Worried about reds under the bed and stuff like that? (Or reds in your bed, for that matter). Well, check out your garden for a change, because that's where real trouble is lurking. There's a BBC radio dramatisation of 'The Day of the Triffids' online

Es gibt ein deutsches Hörspiel von 1968, und ein englisches BBC-Hörspiel von 2001. Links folgen am Ende des Blogposts. Der Roman mit dem Originaltitel The Day of the Triffids (1951) wurde einmal als Kinofilm, und zweimal als TV-Serie verfilmt. Das Thema von der Bedrohung der Menschheit von anderen Lebewesen ist klassisches SF-Material. Pflanzen, wie in John Wyndhams Roman, kommen eher selten vor. Aber einer der besten Romane und Filme – Die Invasion der Körperfresser – ist eine weitere Story in der es um eine erschreckend effiziente Art von Pflanzen geht. Dass so viele SF-Klassiker aus den 50er Jahren stammen, hat vermutlich mit dem Kalten Krieg zu tun. Auch bei den Triffids gibt es eine Sowjet-Komponente: die Pflanzen stammen aus Experimenten des sowjetischen Agrarwissenschaftlers Trofim Lyssenko (1898-1976), dessen umstrittene Theorien unter Stalin Wohlwollen genossen. Die Triffids wurden jedoch nicht als Kriegsmittel gegen den Westen entwickelt, sondern als Pflanzen zur Produktion von Speiseöl. Das wird weltweit zum großen Geschäft. Dass die Pflanzen sich verselbstständigen, war nicht geplant. John Wyndham (1903-1969) geht es hier nicht um einen Ost-West-Konflikt. Es geht hauptsächlich um den gesellschaftlichen Zusammenbruch der auf die Revolte der Pflanzen folgt. Da die meisten Menschen erblindet sind, bilden sich neue Machtstrukturen. Sehende versuchen Blinde für sich einzuspannen – und umgekehrt. Die Triffids sind nicht besonders intelligent, haben außer ihrem Gift auch keine Kriegstechnologie, sondern sie profitieren davon, zum richtigen Zeitpunkt – während einer Krise der Menschheit – auf der Bildfläche aufzutauchen und eine gute Organisationsfähigkeit zu haben. Der Biologe Bill Masen erinnert sich, wie er als Kind zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Triffids machte:

Ich bekam früh eine Triffid zu sehen. Eine der ersten in der Umgebung wuchs zufällig in unserem Garten. Ich erinnere mich, wie mein Vater mich das erste Mal emporhob, um mich in diesen Trichter hineinblicken zu lassen in dem Fliegen und andere Insekten zappelten. Die Pflanze hatte inzwischen eine Höhe von etwa vier Fuß erreicht. Sie wuchs ungestört in unserem Garten weiter – wie Tausende von anderen Triffids in abgelegenen Winkeln der ganzen Welt. Wenig später geschah es, dass die erste dieser Pflanzen ihre Wurzeln hob und zu wandern begann. Diese unwahrscheinliche Leistung musste in Russland schon einige Zeit bekannt gewesen sein. Der kugelförmige, mit Wurzelhaaren bewachsene Strunk hatte an der Unterseite drei kurze Stumpen entwickelt durch die sich der Hauptkörper der Pflanze etwa einen Fuß hoch über den Boden heben konnte. Beim ‘Gehen’ bewegte sich die Pflanze wie ein Mensch auf Krücken. Die Geschwindigkeit entsprach ungefähr der eines Fußgängers. Das war alles, was ich in Wochenschauen zu sehen bekam. (Gekürzte Romanpassage, Die Triffids)

Das englische Hörspiel beginnt, wie der Roman, damit dass Bill Masen nach einer Augenoperation im Krankenhaus aufwacht und merkt dass etwas nicht stimmt. Für Londoner Verhältnisse ist es gespenstig still. Die postapokalyptischen Zustände die er vorfindet – und die für ihn und eine junge Frau namens Josella zu einem jahrelangen Überlebenskampf werden – erinnern an The Stand (1978) von Stephen King. Das ältere deutsche Hörspiel hat eine retrospektive Rahmengeschichte à la ‘Erzähl doch mal, wie das damals war, mit den Triffids‘. Das ist ok, aber der gemächliche Erzählstil bringt das deutsche Hörspiel von 1968 auf drei Stunden, während das englische Hörspiel von 2001 mit weniger als zwei Stunden auskommt. Beide Versionen haben was für sich. Entscheiden Sie selbst, was Ihnen besser gefällt. Ich wünsche spannende Unterhaltung.

 

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John Wyndham: ‘Die Triffids’ als Hörspiel von 2001 online Das BBC-Hörspiel The Day of the Triffids. Mit Jamie Glover (als Bill Masen), Tracy Ann Oberman (als Josella ), Lee Ingleby (als Coker) Geoffrey Whitehead (Colonel), Richenda Carey (Miss Durrant), Lucy Tricket (Susan), Gavin Muir (als Walter Lucknor), Jonathan Forbes (Blinder) u. a. Musik: Simon Russell Bearbeitung: Lance Dann Regie: Rosalind Ward. Produktion: 2001

‘Die Triffids’ als deutsches Hörspiel von 1968 online Das WDR-Hörspiel mit Hansjörg Felmy (als Bill Masen), Margot Leonard (als Josella), Dieter Brücher (Bill als Junge), Gerhard Becker (als Bills Vater), Raoul Wolfgang Schnell (als Walter Lucknor), Enzo Calani (Umberto), Marlene Riphan (als Elspeth Cary), P. Walter Jacobs (AEFC-Direktor) u. a. Musik: Harald Banter. Bearbeitung: Giles Cooper. Regie: Heinz-Dieter Köhler

Pflanzen-Invasion als Thema eines Progrock-Klassikers Siehe das Genesis-Lied ‘The Return of the Giant Hogweed‘, hier ein Live-Clip. Der Riesen-Bärenklau wurde im 19. Jahrhundert, wie der Song beschreibt, tatsächlich von einem englischen Forscher als Zierplanze von Russland nach England eingeführt, und erwies sich als zähes, giftiges, ausbreitungsfreudiges und recht großes Gewächs das man nicht mehr los wurde

Verfilmung  Ein deutscher Trailer für Die Triffids – Pflanzen des Schreckens (2009), eine BBC Science-Fiction-Miniserie, mit Vanessa Redgrave, Joely Richardson, Dougray Scott, Eddie Izzard u. a.

Ein weiterer englischer Sci-Fi-Klassiker Fred Hoyle: ‘A für Andromeda’ als RIAS-Hörspiel online

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