Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Thriller

The Girl in the Spider's Web (2015). A sequel to Stieg Larssen's Millennium trilogy comes out in August - in 38 languages. Trailer below. We're not in principle against the works of dead authors being continued. Bond movies for instance do it successfully

Die weltweit millionenfach verkaufte Roman-Serie erschien in Deutschland mit den Titeln Verblendung (2005), Verdammnis (2006) und Vergebung (2007). Stieg Larssen starb bevor die Bücher veröffentlicht wurden. Der Stoff wurde bisher zweimal verfilmt, zuletzt mit Bond-Darsteller Daniel Craig. Die Filme und Bücher haben auf Englisch den enigmatisch klingenden Namen The Girl with the Dragon Tattoo. Ende August erscheint beim schwedischen Norstedts Verlag, der auch die Originalreihe veröffentlichte, eine Roman-Sequel namens The Girl in the Spider’s Web (2015), geschrieben von dem schwedischen Autor David Lagercrantz. Man kann sich darüber streiten ob es gut ist, die Werke von verstorbenen Autoren fortzusetzten. Tatsache ist dass der neue 500 Seiten lange Roman simultan in 38 Sprachen
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It's the birthday of Ruth Rendell who also writes as Barbara Vine. The House of Stairs (1988) is set in late 60s early 70s London. The Portrait of Lucrezia Panciatichi (1545) plays a role. As does The Wings of the Dove (1902) by Henry James

Es ist der Geburtstag der Autorin Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt. Das war nie ein Geheimnis sondern hat damit zu tun dass die Autorin verschiedene Arten von Romanen unter den zwei Namen schreibt. Die Rendell-Romane sind eher traditionelle Krimis in denen Mordfálle systematisch von Detektiven wie Inspektor Wexford gelöst werden. Als Barbara Vine, würden wir sagen, schreibt sie eher psychologische Thriller in denen die Geschichte und die Persönlichkeit von Opfern und Tätern im Mittelpunkt steht. Das trifft jedenfalls auf Das Haus der Stufen (1988) zu in dem zwar Morde vorkommen aber kein Detektiv. Interessanterweise sind die Barbara Vine Romane in Deutschland, zumindest anhand von Amazon-Rezensionen, deutlich beliebter als die Rendell-Romane. Im englischen Sprachraum hingegen hält sich das die Waage. Auf Deutsch erscheint Das Haus der Stufen beim Diogenes Verlag, den wir gut finden, obwohl deren Cover nicht sehr nach einem Thriller aussieht. Auch Diogenes verwendet Bronzinos Porträt von Lucrezia Panciatichi (1545) auf dem Cover. Aber auf unserer englischen Penguin Ausgabe. oben im Bild, wird das Gemälde etwas spannender ins Cover integriert und durch das Treppengeländer mit dem Titel des Romans in Verbindung gebracht. Der Originaltitel ist The House of Stairs. Das Gemälde und das Haus der Stufen kommen beide im Roman vor. Ein großer Teil des Romans spielt im London der späten 60er und frühen
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New thriller series Fortitude (2015) starts tonight on Sky Atlantic. Trailer below. Scandinavian noir, filmed in Iceland with Sofie Gråbøl (The Killing), Jessica Raine (Call the Midwife), Hollywood stars Stanley Tucci, Michael Gambon

Heute Abend startet auf Sky Atlantic eine neue Krimiserie namens Fortitude. Trailer folgt am Ende des Blogposts. Darsteller sind u. a. Sofie Gråbøl die als Kommissarin Lund bekannt wurde. Ebenfalls dabei ist Jessica Raine aus Call the Midwife. Die Serie spielt nominell im norwegischen Spitzbergen, wurde aber in Island gedreht. Einer der Drehorte war Reyðarfjörður, links im Bild, ein Dorf das am gleichnamigen Fjord an der Ostküste Islands liegt. Früher war Fischfang Hauptindustrie, heute ist ein großer Teil  der 1100 Einwohner in der Produktion von Aluminium tätig. Der Lebensstandard ist in finanzieller Hinsicht gut. Wie vielerorts in Skandinavien. Was unsere nördlichen Nachbarn allerdings nicht daran zu hindern scheint, extrem düstere Krimis zu produzieren. Durch Autoren wie Jo Nesbø, Camilla Läckberg und Henning Mankell hat das Genre im englischen Sprachraum mittlerweile den Markennamen Scandinavian noir – so erfolgreich dass Briten und Amerikaner nach der Devise if you can’t beat ‘em, join ‘em jetzt ebenfalls Skandinavien
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Noticed how the friendly and considerate psychopath is scarier than guys with foam at the mouth? Proof, if it was needed, is definitely in Hitchcock's Strangers on a Train (1951). Which is now being remade by David Fincher with Ben Affleck

Mörder kann man überall treffen aber nirgends ist man ihnen so ausgeliefert wie im Zug. Das wusste Agatha Christie und auch Patricia Highsmith (1921-1995) deren Geburtstag heute ist. Ihr Debütroman wird von David Fincher und Ben Affleck neu verfilmt. Hier die Szene in Hitchcocks Klassiker als der psychopathische Killer und sein ahnungsloses Opfer auf der Kirmes fröhlich einen alten Schlager singen

Casey would waltz with a strawberry blonde
And the band played on;
He’d glide ‘cross the floor with the girl he adored
And the band played on;
But his brain was so loaded it nearly exploded
The poor girl would shake with alarm;
He’d ne’er leave the girl with the strawberry curls
And the band played on.
.
Das Lied erscheint nicht in der Romanvorlage, Regisseur Hitchcock wählte den Schlager von anno 1895 selber, und der Kontext entspricht seinem makaberen Humor. Der Mord ist Teil eines verrückten Deals bei dem der Psychopath namens Bruno davon ausgeht dass der Ehemann des Opfers im Gegenzug Brunos verhassten Vater umbringt. Die Ehefrau betrog ihrem Mann und stand einer erwünschten neuen Ehe im Weg, aber der Mann hätte nicht im Traum an einen Mord gedacht. Wie Ehemann Guy Haines in diese bizarre Zwickmühle gerät, sieht man zu Beginn des Films bei einer
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We gather Ewan McGregor will star in a movie adaption of Our Kind of Traitor. A recurring theme of Le Carré's novels is the disillusionment of idealists. Possibly Le Carré encapsulates why, media apart, people increasingly don't support their team when the going gets rough on a world stage

Ewan McGregor und Damien Lewis, letzterer aus der TV-Serie Homeland, spielen Hauptrollen im kommenden Spielfilm Our Kind of Traitor (2014) nach John le Carrés Romanvorlage. Anzunehmen dass in Deutschland die Übersetzung Verräter wie wir (2010) fürs Kino verwendet wird. Wir fanden den Roman einen der spanndesten von le Carré seit Langem. Zu sagen, es geht um die Russische Mafia, trifft den Kern der Story nur zum Teil, denn es geht um eine tiefe Verstrickung von organisierter Kriminalität mit Banken und Regierungen. Hauptfigur zu Beginn des Romans ist der ca. 30-jährige Oxford-Lehrer Perry Makepiece, gespielt von Ewan McGregor der mit seiner Freundin Gail, einer Rechtsanwältin, einen Urlaub auf der Karibikinsel Antigua macht. Dort treffen die beiden, anscheinend zufällig beim Tennisspielen, einen schwerreichen Russen namens Dima, im Film voraussichtlich von Stellan Skarsgård gespielt. der mit seinem Familienclan in Antigua lebt. Es stellt sich heraus dass Dima einer größten Geldwäscher der Welt ist. Aber die kriminellen Organisationen mit denen er arbeitet, die sog. vory oder Diebe im Gesetz, wollen ihn mit einem neuen Mann ersetzten, was früher oder später Dimas Tod bedeuten wird. Deshalb will er über den idealistischen Engländer Perry, der mit Geheimdiensten nichts zu tun hat, dennoch Kontakt zum englischen MI6 aufnehmen. Der Deal soll sein dass Dima die unglaublichen Verstrickungen der
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Patricia Highsmith's novel The Talented Mr. Ripley (1955) was first filmed in French as Plein Soleil (1960) with Alain Delon, above. It' has now been re-released as a 2013 version on DVD and Blu-ray with various extras. The 1999 version with Matt Damon and Gwyneth Paltrow is pretty good as well

Vierzig Jahre bevor Matt Damon die Titelrolle in Der talentierte Mr. Ripley (1999) spielte, wurde der Stoff als Plein Soleil (1960) von dem französischen Regisseur René Clément verfilmt. Der Kultfilm zu dessen Fans Martin Scorsese gehört, ist gerade als neu restaurierte Fassung auf DVD veröffentlicht worden und wurde auch beim diesjährigen Cannes Film Festival gezeigt. Im Rahmen einer Hommage an den französischen Filmstar Alain Delon, links im Bid, dem damals mit Nur die Sonne war Zeuge, so der deutsche Titel, der Durchbruch gelang. Darüber hinaus wäre dieses Jahr der hundertste Geburtstag des Regisseurs René Clément (1913-1996).Wir haben uns den Film gestern mal wieder angesehen, wenn auch nicht in der brandneuen sondern der vorherigen Fassung. Ein starker Thriller der auch aufgrund seiner mediterranen Drehorte, speziell der italienischen Insel Ischia gut anzusehen ist: Pralle Sonne, blauer Himmel und glitzerndes Meer. Auch die Klamotten und Autos der späten 50er und frühen 60er wirken gut. Patricia Highsmith, die Autorin der Romanvorlage, hat mit Tom Ripley eine faszinierende Figur erschaffen, und der junge Alain Delon spielt den kaltblütigen aber charmanten Soziopathen verdammt gut. Er stiehlt einem reichen jungen Lebemann die Identität und kommt damit lange Zeit gut um die Runden. Ripley ist ein Antiheld der auf merkwürdige Weise modern wirkt: Erfolg um jeden Preis, der Zweck heiligt die Mittel….solange man dabei gut aussieht, kultiviert und unterhaltsam ist und geschmackvolle Klamotten trägt, ist alles halb so schlimm, nicht wahr? Dass man eine gewisse Sympathie für Ripley kaum vermeiden kann, liegt an Patricia Highsmiths subversiver Schreibkunst die den Leser regelrecht dazu verführt, sich mit dem amoralischen, hedonistischen Playboy, Fälscher, Lügner und Mörder zu identifizieren. Bitterböse Gedankenspiele waren immer schon erfolgreicher in Film und Literatur als der didaktisch erhobene Zeigefinger. Warum? Wir schätzen dass Leute weniger daran interessiert sind, das Verhalten von einem Tom Ripley zu kopieren als es zu analysieren. Solche Geschichten sind eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Kriminalität: Man versucht Dinge die dem eigenem Milieu nicht entsprechen und die, wie Mord aus Habgier, eigentlich unfassbar sind, zu ergründen in dem man sich zu einem gewissen Grad in den Täter hineinversetzt. Dies wäre ein Erklärungsversuch – oder zumindest eine gute Ausrede, die teuflischen Intrigen des damals 25-jährigen Alain Delon auf dem Bildschirm zu genießen. Der nachfolgende Trailer ist mit Untertiteln, aber DVD und Blu-ray sind mit deutschem Ton erhältlich

Weitere Infos  Ein Trailer für Nur die Sonne war Zeuge (1960) / und ein neuer Artikel von uns über das kommende Film-Remake von Patricia Highsmiths Roman Zwei Fremde im Zug (1950)

 

Hitchcock's Vertigo (1958) has knocked Orson Welles' Citizen Kane (1941) off the top spot for best movie. About time. too.

Der Hitchcock-Klassiker Vertigo (1958) ist zum besten Film aller Zeiten gewählt worden und hat damit Orson Welles’ Citizen Kane (1941), der seit Jahrzehnten den Top-Spot besetzte, vom Sockel gehauen. Aufgrund dieser Meldung, Link folgt gleich, haben wir uns Vertigo gestern mal wieder angesehen. Es ist wirklich ein Werk das mit seiner handwerlichen und künstlerischen Finesse selbst nach Jahrzehnten neue Details und Perspektiven enthüllt. Wir haben uns auch das Bonusmaterial der restaurierten DVD-Ausgabe angesehen, mit gutem Hintergrundmaterial, in Form von Features und umfangreichen Audiokommentaren, u. a. von Leuten die an dem Film beteiligt waren, wie die sympathische und übrigens immer noch fit aussehende Kim Novak (geb. 1933). Was unsere Titelzeile von einer Hommage an San Francisco anbelangt: Hitchcock hatte tatsächlich erst die Stadt und ihre Umgebung als Schauplatz ausgewählt, und sich dann nach einer passenden Geschichte umgesehen. Hitchcock nannte seinen Filmstil pure cinema: Zuerst sollten die Bilder sprechen, die Worte später ein Teil davon werden. Er empfand San Francisco als eine Art amerikanisches Äquivalent von Paris, und tatsächlich war es auch ein französischer Roman der die Grundlage für Vertigo bildete. Der Film sollte ursprünglich From Among the Dead heißen, eine wörtliche Übersetzung des Buchtitels D’entre les morts (1954) von Pierre Boileau und Thomas Narcejac, die auch die Romanvorlage des Simone Signoret Klassikers Die Teuflischen (1955) geschrieben hatten. Hitchcock zeigte dem Publikum gerne wohlvertraute Orte, wie die Golden Gate Brücke, um sie dann in einen zwielichtigen Kontext zu stellen. Obiges Foto zeigt den Moment, kurz bevor der ehemalige Polizist, gespielt von James Stewart, die mysteriöse Blondine Madeleine ins Wasser springen sieht. Anscheinend ein Selbstmordversuch, aber nichts ist wie es scheint, in diesem komplexen und genial konstruierten Psycho-Thriller. Im Gegensatz zu heutigen Thrillern, wird hier sehr wenig mit Gewalt und stattdessen mit Köpfchen und einer gehörigen Portion Romantik gearbeitet. James Stewart gerät in ein Komplott dem er sich – da zunehmend von Kim Novaks Persönlichkeit besessen – nicht mehr entziehen kann. Hitchcock umhüllt die fatale Romanze der zwei Protagonisten mit enigmatischen Orten in und um San Fransisco: Man sieht die beiden an der Küste von Pebble Beach, und in den Wäldern von Redwood, wo Stewart und Novak an uralten Baumringen die Geschichte der Menschheit dokumentiert sehen. In der Stadt sieht man die beiden im Golden Gate Park und am den Ufern des Palace of Fine Arts spazieren. Es ist bemerkenswert wie Hitchcock die Themen Kunst und Religion in die Handlung einfließen läßt, man denke an die Szenen in dem spektakuláren Kunstmuseum Palace of the Legion of Honor. Ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert gibt James Stewart sogar einen entscheidenden Hinweis: die Halskette. Als religiöse Schauplätze wählte Hitchcock die Missionen San Francisco de Asís und San Juan die Bautista aus Kolonialzeiten, wo der Friedhof und eine Nonne Schlüsselfunktionen haben.
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On the birthday of Daphne du Maurier (1907 - 1989) we take a look at the Role Cornwall played in her writing

Der 13. Mai ist der Geburtstag von Daphne du Maurier (1907 – 1989), eine unserer Lieblingsschriftstellerinnen. Viele ihrer Romane und Geschichten wurden zu erfolgreichen Kinoverfilmungen. Die bekanntesten und vielleicht besten sind die beiden Hitchcock-Filme Rebecca (1940) und Die Vögel (1963). Interessanterweise wurden beide Romanvorlagen von der Grafschaft Cornwall an der Westküste Englands inspiriert. Du Maurier, in London geboren, zog mit ihrer Familie zwar erst im Jahr 1942 permanent dorthin, besuchte aber das kleine Hafenstädtchen Fowey schon seit ihrem 19. Lebensjahr. Die Idee für ihre Geschichte Die Vögel (1952) kam ihr als sie bei einem Spaziergang im ländlichen Umkreis on Fowey einen Bauern beim Pflügen sah, der von einer Wolke von kreischenden Seemöwen umgeben war. Nahe am Meer ganz normal, denn Möwen halten nach Regenwürmern Ausschau die der Pflug an die Oberfláche bringt. Aber Daphne dachte sich dabei: Was wäre wenn die Vögel jetzt den Bauern angreifen würden? Hitchcock übertrug die Geschichte letztendlich in eine Kleinstadt in Amerika, wo er damals arbeitete. Auch der Roman Rebecca (1938) ist in Cornwall verankert: Du Maurier kam schon seit dem Jahr 1926 hierher und kannte die Gegend um Fowey sehr gut. Wenn man vom Küstenpfad durch den Wald hinunter zu dem Strand namens Polridmouth Bay (sprich: Pridmouth Bay) geht, ist man genau an dem Ort an dem Rebecca im Roman stirbt. Sogar das alte, verlassene Haus ist dort zu sehen. Rebecca ist, obwohl Titelheldin, natürlich nicht die erzählende Protagonistin im Roman, sondern eine Art psychische Präsenz die seit ihrem Tod über ihrem früheren und jetzt neuverheirateten Ehemann Max de Winter wie ein Schatten schwebt. Ein starker Thriller mit Echos von den Geschwistern Brontë - an denen Daphne du Maurier großes Interesse hatte. Aber auch ihr eigenes Leben spiegelt sich in der namenlosen Ich-Erzählerin von Rebecca: Gibt es nicht schon eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Namen du Maurier und de Winter? Man könnte die Handlung von Rebecca grob als eine Geschichte über unglückliches Eheleben umschreiben. Und auch Daphne du Maurier fand das Eheleben angeblich nicht immer einfach. Eine ihrer großen Lieben war sicherlich die Grafschaft Cornwall. Die Autorin sagte einmal: ‘Ich weiss dass mir keine Person jemals so ins Blut gehen wird wie Cornwall, Menschen und Dinge vergehen aber die Orte vergehen nie’. Und Cornwall, den mystischen Westen Englands hat Daphne du Maurier tatsächlich verewigt.

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Info  Ausschnitt vom Doku The Make Belief World of Daphne du Maurier  (inkl. Interviews mit der Autorin) / Foto: Unsere Taschenbuchausgabe von The Daphne du Maurier Companion (2007) vom Virago Verlag

Avenita Redaktion

 

Excellent film & cast: Harry Andrews, Anthony Quayle, Sylvia Syms & John Mills (1908 - 2005) whose birthday is today

Heute ist der Geburtstag des britischen Schauspielers Sir John Mills (22. Feb. 1908 – 2005), und einer unserer Lieblingsfilme mit ihm ist ‘Eiskalt in Alexandrien’ (1958), Originaltitel Ice Cold in Alex. Der Nordafrika-Krieg im Jahr 1942 ist Rahmen der Handlung. Aber dies ist kein typischer Kriegsfilm mit Schlachtszenen. Eher ein psychologischer Thriller á la Lohn der Angst. Für den Großteil des Films sieht man hier nur vier, fünf Personen auf einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste. Als ein Fremder zu ihnen stößt, ist die Frage ob dieser Mann, der ihnen sehr hilft und wahrscheinlich sogar das Leben rettet, ein Spion ist – und wie man, beim gemeinsamen Überlebenskampf in der Wüste, damit umgehen soll? Der Film unterscheidet sich von den klischeehaften Kriegsfilmen der letzten Jahre, in denen Deutsche mittlerweile fast nur noch als Karikaturen dargestellt werden. Das Panorama enigmatischer Wüstenlandschaften ist hier in rasiermesserscharfem Schwarzweiß wahrscheinlich beeindruckender als wenn es ein Farbfilm wäre. Drehort: Libyen. Spannende Szenen: Die Überquerung eines Minenfeldes, wo es bei Reifenspuren und Fußtritten um Millimeter geht: ‘Da ist irgendwas unter meinem Fuß!’ etc. Und die Szene als die Gruppe mit zunehmender Verzweiflung versucht, den Wagen über eine riesige Düne zu schieben. Und als Anthony Quayle, in einer seiner sprichwörtlich stärksten Rollen, bei einer Reparatur unter dem alten Austin K2 Krankenwagen liegt und auf einmal einer Tonne Gewicht widerstehen muss. Und natürlich als der Mann im Treibsand der Qattara-Senke so weit versinkt, bis nur noch seine Hand heraussteckt. Sympathisch im Film ist Harry Andrews den man vom Gesicht, wenn auch nicht unbedingt vom Namen her aus zahlreichen Filmklassikern kennt. Und Sylvia Syms, die hier vom Aussehen und der Ausstrahlung her Grace Kelly etwas ähnelt. Das interessante an John Mills ist 
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Die Kinoversion von Tinker, Tailor, Soldier, Spy (2011) deren auf einem Kinderreim beruhende Originaltitel spannender klingt als die deutsche Fassung, ist mit guten sehr Kritiken in England angelaufen. Wie so oft, muss man sich in Deutschland und bei uns Spanien noch monatelang gedulden, hier ist der Filmstart anscheinend erst im Februar 2012. Das ist uns ebenso rätselhaft wie der späte deutsche Kinostart der neuen Jane Eyre (2011) Verfilmung: Bis die Sachen ins Kino kommen werden viele deutsche Fans englische DVD-Versionen mit viel Extramaterial bevorzugen oder vielleicht sogar schon besitzen. Aber Schwamm drüber. Wir haben uns stattdessen einfach mal wieder die gute alte BBC TV-Verfilmung (1979) mit Alec Guinness in der Rolle von George Smiley angesehen. Hammerhaft gut. Aufwendige Produktionen von so einem Kaliber werden mit den Jahren fast noch besser, vielleicht weil das graue London der späten 70er nicht mehr wie dröger Alltag sondern wie ein mystisches Zeitdokument erscheint: Die Autos, die Klamotten etc. Auf unserem Foto ist eine Zeitungsanzeige für den neuen Film (2011) und die Romanvorlage (1974). Sir Alec Guinness (1914 – 2000) spielte den Ex-MI6 Mann George Smiley mit einem Brillengestell von solch ikonischem Status dass Gary Oldman, der neue Smiley, angeblich Hunderte von Brillen ausprobierte bis er etwas fand das zu ihm und der Smiley-Figur passte. Angeblich hat Oldman, der früher mal den Hungerhaken Sid Vicious spielte, auch eine Menge englischen Kuchen gegessen um Smileys eher rundlichem Erscheinungsbild gerecht zu werden. Was wir an der Figur interessant finden, ist dass sie ein kompletter Gegenentwurf zu James Bond ist. Letzterer hat die Jahrzehnte, für unseren Geschmack, nicht ganz so überstanden wie Smiley. Wahrscheinlich weil die Welt komplizierter geworden ist als sie es zu den Zeiten von good old Ian Fleming (1908-1964) war. Auftrumpfendes Gehabe und Aktionismus haben einen bitteren Beigeschmack bekommen. Im Jahr 2003 veröffentlichte der Romanautor John le Carré (geb. 1931) in der Times den Artikel ‘The United States has gone mad‘, in dem er den kommenden Irak-Kriegszug verurteilte.

Aber auch le Carrés Figuren – und vielleicht sogar Ex-Spion le Carré selber – verkörpern einen Sektor, den der Geheimdienste sowie auch staatliche Organisationen die ihre eigenen Bürger bespitzeln, wo irgendwo ein fundamentaler Wurm drinsteckt: Manipulatives Verhalten das irgendwann vom nötigen Mittel zum Zweck zum Selbstzweck wird und den Wald vor Bäumen  nicht mehr sieht oder sehen will. Kontraproduktiver Übereifer. Kontrollsucht die sich selbst in den Fuß schießt. Auf der BBC DVD-Version von ‘Tinker. Tailor…’ ist ein gutes, ca. 1-stündiges Doku namens The Secret Centre, in dem übrigens auch Markus Wolf, Ex-Stasi-Chef, zum Teil Vorbild für Smileys Nemesis Carla – und le Carré-Fan! – zu Wort kommt. Aber es geht hiier hauptsächlich um
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