Shirley (1849) is less known than her novel Jane Eyre, so it's good to have a new BBC Radio dramatisation of this story set in times of industrial unrest. Above, our Wordsworth Classics edition. Spot the Brontë Parsonage sticker. Radio link below

Das neue Hörspiel kann online gehört werden. Link am Ende des Blogposts. Romanvorlage Shirley erschien zwei Jahre nach Jane Eyre (1847), ist jedoch thematisch und stilistisch völlig anders. Es ist ein Industrieroman der Ähnlichkeit mit Elizabeth Gaskells North & South (1855) hat, in der Tat, wir vermuten dass Brontës Freundin Gaskell von Shirley (1849) inspiriert wurde. Charlotte schrieb den Roman zu einer Zeit als eine Wirtschaftsflaute und der Wechsel von einer landwirtschaftlichen zu einer industriellen Gesellschaft zu sozialen Unruhen geführt hatten. Die Romanhandlung spielt allerdings ca. 35 Jahre früher, in 1811 und handelt mitunter von dem Maschinensturm den Textilarbeiter die sog. Luddites, als Protest gegen Fabrikbesitzer unternahmen. Die zunehmende Maschinisierung schaffte Arbeitslosigkeit und gab Unternehmern zudem die Möglichkeit, größeren Druck auf die verbleibende Belegschaft auszuüben. Diese Ereignisse hatten weitreichende Folgen. Karl Marx, der nur zwei Jahre jünger war als Charlotte und im selben Jahr geboren wurde wie ihre Schwester Emily, hatte ein Jahr vor Shirley (1849) das Kommunistische Manifest (1848) in England veröffentlicht. Man kann von Pfarrers Töchtern wie Charlotte Brontë und Elizabeth Gaskell nicht erwarten dass sie mit ihren Sozialromanen den Thesen von Marx das Wort reden aber in Shirley, wie auch North & South, ist ein starkes Mitgefühl für die Situation der Arbeiter vorhanden. Andererseits versucht Charlotte Brontë, ebenso wie Gaskell, auch die Sachzwänge des Fabrikbesitzers nachzuvollziehen der, hochverschuldet, selber vor dem Ruin steht wenn er es nicht schafft seine Produktsweise so effizient wie seine Konkurrenten zu machen. Brontë beschäftigt sich auch mit der Rolle der Kirchen und der Rolle von Frauen. Die finanziell unabhängige Shirley Keeldar wird manchmal als proto-feministische Figur gedeutet. Es wird angenommen dass Shirley ihre Schwester Emily Brontë verkörperte. Die andere Hauptfigur, Caroline Helstone war wahrscheinlich von Charlottes Schwester Anne inspiriert. In den zwei Jahren während Charlotte den Roman schrieb, waren Emily, Anne und auch ihr Bruder Branwell Brontë gestorben. Es waren düstere Zeiten, gesellschaftlich und privat. Leser ihres Romans Jane Eyre warnt Charlotte Brontë zu Beginn von Shirley: Wenn Sie denken dass dies eine Romanze ist, liegen Sie falsch. Die Warnung stimmt weitgehend. Wenn auch nicht ganz. Gute Unterhaltung beim Hörspiel.

 

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Charlotte Brontë: Ihr Roman ‘Shirley’ als BBC-Hörspiel online Das Hörspiel Shirley. Mit Lesley Sharp (als Charlotte Brontë / Erzählerin), Jemima Rooper (als Shirley), Joanne Froggatt (als Caroline ), Joseph Kloska (als Robert Moore), Joel MacCormack (als Louis Moore), Christine Kavanagh (als Mrs Pryor), Sean Murray (als Helstone), Priyanga Burford (als Hortense Moore), David Seddon (als Mr Sympson) u. a. Hörspielbearbeitung: Rachel Joyce. Regie: Tracey Neale. Produktion: 2014

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