Victoria Beckham was seen in a Grateful Dead T-Shirt last week. As collectors of 70s cover art we add some background information. The image above is from the LP Terrapin Station (1977) by renowned artists Alton Kelley & Stanley Mouse

Die Designerin Victoria Beckham war letzte Woche in Los Angeles mit einem T-Shirt von der legendären US-Rockband Grateful Dead zu sehen. Als Sammler von 70er Jahre Cover Art können wir Hintergrundinfos liefern: Das Motiv stammt von dem Album Terrapin Station (1977), dort ist es allerdings nur auf der Rückseite der LP. Wir haben deshalb das Cover umgedreht, es ist im unteren Foto in der Mitte zu sehen, besser wenn man es zum Vergrößern anklickt. Auf der Vorderseite des Albums ist ein Bild von zwei Schildkröten an einem Bahnhof. Das T-Shirt das Victoria trägt ist offensichtlich von einer Tour, anhand der Beschriftung ist es von einem Konzert in English Town, New Jersey. Dort spielte die Band am 3. September 1977 im Raceway Park. Den gibt es heute noch und wie der Name andeutet, werden dort normalerweise Autorennen veranstaltet. Es war ein riesiges Konzert mit ca. 125.000 Besuchern. Die Band hat, bis zum heutigen Tag, eine große Fan-Gemeinde. Weil Grateful Dead von allen ihre Konzerten tontechnisch gute Aufnahmen machten, kann man den damaligen 20-Lieder-Set heutzutage unter dem Titel Dick’s Picks Volume 15, hier der Wiki-Eintrag, als 3-CD-Set oder Download kaufen. Hier ein YouTube Audio-Clip von dem Grateful Dead Klassiker Bertha live in English Town. Obwohl sie auch gute Studioalben wie den LP-Klassiker American Beauty (1970) machten, waren Grateful Dead besonders für ihr vielen und oftmals stundenlangen Konzerte berühmt. Improvisationen und eine Gemeinschaftsgefühl à la Woodstock, wo die Band 1969 ebenfalls auftrat, waren ihr Markenzeichen.

The band name inspired the skulls, but their experimental folk rock and Love & Peace stance differed from metal bands who later used similar imagery ad nauseum. The band also worked with Rick Griffin (1944-1991), cover on the right is from him

Ich wollte nicht nur die Musik sondern auch das Design kommentieren. Das Design von LP-Covers, Konzertpostern, T-Shirts etc. spielte eine wichtige Rolle bei Grateful Dead. Anders als bei vielen heutigen Gruppen, ließen sich Grateful Dead nicht von Plattenfirmen, Managern oder Produzenten ein Image verpassen. Die Band war wie ein Familienbetrieb, arbeitete gezielt mit Künstlern die auf ihrer Wellenlänge waren. Obiges Motiv auf dem T-Shirt und dem Album Terrapin Station (1977) stammt von den renommierten Künstlern Alton Kelley und Stanley Mouse, die auf manchen Alben auch mit dem Kürzel Kelley/Mouse Studio verzeichnet sind. Die beiden machten auch mehrere starke LP-Cover für Journey. Der Gag bei dem Grateful Dead Cover ist dass es der Schädel eines  Zyklopen, also von einer mythologischen Figur ist. Die Feder die am Knochen baumelt, gibt der Sache etwas von indianischer Ikonographie. Die Band benutzte das Motiv damals auch als Bühnenhintergrund. Alton Kelley (1940-2008) ist mittlerweile verstorben. Von ihm stammte auch das markante Cover für das Livealbum Grateful Dead (1971) das als aufgeklappte Digipak-CD in meinem Foto oben links zu sehen ist. Dieser Stil ist zm Teil von viktorianischen Illustratoren aus dem 19. Jahrhundert beeinflusst, aufgepowert mit psychedelischen Farben und Mustern. Der Name Grateful Dead war offensichtlich die Inspiration für das öfters auf Grateful Deads Plattenhüllen vertretene Totenkopf-Motiv. Rechts im Bild ein weiteres starkes Cover, diesmal von dem Künstler Rick Griffin (1944-1991) den die Band ebenfalls für mehrere Alben einspannte. Diese Dinge waren damals neu und irgendwie spannend, heute hingegen sieht man Totenköpfe ad nauseam auf Hunderten von Metal Alben. Das stört mich nicht, aber das oftmals düster und pessimistisch anmutende Metal-Genre hat wenige Gemeinsamkeiten mit dem experimentellen Folkrock und der Love & Peace Philosophie von Grateful Dead. Was Victoria Beckham anbelangt, finde ich es bemerkenswert dass sie sich, anders als viele Popstars, nicht zum Spielball der Medien machen ließ sondern selber die Kontrolle übernahm, ihre vier Kinder großzog und mit beträchtlichem Erfolg ihr eigenes Modelabel aufgebaut hat. Das Grateful Dead T-Shirt ist sicherlich privat und nicht Teil ihrer Kollektion. Sie eröffnet diesen November in Londons Dover Street im Stadtteil Mayfair ihren eigenen Laden, die erste Zweigstelle der Marke Victoria Beckham und ich wünsche gutes Gelingen.

 

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Mehr von uns über Grateful Dead   50 Jahre Grateful Dead: Das Abschiedskonzert im Sommer 2015, und Info über die legendäre Tour der Band 1972 in Deutschland, die speziell auf einem Album dokumentiert ist

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