Die Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë ca. 1834

Während Romane wie Jane Eyre und Wuthering Heights von der Brontë-Schwestern weltberühmt sind, ist über das Privatleben der Familie weniger bekannt. Faszinierend deshalb die Geschichte vom Piano der Brontë-Familie, und auch die Erkenntnisse úber die Musik die im Brontë-Haushalt gespielt wurde. Das Piano hat eine über 160-jährige Geschichte hinter sich und ist erst vor kurzem wieder in Stand gesetzt worden und im alten Pfarrhaus der Familie zu besichtigen. Obwohl die drei Schwestern, und auch ihr Bruder Branwell, musikalisch bewandert waren, scheint Emily Brontë, die Autorin von Wuthering Heights (1847), auf Deutsch Sturmhöhe, die häufigste Klavierspielerin gewesen zu sein. Charlotte Brontë, die Autorin von Jane Eyre, hatte auch Klavier gelernt, konnte aber aufgrund ihrer Sehschwäche schlecht Notenlesen. Anne Brontë, die u. a. Die Herrin von Wildfell Hall schrieb, bevorzugte zu singen. Von Anne existieren handgeschriebene Musiknoten im Brontë Parsonage Museum. Einige Lieder die die Brontës spielten und sangen, tauchen sogar in ihren Romanen auf: So wird in Charlotte Brontës Roman Shirley (1849) das Lied Ye banks and braes o’ bonny Doon erwähnt. Deutsch: Die Ufer des Flusses Doon. Dies spielten die Schwestern auch Zuhause. Die Schwestern mochten den schottischen Dichter Robert Burns und spielten u. a. das berühmte Auld Lang Syne von ihm. Ein beliebter Komponist der Brontës war Joseph Hayden, für den die britische Dichterin Anne Hunter Texte geschrieben hatte: So war z. B. My Mother bids me bind my Hair eins der Hayden-Lieder das die Brontës spielten und sangen. Eins der etwas weniger bekannten Lieder im Brontë-Repertoire war The Battle of Prague von dem recht abenteuerlichen Komponisten Franz Kotzwara (1730 – 1791). Etwas konventioneller vielleicht Charles Wesley (1707–1788) und seine christlche Hymnen, wie O For a Heart to Praise My God.. Das Brontë-Piano, das ca. 1833 / 34 ankam, gibt interessante Hinweise auf das Leben der Familie: Es muss einen hohen Stellenwert für die Brontës gehabt haben, denn es war ein für damalige Verhältnisse sehr gutes Instrument und würde ein Drittel oder sogar die Hälfte eines Jahreseinkommen von Papa Patrick Brontë gekostet haben.

Es ist ein hohes sog. Cabinet Piano das etwas wie ein Bücherschrank aussieht. Die Tastatur ist mit nur 6 Oktaven kürzer, und hat somit weniger Bass, als moderne Pianos. Es ist auch nicht sehr laut, hat aber einen schönen Klang. Das Brontë-Piano war nach dem Tod der drei jung verstorbenen Schwestern an einen Hilfspriester verliehen worden, der es nach dem Tod des Familienvaters Patrick Brontë 1861 versteigern liess. Für über 50 Jahre hatte das Piano dann verschiedene Besitzer. Es fand erst wieder im Jahr 1916, in  Form einer Spende, den Weg zurück ins Brontë-Pfarrhaus von Haworth. Das Piano war zu dem Zeitpunkt allerdings stark beschädigt und unspielbar geworden. Es benötigte fast ein weiteres Jahrhundert bis es mit viel Restaurationsarbeit und finanzieller Hilfe von Spendengeldern der American Brontë Society wieder repariert werden konnte und heute im Brontë Parsonage Museum besichtigt werden kann.

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Info BBC Radio Doku / Note: For the photo we used a book – the correct original is here – plus music sheets that don’t depict original Brontë artifacts  / Sendung verpasst? Die Sachen werden früher oder später wiederholt und wir werden in unserem Blog darauf aufmerksam machen.

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