2013 BBC radio dramatisation 'Dark Side' is online. Written by Tom Stoppard, inspired by the Floyd album, above, from 1973. I got this as a CD-book, including the complete text and some artwork. A must for the Floyd fan who has everything else

Klingt fast zu gut um wahr zu sein, aber es gibt ein Hörspiel um den LP-Klassiker von Pink Floyd. Ich habe das Hörspiel ‘Darkside’ (2013) mit renommierten Sprechern wie Bill Nighy und Rufus Sewell auf CD. Im Foto neben dem Album zu sehen. Sie können es online hören. Link folgt am Ende des Posts. Es entstand anlässlich des 40. Jubiläums der Floyd-LP-The Dark Side of the Moon (1973). Hörspielautor ist Tom Stoppard, der mitunter das Drehbuch für die Verfilmung von John le Carrés Roman Das Russland-Haus (1990) schrieb. Ich las, dass Stoppard im Vorfeld mit Pink Floyds Textschreiber und Bassist Roger Waters, und mit Gitarrist und Sänger David Gilmour sprach. Gilmour sagte, dass er das Hörspiel faszinierend fand. In dem ca. 55 Min. langem Hörspiel ist die gesamte LP zu hören, wenn auch oft eher im Hintergrund von den Dialogen. Es ist nicht einfach, ein Hörspiel von einem Album zu machen. Anders als ein Roman, haben Songs und Alben – selbst Konzeptalben wie Dark Side of the Moon – selten eine lineare Handlung sondern eher Themen. Und hier sehe ich den Ansatz des Hörspielautors. Auf dem Album werden Themen wie Geld (‘Money’) und Zeit (‘Time’) schon in den Songtiteln angegeben. Andere Themen, wie Tod und Vergänglichkeit werden in den Texten behandelt oder angedeutet.

Every year is getting shorter, never seem to find the time
Plans that either come to nought or half a page of scribbled lines
Hanging on in quiet desperation is the English way
The time is gone the song is over, thought I’d something more to say
(Textausschnitt, Time, Dark Side of the Moon, 1973)
Quiet desperation…stille Verzweiflung. Ein übergreifendes Thema, das mitunter im Song ‘Brain Damage’ und mit Figuren wie dem lunatic angedeutet wird, ist der sprichwörtliche Irrsinn der menschlichen Existenz in den Wirren und Widersprüchen der modernen Welt. Hier auch die Verbindung zum LP-Titel Dark Side of the Moon: Leute mit psychischen Problemen wurden früher lunatics genannt weil man glaubte, sie wären vom Mond beeinflusst. In dieser Albumthematik sehe ich mitunter eine Reflektion von dem erschütternden Werdegang des früheren Floyd-Mitglieds Syd Barrett, der aufgrund von schizophrenie-ähnlichen Symptomen zunehmend unfähig wurde in der Band zu spielen, und sich bald darauf völlig ins Privatleben zurückzog und mittlerweile gestorben ist. Wenn ich mich nicht täusche, deutet die Kleidung des Manns auf dem obigen CD-Book-Cover an dass er Insasse einer Anstalt ist. Ich finde es erstaunlich, dass eine konfliktvolle Story wie Dark Side of the Moon zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten wurde. Vielleicht wissen wir alle, dass hinter dem schönen Schein unseres Zeitalters nicht alles in Ordnung ist. So weit ich sehe, sucht Tom Stoppard in Dark Side of the Moon und in seinem Hörspiel Dark Side nach auf Ethik beruhenden Verbesserungsansätzen.

Here’s what I’m saying. The earth is a common. You can’t save it for yourself but you can save it for others, and the others will save it for you. And the other is us, and we are the other. We are of a kind…we are as natural born to unselfishness as a mother to her newborn baby. Her milk is the milk of human kin and kindness. When we live for trickery and gain we turn against nature. And nature will turn against us. We will be lords of dust and bones. (Gekürzte Hörspielpassage, Dark Side, Tom Stoppard, 2013)

Tom Stoppard: ‘Darkside’: Hörspiel um Pink Floyd LP-Klassiker online Das BBC-Hörspiel Darkside von Tom Stoppard. Mit Bill Nighy (als Doctor Antrobus / The Witch Finder), Rufus Sewell (als Mr Baggott / Ethics Man), Amaka Okafor (als Emily McCoy), Philippa Stanton (als Emilys Mutter), Iwan Rheon (The Boy), Adrian Scarborough (Fat Man), Peter Marinker (The Wise One), Robert Blythe (Banker), Ben Crowe (Politiker). Musik: Pink Floyd. Regie: James Robinson. Produktion von BBC Radio 2 vom Jahr 2013

 

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Wussten Sie schon? Bevor Pink Floyd sich für obiges von der Design-Firma Hipgnosis entworfene LP-Cover mit dem Prisma entschied, war für kurze Zeit ein anderes Motiv im Gespräch, nämlich die Marvel Figur The Silver Surfer. Hipgnosis-Designer Aubrey Powell sagte: Wir alle liebten Marvel Comics…und das Image vom silbernen Mann der durch das Universum surft hatte etwas mystisches, kosmisches an sich.

BBC-Radio-Doku mit David Gilmour über Dark Side of the Moon LP Die Sendung (1990) von Roger Scott

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