Could language have evolved from birdsong? There's a relation between birdsong and human language in mythologies. All the more interesting in the light of a research paper from MIT’s Department of Linguistics and Philosophy: The emergence of hierarchical structure in human language

Interessante Neuigkeiten vom Massachusetts Institute of Technology. Eine Forschergruppe vom Department of Linguistics and Philosophy schreibt:

 ’We propose a novel account for the emergence of human language syntax…’

Ein Link zum kompletten und umfangreichen Artikel ist unten auf unserer Info-Leiste. Wir werden vorher eine kurze Zusammenfassung des MIT Artikels versuchen. Das Bild links, stammt natürlich nicht vom MIT, sondern ist eine Anspielung auf die erstaunliche Tatsache dass Verbindungen zwischen der Sprache von Vögeln und der menschlichen Sprache in vielen alten Sagen und Mythologien auftauchen. Am bekanntesten ist vielleicht der Waldvogel der Siegfried berät nachdem dieser den Drachen getötet hat und durch eine versehentliche Berührung mit dem Drachenblut auf einmal die Sprache der Vögel verstehen kann. In diesem Punkt hat sich Wagner in seinem Opernzyklus Der Ring des Nibelungen ziemlich nah an die ursprünglichen isländischen Sagen gehalten. Ähnliche Motive, zum Beispiel Vogelsprache als eine von den Göttern gesandte Hilfe oder Nachricht, tauchen auch in keltischen, griechischen und anderen Mythen auf. Wenn jahrhundertealte Geschichten vage Ähnlichkeiten mit modernen Forschungsthesen haben, beweist das genau genommen garnichts, und das MIT-Team von Shigeru Miyagawa, Robert C. Berwick und Kazuo Okanoya lässt dererlei Dinge natürlich unerwähnt. Der Kern ihrer These beruht, wie wir es verstehen, darauf dass die menschliche Sprache zwei inhaltliche Schichten hat: Einmal, die pure Informationskomponente, die z. B. in einer Ausage wie ‘Es regnet‘ enthalten ist. Eine zweite Schicht in unserer Sprache ist die expressive Ebene, wenn wir z. B. sagen, ‘Es regnet wieder‘ ist das kaum länger, drückt aber eine ganz neue Palette von potentiellen Sichtweisen oder Emotionen aus: zum Beispiel dass der Regen hier nichts besonderes ist, oder dass es es schon lange regnet oder vielleicht sogar das man eine gewisse stoische Haltung zum Klima seiner Heimat entwickelt hat – oder auch nicht! Das Regen-Beispiel ist nicht aus der MIT-Studie, aber so in etwa würden wir den Unterschied zwischen der lexical layer und der expression layer in der menschlichen Sprache erklären. Diese Dinge entstanden nicht über Nacht sondern entwickelten sich über lange Zeiträume.

Wo die MIT-Forscher dabei eine Rolle des Vogelgesangs sehen ist dass Vögel, anders als viele andere Tiere, nicht nur auf einer Informations-Ebene kommunizieren, wie es zum Beispiel Bienen tun, sondern auch auf einer Expressions-Ebene. Der MIT-Artikel erläutert das ausgiebig. Aber dass Vögel mehr als nur einen, sagen wir mal, kurzen Warnschrei von sich geben, entspricht der allgemeinen Wahrnehmung von Vogelgesang. In der Tat, die Studie sagt dass Menschen sich die Expressions-Ebene von Vogelgesang gewissermaßen abgeguckt haben. Wir lernen auch heute noch indem wir vorhandene Dinge, wie Sprachsysteme und ihre verschiedenen Komponenten zuerst kopieren und mit der Zeit zu etwas Eigenem kombinieren. Menschliche Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Behausung usw. kann man theoretisch ja mit relativ wenigen Worten oder sogar Zeichen kommunizieren. Aber vielleicht entwickelte sich unsere Sprache in all ihrer gigantischen Ausdrucksvielfalt ursprünglich aus irgendeiner Form von menschlichem Gesang. Musik ist bis heute ein Feld in dem die zwei verschiedenen Sprachebenen der lexical layer und der expressive layer zur Geltung kommen und sich ergänzen: Poplieder haben, im Vergleich zu einer technischen Gebrauchsanleitung, oftmals eine relativ bescheidene lexical layer an informativem Gehalt, aber dafür viel emotionale Ausdruckskraft. Dabei spielen vage, impressionistische Phrasen oder sogar Lautsprache im Stil von Oh-oh-oh-oh-eh oder ähnliches in der Popmusik eine Rolle. Darüber kann man lachen – Grüße an Bono von U2! - aber solche Dinge sind vielleicht Schnittstellen zwischen Information und Kunst, und somit ein Teil dessen was Menschen über Jahrhunderte inspiriert hat, Sprache zu einem mächtigen Werkzeug zu entwickeln. Sollten wir uns das irgendwo abgeguckt haben, dann hat uns der legendäre Waldvogel wirklich einen guten Dienst erwiesen.

 

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Info Der umfangreiche englische Artikel The emergence of hierarchical structure in human language von einem Team des Massachusetts Institute of Technology wurde am 20. Februar 2013 veröffentlicht. Hinweis: Unser Blogpost gibt unseren persönlichen Eindrücke wieder und repräsentiert nicht den Inhalt des MIT-Artikels. Please note: Our blogpost and the above pic is, as we point out to readers, our personal interpretation of the topic and does not represent the content of the MIT article.

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