The sci-fi novel 'Simulacron-3' (1964) by US author Daniel F. Galouye (1920-1976) is so much a precursor of 'The Matrix' (1999), it's hard to believe it was written before computer games, personal computers, virtual reality, Metaverse etc.

‘Für uns sind es natürlich nur Schaltkreise – aber sie selbst leben wie wir, bauen Straßen, hören Musik, essen…und schlafen miteinander’ - Der Film ‘Welt am Draht’ (1973) von Rainer Werner Fassbinder, und die Romanvorlage ‘Simulacron Drei’ (1964) von Daniel F. Galouye waren ein Vorläufer von dem Sci-Fi-Film ‘Matrix’ (1999). Es geht darum, dass die Menschheit, ohne es zu wissen, in einer künstlichen, von Computern geschaffenen Welt existiert und ein Spielball von höheren Mächten ist. Daher der Titel und das Buchcover mit Menschen, die wie Marionetten an Fäden hängen. Der Film und das englische Hörbuch sind online. Link folgt am Ende des Post. Es ist kaum zu glauben, dass diese Vorstellung von einer virtuellen Welt in einer Zeit entstand, als es weder Computerspiele, noch PCs, noch ein sog. Metaverse gab. ‘Welt am Draht’ war visionär. Dass die Story sich dabei mehr mit philosophisch-en als mit technischen Konzepten beschäftigt, gibt ihr eine zeitlose Qualität. Mit Fragen wie: Was ist eigentlich Realität und Identität, was ist eigentlich das menschliche Bewusstsein? Man könnte argumentieren, dass die Idee von höheren Mächten – die gewissermaßen wie Götter das Geschick der Menschheit steuern – sogar religiöse Konnotationen hat. Oder ist die ‘Welt am Draht’ eine Alternative zu herkömmlichen Religionen? Der Religionskritiker Richard Dawkins sagte, dass Galouye ihn inspirierte, über die Simulationshypothese nach-zudenken. Diese beruht zwar auf wissenschaftlichen Betrachtungen, ist jedoch sehr umstritten.

Schon früh zeichnete sich ab, dass dieser Abend Horace P. Siskins Ruf als außergewöhnlicher Gastgeber untermauern würde. Bereits die Kunststücke des Akrobatentrios ‘Tycho’ boten Unterhaltung vom Feinsten. Spätestens aber als Siskin den ersten Hypnostein aus dem Syrtis-Major-Gebirge des Mars enthüllte, war klar, dass er sich wieder einmal selbst übertroffen hatte. So faszinierend das Akrobatentrio und das Marsgestein auch waren – noch bevor die Party zu Ende war, sollte mir beides schon als ganz gewöhnlich erscheinen. Denn es gibt wohl nichts Seltsameres, und ich weiß, wovon ich spreche, als mit eigenen Augen zu sehen, wie ein Mensch sich einfach in Luft auflöst. (Anfangszeilen von ‘Welt am Draht’ 1964, von Daniel F. Galouye. Vorlage für den Film von Rainer Werner Fassbinder)

German title of the novel and a good 1973 film adaptation by Rainer Werner Fassbinder is 'Welt am Draht' (World On A Wire). Above, Klaus Löwitsch as the guy on the trail of a secret

Die Story beginnt mit einer aufsehenerregenden Penthouse-Party und wirkt anfangs, im Roman noch mehr als im Film, als ob man in die dubiose, aber irgendwie cool angehauchte Welt von ‘Mad Men’ in die frühen 60er Jahren zurückversetzt wird. Die Werbebranche spielt hier tatsächlich eine zentrale Rolle. Die Computersimulation um die es anfangs geht, soll zur Verkaufssteigerung virtuelle Modelle vom Konsumverhalten von Menschen erschaffen: 9000 virtuelle Identitäten, die in dem Computerprogramm Simulacron wie echte Menschen handeln, denken und sich auch selber für echte Menschen halten. Im Film spielt Löwitsch den Mann, der als neuer Technischer Direktor der Firma IKZ auf Ungereimtheiten und merkwürdige Ereignisse stößt. Warum lösen sich zum Beispiel Leute vor seinen eigenen Augen in Luft auf und sollen dann angeblich nie existiert haben? Er beginnt, mit Hilfe einer geheimnisvollen jungen Frau namens Eva, zu erforschen, ob er und die Firma selber, Teil einer virtuellen Welt sind? Und wenn ja, wer sind die Drahtzieher? Eine der tiefgründigsten Sci-Fi-Storys aller Zeiten. Für den anspruchsvoll geschriebenen Roman von Daniel F. Galouye, der vom Stil her etwas an Philip K. Dick erinnert, sind gute Englischkenntnisse nützlich. Wer die Verfilmung noch nicht kennt, sollte vor dem Hörbuch einen Blick auf dieses Meisterwerk von Rainer Werner Fassbinder werfen.

Ich konnte nur noch zu meiner Hütte am See fliehen. Möglicherweise war ich dort vorübergehend sicher, wenn auch nur, weil man mich dort am wenigsten vermuten würde. Während ich den Wagen auf der Lichtung zwischen den Fichten landete und in die Garage steuerte, zweifelte ich nicht daran, dass die Polizei Befehl hatte, mich niederzuschießen…’ (Aus ‘Welt am Draht’ 1964, von Daniel F. Galouye)

Deutsche Verfilmung online Die legendäre TV-Verfilmung ‘Welt am Draht’ (1973) von Rainer Werner Fassbinder ist momentan online. Mit Klaus Löwitsch (als Dr. Fred Stiller), Mascha Rabben (als Eva Vollmer), Barbara Valentin (als Gloria Fromm), Karl-Heinz Vosgerau (als Siskins) u.v.a. Hier Teil 2 von zwei Teilen. Musik: Gottfried Hüngsberg. Kamera: Michael Ballhaus. Produktion: Peter Märthesheimer. Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder, Fritz Müller-Scherz. Regie: Rainer Werner Fassbinder. Hinweis: Eine restaurierte Fassung von 2010, von Arthaus Premium, mit Bonusmaterial, Making-Of etc. ist preisgünstig im Handel erhältlich

 

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Meine Top-10 Filme über Virtuelle Realität Außer ‘Welt am Draht’ (1973): 1. Matrix (1999), 2. Ender’s Game (2013), 3. Ready Player One (2018) von Steven Spielberg, 4. Die totale Erinnerung – Total Recall (1990), nach Philip K. Dick, mit Schwarzenegger, 5. Vanilla Sky (2001) mit Tom Cruise, 6. The 13th Floor – Bist du was du denkst? (1999), ein Remake von Welt am Draht, 7. Tron (1982) mit Jeff Bridges, 8. Die Truman Show (1998) von Peter Weir, 9. Inception (2010) von Christopher Nolan, 10. Videodrome (1983) von David Cronenberg

Englisches Hörbuch Hier die ungekürzte Lesung ‘Simulacron-3′, so der englische Originaltitel des Romans ‘Welt am Draht’ von Daniel F. Galouye. Sprecher ist Dennis Holland. Länge ca. 6 Stunden und 8 Minuten

Wussten Sie schon? Löwitsch fährt in ‘Welt am Draht’ einen Corvette Stingray C3 mit coolem Nummernschild

Radiofeature über ‘Welt am Draht’ Englische Sendung über den Film der dieses Jahr sein 50. Jubiläum hat

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