Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Thriller

A movie of The Girl in the Spider's Web, asequel to Stieg Larssen's Millennium trilogy is coming up, Trailer below. WI'm not in principle against the works of dead authors being continued. Bond movies for instance do it successfully

Die weltweit millionenfach verkaufte Roman-Serie erschien in Deutschland mit den Titeln Verblendung (2005), Verdammnis (2006) und Vergebung (2007). Stieg Larssen starb bevor die Bücher veröffentlicht wurden. Der Stoff wurde bisher zweimal verfilmt, zuletzt mit Bond-Darsteller Daniel Craig. Die Filme und Bücher haben auf Englisch den enigmatisch klingenden Namen The Girl with the Dragon Tattoo. Ende August erscheint beim schwedischen Norstedts Verlag, der auch die Originalreihe veröffentlichte, eine Roman-Sequel namens The Girl in the Spider’s Web (2015), geschrieben von dem schwedischen Autor David Lagercrantz. Man kann sich darüber streiten ob es gut ist, die Werke von verstorbenen Autoren fortzusetzten. Tatsache ist dass der neue 500 Seiten lange Roman simultan in 38 Sprachen veröffentlicht wird. Wir vermuten dass es ein Bestseller wird, und haben nicht grundsätzlich etwas gegen Fortsetzungen. Ein erfolgreiches Beispiel wären die Bond-Filme die nicht mehr auf Originalromanen beruhen sondern die Figuren und Ideen des Autors in einen neuen Kontext setzen. Manchmal funktioniert so etwas gut, und manchmal nicht. Lagercrantz hat Potential.

August’s drawings took Salander back in time. She thought of thar fist beating rhythmically and relentlessy on the mattress. She remembered the thuds and the crying from the bedroom next door. She remembered the times at Lundagatan when her comics and fantasies were her only refuge. But she shook off the memories. She changed the dressing on her shoulder. Then she checked her pistol, made sure that it was loaded. She went onto the P.G.P. link. Andrei Zander was asking how they were, and she gave a short reply. (Romanpassage, The Girl in the Spider’s Web)

I liked The Girl in the Spider's Web (2015), by Swedish author David Lagercrantz. The trailer of the movie adaption, link below, looks alright too, even though - at first sight - I can't see much similarity with the book. But that s not uncommon in movies

Die Figuren von Stieg Larssen haben ikonischen Charakter, speziell die punkige, alternative Titelheldin - Das Mädchen mit der Drachen-Tätowierung - namens Lisbeth Salander. Sie hat zweifellos das Potential für weitere Thriller, aber es bleibt abzuwarten ob Lagercrantz das Zeug dazu hat. Von der Handlung des neuen Romans ist sehr wenig bekannt. Ähnlich wie es bei den Harry Potter Büchern der Fall war, hat der Verlag Vorsichtsmaßnahmen getroffen um zu vermeiden dass über Hacker oder andere Wege Raubkopien in den Umlauf geraten. Die Übersetzter mussten bei ihrer Arbeit an Offline-Computern arbeiten etc. Herausgesickert ist dass, neben Blomkvist und Salander, auch US-Geheimdienste eine Rolle im neuen Roman spielen. Vielleicht ist das spider’s web des Romantitels eine Anspielung auf das World Wide Web. Der schwedische Originaltitel ‘Det som inte dödar oss’ bedeutet auf Deutsch übersetzt ‘Was dich nicht tötet’. Dabei denkt man an Nietzsches Satz Was mich nicht umbringt, macht mich stärker. Das klingt nach starkem Tobak, während die deutsche Ausgabe, etwas zurückhaltender, Verschwörung heißt und beim Heyne-Verlag erscheint.

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Verfilmung 2018 Ein deutscher Trailer für den kommenden Spielfilm Verschwörung (2018), mit der englischen Schauspielerin Claire Foy in der Rolle von Lisbeth Salander, und Sverrir Gudnason als Mikael Blomkvist. Kommentar: Der englische Trailer ist deutlich länger und lässt mehr von der Story erahnen. Claire Foy ist bekannt für ihre Rolle als Königinn Elisabeth II.in der TV-Serie The Crown. Sverrir Gudnason spielte im Tennis-Drama Borg/McEnroe (2017) Björn Borg. Dreharbeiten für Verschwörung (2018) fanden u. a. in Berlin statt

Mehr Nordic Noir: Island-Thriller Kältezone von Arnaldur Indriðason als Hörspiel online Das NDR-Hörspiel von 2007 mit Bernhard Schütz (als Kommissar Erlendur), Rita Lengyel (Ilona), Sandra Borgmann (Elinborg), Thomas Arnold (Lothar), Martin Bross (Emil), Simon Roden (Tómas), Daniel Berger (Hannes) u. a.

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Mehr Über Das Haus der Stufen von Barbara Vine a.k.a. Ruth Rendell

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Birthday of Ruth Rendell who also wrote as Barbara Vine. The House of Stairs (1988) is set in late 60s early 70s London. The Portrait of Lucrezia Panciatichi (1545) plays a role. As does The Wings of the Dove (1902) by Henry James

Es ist der Geburtstag der Autorin Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt. Das war nie ein Geheimnis sondern hat damit zu tun dass die Autorin verschiedene Arten von Romanen unter den zwei Namen schreibt. Die Rendell-Romane sind eher traditionelle Krimis in denen Mordfálle systematisch von Detektiven wie Inspektor Wexford gelöst werden. Als Barbara Vine, würden wir sagen, schreibt sie eher psychologische Thriller in denen die Geschichte und die Persönlichkeit von Opfern und Tätern im Mittelpunkt steht. Das trifft jedenfalls auf Das Haus der Stufen (1988) zu, in dem zwar Morde vorkommen aber kein Detektiv. Interessanterweise sind die Barbara Vine Romane in Deutschland, zumindest anhand von Amazon-Rezensionen, deutlich beliebter als die Rendell-Romane. Im englischen Sprachraum hingegen hält sich das die Waage. Auf Deutsch erscheint Das Haus der Stufen beim Diogenes Verlag, den wir gut finden, obwohl deren Cover nicht sehr nach einem Thriller aussieht. Auch Diogenes verwendet Bronzinos Porträt von Lucrezia Panciatichi (1545) auf dem Cover. Aber auf unserer englischen Penguin Ausgabe. oben im Bild, wird das Gemälde etwas spannender ins Cover integriert und durch das Treppengeländer mit dem Titel des Romans in Verbindung gebracht.

Der Originaltitel ist The House of Stairs. Das Gemälde und das Haus der Stufen kommen beide im Roman vor. Ein großer Teil des Romans spielt im London der späten 60er und frühen
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New thriller series Fortitude (2015) starts tonight on Sky Atlantic. Trailer below. Scandinavian noir, filmed in Iceland with Sofie Gråbøl (The Killing), Jessica Raine (Call the Midwife), Hollywood stars Stanley Tucci, Michael Gambon

Heute Abend startet auf Sky Atlantic eine neue Krimiserie namens Fortitude. Trailer folgt am Ende des Blogposts. Darsteller sind u. a. Sofie Gråbøl die als Kommissarin Lund bekannt wurde. Ebenfalls dabei ist Jessica Raine aus Call the Midwife. Die Serie spielt nominell im norwegischen Spitzbergen, wurde aber in Island gedreht. Einer der Drehorte war Reyðarfjörður, links im Bild, ein Dorf das am gleichnamigen Fjord an der Ostküste Islands liegt. Früher war Fischfang Hauptindustrie, heute ist ein großer Teil  der 1100 Einwohner in der Produktion von Aluminium tätig. Der Lebensstandard ist in finanzieller Hinsicht gut. Wie vielerorts in Skandinavien. Was unsere nördlichen Nachbarn allerdings nicht daran zu hindern scheint, extrem düstere Krimis zu produzieren. Durch Autoren wie Jo Nesbø, Camilla Läckberg und Henning Mankell hat das Genre im englischen Sprachraum mittlerweile den Markennamen Scandinavian noir – so erfolgreich dass Briten und Amerikaner nach der Devise if you can’t beat ‘em, join ‘em jetzt ebenfalls Skandinavien
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Noticed how the friendly and considerate psychopath is scarier than guy with foam at the mouth? Proof, if it was needed, is definitely in Hitchcock's Strangers on a Train (1951). There's also a BBC radio play of the novel online. Link below

Mörder kann man überall treffen aber nirgends ist man ihnen so ausgeliefert wie im Zug. Das wusste Agatha Christie – und auch Patricia Highsmith. Ihr Roman diente als Vorlage für ein BBC-Hörspiel (Link folgt), er wurde auch erfolgreich von Hitchcock verfilmt. Hier die Szene in Hitchcocks Klassiker, als der psychopathische Killer und sein ahnungsloses Opfer auf der Kirmes fröhlich einen alten Schlager singen:

Casey would waltz with a strawberry blonde
And the band played on;
He’d glide ‘cross the floor with the girl he adored
And the band played on;
But his brain was so loaded it nearly exploded
The poor girl would shake with alarm;
He’d ne’er leave the girl with the strawberry curls
And the band played on.
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Das Lied erscheint nicht in der Romanvorlage, Regisseur Hitchcock wählte den Schlager von anno 1895 selber, und der Kontext entspricht seinem makaberen Humor. Der Mord ist Teil eines verrückten Deals bei dem ein Psychopath namens Bruno davon ausgeht dass der Ehemann des Mordopfers im Gegenzug Brunos verhassten Vater umbringt. Guy Haines wurde von seiner Ehefrau betrogen und sie steht seiner erwünschten neuen Ehe im Weg, aber Haines hätte nicht im Traum an einen Mord gedacht um seine Probleme zu lösen. Wie er dennoch in diese bizarre Zwickmühle gerät, sieht man zu Beginn des Films bei einer
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Some people think ‘messy lipstick’ looks sexy. Some people think it looks...like trouble. Whatever school of thought you follow: The Bridesmaid (1989) is one of Rendell’s best. Claude Chabrol filmed it. There’s also a German radio play online

Es ist einer der besten Romane von Ruth Rendell (1930-2015). Das SWR-Hörspiel ist eine aufwendige Produktion mit guten Sprechern und atmosphärischer Musik. Link am Ende des Blogposts. Auf dem Foto ist meine englische Ausgabe mit Originaltitel The Bridesmaid (1989). Ich mag es, wenn Bücher markante Cover mit einen gewissen Bezug zur Story haben. Leser können selber entscheiden, ob sie die Lady mit dem verwischten Lippenstift sexy finden…oder besorgniserregend. Die Brautjungfer namens Senta Pelham ist eine der düstersten Figuren von Rendell. Ein junger Mann namens Philip Wardman trifft sie bei der Hochzeit seiner Schwester. Die zierliche, silberblonde Senta fasziniert ihn, erinnert ihn an eine römische Statue. Philip ist, wenn auch beruflich recht erfolgreich, etwas naiv und lebt noch Zuhause mit seiner Mutter und seinen Schwestern. Der Kontrast zwischen gutbürgerlichen und zwielichitigen Milieus ist eine von Rendells Spezialitäten. Ebenso: die Femme fatale die mehr als nur gebrochene Herzen hinterlässt. Ein weiterer interessanter Faktor ist die starke Präsenz von Orten an denen ihre Romane spielen. In diesem Fall, das London der 80er Jahre.

Dies war ein Teil von London den er kaum kannte, am äußeren Rand von West Kilburn, nördlich von Harrow Road. Es wurde dunkel, und nach dem Regen leerten sich die Straßen. Gegenüber lag ein riesiges Schulgebäude das aus dem Anfang des 20. Jahrhundert stammte. Philip fuhr an einer Kirche vorbei und bog in die Tarsus Street ab. Das Reihenhaus in dem Senta lebte war aus dunklem Backstein. Sie öffnete ihm die Tür. Philip spürte dass sie in diesem Augenblick allein waren. Sie führte ihn den Flur entlang und die Kellertreppen hinunter. Ihr Zimmer bestand hauptsächlich aus einem großen Bett mit violetten Decken. An der Wand war großer Spiegel dessen Rahmen mit Engeln und Blumen verziert war. Neben einem Korbstuhl, auf einem niedrigen Tisch stand eine leere Weinflasche mit einer Kerze. Philip sah sich verwundert um und fragte sie, was sie beruflich mache? ‘Ich bin Schauspielerin’, sagte Senta. (Frei übersetzte und gekürzte Romanpassage)
Philip verliebt sich in die geheimnisvolle Senta, obwohl ihm einiges merkwürdig vorkommt. Zum Beispiel dass sie als Liebesbeweis fordert dass Philip jemanden umbringen soll. Ich wusste doch, dass verwischter Lippenstift kein gutes Zeichen ist. Der Roman wurde auch vom französischen Regisseur Claude Chabrol verfilmt. Trailer folgt. Wobei mir der Stoff als Hörspiel besser gefällt. Ich wünsche spannende Unterhaltung.
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Ruth Rendell: ‘Die Brautjungfer’ als Hörspiel online Das SWR-Hörspiel. Mit Benjamin Reding (als Philip Wardman), Anna Schudt  (als Senta Pelham), Hille Darjes (als Philips Schwester Christine Wardman), Christine Schönfeld (Philips Schwester Fee Wardman), Andrea Streichert (Philips Mutter Cheryl Wardman), Peter Fricke (als Gerard Arnham), Markus Hoffmann (als Darren). In weiteren Rollen: Thessy Kuhls, Edith Abels, Claus Boysen, Jörg Krumpholz, Barbara Stoll u. a. Produktion von 1996. Auch auf CD erhältlich
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Verfilmung Trailer für den Spielfilm von Claude Chabrol. Mit Laura Smet, Benoît Magimel u. a. Auf Deutsch synchronisiert erhältlich. Titelfigur Senta wird von Laura Smet gespielt, Tochter des Sängers Johnny Hallyday
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Val McDermid's thriller The Distant Echo (2003) is online as a BBC radio dramatisation. Link below. One of her best. There's a bit of a David Bowie connection to the story, and also a Bowie song in the radio play. Which one? You'll have to listen!

Starker, düsterer Thriller, einer der besten von Val McDermid. Der Originaltitel ist The Distant Echo (2003), links im Bild meine Taschenbuchausgabe. Link für das Hörspiel ist am Ende des Blogposts. Es geht um vier Studenten an der schottischen Uni St. Andrews. Als sie 1978 nach einer durchgezechten Nacht betrunken durch den Schnee gehen, finden sie bei einem Friedhof die ermordete Leiche einer jungen Frau namens Rosie Duff. Die Studenten werden Verdächtige in einem Mordfall der 25 Jahre später, im Jahr 2003, immer noch ungelöst ist. Dann gibt es auf einmal dramatische neue Entwicklungen. ‘Echo einer Winternacht’ ist ein richtiges Whodunnit, mit mehreren Verdächtigen und einer ziemlich überraschenden Lösung. Ein interessantes kleines Detail in der Story ist eine David Bowie Connection. Die Studenten sind Rock-Fans und haben sich gegenseitig Spitznamen wie Ziggy, Gilly und Weird gegeben. Es kommt auch ein Lied von der entsprechenden Bowie-LP im Hörspiel vor. Welches? Das müssen Sie selbst herausfinden! Ich wünsche spannende Unterhaltung.
Prolog. November 2003, St. Andrews, Schottland. Er war im Morgengrauen immer gern auf dem Friedhof gewesen. Nicht weil der Tagesanbruch einen neuen Anfang versprach, sondern weil es für andere Besucher noch zu früh war. Sogar mitten im Winter, wenn das schwache Licht erst spät heraufdämmerte, konnte er sich darauf verlassen, allein zu sein. Ohne neugierige Blicke, die wissen wollten, wer er war und warum er mit geneigtem Kopf vor einem bestimmten Grab stand…Für manche bedeutete ein Grab das Ende. Nicht für ihn – er sah darin einen Anfang. Er hatte gewartet und auf ein Zeichen gehofft. Und endlich war es so weit. Er griff in die Tasche und zog einen Zeitungsausschnitt des Lokalblatts heraus: ‘Polizei von Fife rollt alten Kriminalfall wieder auf’ (Gekürzte Romanpassage)
Val McDermid: ‘Echo einer Winternacht’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Distant Echo. Mit Steven Cartwright (als Alex ‘Gilly’ Gilbey), Michael Nardone (als Tom ‘Weird’ Mackie), Matthew Pidgeon (als Davey ‘Mondo’ Kerr), Gayanne Potter (als Daveys Schwester Lynn), Paul Hurley (als Rosies unehelicher Sohn Graham Macfadyen), Claire Knight (als Detective Karen Pirie), Crawford Logan (als DI Barney Maclennan), Jimmy Chisholm (als Assistant Chief Constable Lawson), Simon Donaldson (als Rosies Bruder Brian Duff), Kirsten Murray (als Helen) u. a. Sprechern. Produktion von 2005
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The old Pan paperbacks are good. And so was Russian agent Tatiana Romanova. Above, seen in the 1963 movie. Book and film are rated as one of the best by Bond fans. There's also a BBC radio dramatisation from 2012 online. Link below

Lieber Genosse Leser! Das im Kalten Krieg spielende Hörspiel nach Ian Flemings Roman From Russia with Love ist ziemlich neu, vom Jahr 2012, und kann ab sofort online gehört werden. Link am Ende des Blogposts. Das Hörspiel gehört zu einer Reihe die vom BBC anlässlich des 50. Jubiläums der Bond-Filme – beginnend mit Dr. No in 1962 - produziert wurde. Ich beziehe mich auf Liebesgrüße aus Moskau (1957) weil ich den Roman parat habe: Ein echtes Sammlerstück aus den frühen 60er Jahren vom Pan Verlag, dessen Cover meist mit einem wundervoll schamlosen pulp oder Groschenroman-Stil beeindrucken. So wurden die Bücher halt vermarktet. Was wohl auch das Image von Flemings Büchern als Trivialliteratur bekräftigte. Aber ich vermute, das stört heute kaum noch jemanden. Leute lesen was ihnen Spaß macht. Und so war es eigentlich immer. Seinerzeit war es kein geringerer als US-Präsident John F. Kennedy, der From Russia with Love zu seine Top-10 Lieblingsbüchern zählte. Bond traf den damaligen Zeitgeist: einerseits der Kalte Krieg mit der Sowjetunion, während andererseits, zu Zeiten des Wirtschaftwunders, die westliche Konsumgesellschaft hochgejubelt wurde. Allein auf der ersten Romanseite von Liebesgrüße aus Moskau erwähnt Autor Ian Fleming Marken und Produkte wie ein Dunhill-Feuerzeug und eine Armbanduhr von Girard-Perregaux. Aber Fleming ist zweifellos auch von der damaligen Counter-Culture der Sowjetunion fasziniert. Besonders russische Frauen, und insbesonders kultivierte russische Spioninnen hatten es ihm angetan. Hier ein Romanpassage in der die junge Agentin Tatjana Romanova vorgestellt wird:

Korporal der Staatssicherheit Tatjana Romanova  saß am Fenster ihrer Einzimmerwohnung im Wohngebäude auf der Sadowaja-Chernogriazskay Ulitsa und betrachtete den Juniabend, das erste Leuchten des Sonnenuntergangs, den fernen Zwiebelturm einer Kirche, der aus dem Horizont der Moskauer Dächer herausragte. Sie hörte die Ouvertüre der Oper Boris Godunow, die im Radio vom Moskauer Staatsorchester gespielt wurde. Während sie sich die Hände abtrocknete, betrachtete sie sich in dem großen ovalen Spiegel über dem Waschbecken.Einer ihrer Freunde hatte gesagt, sie sähe aus wie die junge Greta Garbo. ihr seidiges Haar war aus der hohen Stirn gekämmt und reichte bis knapp über ihre Schultern. Ihre ebenmäßige blasse Haut schimmerte wie Elfenbein, und unter den geraden Augenbrauen saßen weit auseinander stehende tiefblaue Augen. Plötzlich klingelte das Telefon. Sie stellte das Radio leiser und ging dran. ‘Korporal Romanova?’ Es war die Stimme ihres geliebten Professors Denikin. Aber außerhalb der Bürozeiten nannte er sie immer Tatjana oder sogar Tanja. Was hatte das zu bedeuten? ‘Ja, Genosse Professor’ ‘In fünfzehn Minuten werden Sie zu einem Gespräch mit Genossin Frau Oberst Klebb erwartet’ (Gekürzte Romanpassage)

Tatjana Romanova ist eine von Flemings besten Figuren, und kam auch in der Verfilmung gut rüber. Ich habe oben ein Foto von ihr und Bond beigefügt. Die Frau auf dem Buchcover ist vermutlich Tatjanas berüchtigte Chefin Rosa Klebb, die ihr den Auftrag erteilt, Bond zu verführen. Mit der Absicht, ihn in kompromittierenden Umständen zu filmen und dann zu töten. Aber was ist wenn die schöne Spionin sich wirklich in Bond verliebt? Das wäre zumindest typisch für Fleming und seine Wunschträume. Man bekommt das Gefühl, dass die Figur von Bond mehr Ähnlichkeit mit Don Draper in der TV-Serie Mad Men hat, als mit Spionen an der Front im Kampf der Ideologien. Aber Bond ist unterhaltsam, und das ist auch etwas wert. Viel Spaß beim Hörspiel.

 

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Ian Fleming: ‘Liebesgrüße aus Moskau’  als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel From Russia with Love. Mit Toby Stephens (als James Bond), Olga Fedori (als Agentin Tatjana Romanova), Julian Sands (als ‘Q’), John Standing (als ‘M’), Janie Dee (als Miss Moneypenny), Mark Gatiss (als Kronsteen), Eileen Atkins (als Colonel Rosa Klebb), Tim Pigott-Smith (als Darko Kerim), Nathaniel Parker (als ‘M16 Captain Nash’, der Killer Red Grant), Martin Jarvis (als Erzähler) u. a. Musik: Mark Holden und Michael Lopez. Produktion von 2012

Wussten Sie schon? In Deutschland gab es neben dem Titellied auch das deutsche Lied Die Wolga ist weit 

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Is it safe...to say this a strong thriller? It's very safe, its so safe you won't believe it. Furthermore William Goldman's Marathon Man is online as a BBC radio dramatisation. Link below

Ich vermute dass so gut wie jeder Leser die Verfilmung Der Marathon-Mann (1976) gesehen hat und sich nur zu gut an die Szene mit Dustin Hoffman und Sir Laurence Olivier mit dem rotierenden zahnärztlichen Instrument erinnert. Muss ich mehr sagen? Die Szene kommt auch im folgenden Hörspiel vor, das insgesamt ziemlich werkgetreu ist. Es endet wie die Romanvorlage, also etwas anders als der Film. Der in New York spielende Action- und Spionage-Thriller von Regisseur John Schlesinger war ein großer Erfolg, mit eindrucksvollen Szenen in Manhattans 47th Street, dem sog. Diamond District, und vor allem in New Yorks Central Park, wo Thomas Babington Levy für sein Leben gern joggen geht. Nicht ahnend dass er bald sprichwörtlich um sein Leben rennen muss. Hier ein Passage aus William Goldmans Roman Marathon Man (1974), in dem viele spezifische, reale Orte vorkommen. Das Reservoir das erwähnt wird, ist ein 43 Hektar großer See namens Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir in Manhattan .
‘Levy lived on West 95th Street…a lovely distance from Columbia, just across to Riverside Park and then up to 116th, a straight shoot along the river – you couldn’t ask for more than that if you were a runner. Levy crossed Columbus, pickrd up pace a bit more as he closed in on Central Park, turned left at 95th, ran one block up and into the green area itself, straight to the tennis courts, and after that it was just a little half turn and then he was there. At the reservoir. Whoever invented the reservoir, Levy had decided months ago, must have done it with him in mind. It was without a flaw, a perfect lake set in this most unexpected of locations…’ (Gekürzte Romanpassage)
Ich habe den Film nur ein Mal vor vielen Jahren gesehen und kann mich trotzdem gut an die meisten Szenen erinnern. Wobei die harten Action-Szenen dazu tendieren, die komplexeren Teile der Geschichte in den Hintergrund zu drängen. Zum Beispiel dass der von Dustin Hoffman gespielte Thomas ‘Babe’ Levy an New Yorks Columbia-Universität mit einer Doktorarbeit über die McCarthy-Ära beschäftigt ist. Das Thema interessiert ihn besonders weil sein Vater seinerzeit ein Opfer von politischen Beschuldigungen wurde und Selbstmord beging. Toms älterer Bruder Henry führt ein völlig anderes Leben, ist in zwielichtigen Spionage-Tätigkeiten mit Geheimdiensten involviert. Dadurch gerät er in Kontakt mit dem als Kriegsverbrecher gesuchten Dr. Christian Szell, die Figur die im Film von Laurence Olivier gespielt wird. Szell ist nach dem Krieg von Deutschland nach Paraguay geflüchtet. Er muss nach New York kommen weil sein Bruder bei einem Verkehrsunfall – der am Anfang der Story passiert – ums Leben gekommen ist. Szell will die Diamanten abholen die sein Bruder in einem New Yorker Schließfach aufbewahrt hat. Er ist auf jedoch paranoide Art besorgt, dass er dabei in eine Falle der Geheimdienste tappen wird. Daher seine oft wiederholte Frage an Tom: Is it safe? Szell glaubt, dass Toms Bruder Henry ihm etwas darüber gesagt hat. Denn Szell, der Henry mit einer im Ärmel versteckten Klinge tödlich verletzt hat, weiß dass Henry sich sterbend in Toms Apartment schleppte. Eine weitere Rolle spielt eine junge hübsche Dame die vorgibt, aus der Schweiz zu kommen und sich mit Tom anfreundet. Ist Elsa Opel, die im Film von Marthe Keller gespielt wurde, ein Köder oder hat Henry zu Unrecht vor ihr gewarnt? Beim Hörspiel muss man sich ziemlich auf die Dialoge konzentrieren, denn es gibt keinen Erzähler der die Ereignisse erläutert. Am Anfang wechseln sich abrupt Szenen ab in denen die separaten Tätigkeiten der Brüder Tom und Henry vorgestellt werde. Tom Levy zuerst, im Gespräch mit seinem Uni-Professor Biesenthal. Dann Henry ‘Doc’ Levy, der bei Geheimdienst-Aktionen den Decknamen Scylla benutzt. Ich wünsche spannende Unterhaltung beim Hörspiel.
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William Goldman: ‘Der Marathon-Mann’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Marathon Man. Mit Jack Lowden (als Thomas ‘Babe’ Levy), Tom Burke (als sein Bruder Henry ‘Scylla’ Levy), Steven McNicoll (als Uni-Professor Biesenthal), Ian McDiarmid (als Dr. Christian Szell), Karen Bartke (als Elsa Opel), Finn den Hertog (als Peter Janeway), Liam Brennan  (als Karl), Robin Laing (als Erhard) u. a. Produktion von 2017
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We gather Ewan McGregor will star in a movie adaption of Our Kind of Traitor. A recurring theme of Le Carré's novels is the disillusionment of idealists. Possibly Le Carré encapsulates why, media apart, people increasingly don't support their team when the going gets rough on a world stage

Ewan McGregor und Damien Lewis, letzterer aus der TV-Serie Homeland, spielen Hauptrollen im kommenden Spielfilm Our Kind of Traitor (2014) nach John le Carrés Romanvorlage. Anzunehmen dass in Deutschland die Übersetzung Verräter wie wir (2010) fürs Kino verwendet wird. Wir fanden den Roman einen der spanndesten von le Carré seit Langem. Zu sagen, es geht um die Russische Mafia, trifft den Kern der Story nur zum Teil, denn es geht um eine tiefe Verstrickung von organisierter Kriminalität mit Banken und Regierungen. Hauptfigur zu Beginn des Romans ist der ca. 30-jährige Oxford-Lehrer Perry Makepiece, gespielt von Ewan McGregor der mit seiner Freundin Gail, einer Rechtsanwältin, einen Urlaub auf der Karibikinsel Antigua macht. Dort treffen die beiden, anscheinend zufällig beim Tennisspielen, einen schwerreichen Russen namens Dima, im Film voraussichtlich von Stellan Skarsgård gespielt. der mit seinem Familienclan in Antigua lebt. Es stellt sich heraus dass Dima einer größten Geldwäscher der Welt ist. Aber die kriminellen Organisationen mit denen er arbeitet, die sog. vory oder Diebe im Gesetz, wollen ihn mit einem neuen Mann ersetzten, was früher oder später Dimas Tod bedeuten wird. Deshalb will er über den idealistischen Engländer Perry, der mit Geheimdiensten nichts zu tun hat, dennoch Kontakt zum englischen MI6 aufnehmen. Der Deal soll sein dass Dima die unglaublichen Verstrickungen der
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Patricia Highsmith's novel The Talented Mr. Ripley (1955) was first filmed in French as Plein Soleil (1960) with Alain Delon, above. It' has now been re-released as a 2013 version on DVD and Blu-ray with various extras. The 1999 version with Matt Damon and Gwyneth Paltrow is pretty good as well

Vierzig Jahre bevor Matt Damon die Titelrolle in Der talentierte Mr. Ripley (1999) spielte, wurde der Stoff als Plein Soleil (1960) von dem französischen Regisseur René Clément verfilmt. Der Kultfilm zu dessen Fans Martin Scorsese gehört, ist gerade als neu restaurierte Fassung auf DVD veröffentlicht worden und wurde auch beim diesjährigen Cannes Film Festival gezeigt. Im Rahmen einer Hommage an den französischen Filmstar Alain Delon, links im Bid, dem damals mit Nur die Sonne war Zeuge, so der deutsche Titel, der Durchbruch gelang. Darüber hinaus wäre dieses Jahr der hundertste Geburtstag des Regisseurs René Clément (1913-1996).Wir haben uns den Film gestern mal wieder angesehen, wenn auch nicht in der brandneuen sondern der vorherigen Fassung. Ein starker Thriller der auch aufgrund seiner mediterranen Drehorte, speziell der italienischen Insel Ischia gut anzusehen ist: Pralle Sonne, blauer Himmel und glitzerndes Meer. Auch die Klamotten und Autos der späten 50er und frühen 60er wirken gut. Patricia Highsmith, die Autorin der Romanvorlage, hat mit Tom Ripley eine faszinierende Figur erschaffen, und der junge Alain Delon spielt den kaltblütigen aber charmanten Soziopathen verdammt gut.

Er stiehlt einem reichen jungen Lebemann die Identität und kommt damit lange Zeit gut um die Runden. Ripley ist ein Antiheld der auf merkwürdige Weise modern wirkt: Erfolg um jeden Preis, der Zweck heiligt die Mittel….solange man dabei gut aussieht, kultiviert und unterhaltsam ist und geschmackvolle Klamotten trägt, ist alles halb so schlimm, nicht wahr? Dass man eine gewisse Sympathie für Ripley kaum vermeiden kann, liegt an Patricia Highsmiths subversiver Schreibkunst die den Leser regelrecht dazu verführt, sich mit dem amoralischen, hedonistischen Playboy, Fälscher, Lügner und Mörder zu identifizieren. Bitterböse Gedankenspiele waren immer schon erfolgreicher in Film und Literatur als der didaktisch erhobene Zeigefinger. Warum? Wir schätzen dass Leute weniger daran interessiert sind, das Verhalten von einem Tom Ripley zu kopieren als es zu analysieren. Solche Geschichten sind eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Kriminalität: Man versucht Dinge die dem eigenem Milieu nicht entsprechen und die, wie Mord aus Habgier, eigentlich unfassbar sind, zu ergründen in dem man sich zu einem gewissen Grad in den Täter hineinversetzt. Dies wäre ein Erklärungsversuch – oder zumindest eine gute Ausrede, die teuflischen Intrigen des damals 25-jährigen Alain Delon auf dem Bildschirm zu genießen. Der nachfolgende Trailer ist mit Untertiteln, aber DVD und Blu-ray sind mit deutschem Ton erhältlich.

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Der talentierte Mr. Ripley als Hörspiel online  Das BBC-Hörspiel The Talented Mr Ripley (2009). Mit Ian Hart (als Tom Ripley), Stephen Hogan (als Dickie Greenleaf), Barbara Barnes (als Marge Sherwood) u. a.

Film-Info Ein Trailer für Nur die Sonne war Zeuge (1960) von Regisseur René Clément. Mit Alain Delon und Maurice Ronet

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For me Fatal Inversion (1987) is one of the best novels of Barbara Vine, aka Ruth Rendell (1930-2015). I got it as an audiobook, above. But there's also a BBC radio dramatisation with many different speakers online. Link below

Für mich einer ihrer besten Romane, eine Story mit einer erstaunlichen Wendung. Deutscher Titel: Es scheint die Sonne noch so schön (1987). Ich habe die englische  Originalversion als Hörbuch, also Lesung, auf Kassette. Links im Bild. Aber momentan ist ein richtiges Hörspiel mit verschiedenen Sprechern online. Der Roman wurde auch verfilmt, mit dem mittlerweile berühmten englischen Schauspieler Jeremy Northam in einer der Hauptrollen. Er spielte Rufus, der mit seinem Freund Adam den heißen Sommer von 1976 in einem alten Landhaus in der Grafschaft Suffolk verbringt. Adam hat das Haus unerwartet von einem Onkel geerbt. Bald bildet sich um die beiden – und diverse Freunde und Freundinnen – eine Art Kommune. Der Sommer auf dem Land erscheint anfangs wie das Paradies auf Erden. Es wird viel getrunken und geraucht. Aber die Ankunft einer jungen problematischen Lady aus  einfachen Verhältnissen bringt die jungen Männer aus gut situierten Familien in eine bizarre Situation die letztendlich mit Mord endet. Roman und Hörspiel beginnen damit dass 10 Jahre nach diesen Ereignissen die Leichen gefunden werden. Mittlerweile wohnt eine andere Familie auf dem Landsitz. Sie macht den Fund als sie ihren Hund im Garten begraben will. Adam, Rufus und Co. leben mittlerweile in soliden Verhältnissen und haben beruflichen Erfolg. Der Fund aus der Vergangenheit verändert alles. Der Romantitel A Fatal Inversion bezieht sich mitunter darauf dass Adam das Landhaus das eigentlich Wyvis Hall heißt, auf den griechisch klingenden Namen Ecalpemos umgetauft hat. Was eine Inversion oder Umkehrung von some place (irgendwo) ist. In der deutschen Romanfassung heißt das Haus übrigens Troremmos (Sommerort). Autorin Ruth Rendell (1930-2015), die mehrere Romane unter dem Pseudonym Barbara Vine schrieb, liebte es, eine Vielzahl von kleinen Anspielungen, Zitaten und Rätseln in ihre Geschichten einzubauen. Ich liebte es auch, und ich wünsche gute Unterhaltung beim Hörspiel.
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Barbara Vine: ‘Es scheint die Sonne noch so schön’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel A Fatal Inversion. Mit Andrew Wincott (als Adam), Matthew Moragan (als Rufus), Siriol Jenkins (als Zosie), Tariq Alibai (als Shiva), Miaso Teriou (als Vivien), Rita Wolf (als Lili), Alison Reed (als Mary Gage), Mary Chater (als Anne), Theresa Streatfield (als Marigold), Tim Seely (als Lewis Verne-Smith), Ann Windsor (als Beryl), Terence Edmond (als Alec Chipstead), Joanne Wake (als Meg Chipstead), Jonathan Adams (als Inspector Winder), Steve Hodson (als Robin Tatian) u. a. Produktion von 1991

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A Perfect Spy (1986) is considered one of his best, maybe even his masterpiece. With biographical elements of le Carré's own life. There's a BBC radio dramatisation online, link below

Das Buch mit dem Originaltiitel A Perfect Spy (1986) wird öfters als John le Carrés Meisterwerk bezeichnet. Nicht zuletzt der amerikanische Autor Philip Roth (1933-2018) nannte es sogar ‘den besten Roman der Nachkriegszeit’. Wow, ich bin froh dass ich eine schöne alte Hardback-Ausgabe von dem Buch habe. Foto links. Ich habe ein Foto von Le Carré hinzugefügt, mitunter weil der Roman starke autobiografische Züge hat. Im Mittelpunkt steht der desillusionierte Spion Magnus Pym, der seine Lebensgeschichte erzählt. Als seine Tätigkeit als Doppelagent auffliegt, flüchtet sich in ein verschlafenes Küstenstädtchen und schreibt ein Buch mit seinen Erinnerungen. Handlungsorte sind Schweiz, Prag, Berlin, Washington, Korfu…und natürlich good old England. Obligatorischerweise beginnt die Laufbahn von Magnus Pym in einer public school, einem Internat. Im Gegensatz zum romantischen Image das Ian Fleming mit Bond projezierte, zeichntet Le Carré das Bild von Menschen die am moralischen Bankrott der Geheimdieste zerbrechen. Der Romantitel bedeutet nicht dass Magnus ein guter Spion ist, sondern dass sein ganzes Leben durch und durch eine Lüge geworden ist. Hier eine frei übersetzte Passage vom Anfang des Romans.

An einem windigen Oktobermorgen in einer Küstenstadt von Süd-Devon stieg Magnus Pym aus einem alten Taxi, bezahlte und ging über den Kirchplatz. Sein Ziel war eine schlecht beleuchtete Reihe von viktorianischen Pensionen mit Namen wie Bel-a-Vista, The Commodore und Eureka. Er war kräftig von Gestalt, aber vornehm. Sein Schritt war zügig, der Oberkörper leicht vorgeneigt. Er war seit sechzehn Stunden unterwegs. In der einen Hand hielt er eine dicke schwarze Aktentasche, in der anderen eine grüne Tüte von Harrods. Ein kräftiger Seewind schlug gegen seinen Anzug, salziger Regen brannte ihm in den Augen. Pym ignorierte es. Er klingelte an einem Haus mit dem Schild ‘Alles besetzt’. Als die Tür sich öffnete, sagte die alte Dame vorwurfsvoll, Ach Sie sind es, Mr. Canterbury, warum haben Sie nicht vorher angerufen? (gekürzte Romanpassage, Ein blendender Spion)

Voilà, Spione haben immer einen anderen Namen auf Lager. Einer der Schwerpunktes des Romans ist die vielschichtige Beziehung von Magnus zu seinem Vater Rick Pym, der mitunter ein krimineller Trickbetrüger ist. Die Figur ist – nach seinen eigenen Angaben – stark von John le Carrés eigenem Vater geprägt, der einige Zeit im Knast verbrachte. Wie in vielen seiner Romane, ist die Spionagewelt von verkrachten Existenzen bevölkert. Ein Bild das sich in der realen Welt zu bestätigen scheint, wenn öfters mal eine schiefgegangene Geheimdienstaktion auffliegt und an die Öffentlichkeit gelangt. Es ist besorgniserregend dass diese Leute einen gewissen gesellschaftlichen Einfluss haben. Fast noch besorgniserregender ist dass wir solche Stories immer wieder gerne hören. ich wünsche gute Unterhaltung beim Hörspiel.

 

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John le Carré: ‘Ein blendender Spion’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel A Perfect Spy. Mit Julian Rhind-Tutt (als Magnus Pym), Bill Paterson (als Jack Brotherhood), Anton Lesser (als Axel), Michael Maloney (als Rick Pym), Ruth Gemmell (als Mary), Ewan Bailey (als Syd Lemon), Gerard McDermott (als Nigel), Samara MacLaren (als Georgie), Tom Stuart (als Fergus), Aoife McMahon (als Peggy Wentworth), Tracy Wiles (als Kate), Adam Thomas Wright (als Tom), Sanchia McCormack (als Sabina) u. a. Produktion von 2017

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Hitchcock's Vertigo (1958) has knocked Orson Welles' Citizen Kane (1941) off the top spot for best movie. About time. too.

Der Hitchcock-Klassiker Vertigo (1958) ist zum besten Film aller Zeiten gewählt worden und hat damit Orson Welles’ Citizen Kane (1941), der seit Jahrzehnten den Top-Spot besetzte, vom Sockel gehauen. Aufgrund dieser Meldung, Link folgt gleich, haben wir uns Vertigo gestern mal wieder angesehen. Es ist wirklich ein Werk das mit seiner handwerlichen und künstlerischen Finesse selbst nach Jahrzehnten neue Details und Perspektiven enthüllt. Wir haben uns auch das Bonusmaterial der restaurierten DVD-Ausgabe angesehen, mit gutem Hintergrundmaterial, in Form von Features und umfangreichen Audiokommentaren, u. a. von Leuten die an dem Film beteiligt waren, wie die sympathische und übrigens immer noch fit aussehende Kim Novak (geb. 1933). Was unsere Titelzeile von einer Hommage an San Francisco anbelangt: Hitchcock hatte tatsächlich erst die Stadt und ihre Umgebung als Schauplatz ausgewählt, und sich dann nach einer passenden Geschichte umgesehen. Hitchcock nannte seinen Filmstil pure cinema: Zuerst sollten die Bilder sprechen, die Worte später ein Teil davon werden. Er empfand San Francisco als eine Art amerikanisches Äquivalent von Paris, und tatsächlich war es auch ein französischer Roman der die Grundlage für Vertigo bildete. Der Film sollte ursprünglich From Among the Dead heißen, eine wörtliche Übersetzung des Buchtitels D’entre les morts (1954) von Pierre Boileau und Thomas Narcejac, die auch die Romanvorlage des Simone Signoret Klassikers Die Teuflischen (1955) geschrieben hatten. Hitchcock zeigte dem Publikum gerne wohlvertraute Orte, wie die Golden Gate Brücke, um sie dann in einen zwielichtigen Kontext zu stellen. Obiges Foto zeigt den Moment, kurz bevor der ehemalige Polizist, gespielt von James Stewart, die mysteriöse Blondine Madeleine ins Wasser springen sieht. Anscheinend ein Selbstmordversuch, aber nichts ist wie es scheint, in diesem komplexen und genial konstruierten Psycho-Thriller. Im Gegensatz zu heutigen Thrillern, wird hier sehr wenig mit Gewalt und stattdessen mit Köpfchen und einer gehörigen Portion Romantik gearbeitet. James Stewart gerät in ein Komplott dem er sich – da zunehmend von Kim Novaks Persönlichkeit besessen – nicht mehr entziehen kann. Hitchcock umhüllt die fatale Romanze der zwei Protagonisten mit enigmatischen Orten in und um San Fransisco: Man sieht die beiden an der Küste von Pebble Beach, und in den Wäldern von Redwood, wo Stewart und Novak an uralten Baumringen die Geschichte der Menschheit dokumentiert sehen. In der Stadt sieht man die beiden im Golden Gate Park und am den Ufern des Palace of Fine Arts spazieren. Es ist bemerkenswert wie Hitchcock die Themen Kunst und Religion in die Handlung einfließen läßt, man denke an die Szenen in dem spektakuláren Kunstmuseum Palace of the Legion of Honor. Ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert gibt James Stewart sogar einen entscheidenden Hinweis: die Halskette. Als religiöse Schauplätze wählte Hitchcock die Missionen San Francisco de Asís und San Juan die Bautista aus Kolonialzeiten, wo der Friedhof und eine Nonne Schlüsselfunktionen haben.
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On the birthday of Daphne du Maurier (1907 - 1989) we take a look at the Role Cornwall played in her writing

Der 13. Mai ist der Geburtstag von Daphne du Maurier (1907 – 1989), eine unserer Lieblingsschriftstellerinnen. Viele ihrer Romane und Geschichten wurden zu erfolgreichen Kinoverfilmungen. Die bekanntesten und vielleicht besten sind die beiden Hitchcock-Filme Rebecca (1940) und Die Vögel (1963). Interessanterweise wurden beide Romanvorlagen von der Grafschaft Cornwall an der Westküste Englands inspiriert. Du Maurier, in London geboren, zog mit ihrer Familie zwar erst im Jahr 1942 permanent dorthin, besuchte aber das kleine Hafenstädtchen Fowey schon seit ihrem 19. Lebensjahr. Die Idee für ihre Geschichte Die Vögel (1952) kam ihr als sie bei einem Spaziergang im ländlichen Umkreis on Fowey einen Bauern beim Pflügen sah, der von einer Wolke von kreischenden Seemöwen umgeben war. Nahe am Meer ganz normal, denn Möwen halten nach Regenwürmern Ausschau die der Pflug an die Oberfláche bringt. Aber Daphne dachte sich dabei: Was wäre wenn die Vögel jetzt den Bauern angreifen würden? Hitchcock übertrug die Geschichte letztendlich in eine Kleinstadt in Amerika, wo er damals arbeitete. Auch der Roman Rebecca (1938) ist in Cornwall verankert: Du Maurier kam schon seit dem Jahr 1926 hierher und kannte die Gegend um Fowey sehr gut. Wenn man vom Küstenpfad durch den Wald hinunter zu dem Strand namens Polridmouth Bay (sprich: Pridmouth Bay) geht, ist man genau an dem Ort an dem Rebecca im Roman stirbt. Sogar das alte, verlassene Haus ist dort zu sehen. Rebecca ist, obwohl Titelheldin, natürlich nicht die erzählende Protagonistin im Roman, sondern eine Art psychische Präsenz die seit ihrem Tod über ihrem früheren und jetzt neuverheirateten Ehemann Max de Winter wie ein Schatten schwebt. Ein starker Thriller mit Echos von den Geschwistern Brontë - an denen Daphne du Maurier großes Interesse hatte. Aber auch ihr eigenes Leben spiegelt sich in der namenlosen Ich-Erzählerin von Rebecca: Gibt es nicht schon eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Namen du Maurier und de Winter? Man könnte die Handlung von Rebecca grob als eine Geschichte über unglückliches Eheleben umschreiben. Und auch Daphne du Maurier fand das Eheleben angeblich nicht immer einfach. Eine ihrer großen Lieben war sicherlich die Grafschaft Cornwall. Die Autorin sagte einmal: ‘Ich weiss dass mir keine Person jemals so ins Blut gehen wird wie Cornwall, Menschen und Dinge vergehen aber die Orte vergehen nie’. Und Cornwall, den mystischen Westen Englands hat Daphne du Maurier tatsächlich verewigt.

 

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Hörspiel nach Daphne du Maurier online: Meine Cousine Rachel Das BBC-Hörspiel My Cousin Rachel. Mit Damian Lewis (als Ambrose), Carl Prekopp (als Philip Ashley), Lia Williams (als Rachel), Emily Wachter (Louise), Nicholas Murchie (Rainaldi) u. a. Produktion von 2007. Hörspiel in 2 Teilen von jeweils 1 Stunde

Verfilmung Deutscher Trailer für Meine Cousine Rachel (2017). Regie: Roger Michell. Mit Rachel Weisz u. a.

Doku Ausschnitt vom Doku The Make Belief World of Daphne du Maurier  (inkl. Interview mit der Autorin)

Foto Meine Taschenbuchausgabe von The Daphne du Maurier Companion (2007) vom Virago Verlag

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Excellent film & cast: Harry Andrews, Anthony Quayle, Sylvia Syms & John Mills (1908 - 2005) whose birthday is today

Heute ist der Geburtstag des britischen Schauspielers Sir John Mills (22. Feb. 1908 – 2005), und einer unserer Lieblingsfilme mit ihm ist ‘Eiskalt in Alexandrien’ (1958), Originaltitel Ice Cold in Alex. Der Nordafrika-Krieg im Jahr 1942 ist Rahmen der Handlung. Aber dies ist kein typischer Kriegsfilm mit Schlachtszenen. Eher ein psychologischer Thriller á la Lohn der Angst. Für den Großteil des Films sieht man hier nur vier, fünf Personen auf einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste. Als ein Fremder zu ihnen stößt, ist die Frage ob dieser Mann, der ihnen sehr hilft und wahrscheinlich sogar das Leben rettet, ein Spion ist – und wie man, beim gemeinsamen Überlebenskampf in der Wüste, damit umgehen soll? Der Film unterscheidet sich von den klischeehaften Kriegsfilmen der letzten Jahre, in denen Deutsche mittlerweile fast nur noch als Karikaturen dargestellt werden. Das Panorama enigmatischer Wüstenlandschaften ist hier in rasiermesserscharfem Schwarzweiß wahrscheinlich beeindruckender als wenn es ein Farbfilm wäre. Drehort: Libyen. Spannende Szenen: Die Überquerung eines Minenfeldes, wo es bei Reifenspuren und Fußtritten um Millimeter geht: ‘Da ist irgendwas unter meinem Fuß!’ etc. Und die Szene als die Gruppe mit zunehmender Verzweiflung versucht, den Wagen über eine riesige Düne zu schieben. Und als Anthony Quayle, in einer seiner sprichwörtlich stärksten Rollen, bei einer Reparatur unter dem alten Austin K2 Krankenwagen liegt und auf einmal einer Tonne Gewicht widerstehen muss. Und natürlich als der Mann im Treibsand der Qattara-Senke so weit versinkt, bis nur noch seine Hand heraussteckt. Sympathisch im Film ist Harry Andrews den man vom Gesicht, wenn auch nicht unbedingt vom Namen her aus zahlreichen Filmklassikern kennt. Und Sylvia Syms, die hier vom Aussehen und der Ausstrahlung her Grace Kelly etwas ähnelt. Das interessante an John Mills ist 
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Die Kinoversion von Tinker, Tailor, Soldier, Spy (2011) deren auf einem Kinderreim beruhende Originaltitel spannender klingt als die deutsche Fassung, ist mit guten sehr Kritiken in England angelaufen. Wie so oft, muss man sich in Deutschland und bei uns Spanien noch monatelang gedulden, hier ist der Filmstart anscheinend erst im Februar 2012. Das ist uns ebenso rätselhaft wie der späte deutsche Kinostart der neuen Jane Eyre (2011) Verfilmung: Bis die Sachen ins Kino kommen werden viele deutsche Fans englische DVD-Versionen mit viel Extramaterial bevorzugen oder vielleicht sogar schon besitzen. Aber Schwamm drüber. Wir haben uns stattdessen einfach mal wieder die gute alte BBC TV-Verfilmung (1979) mit Alec Guinness in der Rolle von George Smiley angesehen. Hammerhaft gut. Aufwendige Produktionen von so einem Kaliber werden mit den Jahren fast noch besser, vielleicht weil das graue London der späten 70er nicht mehr wie dröger Alltag sondern wie ein mystisches Zeitdokument erscheint: Die Autos, die Klamotten etc. Auf unserem Foto ist eine Zeitungsanzeige für den neuen Film (2011) und die Romanvorlage (1974). Sir Alec Guinness (1914 – 2000) spielte den Ex-MI6 Mann George Smiley mit einem Brillengestell von solch ikonischem Status dass Gary Oldman, der neue Smiley, angeblich Hunderte von Brillen ausprobierte bis er etwas fand das zu ihm und der Smiley-Figur passte. Angeblich hat Oldman, der früher mal den Hungerhaken Sid Vicious spielte, auch eine Menge englischen Kuchen gegessen um Smileys eher rundlichem Erscheinungsbild gerecht zu werden.

Whatever format you use, the thing about radio dramatisations is that they don't necessarily turn you into a couch potato. A classic like 'Tinker, Tailor...' even makes assembling Ikea flat packs bearable. Well, almost. On and off there are some of these plays are online. Listen before they get taken down

Was wir an der Figur interessant finden, ist dass sie ein kompletter Gegenentwurf zu James Bond ist. Letzterer hat die Jahrzehnte, für unseren Geschmack, nicht ganz so überstanden wie Smiley. Wahrscheinlich weil die Welt komplizierter geworden ist als sie es zu den Zeiten von good old Ian Fleming (1908-1964) war. Auftrumpfendes Gehabe und Aktionismus haben einen bitteren Beigeschmack bekommen. Im Jahr 2003 veröffentlichte der Romanautor John le Carré (geb. 1931) in der Times den Artikel ‘The United States has gone mad‘, in dem er den kommenden Irak-Kriegszug verurteilte. Aber auch le Carrés Figuren – und vielleicht sogar Ex-Spion le Carré selber – verkörpern einen Sektor, den der Geheimdienste sowie auch staatliche Organisationen die ihre eigenen Bürger bespitzeln, wo irgendwo ein fundamentaler Wurm drinsteckt: Manipulatives Verhalten das irgendwann vom nötigen Mittel zum Zweck zum Selbstzweck wird und den Wald vor Bäumen  nicht mehr sieht oder sehen will. Kontraproduktiver Übereifer. Kontrollsucht die sich selbst in den Fuß schießt. Auf der BBC DVD-Version von ‘Tinker. Tailor…’ ist ein gutes, ca. 1-stündiges Doku namens The Secret Centre, in dem übrigens auch Markus Wolf, Ex-Stasi-Chef, zum Teil Vorbild für Smileys Nemesis Carla – und le Carré-Fan! – zu Wort kommt.

It's hard to top the TV series from 1979 with Alec Guinness as Smiley. But the movie Tinker Tailor Soldier Spy (2011) with Gary Oldman as Smiley was pretty good. Apparently he tried 200 pairs of glasses before he found this beauty

Aber es geht hier hauptsächlich um John le Carrés Leben und seine Erfahrungen in der Welt der Geheimdienste. Wir wollen dem sympathischen, nachdenklichen Mann keine Worte in den Mund legen, aber uns schienen die Beschreibungen von seiner eigenen Jugend und der vom britischen Oberspion (und Sovietspitzel) Guy Burgess, darauf hinaus zu laufen dass Geheindienste Leute anziehen oder sogar gezielt rekrutieren, die einen gewissen kindheitsbedingten psychologischen Knacks haben. Nicht etwas das unbedingt über alle möglichen  Konflikte hinausgeht mit denen wohl jeder Mensch zu kämpfen hat. Aber etwas das spezifisch in manipulativen und verdeckten Tätigkeiten eine zufriedenstellende Existenz und…Identität findet.  Auffällig ist, anhand von le Carrés Beschreibungen, dass sein Vater und der von Guy Burgess, in vieler Hinsicht Betrüger gewesen zu sein scheinen. Er beschreibt Burgess’ Vater als ‘…the most dreadful fellow, a kind of conman who worked the Middle East…’. Und le  Carrés eigener Vater war, so weit wir wissen, wegen Betrug sogar im Knast. Versucht also die Geheimdiensttätigkeit der Söhne das dubiose Verhalten der Väter, zwar nicht zu kopieren aber zu rechtfertigen, zu normalisieren? Das wäre ein nachvollziehbarer Versuch, den Vater nachträglich akzeptieren und lieben zu können. Nobody’s perfect. Aber wenn im Laufe der Jahre zunehmend Leute mit allzu persönlichen Motiven die Geheimdieste bevölkern, entsteht dann vielleicht eine Mentalität die mehr an  Selbsterhalt als an der Sicherheit des eigenen Landes interessiert ist? Probleme mit denen James Bond nie zu kämpfen hatte – das  muss man ihm lassen.

 

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Film-Info  Die BBC-Verfilmung Tinker, Tailer, Soldier, Spy‘ (1979), hier auf YouTube, ist sehenswert, lang (7-teilig, ca. 350 Min.), melancholisch, komplex und leider nur auf Englisch erhältlich.

John le Carré Hörspiel online  Das dreistündige BBC-Hörspiel Tinker, Tailor, Soldier, Spy (2009) kann momentan online gehört werden. Mit Simon Russell Beale (als George Smiley), Ewan Bailey (Peter Guillam), Vera Filatova (Irina), Anthony Calf (Jim Prideaux), Alex Jennings (Oliver Lacon), Jamie Foreman (Ricki Tarr), Kenneth Cranham (Mendel), Anna Chancellor (Ann Smiley), Ryan Watson (Bill Roach) u. a. Sprechern. Hörspiel verpasst? Hören Sie stattdessen ein anderes Hörspiel nach John Le Carré das immer noch online ist.

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