The almost a hundred years old sci-fi movie 'Metropolis' (1927) by Fritz Lang, based on a novel by his wife Thea von Harbou, inspired filmmakers like Ridley Scott and George Lucas. Also musicians: Check the song 'Metropolis' (1978) by Kraftwerk and especially the video for Queen's song 'Radio Gaga' (1984)

‘Was wollt ihr?’, fragte ich. Und einer gab Antwort: ‘Wir warten darauf, dass einer kommt, der uns sagt, welchen Weg wir gehen sollen.’ Ein Zitat von Thea von Harbous Roman ‘Metropolis’ (1925) das als Vorahnung vom kommenden National-sozialismus gedeutet wird. Wobei auch ein stark biblisch angehauchtes Erlöser-Motiv im Roman und in der Verfilmung ‘Metropolis’ (1927) von ihrem Ehemann Fritz Lang vorhanden ist. Ihre Wege trennten sich: Fritz Lang ging 1933 nach Amerika, während Thea von Harbous Karriere im Dritten Reich florierte. Die Story der Autorin, von der auch die Vorlagen für Filmklassiker wie ‘Der Tiger von Eschnapur’ stammten, ist Thema eines Radiofeatures vom Deutschlandfunk. Link Folgt am Ende des Posts. Ebenfalls, das BBC-Hörspiel ‘Metropolis’ von 2006. Im Bild ist die ikonische Metropolis-Figur Maria, deren Look von einem fanatischen Wissenschaftler auf einen Androiden transferiert und dann für böse Zwecke instrument-alisiert wird. Das menschliche Original von Maria ist ein gutherziges Mädchen, dass den Armen helfen will. Die verführerische Roboter-Maria hingegen soll, nach Wunsch ihres Erfinders Rotwang, die Arbeiterklasse auf-wiegeln und den Untergang von Metropolis herbeiführen. Roman und Film sind eine faszinierende Mischung von einerseits spektakulären Zukunftsvisionen, und andererseits – mit Weisheiten wie ‘das Herz soll Vermittler sein zwischen der Hand (Arbeitern) und dem Hirn (Machthabern)’ - einer etwas altbackenen, märchenhaften Weltsicht. Letztgenannte stammt wohl überwiegend von Thea von Harbou, die eine große Verehrerin von Karl May war und aus gutbürgerlichen, konservativen Verhältnissen stammte. Obwohl ‘Metropolis’ über die Jahre zum einflussreichen SF-Klassiker wurde, war der Film zur Zeit seiner Premiere kein kritischer oder kommerz-ieller Erfolg. Vermutlich weil die düsteren Zukunftsvisionen von Metropolis zu sehr auf die harsche Realität der Weimarer Republik anspielten: In Metropolis stehen Reichtum und Korruption einer herrschenden Klasse im Kontrast zu der von Armut und Sklavenstatus geprägten Existenz der Arbeiterklasse, die letztendlich auf die Barrikaden geht. Im Kino hingegen wollen Leute in schwierigen Zeiten Spaß und Unterhaltung. Ähnlich ging es auch einem modernen Film, der stark von Metropolis beeinflusst wurde: Siehe hier ein paar Ähnlichkeiten zu Metropolis in Ridley Scotts ‘Blade Runner’ (1982). Auch dieses Werk floppte im Kino und bekam erst im Laufe der Zeit den Status eines Klassikers. Ein weiterer Regisseur, nämlich George Lucas, übernahm ebenfalls viel vom Metropolis-Look, vergleiche zum Beispiel C-3PO und Roboter-Maria. Aber Lucas stellte die Zukunft weit optimistischer dar, als die vielleicht etwas arg von deutschem Weltschmerz geprägte Dystopie Metropolis.

Wo führten die Treppen hin? Die Türen donnerten auf zum Tempel der Maschinensäle: Gottheiten, die Maschinen, die strahlenden Herren, die Gott-Maschinen von Metropolis. Alle großen Götter wohnten in weißen Tempeln. Baal und Moloch und Durga. Manche gesellig, manche einsam. Da, die Türme des Schweigens! Da, das Sichelschwert Mohammeds! Da, die Kreuze von Golgatha! Und kein Mensch war in den weißen Sälen. Die Maschinen diese Gott-Maschinen waren sich selbst überlassen. Und sie lebten ein gesteigertes, entflammtes Leben. Denn Metropolis hatte ein Hirn. Und Metropolis hatte ein Herz. Das Herz der Maschinenstadt Metropolis befand sich in einem weißen, domartigen Saal. Das Herz der Maschinenstadt war bis zu diesem Tag von einem einzigen Mann gehütet worden. Das Herz von Metropolis war eine Maschine und ein Universum für sich. Über den tiefen Mysterien ihrer zarten Gelenke stand wie die Sonnenscheibe, wie der Strahlenschein einer Gottheit, das silbernsausende Rad, dessen Speichen im Wirbel der Drehung wie eine einzige, gleißende Scheibe erschienen. Keine Maschine in ganz Metropolis, die nicht von diesem Herzen die Kraft empfing. Ein einziger Hebel regierte das stählerne Wunder. (Aus dem Roman ‘Metropolis’ 1925, von Thea von Harbou)

Thea von Harbou: ‘Metropolis’ als BBC-Hörspiel von 2006 online Das BBC-Hörspiel ’Metropolis’ mit Tracy Wiles (als Maria), Edward Hogg (als Freder), Damian Lynch (als Josaphat), Peter Marinker (als Schmale). In weiteren Rollen: Anthony Glennon, Elizabeth Bell, Jacqueline Cloake, Liz Sutherland, Thomas Wheatley, Kim Wall. Sound Design: Pete Ringrose. Hörspielbearbeitung: Peter Straughan. Regie: Toby Swift. (ca. 57 Min.). Kommentar: Atmosphärisches Hörspiel, das sich ziemlich nah an die Story des Romans hält. Das folgende deutsche Hörspiel ist ebenfalls stark, hat allerdings einen collagenhaften, eher als einen linearen Erzählstil

 

Ads by Google

 

 

Deutsches Hörspiel von 2001 Das BR-Hörspiel ’Metropolis’ mit Jule Ronstedt (Maria), Jan Neumann (Freder), Joachim Höppner (sein Vater Joh Fredersen), Werner Haindl (Erfinder Rotwang), Heiko Raulin (Josaphat), Jens Harzer (Der Schmale) u. a. Erzähler: Peter Fricke. Technik: Wilfried Hauer, Susanne Herzig. Musik: Kalle Laar, Georg Zeitblom. Hörspielbearbeitung: Michael Farin. Regie: Bernhard Jugel (ca. 64 Min.)

Deutsches Radiofeature Hörenswerte WDR-Sendung von 2019 über die Roman- und Drehbuchautorin Thea von Harbou (1888-1954). Sendung von Christiane Kopka. Mit Kommentaren von dem Literaturwissenschaftler Dr. Andre Kagelmann, Uni Köln. Redaktion: Hildegard Schulte. Sendereihe ZeitZeichen. Länge 14:47 Min.

Metropolis in Rock- und Popkultur Beste Hommage ist von Queen im Video Radio Gaga (1984) mit vielen Filmausschnitten. Siehe auch, das Lied Metropolis auf dem Kraftwerk-Album ‘Die Mensch-Maschine’ (1978)

Metropolis Remake? Idee: Lieber ein in den 20er Jahren spielender Film über die Entstehung von Metropolis

Könnte Sie auch interessieren Sci-Fi: ‘Welt am Draht‘ als englisches Hörbuch & TV-Klassiker online

Mehr über Thea von Harbou Ihr Roman ‘Das indische Grabmal’ als Film von Fritz Lang online

Des Weiteren BBC- Hörspiel ‘The Snow Goose‘: Inspiration für den LP-Klassiker von Camel

Geheimtipp Die amerikanische Dichterin Emily Dickinson: DLF-Hörspiel & Feature

Klassiker Thomas Mann: ‘Der Zauberberg‘ als BBC-Hörspiel von 2001 online

Thriller John le Carré: ‘Die Libelle’ als SWR-Hörspiel vom Jahr 1992 online

Musik BBC-Hörspiel ‘OK Computer‘ (2007) um das Album von Radiohead

Sci-Fi  Arthur C Clarke: ‘Die letzte Generation‘ als Hörspiel von 1997

Mehr Mahler: BBC-Hörspiel über ‘Das Lied von der Erde’ online

Und David Bowie: WDR-Hörspiel ‘Bowie in Berlin‘ (2015)

Avenita Kulturmagazin