In a 1750 BC Babylonian tablet the Noah figure Atrahasis is told by god Enki to build a round shaped ark from wooden ribs and bitumen-covered coiled rope. A long one. The lenght of the rope that's stated is the equivalent of ca. 600 km. Hear the interview with Assyriologist Irving Finkel on BBC radio. Link below

Ein BBC-Interview ist online mit dem Assyriologen Irving Finkel der auf einer babylonischen Tontafel aufsehenerregende Verbindungen zur biblischen Sintflut gefunden hat. Link zum Interview folgt am Ende des Blogposts. Wir fassen einige Kernpunkte zusammen. Das Gilgamesch-Epos aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. ist natürlich schon seit 150 Jahren bekannt und wurde von dem Engländer George Smith (1840-1876) entdeckt. Irving Finkel sagt dass diese Entdeckungen damals vielerorts zu einer Art Glaubenskrise führten. Denn auf einmal existierte ein älterer Vorläufer für das was bis dahin als alleiniges biblisches Wort Gottes angesehen wurde, Eine Krise die heute nicht so leicht nachzuvollziehbar ist, denn aus unserer Sicht spricht es eher für die Relevanz von Überlieferungen wie der von Noah und der Flut wenn sie in verschiedenen Zeiten und Orten erwähnt werden. Das besondere an der Tontafel die Finkel entziffert hat, ist dass hier bemerkenswerte und bisher unbekannte Details zum Bau der Arche erwähnt werden. Die Keilschrift auf der Tafel stammt von 1750 v. Chr. und ist somit rund Tausend Jahre älter als die ersten biblischen Dokumente, sagt Finkel. Aber wie sind babylonische Mythen aus dem heutigen Irak in die Bibel eingeflossen? Finkel glaubt, das Verbindungsglied war die Zeit des Babylonischen Exils. Um zur Arche zu kommen: Die wird in der neu entzifferten Tontafel nicht in ihrer bisher bekannten länglichen Form beschrieben, die modernen Schiffen ziemlich ähnlich ist und nach biblischen Vorgaben sogar schon nachgebaut wurde, hier ein Foto. Die babylonische Arche wird als rund beschrieben. Das konsterniert auf Anhieb, wir dachten dabei an die Form eines Kochtopfs der auf dem Wasser herumwackelt. Was bei einer Flutkatastrophe nicht unbedingt unsere erst Wahl für ein Fluchtfahrzeug wäre. Aber es gibt mancherorts, wie zum Beispiel in Wales, tatsächlich runde. kiellose Boote die auf einem uralten Design beruhen. Sie wurden schon von Julius Cäsar erwähnt. Erstaunlicherweise sind diese Coracles solange sie dicht sind sogar sehr stabil auf dem Wasser, praktisch unsinkbar. Coracle ähnliche Boote gibt und gab es auch in anderen Teilen der Welt, obiges Foto zeigt ein altes Boot aus Tibet. Und es gab sie auch in Mesopotamien, wo sie laut Finkel gängiges Transportmittel auf den Flüssen Tigris und Euphrat waren. Walisische Coracles bestanden meist aus Ästen die mit Tierfellen bespannt wurden. Davon ist in der babylonischen Tontafel jedoch nicht die Rede. Hier bekommt die Noah-Figur Atrahasis von dem Gott Enki den Auftrag, das Gerippe des Boots mit einem Seil zu bespannen das in Bitumen getränkt ist. Ein erstaunliches Detail dabei ist dass auf der Tontafel angegeben wird was für eine Seillänge nötig ist um das Bootgerippe zu umwickelen und abzudichten. Nach heutigem Maß etwa 600 Kilometer an Seil.

Infos  Das BBC-Interview mit dem Assyriologen Irving Finkel, dessen Buch The Ark Before Noah: Decoding the Story of the Flood (2014) vom Verlag Hodder & Stoughton veröffentlicht wurde