My Chatto & Windus edition of an excellent book - great as a Christmas present. In 'Thames: Sacred River' Peter Ackroyd explores history, mythology, poetry, art, music and literature connected to the river that, basically, created London

‘The note he left was signed ‘Old Father Thames, it seems he’s drowned…’. Die Personifikation des Flusses – der auf Deutsch die Themse genannt wird – ist Bestandteil der englischen Kultur. Auch deutsche Musikfans könnten obige Worte von der Genesis-LP Selling England by the Pound (1973) kennen. Hier singt Peter Gabriel die Zeile in 2016. Und hier ein Beispiel, wie der Dichter & Künstler William Blake (1757-1827) sich den Flussgott Old Father Thames vorstellte. Die Verbindung von Flüssen zu Kunst, Mythen und Legenden – die Peter Ackroyd im Buch ‘Thames. Sacred River’ (2007) erforscht – geht Jahrtausende zurück. Der Name Thames (der im modernen Englisch wie temms, mit einem weichen s, ausgesprochen wird) ist so ziemlich der älteste erhaltene Name in England. Ähnlich wird es beim Rhein sein. Flüsse waren nun mal die Geburtsorte von Zivilisationen. Sie boten Nahrung und Transportwege, Schutz in Form von territorialen Grenzen, Möglichkeit von systematisch betriebener Landwirtschaft durch Bewässerung und, und, und. Es ist kein Wunder, dass Flüsse als Gottheiten oder Aufenthaltsort von Göttern gesehen wurden. Auch im Christentum sind – in Form der Taufe – Spuren von diesem uralten Glauben erhalten. Schon im Namen der Themse steckt viel Geschichte: Die Römer nannten den Fluss Tamesis, was auf dem keltischen Tamesas beruht. Bestehend aus Tam (für glatt und weitläufig) und Isa oder Esa (für fließendes Wasser). In dieser zweiten Silbe steckt vermutlich auch eine Verbindung zum deutschen Flussnamen Isar. Aber manche Sprachforscher sehen in dem Namen auch eine Verbindung zu prä-keltischen Sprachen wie Sanskrit, in dem es den Flussnamen tamasa gibt, was dunkel bedeutet. Manche Forscher sehen diese Verbindungen als Hinweis, dass es bei den Wanderbewegungen von Stämmen im Neolithikum noch eine mehr oder weniger gemeinsame Sprache gab, aus der im Laufe der Zeit diverse Abwandlungen entstanden. Diese Sprache ist ausgestorben aber ansatzweise noch in uralten Namen von Flüssen erhalten. In der dichterischen Metapher vom Fluss, der den Verlauf der Zeit und der Menschheitsgeschichte repräsentiert, steckt also etwas Wahrheit.

‘The river runs through language, and we speak of its influence in every conceivable context. It is employed to characterise life and death, time and destiny; it is used as a metaphor for continuity and dissolution, for intimacy and transitoriness, for art and history, for poetry itself.’ (Aus Peter Ackroyds Buch ‘The Thames. Sacred River’. Auf Deutsch als ‘Die Themse: Biographie eines Flusses’ erhältlich )

Curiously, the first thing I saw, when I randomly opened the book in the shop, was this old photo of one of the many watermills by the Thames. It looked so familiar...and then it dawned on me where I had seen it: On an album cover!

Peter Ackroyds Buch – das auf Deutsch unter dem Titel ‘Die Themse: Biographie eines Flusses’ erhältlich ist – enthält auf seinen ca. 500 Seiten so viele interessante Informationen, dass man sich kaum entscheiden kann, welche man im Rahmen eines Blogposts erwähnen soll. Hier ein paar Kapitelüberschriften: Der Fluss in der Kunst, Die Worte des Flusses, Flusslegenden, Die Schlacht an der Themse, Die Flussarbeiter, Die Brücken der Themse, Die Tributabgaben, Das kriminelle Element, Die Ruinen, Die alten Bäume, Die Opfergaben, Der Fluss des Todes etc. Obwohl die Themse (Länge: 346 km) im Vergleich zu Flüssen wie dem Amazonas (Länge: 6.400 km) klein ist, hat an den Ufern der Themse enorm viel Geschichte stattgefunden. Wenn man essenzielle britische Orte wie Westminsterpalast, den Sitz des britischen Parlaments in London, auf Fotos sieht, wird klar, wie sehr sich alles um die Themse dreht. Ein Anblick, der den französischen Impressionisten Claude Monet inspirierte. Natürlich befindet sich auch der aus James-Bond-Filmen bekannte Sitz des britischen Geheimdiensts MI6 direkt an der Themse. Auch in englischen Romanen von Autoren wie Charles Dickens und Arthur Conan Doyle ist die Themse ein häufiger Schauplatz. Dabei kommen auch die düsteren Seiten des Flusses ins Spiel: Ominöse Hafenkneipen, wie ‘Das Gasthaus an der Themse’ von Edgar Wallace, oder die berüchtigten Gefängnisschiffe im Mündungs-gebiet der Themse, die in ‘Große Erwartungen’ von Charles Dickens erwähnt werden. Apropos Verbrechen, schreibt Peter Ackroyd, dass die Themse, vor allem im 19. Jahrhundert, der ‘Arbeitsplatz’ von zeitweise über zehntausend Kriminellen war, was damit zu tun hatte, dass auf dem Fluss regelmäßig hunderte von Schiffen anlegten um die Millionenstadt London mit Gütern aller Art zu versorgen. Diebstahl und Hehlerei dieser Güter war ein lukratives Geschäft für die Unterwelt. Das Buch ist voll mit solchen faszinierenden Storys. Übrigens auch viele Fotos, von denen ich mir eins sogar ausgeschnitten habe. Oben im Bild ist eine von vielen alten Wassermühlen am Ufer der Themse zu sehen. Mal ein kleiner Quiz: Auf welchem weltberühmten LP-Cover einer Rockband ist genau diese Mühle zu sehen? Nehmen Sie sich ein paar Sekunden Zeit, bevor Sie auf das Foto meiner Vinyl-LP von dem Album klicken. In diesem Buch und im Fluss stecken noch eine ganze Menge weiterer Geschichten, auf die ich in zukünftigen Blogposts zurückgreifen werde. Keine Eile. Der Fluss ist ewig

 

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Die Themse in Folk und Rockmusik Von Leuten, die in London leben, wird die Themse oft einfach nur ‘the river’ genannt, siehe z. B. Songs wie Sultans of Swing (‘South of the river you stop and hold everything…’) von Dire Straits, oder im Song ‘London Calling’ von The Clash (‘London is drowning and I live by the river…’). Zwei schöne und bewegende Folksongs, in denen die Themse namentlich erwähnt wird, sind Sweet Thames Flow Softly von Christy Moore & Sinead O’Connor (RIP), und When The Thames Froze von Smith & Burrows

Die Themse in klassischer Musik Die berühmteste Komposition mit einer spezifischen Verbindung zur Themse, hat sogar eine Verbindung zu Deutschland: Als am 17. Juli 1717 der englische King George I. mit einem Boot auf der Themse von Lambeth to Chelsea fuhr, spielte dabei – auf einem nahen Begleitboot voller Musiker – eine Komposition, die der König speziell für diese Gelegenheit in Auftrag gegeben hatte: Water Music, auf Deutsch als ‘Wassermusik’ (1717) bekannt, von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Tipp für Wanderer Bootsfahrten auf der Themse sind eine große Touristenattraktion. Dagegen ist der der Themsepfad, ein 296 km Wanderweg von der Quelle bis ins Zentrum von London, eher ein Geheimtipp

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