerk. Check the radio play of Arthur C. Clarke‘s Rendezvous with Rama

Ein starkes BBC-Hörspiel nach dem Science·Fiction Klassiker von Arthur C. Clarke ist online, Link unten auf unserer Info·Leiste. Die Geschichte spielt um das Jahr 2130 und die Menschheit hat mittlerweile Mond, Mars und Merkur kolonisiert, hauptsächlich zum Abbau von Metallen. Aufgrund der Existenz eines Frühwarnsystems für Asteroiden wird ein außerirdisches Objekt in unserem Sonnensystem entdeckt und erweist sich als ein riesiges aber anscheinend unbemanntes Raumschiff. Dies wäre der erste Kontakt der Menschheit mit außerirdischer Intelligenz, oder zumindest mit Beweisen für deren Existenz. Das sorgt für weltweite Aufregung, zum Teil von religiöser Art, und ein Team von Astronauten bekommt den Auftrag, das Raumschiff zu untersuchen. Der Name Rama, nach einer indischen Gottheit, wird gewählt weil mittlerweile sämtliche römischen und griechischen Götternamen für außerirdische Objekte aufgebraucht sind. Das fremde Raumschiff hat eine zylindrische Form, dreht sich wie eine längliche Trommel um seine eigene Achse, hat dadurch ein eigenes Gravitationsfeld und ist im Inneren offensichtlich als Lebensraum für Millionen von Lebewesen konzipiert: Mit einer eigenen Biosphäre, mit Pflanzen, Wasser und Sauerstoff zum Atmen. Anhand der eindrucksvollen Architektur, mit Treppen und Terrassen, scheint das Schiff für Lebewesen zu sein die Menschen in ihrer Form nicht völlig unähnlich sind. Aber Captain Norton und sein Team vom Raumschiff Endeavour finden erst einmal überhaupt keine Lebewesen in dem geheimnisvollen Besucher Rama. Test haben ergeben dass Rama seit mindestens 200.000 Jahren unterwegs ist, vielleicht sogar 1 Million Jahre lang. Aber das Astronauten-Team ist unter Zeitdruck, denn Berechnungen zeigen dass Rama nur auf der Durchreise ist und keinen Stopp in unseren Sonnensystem beabsichtigt. In etwa zwei Wochen wird Rama auf seinem Kurs so nahe an der Sonne vorbeiziehen dass menschliche Raumschiffe unmöglich mitfliegen können. Der erste Kontakt mit außerirdischer Intelligenz könnte also der letzte sein. So weit unsere Beschreibung der Lage. Wir fanden das Hörspiel rundum gut gemacht. Originell auch, dass im Raumschiff Endeavour das Lied Bad Moon Rising von Creedence Clearwater Revival gespielt wurde, denn hinter der energievollen, auf Anhieb enthusiastisch klingenden Musik, steckt ein ziemlich düsterer
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Famous through the films Day of the Triffids and Village of the Damned. But the telepathic kids in the radio play of John Wyndham's 'The Chrysalids' are not eerie aliens. Link below

Das Hörspiel The Chrysalids ist momentan online, Link am Ende des Artikels. Die Romanvorlage wurde in Deutschland als Wem gehört die Erde? veröffentlicht. Der britische Sci-Fi Autor John Wyndham (1903 -1969) ist am bekanntesten durch die Verfilmung Das Dorf der Verdammten (1960), die  als Horror- und Sci-Fi-Klassiker angesehen wird. Wobei das gleichnamige Remake von John Carpenter aus dem Jahr 1995 weniger enthusiastische Kritiken erhielt. Anhand von Rezensionen bei Amazon.de sind auch die deutschen Hörspiel-CDs Die Kolonie im Meer und Die Triffids, beide nach Wyndhams Romanvorlagen, ziemlich bekannt und beliebt. Letztgenannte Geschichte, in der aggressive Pflanzen dabei sind, die Weltmacht zu übernehmen, wurde ebenfalls mehrfach verfilmt. Der BBC-Fernsehfilm The Day of the Triffids (1981) ist Kult in England, aber nur auf Englisch erhältlich. All diese Geschichten von John Wyndham stammen aus den 50er Jahren, aus der Zeit des Kalten Kriegs - vielleicht die klassische Epoche für Science Fiction. Der Mix aus wissenschaftlichen und politischen Erungenschafften wie atomares Wettrüsten und ideologische Polarisierung inspirierte Autoren. Die Thematik der Heimlichen Unterwanderung spielt oft eine zentrale Rolle in Filmen und Romanen dieser Zeit. Im Dorf der Verdammten werden telepathisch veranlagte Kinder zu Trägern und Vollstreckern einer außerirdischen Macht. Auch in The Chrysalids geht es um telepathische Kinder, diesmal allerdings positiv dargestellt, als heranwachsende Rebellen gegen einen fundamentalistisch-religiösen Gottesstaat.

Wie es dazu kam: Nach einer apokalyptischen, scheinbar atomaren Verwüstung der Erde, werden Menschen die irgendeinen genetischen Defekt oder auch nur die geringste Abweichung von Der Norm haben, geächtet, gejagt und verbannt, weil sie als Teufelswerk angesehen werden. So zum Beispiel auch das junge Mädchen Sophie - auf dem Bild mit ihrem Freund David abgebildet - die sechs anstatt fünf Zehen hat, Sie gehört allerdings auch zu der anfangs noch kleinen Gruppe von Kindern die telepathisch miteinander kommunizieren können. Einige von ihnen gehen auf die Flucht in das gefährliche und von Außenseitern bewohnte Gebiet namens The Fringe. Bis zu diesem Punkt führt der erste, einstündige Teil der neuen Hörspiel-Produktion, die u. a. mit einem atmosphärischen elektronischen Soundtrack beeindruckt, der speziell einsetzt wenn die Kinder ihre thought shapes, ihre Gedankenformen miteinander austauschen. Es wundert nicht dass der Roman Wem gehört die Erde?, in Amerika als Re-Birth (1955) veröffentlicht, ein Kultbuch der Hippie-Generation wurde. Die Band Jefferson Airplane übernahm für das Titellied ihres Albums Crown of Creation (1968) einige Passagen des Buchs fast Wort für Wort - und setzte auch einen Atompilz aufs
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A good, lengthy article in the Sunday Times was starting point for our speculations about the Film 'Prometheus' (2012)

Die britische Sunday Times hatte vor kurzem einen guten Artikel über das aktuelle Filmprojekt Prometheus das – de facto – eine Art Prequel, also Vorgeschichte von dem Sci-Fi-Klassiker Alien (1979) ist. Der neue Film interessiert uns, mitunter weil wir sämtliche Nachfolgefilme mittlelprächtig bis schlecht fanden. Die Sequels waren, im besten Fall, wie Aliens (1986) von James Cameron, kompetente Actionfilme, Cowboys & Indianer im Weltraum, aber ohne die mythologische Dimension die den besten Sci-Fi Werken, wie 2001: Odyssee im Weltraum (1968) und Blade Runner (1982), zu eigen ist. Der mythologische Aspekt von Ridley Scotts Prometheus (2012), der offenbar erst im August in deutsche Kinos kommt, scheint eine Menge Ähnlichkeiten mit den Theorien von Erich von Däniken zu haben: Theorien aus dem Bereich der sog. Prä-Astronautik, an die wir übrigens nicht glauben. Aber der millionenfache Erfolg von Büchern und Filmen dieser Art ist insofern interessant dass er zeigt, wie Menschen nach einem quasi-religiösen, kulturellen Narrativ suchen. Vielleicht weil Institutionen die früher mal dafür zuständig waren, sich nicht mehr auf einen kulturellen Narrativ konzentrieren? Wie dem auch sei, im Film Prometheus werden jauf der schottischen Insel Isle of Skye uralte Schriftzeichen gefunden die darauf hin deuten dass die Menschheit vor langer Zeit irgendeine Art von Verbindung mit einer außerirdischen Zivilisation hatte. Dies scheint, anhand von allem was wir an Trailern etc. mitbekommen haben, in etwa Folgendes zu sein: Außerirdische machten vor Urzeiten biotechnische / genetische Experimente die dazu führten dass die Menschheit sich fortenwickelte. Die Außerirdischen scheinen vom Schlage des Riesen gewesen zu sein der im ersten Alien Film in dem Raumschiffwrack auf Planet LV-426 gefunden wurde. Sein Skelett deutete darauf hin dass der Riese zum Opfer eines Alien geworden war der sich in ihm eingenistet hatte und dann herausbrach. Grund dafür war vermutlich
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Design Artikel in Vorbereitung: Gtr 1

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Lieber Leser,
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An dieser Stelle ist ein Artikel in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird.
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Avenita Kulturmagazin
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It's the birthday of the author Philip K. Dick (1928-1982). The sci-fi movie Blade Runner (1982) is based on his novel Do Androids Dream of Electric Sheep (1968). It's dedicated to one Maren Augusta Bergrud (1923-1967). We wanted to find out who she was and found an interesting story

Es ist der Geburtstag des Science Fiction Autors Philip K. Dick (1928-1982). Zu diesem Anlass ein Blick auf eine seiner berühmtesten Stories. Da vorrangig bekannt durch Ridley Scotts Verfilmung Blade Runner (1982), schien  es sinnvoll mit der Romanvorlage Do Androids Dream of Electric Sheep (1968) zu beginnen und nach Hinweisen auf den Ursprung des Blade Runner Mythos’ zu suchen. Es lohnte sich. Schon auf in der Widmung war eine interessante und anfangs rätselhafte Spur. Der Roman ist einer gewissen Maren Augusta Bergrud (1923-1967) gewidmet. Eine Internet Suche ergab keinen Hinweis, welche Verbindung sie mit dem Autor hatte. Dieser Blogpost ist momentan der einzige der den Namen in der Widmung in einen Kontext stellt. Es der Mädchenname einer Frau die Maren Hackett hieß. Sie war die Stiefmutter von P. K. Dicks vierter Ehefrau Nancy Hackett und darüber hinaus gut mit dem Autor befreundet. Sie war nur ein paar Jahre älter als der Autor, während Nancy Hackett damals im Jahr 1966 mit ihren neunzehn Jahren jung genug war um seine Tochter zu sein. Philip K. Dick hatte die Familie Hackett schon kennengelernt als er noch mit seiner dritten Ehefrau Anne verheiratet war. Die beiden Familien kannten sich durch die Kirchengemeinde eines epistolischen Pfarrers namens James Pike. Ein für damalige Verhältnisse sehr progressiver aber auch kontroverser Pfarrer der die religiösen, teils esoterisch anmutenden Ideen des Science Fiction Autors prägte. Kontrovers war Pike nicht nur weil er Kirchendogmen wie die Dreifaltigkeit anzweifelte sondern auch wegen seinem Privatleben. Es war kein großes Geheimnis dass der Pfarrer außereheliche Affairen hatte, zum damaligen Zeitpunkt mit seiner Sekretärin: Maren Hackett, geborene Bergrud. James Pike war ein charisimatischer Mensch und Maren sowohl als auch Philip K. Dick waren von ihm fasziniert. Bekannte des Autors hatten sogar den Eindruck dass er sich mit Marens Tochter angefreundet hatte um eine engere Verbindung zu Pfarrer James Pike und Maren zu haben, die ebenfalls eine starke und unkonventionelle Persönlichkeit hatte. Der Autor nahm mit Maren und James und an spirituellen Seancen teil. Eine von mehreren ungewöhnlichen Dingen die später zur Suspendierung des Pfarrers führten. Maren begang im Haus des Pfarrers Selbstmord mit Schlaftabletten. Der Pfarrer starb später in der Wüstengegend von Qumran, wo er entgegen allen Warnungen ohne ausreichenden Proviant auf eine Expedition ging und verdurstete. Was P. K. Dicks Beziehung zu Marens Tochter Nancy Hackett anbelangte, herrschte das Gefühl dass er sie zum gewissen Grad aus Mitleid geheirat hatte, denn sie kam damals gerade aus eine Nervenheilanstalt und wurde als schizophren eingestuft. Etwas das der Autor jedoch nicht unbedingt als Problem sah sondern als eher als eine andersartige und faszinierende Art die Welt zu sehen.

Während seiner Ehe mit Nancy schrieb er den Roman der die Vorlage für den Film Blade Runner (1982) werden sollte, und Nancy war für ihn das Vorbild für die Androidin Rachael. Film und Roman unterscheiden sich in vielen Dingen aber in beiden gibt es eine zentrale Frage: Was bedeutet es eigentlich ein Mensch zu sein? Was unterscheidet uns von Maschinen, wenn Maschinen irgendwann ein Bewusstsein entwickeln? Fragen die aufgrund von Entwicklungen auf dem Feld der künstlichen Intelligenz durchaus aktuelle Relevanz haben. Detektiv Rick Deckard ist ein Blade Runner, jemand der geflüchtete Androiden jagt die von Menschen als Arbeitsroboter geschaffen wurden. Die hochentwickelten Androiden können mittlerweile nur noch von Spezialisten wie Deckard identifiziert werden denn sie sind Menschen sehr ähnlich. Nicht nur äußerlich, die Androiden haben einen Selbsterhaltungstrieb und auch Emotionen entwickelt. Als er die Androidin Rachael trifft, ist selbst Detektiv Deckard überrascht, wie ‘perfekt menschlich’ sie zu sein scheint denn ihr wurden sogar Erinnerungen an eine Kindheit eingepflanzt. Als sich zwischen Deckard und Rachael eine Liebesbeziehung entwickelt, fragt sich Deckard ob Rachael überhaupt weiß dass sie kein normaler Mensch ist? Aber wer oder was ist überhaupt ein normaler Mensch? Hier ist eine Allegorie zur Situation von Philip K. Dicks als schizophren eingestufter Ehefrau Nancy. Und vielleicht auch zu seiner eigenen Situation. Philip K. Dick hatte selber mit psychischen Problemen zu kämpfen, besonders ab den 60er Jahren. Er nahm als älterer Nachzügler enthusiastisch an der damals entstehenden Drogenkultur teil, inklusive LSD. Das inspirierte einiger seiner faszinierensten Werke, entwurzelte ihn aber gleichzeitig aus einer bis dato halbwegs funktionsfähigen Existenz. Während er an dem Roman arbeitet der später als Blade Runner zum Sci-Fi Mythos werden sollte, war der Autor psychisch und körperlich schon stark angeschlagen. Es war seine junge Ehefrau Nancy die ihn in diesen Jahren pflegte und unterstützte. Die gefühlsfähigen Androiden von Blade Runner repräsentieren Wesen die, wie Nancy, zwar keine normale Existenz haben, sich aber empathischer und menschlicher verhalten als sogenannte normale Menschen. Vielleicht ist es bezeichnend dass in einer kurzen Widmung von Philip K. Dick so viel Geschichte steckt.

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Blade Runner als Hörspiel online  Das BBC-Hörspiel Do Androids Dream of Electric Sheep? nach P. K. Dicks Roman, der als Blade Runner verfilmt wurde. Mit James Purefoy (Rick Deckard), Jessica Raine (Rachel), Danny Sapani (Roy Batty), Anton Lesser (Eldon Rosen), Nicky Henson (Harry Bryant) u. a. Produktion: 2014. Länge: 1 St. 52 min.

Weitere Infos  YouTube Clip von der Verfilmung Blade Runner (1982) mit Detektiv Deckard und Androidin Rachael, die Piano spielt und sich Fotos von ihrer vermeintlichen Kindheit ansieht. Romantisch gemacht, mit Musik von Vangelis

Foto  Links, eine Romanausgabe vom nicht mehr existierenden Gollancz Verlag, mit einem schönen Cover von Chris Moore, der auch LP-Cover für Bands wie Fleetwood Mac, Pentangle und die Allman Brothers Band machte. Rechts, Bildmaterial von einem DVD-Boxset der u. a. die ursprüngliche Kinofassung mit dem Voice-Over enthält, die wir übrigens dem späteren Directors Cut vorziehen

Background  U. a. das Buch The Search for Philip K. Dick von Anne R Dick, der dritten Ehefrau des Autors

Mehr Sci-Fi  Unser Artikel über die neue TV-Serie The Man in the High Castle (2015) nach Philip K. Dick

Update  Neuer 2015 Trailer für Blade Runner – The Final Cut

 

 

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