An amazing story, whose outcome, one way or another, was going to have major consequences for England, probably also Europe and beyond. Above, my DVD of the movie 'Mary Queen of Scots' (2018) starring Saoirse Ronan and Margot Robbie

‘Jetzt hab ich nichts mehr auf der Erden!’ Die Frau, die von Schiller als Maria Stuart (1800) verewigt wurde, ist bis heute eine ikonische, tragische, umstrittene Figur. Als Mary, Queen of Scots (1542-1587) im Alter von 44 hingerichtet wurde, hatte sie 19 Jahre in Gefangenschaft der englischen Krone verbracht – auf Befehl ihrer Cousine, Königin Elizabeth von England. Noch Hunderte von Jahren später sind die Ereignisse das Thema von Filmen, Dokus, Hörspielen und Songs – mitunter von Mike Oldfield und Sandy Denny. Links folgen am Ende des Posts. Aber dies war nicht nur ein Konflikt zwischen zwei starken Persönlichkeiten. Sie verkörperten auch einen religiösen Konflikt: Marys Katholizismus, und Elizabeths Protestantismus. Wenn Mary sich durchgesetzt hätte – und diese Möglichkeit gab es – hätte dies einen enormen Einfluss auf die englische, europäische und vielleicht weltweite Religionsgeschichte gehabt. Sowohl Schillers Theaterstück, als auch der exzellente Spielfilm ‘Mary Queen of Scots’ (2018), siehe meine DVD oben im Bild, verwenden einen künstlerischen Kniff: Sie lassen Mary und Elizabeth im Laufe der Story aufeinandertreffen, obwohl sie sich, soweit bekannt ist, nie persönlich trafen. Aber da sie mit Briefen kommunizierten, ist das hypothetische Treffen für Bühne und Film eine gerechtfertigte künstlerische Verdeutlichung des Konflikts. Obwohl Religion dabei die Hauptrolle spielte, kam auch eine persönliche, weibliche Rivalität ins Spiel. Mary und Elizabeth waren verwandt aber sehr verschieden: Mary war fast zehn Jahre jünger, schöner, lebensfroher als Elizabeth und betörte reihenweise Männer. Auch wenn Mary dies, aus Sicht ihrer Feinde, als Mittel zum Zweck tat, um skrupellos ihre verschwörerischen Absichten gegen England auszuführen. Die kinderlose Elisabeth hingegen galt als ‘vertrocknete Jungfer’ – aber sie war in ihrem politischen Vorgehen vorsichtiger und geschickter als Mary, die letztendlich zum Opfer von Intrigen aus ihrem eigenen und Elizabeths Umfeld wurde. Obwohl bis heute nicht all Umstände geklärt sind, hat Marys Tragik und Enigma viele Künstler inspiriert. Eine der kürzesten aber prägnantesten Darstellungen von Mary stammt von der Folkrock-Band Fairport Convention und deren Sängerin Sandy Denny, die sich hier in Marys letzte Tage vor der Hinrichtung in ihrem Gefängnis, in der Burg Fotheringhay, hineinversetzt. Von der Burg existiert nur noch der Hügel. Aber Maria Stuart, Mary, Queen of Scots lebt für immer in Liedern und Erzählungen weiter.

Fotheringay‘ - Von Fairport Convention & Sandy Denny

How often she has gazed from castle windows all
And watched the daylight passing within her captive wall
With no one to heed her call

The evening hour is fading within the dwindling sun
And in a lonely moment, those embers will be gone
And the last of all the young birds flown

Her days of precious freedom, forfeited long before
To live such fruitless years behind a guarded door
But those days will last no more
Tomorrow, at this hour, she will be far away
Much farther than these islands, for the lonely Fotheringay

Bester Spielfilm Deutscher Trailer für ‘Mary Queen of Scots’ (2018) mit Saoirse Ronan (als Mary, Queen of Scots), Margot Robbie (als Queen Elizabeth I.), David Tennant (als John Knox, protestantischer Prediger und Kontrahent von Mary), Jack Lowden (als Henry Stuart, Lord Darnley, zweiter Ehemann von Mary), Martin Compston (als Earl of Bothwell, Oberbefehlshaber des schottischen Grenzlandes und dritter Ehemann von Mary), Guy Pearce (als William Cecil, führender Staatsmann der Regierung von Elizabeth), Ismael Cruz Córdova (als David Rizzio, italienischer Sekretär und Berater von Mary), James McArdle (als Earl of Moray, Halbbruder und Berater von Mary), Joe Alwyn (als Robert Dudley, Earl of Leicester, enger Vertrauter von Elizabeth) u. a. Pop-Trivia: Letztgenannter Schauspieler Joe Alwyn ist seit Jahren mit Taylor Swift liiert

 

Ads by Google

 

 

Mehr Musik Mike Oldfields schöner Song und Top-10-Hit ‘To France‘ (1984) wurde ebenfalls von Mary Stuart inspiriert, die im Lied Mary Queen of Chance genannt wird. Das Lied handelt davon dass Mary – als es ihr nach ihrer ersten Festnahme gelang, vom Inselgefängnis Loch Leven zu entfliehen – mit einem Fischerboot nach Frankreich flüchten wollte. Sie wurde aufgehalten und wieder festgenommen, daher der Text: ‘Walking on foreign ground, like a shadow, roaming in far off territory, over your shoulder stories unfold, you’re searching for sanctuary, you know you’re never going to get to France, Mary Queen of chance, will they find you?…’

Hörspiel NDR-Hörspiel ‘Maria Stuart’ (1959) nach Schiller. Mit Mit Luitgard Im (als Maria), Albert Johannes (Paulet, Hüter von Maria), Hans Clarin (Mortimer, Paulets Neffe), Annemarie Rocke (Hanna Kennedy, Marias Amme), Marianne Hoppe (Königin Elisabeth), Kurt Meisel (Elisabeths Vertrauter Earl of Leicester), Ernst Schröder (Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, Elisabeths Staatsmann), Carl Wery (Talbot, Berater von Elisabeth) u. a. Musik: Johannes Aschenbrenner. Bearbeitung: Goetz Kozuszek. Regie: Egon Monk

Radio-Dokumentation Umfangreiche Sendung über Maria Stuart und Hintergründe ihrer Geschichte. 41 Min.

Könnte Sie auch interessieren Carlos Ruiz Zafón: ’Der Schatten des Windes‘ als WDR-Hörspiel online

Des Weiteren Ian McEwans moderner Klassiker ‘Saturday‘ (2005) als deutsches Hörbuch online

Geheimtipp Green Hill: Ein BBC-Hörspiel um die britannische Heerführerin Boudicca online

Bestseller Julia Quinn: Die Regency-Romanze ‘Bridgerton‘ Hörbuch & DLF-Feature online

Literatur Tolstoi: Romanklassiker ‘Krieg und Frieden‘ als Hörspiel vom Jahr 1967 online

Klassiker Emily Brontë: ‘Die Sturmhöhe’ als deutsches Hörspiel von 2012 online

Apropos Austen: Biografischer Spielfilm & ‘Stolz & Vorurteil’ als WDR-Hörbuch

Mahler Gustav Mahler: ‘Das Lied von der Erde‘ BBC-Hörspiel online

Bizet Mythos Carmen: Oper, Film, Hörspiel & BR-Feature online

Und John le Carré: ‘Die Libelle‘ als SWR-Hörspiel online

Avenita Kulturmagazin