Vanessa Diffenbaugh's novel The Language of Flowers (2011) got us into checking out the Victorian context. One of the main flower growing places were the Isles of Scilly. Flowers came to the mainland in ships (right), in boxes similar to the ones above left. The novel is set in modern times in San Francisco

Mir gefiel die Grundidee des Romans Die verborgene Sprache der Blumen (2011) von Vanessa Diffenbaugh. Links im Bild meine englische Ausgabe. Buch-Trailer am Ende des Blogposts. Die in modernen Zeiten spielende Story dreht sich darum dass Blumen benutzt werden um Menschen geheime Botschaften zu übermitteln. Viele englische Sachbücher zum Thema Floriographie oder Blumensprache stammen aus dem 19. Jahrhundert, aus dem Viktorianischen Zeitalter. Die Indirektheit der Blumensprache passte zur Epoche. Ansatzweise gibt es diese Sprache heute noch. Jemandem rote Rosen zu schenken ist eine Geste die immer noch verstanden wird. Aber solche Botschaften waren damals noch viel subtiler. So konnten Blumen Schüchternheit, Stolz, Trauer, Verschlossenheit, Neuanfang, Ungewissheit und Dutzende anderer Gefühle, Absichten und Haltungen signalisieren. Verschiedenen Arten von Blumensprachen gehen viel weiter zurück als das viktorianische Zeitalter. Schon in griechischen Mythen haben Blumen und andere Pflanzen symbolischen Charakter. So spielt zum Beispiel die Narzisse eine Rolle in der Sage vom Raub der Persephone. Es ist nachvollziehbar dass Menschens vor Jahrtausenden versuchten, in der Natur einen Sinn oder einen Charakter zu erkennen. Das Benennen und Interpretieren der Natur zeugt von Einordnung, Informationssammlung und einem Verlangen die Welt zu verstehen. Blumen haben mitunter medizinische, heilende Eigenschaften, und vielleicht trug das dazu bei dass sie mythische und später romantische Konnotationen bekamen. Blumensprache erlebte ihren Zenit im Mittelalter, geriet aber dann zunehmend in Vergessenheit. Dass die Blumensprache, auch in Deutschland, in der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik ein Comeback erlebte, hat sicherlich Gründe. Vielleicht bewirkten die harschen Aspekte des industriellen Zeitalters ein Verlangen nach Naturromantik. Das spiegelte sich auch in Kunst und Musik, hier sind Beispiele von Blumensprache in Werken des englischen Malers John Everett Millais in seinem Gemälde Ophelia (1852), in dem Dutzende von Pflanzen und Blumen detailliert dargestellt werden und eine Verbindung zur Geschichte von Shakespeares tragischer Figur haben: Mohn symbolisiert Schlaf oder Tod, Rosen verkörpern Liebe und Jugend, Gänseblümchen bedeuten Unschuld etc. Das Thema gibt es auch in der Musik, wie z. B. in dem Lied Die Blumensprache (1817) von Franz Schubert, hier ein Videoclip mit Illustrationen und Erklärungen aus alten Büchern über die verborgene Sprache der Blumen. Im gleichnamigen Roman geht es um die 18-jährige Victoria die als Pflegekind aufgewachsen ist. Als sie auf sich allein gestellt ihr Erwachsenenleben beginnt, wird ihr enzyklopädisches Wissen über Pflanzen und die Blumensprache zur Grundlage ihres Lebens, und vielleicht auch ihrer Liebe.

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Weitere Infos  Ein Buch-Trailer für den Roman The Language of Flowers von Vanessa Diffenbaugh, auf Deutsch als Die verborgene Sprache der Blumen (2011) veröffentlicht Foto  Beim Auschecken des viktorianischen Kontexts der Blumensprache, fand ich heraus dass die Scilly-Inseln von Cornwall damals einer der Hauptorte zum Anbau von Blumen war. Obiges Foto zeigt, neben einer englischen Romanausgabe, das Verladen von Blumen auf Schiffe. Die Blumen kamen in Kisten. wie links im Bild, nach Cornwalls Festland, und von dort aus auf die Blumenmärkte.

Avenita Kulturmagazin