I've literally never met anyone who didn't like Rory Gallagher. He had just it all: Good voice, good songs and that amazing guitar sound - that sounded even better live than in the studio. First player I heard using a technique called 'pinch harmonics'

Das fast einstündige BBC-Radiofeature, mit Kommentaren von Leuten wie Brian May, Johnny Marr, Gary Moore und Rorys Bruder Donal, ist ein absolutes Muss für Fans. Die Deutschlandfunk-Sendung ist nur 5 Min. aber immerhin etwas. Der irische Gitarrist Rory Gallagher (1948-1995) hat eine gigantische Fan-Gemeinde, in der Tat, ich habe sprichwörtlich noch nie jemanden getroffen der Rory nicht mochte. Vermutlich weil er, außer seinem umwerfenden Gitarren-Sound, auch eine sympathische, unangeberische Persönlichkeit hatte. Eine Seltenheit in der Rockmusik. Darüber hinaus hatte er eine starke, bluesige Stimme und schrieb gute Lieder. Rory hatte einfach alles…und machte keinen großen Trubel daraus. Im Bild ist das einzige Gallagher-Album das ich als Vinyl-LP habe: Photo-Finish (1978) ist gut, wurde übrigens in Deutschland aufgenommen. Im Prinzip klingen jedoch so gut wie alle Lieder von Rory als Live-version noch mal eine Nummer besser. Deshalb habe ich dem obigen Foto auch den Albumklassiker ‘Live in Europe’ (1972) hinzugefügt, den ich leider nur auf CD habe. Aber immerhin mit zwei Bonustracks. Um einmal den Unterschied zwischen Rory im Konzert, und Rory im Studio zu verdeutlichen, ist hier, vom Album Photo-Finish, das Lied Shin Kicker als Liveversion. Und hier Shin Kicker als Studioversion. Ja, die ist auch gut, aber wenn Rory vor einem Publikum spielte, passierte irgendetwas magisches. Der Mann, der im Privatleben sehr introvertiert war, scheint auf der Bühne vor lauter Enthusiasmus fast zu explodieren. Außerdem glaube ich, dass Rorys voller, fetziger Gitarrenklang – mit dem ansonsten nur Leute wie Tony Iommi und Jimmy Page mithalten konnten – in größeren Räumen einfach besser klang als in Studios, wo nur mit Halleffekten ein Gefühl von Raum erzeugt werden kann. Apropos Gitarren, muss auch seine alte Fender Stratocaster, Baujahr 1961 erwähnt werden. Sie war, neben den Holzfällerhemden, quasi ein Markenzeichen von Rory Gallagher. Er kaufte sie 1963 in Cork. Der Lack ging im Laufe der Jahre ab, aber der Sound, in Rorys Händen, war bestens

‘All I really want to do is play, that’s all that matters. I don’t think I’ve ever tried to cultivate an image. Everything has been on instinct. The flannel shirt and jeans, for example…those are the clothes I wear. If I wore anything else on stage, I wouldn’t feel comfortable’ (Rory Gallagher über sein Image)

BBC-Radiofeature ’The Rory Gallagher Story’ (2005) Hier die ca. einstündige Radiosendung präsentiert von Gary Moore (1952-2011) der mit Thin Lizzy und als Solokünstler auch ein guter Gitarrist war. Unter den vielen Teilnehmern im Feature, entpuppen sich besonders Brian May und Smiths-Gitarrist Johnny Marr als große Gallagher-Fans, geben sogar Beispiele, wie ihr Stil von Rory beeinflusst wurde.

 

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Wussten Sie schon? In Irland hat ein Mann in dem Dorf Riverstick alte Fotos von Rory Gallagher, und ein altes Scotch-Tonband mit seinen allerersten Aufnahmen gefunden. Ein Dachbodenfund. Die Sachen stammen aus dem Jahr 1964. Wer hätte gedacht, Rory mal mit Schlips und Anzug zu sehen? Siehe hier im Song Slow Down, eine Aufnahme von Rory Gallagher die bisher unbekannt war und eins von fünf Demos die Rory 1964 mit seiner damaligen Gruppe namens Fontana Showband in Londons Kingsway Studios aufnahm.

Gitarren-Technik: Pinch Harmonics Rory Gallagher war einer der ersten Gitarristen der gezielt eine Technik namens ’pinch harmonics’ einsetzte. Die Technik, bei der die Saiten gleichzeitig mit Plektrum & Fingerkuppen angeschlagen werden, erzeugt besonders viele Obertöne und ist heute Standardrepertoire in Heavy Metal. Ein Beispiel von pinch harmonics ist hier, live im Beat Club, gegen Ende von Rorys Solo ab 6:10 Min. zu hören

Deutsche Radiosendung DLF-Sendung ’Rory Gallaghers Schlussakkord’ (2020). Karl Lippegaus. 4:54 Min.

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