Mike Rutherford, above left, current and founding member of Genesis has published a memoir, the first one ever of a band member. The Living Years (2014) refers to the song of his solo project Mike + The Mechanics. One of our favourite songs ever. Though it's not always easy to live up to its message. See clip

Mike Rutherford von Genesis, im Foto links, hat das Buch The Living Years (2014) veröffentlicht. Die erste Autobiografie eines Bandmitglieds. Der Titel bezieht sich auf ein Lied von seinem Soloprojekt Mike + The Mechanics. Eins unserer Lieblingslieder. Auch wenn es nicht immer leicht ist dem Rat des Liedes zu folgen. Siehe Clip

The Living Years

”…I wasn’t there that morning
when my father passed away
I didn’t get to tell him
all the things I had to say
.
I think I caught his spirit
later that same year
I’m sure I heard his echo
In my baby’s new born tears
I wish I could have told him in the living years…”
.

Oben nur einige Schlüsselzeilen von einem Lied das ein weltweiter Hit war, mitunter Nummer Eins in Amerika. Vermutlich so erfolgreich weil der Sinn – nämlich die Trauer darüber dass man versäumt hat, ausgiebig mit seinen Eltern zu sprechen bevor sie gestorben sind – etwas ist das viele Leute nachvollziehen können. Im Video ist Mike Rutherford mit seinem damals im Jahr 1988, achtjährigen Sohn Tom zu sehen, wie sie an der herbstlichen Küste von Somerset entlang gehen und das Grab von ihrem Vater und Großvater besuchen. Auch Szenen in der uralten, idyllischen Kirche von Culbone in Somerset. Im Video sieht man auch ein gerahmtes Foto von seinem Vater. Dieses Foto ist auch auf dem Cover von Mike Rutherfords Buch. Der Genesis-Musiker nahm, wie wir in einem längeren Radio-Interview mit ihm hörten, die Beziehung zu seinem Vater als Rahmen um sein eigenes Leben und seine Karriere mit Genesis und anderen Projekten in eine Perspektive zu setzen. Eine Perspektive in diesem Fall wäre zum Beispiel die Kluft die fast zwangsläufig entstehen musste als ein Marineoffizier wie sein Vater, Jahrgang 1906, der zwei Kriege erlebt hatte, mit der alternativen Jugendkultur der 60er und 70er Jahre konfrontiert wurde. Sein Vater war nicht einmal besonders gegen das was sein Sohn machte, sondern konnte es einfach überhaupt nicht einordnen oder verstehen. Das ist eine Konstellation die, in verschiedenen Varianten, sicher vielen Leuten bekannt ist. Heutzutage wo Generationen von Familien karrierebedingt oftmals weit voneinander entfernt leben und ab einem bestimmten Alter ganz allein gut um die Runden kommen, werden ungelöste Konflikte relativ leicht unter den Teppich gekehrt. Aber sie bleiben dennoch bei uns. Und vielleicht sollten wir auf den guten alten Mike hören und uns diese Dinge zu Lebzeiten, in the living years, bewusst machen. Sein Buch umspannt die gesamte Zeit von Genesis, ab den späten 60er Jahren bis heute. Aber es beginnt mit Mike Rutherfords Erinnerung an den Moment als er im Jahr 1986 mit Genesis auf der Invisible Touch Tournee in Amerika war, damals auf dem kommerziellen Zenith ihres Erfolges, einen Anruf bekam und hörte dass sein Vater gestorben sei. Erst Jahre später, als 1992 auch seine Mutter starb, fand Mike in alten Koffern eine unveröffentlichte Autobiografie seines Vaters, die ihn offenbar sehr bewegte und von der er Auszüge in sein eigenes Buch The Living Years (2014) einbezogen hat.

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Weiterführende Info  Hier ein deutscher Wiki-Artikel über den Musiker Mike Rutherford / Sein Buch ist ab 23. Januar 2014 als gebundene Ausgabe und Download auf Englisch im Onlinehandel erhältlich Photo  We used a pic from an old magazine article, it shows, left to right, Mike Rutherford, Phil Collins and Tony Banks, the three who are the core of Genesis to this day. On the right is Peter Gabriel who left the band just over a year later to start a very successful solo career. Here the band are seen during the time of rehearsals for their classic album The Lamb Lies down on Broadway (1974) at Headley Grange. With used a splitting piece of wood as a background to allude to the developing situation in the band.

 Avenita Kulturmagazin