Being bilingual myself, I always felt that thinking in different languages changes your thinking. Now there is scientific proof: Check the Guardian article ‘I couldn’t believe the data’: How thinking in a foreign language improves decision-making'

Man könnte obige Frage eleganter formulieren, aber sie würde nicht in die Überschrift passen. Ewiges Blogger-Dilemma! Aber gemäß neusten Forschungsergebnissen, ist die Antwort auf diese Frage: Ja. Darauf hätte ich, als jemand der selber zweisprachig ist, eigentlich immer schon getippt. Aber ich hätte nicht gewusst, wie ich das in Worte fassen, geschweige denn beweisen könnte? Jetzt deuten Experimente von Prof. Boaz Keysar von der University of Chicago daraufhin dass der sog. Foreign Language Effect (FLE) nicht nur einen gewissen Einfluss, sondern sogar einen starken Einfluss auf Denkweisen und Entscheidungen hat. Gleich mehr dazu. Nur kurz vorweg: Obiges Foto stammt von dem Sci-Fi-Film ‘Arrival’ (2016), in dem Sprache, spezifisch sogar Linguistik, eine zentrale Rolle spielt, zum Beispiel insofern, dass die Sprache der Außerirdischen im Film auch ihre Wahrnehmung von der Welt formt. Das klingt irgendwie plausibel, aber ist das – außerhalb von Hollywood – auch in Wirklichkeit und bei Menschen der Fall? Die Experimente von Prof. Boaz Keysar zu dieser Frage, beruhen auf dem sog. Trolley-Problem, bei dem Testpersonen vor ein moralisches Dilemma gestellt werden. Die Reaktion der Testpersonen deuten dann auf deren verschiedene Sichtweisen, die u. a. mit Begriffen wie Konsequentialismus oder Deontologische Ethik bezeichnet werden. Über all diese Dinge könnte man ellenlange Artikel schreiben und viel diskutieren – Nein, ich persönlich würde den dicken Mann nicht von der Brücke schubsen, um dadurch das Leben von fünf anderen Menschen zu retten! – aber ich bleibe jetzt mal beim Thema Sprache und fasse mich kurz. Prof. Boaz Keysar fand heraus, dass zweisprachige Testpersonen, die in ihrer zweiten, also ‘fremden’ Sprache dachten, weit mehr, in manchen Fällen doppelt so oft dazu neigten, im Sinne einer zweckorientierten Ethik zu handeln. An dieser Stelle könnte man eine Diskussion starten, ob man vom vermeintlich moralischen Utilitarismus wirklich so begeistert ist, oder ob man eher pragmatistische und realpolitische Sichtweisen bevorzugt? Aber das soll jeder für sich entscheiden, ich füge nachfolgend den Link für den Artikel über die Experimente hinzu

 

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Artikel in The Guardian’ zum Thema Hier der englische Artikel mit dem langen Titel ‘I couldn’t believe the data’: How thinking in a foreign language improves decision-making’ (17. Sept. 2023) von David Robson, einem britischen Mathematiker und Autor, der hier über die Experimente von Prof. Boaz Keysar berichtet

Wussten Sie schon? Die Ideen vom sog. Foreign Language Effect (FLE) haben für meine Begriffe eine Verbindung mit der Sapir-Whorf-Hypothese über den Einfluss von Sprache auf das Denken

Linguistik im Film ‘Arrival’ (2016) Hier ein Trailer für den obenerwähnten Spielfilm von Denis Villeneuve

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