I enjoyed this book. He‘s seen Genesis with and without Peter Gabriel - that's the idea of the photo. In the blog is info about the house in rural Wales where ‘Lamb‘ was recorded...and the pub where Phil met Clapton & John Martyn. Also interesting childhood stories like his connection to Eel Pie Island

Da kommt noch was‘ (2016) ist interessant. Phil hat viel erlebt. Er kennt Genesis mit und ohne Peter Gabriel – das war die Idee vom Foto. Phil meldete sich Juli 1970 auf eine Anzeige die Genesis auf Suche nach einem Schlagzeuger im Melody Maker hatten. Davor wäre er beinahe bei der Progrock-Band Yes gelandet die gerade Bill Bruford verloren hatten. Phil hatte schon mit Yes-Sänger Jon Anderson gesprochen und seine Telefonnummer in der Tasche. Eine dieser ‘Was wäre gewesen wenn?‘ Episoden. Genesis waren zu diesem Zeitpunkt weniger bekannt als Yes, aber Phil ging zuerst zu den Drummer-Proben von Genesis und bekam den Job. Er war der beste Schlagzeuger und kam auch als Typ gut an. Seine lockere Londoner-Art – die vielleicht Ähnlichkeit mit der rheinischen Kumpelhaftigkeit hat – ergänzte sich gut mit der umständlichen Art der Internatsschüler und Genesis-Mitglieder Peter Gabriel, Tony Banks und Mike Rutherford. Allesamt aus wohlhabenden Familien und ehemalige Schüler des noblen Charterhouse-Internats. Wenn Peter, Mike oder Tony eine Stunde lang nicht miteinander redeten weil jemand aus Versehen eine falschen Akkord gespielt hatte – ja, wirklich – entspannte Phil die Lage mit ein paar Gags, und die Welt war wieder in Ordnung. Das erste Album das Phil mit Genesis aufnahm war Nursery Cryme (1971), die Songs wurden im ländlichen Idyll des 500 Jahre alten Luxford House in Sussex geschrieben. Manager Tony Stratton-Smith hatte das Haus gemietet – in dem übrigens auch andere LPs für das Charisma-Label, wie von Bert Jansch und Van der Graaf Generator entstanden. Genesis hatten ein paar Fass Wein mitgebracht und ein Roadie kochte die Mahlzeiten. Sie komponierten Lieder wie The Fountain of Salmacis und spielten in den Pausen Croquet im Garten. Das englische Postkartenidyll der Zeit in Luxford inspirierte das LP-Cover des Albums. Nursery Cryme ist unter Genesis-Fans beliebt, hatte damals aber keinen großen kommerziellen Erfolg, außer in Italien, wo es Nummer 4 in den Charts erreichte. Phils Theorie, warum Genesis dort bis heute eine der größten Fan-Gemeinden hat, ist dass die Band die in Italien verwurzelte Operntradition anspricht.

Phil thinks ‘The Lamb lies down on Broadway‘ (1974) is the best Genesis album. Probably a lot people agree. Above, my gatefold vinyl LP. Though I like Foxtrot (1972), Selling England (1973), A Trick of the Tail (1976) and Seconds Out (1977) too

Genesis tourten Anfang der 70er Jahre bis zum Umfallen denn für Promotion durch Radio und Singles waren ihre langen, experimentellen Musikstücke damals nicht geeignet. Aber im Buch kommt rüber dass Phil und die Band während dieser Zeit enthusiastisch waren. Nur elf Monate nach Nursery Cryme erschien Foxtrot (1972). Peter Gabriel hatte begonnen Masken und Verkleidungen auf der Bühne zu tragen, was für Aufsehen in der Musikpresse und höhere Gagen für die Band sorgte. Phil: ‘We go from being a £35-a-night band to a £350 a-night band‘. Ein Jahr später folgte Selling England by the Pound (1973), das der Band erstmals nennenswerten LP-Charterfolg auf Platz 3, sogar eine Single mit dem Lied ‘I Know What I like’ auf Platz 21 bescherte. Das nächste Projekt, The Lamb lies down on Broadway (1974), ist für viele Fans – und auch für Phil Collins, wie er im Buch sagt – das beste Album der Band. Oben meine Vinyl-LP, auf dem Cover ist Rael, der mysteriöse Held des Konzeptalbums. Aufgenommen mit dem Island Mobile Studio im Landhaus Glaspant Manor in Wales, richtig ländlich zwischen Crymych und Newcastle Emlyn gelegen. Die Band lebte und arbeitete Sommer 1974 zwei Monate quasi im Landkommunen-Stil zusammen. Phil, hier ein Foto aus der Zeit, erzählt von Spaziergängen die Peter, Mike und Tony im ländlichen Idyll unternahmen. Hier ein Band-Foto vor dem Haus in Wales, Aber Peter Gabriel hatte zu der Zeit auch Stress, er war erste der Kinder hatte, dazu mit einer problemreichen Schwangerschaft seiner Frau. Er brauchte ein Pause und Zeit für seine Familie, ein Dilemma das die Band wohl nicht empathisch genug nachvollziehen konnte. Als Peter die Band verließ, machten Genesis mit Phil Collins als Sänger A Trick of the Tail (1976), ihr zum damaligen Zeitpunkt erfolgreichstes Album. Genesis waren, anders als in der öffentlichen Wahrnehmung, niemals nur eine Backing-Band von Peter Gabriel gewesen. Alle Mitglieder schrieben Songs, Phil hatte eine gute Stimme, klang sogar ähnlich wie Gabriel. Während er sang, sorgte Gastmusiker Bill Bruford fürs Schlagzeug. Genesis spielten zunehmend größere Konzerte, bei denen neben neuen Songs auch ausgiebig die älteren Klassiker gespielt wurden. Eine glückliche Zeit, wie der folgende Live-Clip zeigt. Mike Rutherford trägt hier übrigens einen sog. fishing hat, eine Hommage an ein Accessoire das Jahre vorher, Anfang der 70er, oft von Genesis-Fans getragen wurde.

Konzert: Apollo Theatre, Glasgow, Schottland, 9. Juli 1976
Genesis: Mike Rutherford (Gitarre & Bass), Tony Banks (Keybords)
Phil Collins (Gesang & Schlagzeug) und Steve Hackett (Gitarre)
Studioversion dieses Songs auf: Selling England by the Pound (1973)
Liveversion: Doppel-LP Seconds Out (1977), siehe oberstes Foto, rechts
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There‘s lots of stories about his solo career as well, how he was encouraged by Ahmet Ertegun to record his classic debut Face Value etc. But Phil also comes over as quite a self-critical person, talking very openly about personal crises

Vor 40 Jahren, zur Zeit dieser Konzerte die auf der Doppel-LP Seconds out (1977) verewigt sind, waren Genesis auf dem Weg von einer Kultband zu einer größten Bands der Welt. Sie verkrafteten auch den Verlust des Gitarristen Steve Hackett, etwas das im Albumtitel And Then There Were Three (1978) reflektiert wird. Durch Hacketts Abgang wandelte sich Genesis von Progrock mehr in Richtung Pop/Rock, was der Band noch mehr Fans und Hits bescherte. Der Erfolg, das hektische Leben zwischen Tourneen und Aufnahmestudios führte bei Phil allerdings zum Zerfall seiner ersten Ehe. Im April 1979 war Phil im idyllischen Dorf Shalford, in einem idyllischen Landhaus – das leer war weil Frau und Kinder ihn verlassen hatten und in Kanada waren. Phil war verbittert, denn aus seiner Sicht hätte seine Frau auf das hektische Leben eines Musikers gefasst sein müssen. Um einen Genesis-Urlaub zu besprechen, treffen sich Phil, Mike und Tony in ihrem Lieblings-Pub The Crown Inn im nahen Chiddingfold (wo Genesis später ihr eigenes Studio ‘The Farm’ aufbauen) und einigen sich auf eine Pause für Soloprojekte. Phil stürzt sich in Arbeit mit anderen Musikern u. a. mit den Jazzrockern Brand X, und mit seinem alten Kumpel Peter Gabriel, auf dessen Song ‘Intruder’ Phil den berühmten Gated Drum-Sound entwickelt der stilprägend für die 80er Jahre wurde. Phil produzierte u. a. das Album Grace and Danger (1980) für John Martyn. Die beiden wurden Freunde. Durch John Martyn lernt Phil Collins den in der Nähe lebenden Eric Clapton kennen. Die drei verbringen viel Zeit miteinander in Shalfords Queen Victoria Pub. Für Phil und Eric, der Beginn einer langjährigen Freundschaft und gemeinsamen Musikprojekten. Phil begann auch neue Songs zu schreiben, die ursprünglich für das nächste Genesis-Album Duke (1980) gedacht waren. Er spielte Zuhause in Shalford mit einer Drum-Machine herum die ihm zuerst auf einer Tournee in Japan vorgestellt wurde, die Roland CR-78. Zu dem ungewöhnlichen mechanischen Sound improvisiert er Silben und Worte die zu Sätzen werden und vom bitteren Ende seiner Ehe inspiriert sind. Das resultierende Lied In the Air Tonight, mit seinem kargen, atmosphärischen Klang, wurde der Beginn einer Solokarriere deren Erfolg damals niemand erwartet hatte. Schönes Zitat aus ‘Da kommt noch was‘ (2016), mit trockenem Genesis-Humor von Tony Banks: ‘We wanted Phil to do well, just not that well’.

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Wussten Sie schon? Das Lied das 1981 Nummer 1 in Deutschland und anderen Ländern erreichte, wurde von Phil anfangs nicht als Single gesehen. Der Erfolg von In The Air Tonight, hier eine Live-Version, wurde von Ahmet Ertegün (1923-2006), dem legendären Boss des Atlantic-Plattenlabels in Gang gebracht. Phil schreibt dass er ursprünglich nach London gefahren war um Ahmet in London die Demos für das Genesis-Album Duke (1980) vorzuspielen. Als Ertegün nebenbei auch die Collins-Demos hörte, war er begeistert. Noch Jahre später spielte Ertegün neuen Musikern In The Air Tonight vor und sagte:  ’Now, This is what I would like from you‘. Das Lied erschien öfters in Miami Vice und wurde später vom Rapper 2Pac gecovert

Phils Verbindung zu Eel Pie Island  Phil spielte schon mit 10-12 Jahren an diesem Schlüsselort britischer Rockmusik. Phils Eltern und Verwandte fuhren Anfang der 60er als Hobby mit Booten auf der Themse und trafen sich an Weekends auf der Flussinsel die aufgrund des dortigen Hotel ein Ort für Feiern war. Das Eel Pie Island Hotel wandelte sich von einem Ort an dem Jazz-Kapellen spielten und Bootclubs mit Akkordeons schunkelten, im Laufe der 60er Jahre zum Kultort für junge Rockbands wie die The Who, Stones, Yardbirds. Eel Pie Island wurde übrigens um 1969 eine Hippiekommune die endete als das Hotel unter ungeklärten Umständen 1971 ausbrannte. Eine Story auf die ich erst durch die Recherchen für diesen Artikel kam
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Warum Sie wahrscheinlich nicht mit Phil tauschen würden  Es ist kein trauriges Buch, dafür sorgen die vielen Highlights in der Geschichte von Phil und Genesis. Aber er schildert, hauptsächlich gegen Ende des Buchs, auch die Schattenseiten des vermeintlichen Traumlebens. Seine Krise kam, im Vergleich zu vielen jung verstorbenen Stars, spät im Leben. Ich fand die psychologischen Vorgänge von Selbstzweifel und Selbstzerstörung selten so klar dargestellt wie in dieser Autobiografie. Bei Phil führte es dazu dass er vor nicht langer Zeit mit Kabeln und Schläuchen auf einer Intensivstation aufwachte und sein Überleben in Frage stand. Aber Phil ist, wie der Originaltitel sagt, Not Dead Yet.  Ein offenherziges, lesenswertes Buch.
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Phil Collins 2017 live in Deutschland  Am 11, 12, 14, 15 und 16 Juni 2017 in der Lanxess Arena, Köln London 4, 5, 7, 8, 9 Juni 2017 in Royal Albert Hall / Paris 18, 19, 20, 22, 23 Juni 2017 in AccorHotels Arena. Dublin 25 Juni Aviva Stadium / London Hyde Park 30 Juni (Hyde Park Special Guest Mike+The Mechanics)
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Avenita Kulturmagazin