Recording studios, even ones mentioned on many classic rock albums, tend to be known by name rather than location. At Olympic Studios, above, Jean-Luc Godard filmed the Stones working on the song Sympathy for the Devil. See clip

Legendäre Musikstudios, selbst solche die auf Dutzenden von klassischen Rockalben als Aufnahmeort angegeben sind, kennt man meist nur vom Namen und nicht vom Aussehen her. Links im Bild, die berühmten Olympic Studios in London, wo die Stones das Lied Sympathy for the Devil aufnahmen. Jean-Luc Godard – der im Foto neben Mick Jagger zu sehen ist – machte einen Film von den Recording-Sessions. Beggars Banquet (1968) ist eins von vielen Alben die hier aufgenommen wurden, so wie Fireball von Deep Purple, Slowhand von Eric Clapton, Diamond Dogs von David Bowie, A Space in Time von Ten Years After, Are You Experienced von Hendrix, Stand Up von Jethro Tull, Brain Salad Surgery von ELP, Songs of Faith and Devotion von Depeche Mode, Red von King Crimson. Darüber hinaus Alben von Peter Gabriel, Led Zeppelin, BB King, Wishbone Ash, Gong, Traffic, The Cure, Queen…um nur einige zu nennen. Irgendwas muss an diesen Olympic Studios gut gewesen sein. Das kann etwas mit den Mischpulten zu tun haben, die vom Olympic Ingenieur Richard Swettenham eigens entwickelt und gebaut wurden. Auch die Räume und ihre Klangeigenschaften spielen eine Rolle. Interessanterweise stammt das Gebäude der Olympic Studios aus dem Jahr 1906 und war anfangs ein Theater und dann ein Kino. Ebenfalls Orte bei denen Klangqualität eine Rolle spielt. Das Gebäude wirkt auch von außen sympathisch, wie ein gemütliches Relikt aus einem anderen Zeitalter. Musiker, für die Atmosphäre immer ein wichtiger Faktor ist, spazierten vermutlich lieber durch das Eingangsportal der Olympic Studios als in einen 60er Jahre Betonklotz. Die Stones nahmen in den Olymic Studios sieben ihrer Alben auf, darunter die Megaklassiker Sticky Fingers und Let it Bleed. Letztgenanntes ist mein Favorit, aber Beggars Banquet ist auch stark und hat den Bonus dass Filmmaterial von der Arbeit an dem Album existiert.

‘…I think somebody slipped him some acid and he went into that phony year of ideological overdrive.’  Keith Richards in seiner Autobiografie Life (2010) über Regisseur Jean-Luc Godard

Jean-Luc Godards Farbfilm, der anfangs unter dem Namen One Plus One später als Sympathy for the Devil (1968) erschien, ist zum Teil ein Dokumentarfilm der die Rolling Stones bei der Arbeit zeigt, enthält aber auch einige bizarre, offenbar gestellte Szenen die nichts direkt mit den Stones zu tun haben, z. B. Black Panther Aktivisten die auf einem Londoner Schrottplatz mit Waffen herumhantieren. In seiner Autobiografie Life(2010) schreibt Keith Richards über Regisseur Godard: ‘Ich glaube, irgendjemand hat ihm heimlich LSD in einen Drink gemischt, und dann hatte er dieses dubiose Jahr der ideologischen Übertriebenheit.’ Aber die Studio-Szenen im Film sind gut, Im folgenden Filmclip auf YouTube sieht man wie sich das Lied Sympathy for the Devil von einem Folksong mit Akustikgitarren zu einem Rockmonster entwickelte. Mit der kontroversen Thematik des Lieds waren die Stones ihrer Zeit voraus. Heutzutage ist es fast obligatorisch für Metalbands, in irgendeiner Art und Weise über Tod und Teufel zu singen. Wobei meist abgegriffene Klischees bemüht werden. Der Teufel in Sympathy for the Devil hingegen hat als ‘Mann von Welt, Geld und gutem Geschmack’ eine gewisse Ähnlichkeit mit dem pragmatischen und auf subtile Weise verführerischen Mephistopheles in Goethes Faust. Was den Aufnahmeort betrifft, haben die Olympic Studios ihren kommerziellen Zenit lange überschritten Gleichfalls, viele andere ikonische und kostenintensive Musikstudios. Heutzutage entwickeln viele Musiker ihre Musik zuhause mit Computern und Musikprogrammen, was Vorteile hat, vor allem viel billiger ist als teure Studiozeit. Noch bis in die 80er Jahre wurden Hunderttausende, in manchen Fällen über eine Million Dollar für Alben ausgegeben. Heute investieren Plattenfirmen solche Beträge meist nur für Megastars. Aber die Atmosphäre und Arbeitsweise in den berühmten Studios der 60er und 70er Jahre, wo Musikstücke noch weitgehend live und auf gemeinschaftliche Weise entwickelt wurden, hat sicher einiges zur künstlerischen Qualität jener Alben beigetragen. Die Olympic Studios wurden im Laufe der Jahre geschlossen und erst vor Kurzem wieder geöffnet. Auch mit Studiobetrieb, aber im kleineren Umfang als früher. Gemäß seiner Website ist das Olympic Studio in Londons Stadteil Barnes heute hauptsächlich ein Kino mit Café und Restaurant.

 

 

Ads by Google

 

 

Wussten Sie schon? Joe Eszterhas, der Drehbuchautor von Basic Instinct (1992), schrieb in seinem autobiografischen Buch The Devil’s Guide to Hollywood (2006) dass er beim Schreiben des Drehbuchs die ganze Zeit Stones-Musik hörte, speziell Sympathy for The Devil. Er wollte das Lied auch als Soundtrack für Basic Instinct, in der Tat, das Filmstudio hatte schon 750.000 Dollar für die Rechte an dem Lied gezahlt, als Regisseur Paul Verhoeven sich für einen anderen Soundtrack entschied. Das Geld war allerdings futsch

Radio-Dokumentation Das Deutschlandradio-Feature ’Sympathy for the  Devil’ (2012) von Manuel Trummer. Über die Figur des Teufels in der Rockmusik und der Popkultur. Mit Katrin Ohlendorf. Erwähnt werden in dem umfangreichen Feature u. a. die Stones, Beatles,AC/DC, Coven, der Blues-Musiker Robert Johnson u. v. a.

Filmclip zum Thema Ausschnitt von Jean-Luc Godards Film von den Stones und Sympathy for the Devil

Könnte Sie auch interessieren Rolling Stones: 40 Jahre Some Girls (1978): Paris, New York…Studio 54

Des Weiteren Unser Artikel: Als Gitarren LP-Cover eroberten: Chronologie 1930-2017

Geheimtipp Hörspiel um Pink Floyd-LP ‘Darkside‘ als BBC-Hörspiel von 2013 online

Apropos Das Hörspiel ‘The Snow Goose‘: Inspiration für LP-Klassiker von Camel

Mehr Genesis Kultband & Superstars: Blick in die Autobiografie von Phil Collins

Und Prince & Purple Rain…und 10 andere LPs mit Bikes auf dem Cover

Avenita Kulturmagazin