German radio dramatisation online of Michael Flynn's sci-fi novella 'Eifelheim'. About American scientists finding evidence of contact between humans and aliens in a medieval Black Forest village. Think...Quatermas & The Name of the Rose

Achtung! Möglicherweise die beste Sci-Fi-Story von der Sie noch nie gehört haben. Eifelheim (1986) vom US-Autor Michael Flynn wurde vom SDR, heute SWR, als Hörspiel mit renommierten Sprechern wie Gerd Baltus inszeniert. Link am Ende des Posts. Es geht um zwei amerikanische Wissenschaftler die auf Ungereimtheiten bei der früheren Existenz eines mittelalterlichen Dorfs namens Eifelheim im Schwarzwald stoßen. Es war von einer Pestepidemie betroffen, wurde aber im Gegensatz zu anderen Dörfern, danach nie wieder besiedelt. Die Nachforschungen des Kulturwissenschaftlers Tom Schwoerin und seiner Freundin, der Physikerin Sharon Nagy, führen sie zu rätselhaften mittelalterlichen Ereignissen in Eifelheim, dessen Name sich als abgeänderte Form von Teufelheim erweist. Ursprünglich hieß das Dorf jedoch Oberhochwald und war zudem Standort eines Klosters. Wer jetzt glaubt, die Story läuft auf klischeehafte Themen wie Teufelsanbeterei hinaus, wird angenehm überrascht sein, denn es ist nichts dergleichen. Die beiden Wissenschaftler finden, mitunter in mittelalterlichen Archiven und auch bei einer Reise nach Deutschland, Hinweise darauf dass ein Pfarrer namens Dietrich um das Jahr 1348 Kontakt mit Außerirdischen hatte, deren Raumschiff im Schwarzwald gestrandet war. Einen der Außerirdischen taufte Dietrich mit dem Namen Johann Stern. Die Story vermeidet Klischees von ’machiavelistisch gesinnten Aliens’ oder ‘korrupten Mönchen’. Dietrich wird als wohlmeinender Mann dargestellt der, geprägt von Christentum und Aristotelismus, versucht, die Außeriridischen zu verstehen anstatt zu bekämpfen. Könnte es sein, dass in der heutigen Zeit immer noch das Grab eines damals verstorbenen Aliens existiert? Der Roman, den es nur auf Englisch gibt, hat zwei Zeitstränge, spielt im Mittelalter und in der heutigen Zeit. Das Hörspiel hingegen spielt vorwiegend in der Gegenwart, und lässt die mittelalterlichen Ereignisse im Laufe der Nachforschungen von Tom und Sharon ans Licht kommen. Das passt gut zu einem Hörspiel. Ich wünsche spannende Unterhaltung.

Nach der Theorie von Rosen-Zipf-Christaller müsste Eifelheim noch existieren. Aber Tom Schwoerin hatte 21 Simulationen von Besiedlungsmustern durchgespielt – und es gab kein Eifelheim mehr. Es wurde im 14. Jahrhundert, als die Pest wütete, verlassen und nie wieder besiedelt. Die Rosen-Zipf-Christaller-Theorie beschreibt wie menschliche Siedlungen verteilt sind. Dies war der Fachbereich einer Untersuchung im Auftrag von Matsushita. Die Matsushita-Leute glaubten, sie könnten Vertriebsstragien besser koordinieren wenn sie die Faktoren kannten, von denen Anlage und Wachstum menschlicher Siedlungen bestimmt werden. Also, Populationsdruck, Marktkräfte etc. Das Verlangen nach höherem Wohlstand.zieht die Menschen zu günstigeren Siedlungspunkten: Gutes Ackerland Leute an die Landwirtschaft betreiben wollen. Ähnliches passiert mit guten Fischgründen und ergiebigen Silberadern. Die Bauern Fischer und Bergleute wiederum,ziehen andere Gewerbetreibende an. All diese Faktoren bestimmen, wo die Bevölkerung sich verdichten wird. (Gekürzte Passage aus ‘Eifelheim’)

Michael Flynn: Sci-Fi-Epos ‘Eifelheim’ als SDR-Hörspiel von 1991 online Das Hörspiel mit Gerd Baltus (als Kulturwissenschaftler Tom Schwoerin), Marianne Lochert (als Physikerin Sheila Nagy), Peter Lieck (als Pfarrer Dietrich), Elenor Holder (als Judy Cao, Bibliothekarin und spätere Assistentin von Tom), Klaus Herm (als Anton Zaengle, Historiker an der Universität Freiburg), Hans Kemner (Minoritenprediger), Claus Boysen (Lippert), Heinz Schimmelpfennig (Captain), Peter Bögel (Sergeant), Markus Hoffmann (Lautsprecherstimme). Übersetzung: Walter Brumm. Ton & Technik: Andrea Mammitzsch; Brigitte Laugwitz. Hörspielbearbeitung: Hermann Motschach, Regie: Andreas Weber-Schäfer. Produktion: Süddeutscher Rundfunk 1991

 

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Wussten Sie schon? Michael F. Flynns ‘Eifelheim’ (1986) wurde erst als Novelle veröffentlicht, und 1987 für den Hugo Award nomminiert. Dies war die Vorlage fürs Hörspiel. 2006 erschien eine längere Romanfassung von Eifelheim die, anhand von vielen positiven Amazon-Rezensionen, in England und Amerika gut ankam. In Deutschland wurde weder Novelle noch Roman veröffentlicht. Angesichts der Kompetenz neuer deutscher Sci-Fi-Serien wie ‘Dark’ (2017-2020), glaube ich dass der Eifelheim-Stoff ein guter Kandidat für eine deutsche Produktion wäre. Wobei der Ansatz des SDR-Hörspiels, die Story hauptsächlich in der Gegenwart spielen zu lassen, auch für TV besser ist: So wird es Sci-Fi, und nicht zuviel Kostümdrama à la Timeline oder Labyrinth

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