Do we like what we see? Yes, it's a beautiful Chevy and a well constructed phone booth...and it's the 40th anniversary of Don McLean's song 'American Pie'. Happy 4th of July!

Dieses Jahr ist das 40. Jubiläum des Klassikers American Pie von Don McLean. Das gleichnamige Album mit dem Lied erschien 1971, das Lied selber wurde erst 1972 als Single veröffentlicht. Es beginnt wie ein Märchen, mit den Worten ‘Long, long time ago…’ und der Sänger erinnert sich an den Tag an dem die Musik starb, den 3. Februar 1959, als der Sänger und Gitarrist Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Aus dieser Kindheitserinnerung entwickelt sich das Lied zu einem Rückblick auf das gesamte Jahrzehnt nach dem Tod von Buddy Holly: Die 60er Jahre, betrachtet aus der Perspektive der frühen 70er Jahre. Auch die 50er Jahre spielen im Lied eine Rolle. Es ist als ob der Tod des freundlichen Typs mit Anzug, Krawatte und Hornbrille auch das Ende eines ganzen Zeitalters war. Die Refrainzeilen von den good old boys, die mit dem Chevy zum Damm fahren und Whisky trinken, sind 50er Jahre Nostalgie, ebenso wie der Ausdruck Miss American Pie das archetypische Frauenbild der 50er Jahre symbolisiert. Der Sänger scheint die zurückliegenden 60er Jahre mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Es werden im Lied viele Ikonen dieser Zeit erwähnt. Die Beatles, die Stones, Dylan und andere. Dies geschieht genialerweise ohne das jemand von diesen Leuten beim Namen genannt wird. Bis auf zwei: Lenin und Marx. Damals lebende Personen und Schlüsselerlebnisse der 60er Jahre erhalten Umschreibungen oder Codenamen – zum Beispiel Jack Flash für Mick Jagger oder The Jester für Bob Dylan – die im Zusammenhang des Textes jedoch nicht allzu schwer zu entziffern sind. Selbst Buddy Holly wird nicht namentlich erwähnt. Man könnte fragen, warum eigentlich nicht? Wenn du etwas zu sagen hast, sage es doch einfach direkt. Aber das ist der Unterschied zwischen einer Zeitungsmeldung und Dichtung. Künstlerische Ausdrucksweisen haben eine gewisse Unschärfe, weniger aus Angst vor Ärger, als dass sie den Zuhörern erlauben, sich ihre eigenen Vorstellungen zu machen. Teils vielleicht weil der Künstler selber nur eine vage Vorstellung davon hat, auf was er eigentlich hinaus will. Es ist ja tatsächlich nicht einfach, ganze Epochen wie die 50er und 60er Jahre auf eine Formel oder allgemeingültige Deutung zu reduzieren. Wir erinnern uns, als wir das Lied zum ersten Mal hörten: es schallte von der LP der elterlichen Plattenammlung durchs Haus und klang auf Anhieb wie Bob Dylan. Nicht so sehr die Stimme – obwohl Dylan zu dieser Zeit bei jedem Album seine Stimme zu verändern schien – sondern eher die Tatsache dass es ein Lied mit langen und offenbar recht nachdenklichen Textpassagen war. Acht und halb Minuten Folkmusik, bei der die akustische Gitarre und das Piano eine starke Dynamik entwickeln wenn der Rockbeat des Schlagzeugs dazu kommt. Auf YouTube ist ein gut gemachtes Video von American Pie das den Liedtext mit Fotos aus den 50er und 60er Jahren verbindet und dabei versucht die Zusammenhänge zwischen dem Text und damaligen Ereignissen zu ergründen.

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Der Musiker, Sänger und Textschreiber Don McLean ist ab Oktober dieses Jahres übrigens auf Tour in Europa, inklusive Konzerten in England, Irland, Belgien, Holland, Schweden und Deutschland – in einem Städtchen namens Düsseldorf.

Avenita Kulturmagazin