It's the birthday of Frank Sinatra (1915 -1998). In 1962, fifty years ago, he released five albums, among them 'Sinatra Sings Great Songs from Great Britain', recorded in London. Our favourite of that year though is his superb conspiracy thriller 'The Manchurian Candidate' (1962). Trailer below

Es ist der Geburtstag von Frank Sinatra (1915 – 1998). Im Jahr 1962, vor einem halben Jahrhundert, hatte Sinatra, damals 46, eine Europatournee unternommen und fünf Alben veröffentlicht, darunter Sinatra Sings Great Songs from Great Britain (1962), aufgenommen in London. Das künstlerische Highlight von dem Jahr ist für mich jedoch der Spielfilm Botschafter der Angst (1962), in dem Sinatra eine der Hauptrollen spielt. Der Film, mit Originaltitel The Manchurian Candidate, ist ein Thriller der von sublimaler Bewusstseinskontrolle und dem Attentat auf einen Präsidentschaftskandidaten handelt. 2004 wurde ein Remake mit Denzel Washington gedreht das ebenfalls sehenswert ist, siehe folgendes Foto. 1962 war das Thema sehr kontrovers. Frank Sinatra kannte JFK persönlich, war mit ihm befreundet und hatte – wie ich dem Buch My Fathers Daughter (2000) von Tina Sinatra entnehme – Kennedy vor Beginn der Dreharbeiten sogar gefragt, ob er ein Problem mit dem Film hätte? Kennedy kannte Richard Condons Roman The Manchurian Candidate (1959) und hatte nicht die geringsten Einwände. Im darauffolgenden Jahr bekam der Film durch das Attentat auf John F. Kennedy (1917-1963) jedoch solch düstere Konnotationen dass er jahrelang nicht gezeigt wurde. Angeblich weil Sinatra die Rechte aufkaufte und den Film aus dem Verkehr zog, obwohl diese Darstellung umstritten ist – in der Tat später von Frank Sinatra bestritten wurde. Tatsache ist dass Sinatra den Film an sich sehr gut fand, und dass er heute weitgehend als Klassiker angesehen wird.

Sinatra is hard to top but Jonathan Demme's remake The Manchurian Candidate (2004) with Denzel Washington is good. Produced by Tina Sinatra! Starring Meryl Streep & Jon Voight

Die Spielkarte die Sinatra im obigen Foto in der Hand hält, hat übrigens eine Signifikanz: In seiner Rolle als Major Bennett Marco, findet er heraus dass das Bild der Karo Dame einer der Auslöser ist die einem hochdekorierten amerikanischen Soldaten während seiner Gefangenschaft im Koreakrieg auf sublimale Weise eingetrichtert wurden. Man hat ihn, auf Abruf, zum politischen Attentäter gedrillt. Der Anschlag für den man ihn einsetzten will, soll dafür sorgen dass ein anderer Kandidat zum Präsidenten wird, quasi der Kandidat der chinesischen Mandschurei, was den Originaltitel des Films erklärt. Wie realistisch ist der Film? Es ist eine Tatsache dass US-Geheimdienste in der Vergangenheit das Potential von sublimaler Beeinflussung untersuchten, und ich vermute sehr, dass dies im Kalten Krieg auch von kommunistischen Staaten gemacht wurde. Bei Versuchen erwiesen sich solche Techniken als unbrauchbar, lösten aber eine Lawine von Filmen, Romanen und sog. Sachbüchern zum Thema aus. Ich tendiere dazu, Verschwörungstheorien dieser Art als Allegorie zu sehen. Die Allegorie von der Heimlichen Unterwanderung der Gesellschaft repräsentiert die Wahrnehmung dass sich Gesellschaften in der Tat rapide verändern. Dass neue Ideen, oder auch Ideologien wenn man sie so nennen will, an Einfluss gewinnen, liegt jedoch nicht daran dass sie besonders hinterlistig oder geheimnisvoll sind, sondern daran dass sie in Zeiten der Ratlosigkeit auftauchen und deshalb viel Aufmerksamkeit erregen. Insofern ist der Subtext von Verschwörungstheorien durchaus eine Herausforderung. Ganz abgesehen von meinen Spekulationen, ist Botschafter der Angst spannende Unterhaltung und vielleicht der beste Film den Sinatra je gemacht hat.

 

Ads by Google

 

 

Info Hier ein guter englischer Trailer für den Film The Manchurian Candidate (1962) / die deutsche Fassung Botschafter der Angst mit Frank Sinatra ist als DVD erhältlich

Könnte Sie auch interessieren Peter Høeg: ‘Fräulein Smillas Gespür für Schnee’ als Hörspiel online

Des Weiteren Umberto Eco: ‘Der Name der Rose’ als Hörspiel online

Mehr Henning Mankell: ‘Mörder ohne Gesicht’ als Hörspiel online

Und Robert Harris: ‘Vaterland’ als Hörspiel online

Avenita Kulturmagazin