On 14 Sept. is an auction of a painting by John Lennon, we got a small photo of it. Real size is similar to a vinyl LP cover. Price estimates are £3m. In the biography by Ray Coleman are 20 pages about Lennon at the Liverpool College of Art

Das Ölgemälde ist aus dem Jahr 1958, es ist ein Selbstporträt das der 18-jährige John Lennon während seiner Zeit an der Kunsthochschule Liverpool College of Art malte. Wir haben ein Foto aufgegabelt, links im Bild, aber das Original ist größer, hat mit rund 30 x 28 cm etwa die Maße eines LP-Covers. An der Echtheit des Gemäldes besteht kein Zweifel. Es wurde schon einmal im Jahr 1970 von dem renommierten Auktionshaus Sotheby’s versteigert. Es verschwand dann für Jahrzehnte aus dem Blickfeld und kommt erst jetzt im September 2014 wieder auf den Markt. Schätzungen liegen bei 3 Mio Pfund, also um die 3,75 Mio Euro. Das klingt viel, zumal John Lennon weniger als Maler sondern als Musiker, als Mitglied der Beatles und auch als Solo-Komponist von Liedern wie Imagine bekannt ist. Aber John Lennon, eine der Hauptfiguren der Jugendkultur der 60er und 70er Jahre, hat einen ikonischen Status. Anders als bei einigen seiner Zeitgenossen die allgegenwärtig aber nicht mehr besonders spannend sind, hat sein tragischer Tod in einem relativ jungen Alter durch ein Attentat den Status von Lennon über die Jahrzehnte eher noch erhöht. Als er starb sah er nicht wesentlich älter aus als auf der Biografie im obigen Foto. So oder ähnlich wird John Lennon (1940-1980) für immer sein, als Figur der Zeitgeschichte in Erinnerung bleiben, wahrscheinlich auch noch in 100 oder 200 Jahren. Das Piano an dem er das Lied Imagine komponierte wurde im Jahr 2000 für 1,45 Millionen Pfund verkauft, und ein Stück Papier mit Lennons handgeschriebenen Lyrics für das Beatles Lied A Day in the Life erzielte im Jahr 2010 den Auktionspreis von 1, 2 Millionen Dollar. In diesem Kontext sind 3 Millionen Pfund für Lennons Gemälde denkbar. Über Kunstwerke kann man immer verschiedener Meinung sein aber Lennons Selbstporträt ist, wenn auch nicht im konventiollen Sinn schön, jedoch ausdrucksvoll und interessant. Lennon war ein Mensch mit Ecken und Kanten, er war nicht die Engelsfigur zu der ihn die Popkultur erkoren hat, aber er war auch nicht seicht, er folgte nicht dem Zeitgeist sondern formte ihn. Wäre er heute am Leben, würde er wahrscheinlich auf Twitter über Gott und die Welt schimpfen – auf eine Art die Richard Dawkins freundlich aussehen lassen würde.

Wir haben für diesen Blogpost in der Biografie von Ray Coleman Infos über Lennons Zeit im Liverpool College of Art ausgecheckt. Lennon galt dort als talentiert aber faul, unstet und dazu geneigt, den Clown zu spielen. Auf Studenten die weniger Selbstbewusstsein oder besser gesagt, Geltungsbedürfnis hatten als er, hackte er herum, zeichnete groteske Karikaturen von Leuten etc. Der Musikjornalist Ray Coleman war ein lebenslanger Freund von Lennon, macht hier aber keine Hofberichterstattung. Er sieht Lennon zur damaligen Zeit als jemanden der durch den Tod seiner Mutter und die Nichtanwesenheit seines Vaters einen verletzten inneren Kern hatte und deshalb nach außen hin eine harte Schale projizierte. Demgemäß zeigt das Selbstportät Lennon mit seiner inneren Persönlichkeit: Er wirkt gebeugt, mit hängenden Schultern und nicht sehr sportlich. Coleman schreibt, anhand von Interviews mit früheren Kommilitonen, dass Lennons Bilder in der Tat oft düster waren, sprichwörtlich dunkle Räume zeigten. Manchmal in nachtclubähnlichen Räumlichkeiten, manchmal mit einer Blondine. Er war damals von Brigitte Bardot fasziniert. Lennons erste Ehefrau Cynthia, die er auf der Kunsthochschule traf, färbte sich ihm zuliebe ihre braunen Haare blond. Die Biografie ist sehr detailliert, mehr als 20 Seiten allein über Lennons Zeit am Liverpool College of Art. Dabei erfährt man die Nummer von seinem Arbeitsraum, Namen von Aktmodellen, Lehrern, Zigaretten- und Biersorten von Lennon. Übrigens auch das Pub, sprich die Gastwirtschaft die Lennon und Cynthia öfters besuchten. Das Ye Cracke in Rice Street, hier der Wiki-Eintrag, gibt es bis heute und wenn wir in Liverpool sind, schauen wir vorbei und checken auch mal eins von den Black Velvets aus die Lennon dort trank. In Liverpool begann ein entscheidenes Kapitel der Popkultur des 20. Jahrhunderts. Dort traf der von irischen Einwanderern abstammende Lennon, vom alten Clan O’Leannain, seine Kumpanen Paul und George die ebenfalls Kunststudenten in Liverpool waren.

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