It's the birthday of John Ford. Nowadays one tends to look at How Green was my Valley (1941), above Ford's film set in Malibu, as a qaint, romantic movie, but how many films about struggling working class people are made in Hollywood today?

Es ist der Geburtstag von John Ford (1894-1973), dem Regisseur von weltberühmten Filmen wie Der Schwarze Falke (1956) und Früchte des Zorns (1940). Links ein Foto von den Dreharbeiten für Fords walisisches Bergarbeiter-Epos So grün war mein Tal (1941) das in Deutschland vielleicht etwas weniger bekannt. Aber weil wir selber mal in Wales gelebt haben, spricht uns die Thematik an. Bei uns in der Nähe gab es keine Kohlenbergwerke aber viele alte Schiefersteinbrüche. Die waren meist aus dem 19. Jahrhundert und die alten Werkstätten und Häuschen wo die Arbeiter frühen wohnten, waren zu wildromantischen Ruinen geworden. Ein Teil des Steinbruchs war mittlerweile ein kleiner See und im Sommer gingen wir dort schwimmen. Da die Waliser im 19. Jahrhundert noch sehr arm waren, gingen seinerzeit ganze Dorfbevölkerungen die früher von Landwirtschaft gelebt hatten, in den Bergbau. Die dortigen Gehälter schienen für Landarbeiter anfangs gut. Die Leute waren harte 12 Stunden-Tage gewohnt und konnten Arbeitsbedingungen wegstecken die heute unvorstellbar sind. Weniger bekannt war den Walisern dass Arbeitgeber nach Belieben Löhne senken und Leute entlassen konnten. So grün war mein Tal spielt in einem Dorf das von einem Bergbau-Konzern abhängig geworden ist und zeigt wie die Familienbande der Dorfgemeinschaft ins Wanken geraten als sich Entlassungen, Streiks und Armut ausbreiten und daraufhin Gewerkschaften gebildet werden. Maureen O’Hara spielt Angharad Morgan, die schöne Tochter eines walisischen Familienclans. In ihrer Autobiografie ‘Tis Herself (2004), aus der wir auch obiges Foto nahmen, schreibt sie einiges über die Dreharbeiten: Der Film war ursprünglich als 4-stündige Mega-Produktion à la Vom Winde verweht (1939) geplant.  Darryl Zanuck, der Produzent beider Filme, wollte How Green was my Valley, so der Originaltitel, in Technicolor und in Wales drehen. Aber das war durch den zweiten Weltkrieg zu riskant geworden. Regisseur John Ford ließ stattdessen in Malibu, Kalifornien ein Dorf im walisischen Stil nachbauen, was mit 110.000 Dollar so teuer war dass das Filmbudget von etwa einer Million Dollar, damals viel Geld, nicht mehr für Technicolor ausreichte. Das Filmset basierte auf dem walisischen Dorf Gilfach Goch das mit seiner Bergbauvergangenheit und seiner von Terrassenhäusern gesäumten Straße typisch für die Region war. O’Hara sagt dass die Sänger die für die Szene mit dem walisischen Volkslied Myfanwy aus Wales eingeflogenen wurden, bewegt und in Tränen waren als sie den Filmset sahen. Aus Gilfach Goch kam auch Rhys Williams, der als walisischer Akzent-Coach für die Schauspieler angeheuert wurde.

Die in Irland geborene Maureen O’Hara schreibt dass sie und der irischstämmige John Ford, zu dessen Arbeitsteam mehrere seiner Familienmitglieder gehörten, sich bei dem Film wie eine Gruppe von Kelten fühlten die einen wunderbaren Film über das ebenfalls keltische Wales drehten. Dreharbeiten begannen im Juni 1941 in den Bergen von Malibu, dem heutigen Malibu Creek State Park, und endeten am 12. August. Im Oktober ’41 kam der Film in die Kinos. John Ford war ein Regisseur der Filme schon vor dem Dreh genau im Kopf hatte und sehr wenige Takes filmte, oft nur einen, mitunter weil er vermeiden wollte dass unnötiges Filmmaterial entstand mit dem man später seine Filme umschneiden würde. Ford schnitt, wie man sagt, seine Filme mit der Kamera. Er duldete auch keinen Widerspruch. Einmal, bei der Szene als die Männer aus dem Bergwerk kommen und ihren Tageslohn in die Körbe legen mit denen ihre Frauen auf sie warten, sagte Maureen zu Ford dass ihr Korb zu modern aussehe und offensichtlich ein Käsekorb von der Firma Kraft war. Daraufhin sagte Ford sie solle sich darüber keine Sorgen machen denn sie sei nicht mehr Teil dieser Szene. Maureen stürmte vom Set. Eine Stunde später wollte der Regisseur sie zurück, und gab ihr einen anständigen Korb zum Geldeinsammeln. Voilà. Ford und O’Hara kamen im Endeffekt gut miteinander aus und drehten zusammen weitere Klassiker, wie den Western Rio Grande (1950) und den Irland-Film Der Sieger (1952). Dass der fünffache Oscar-Gewinner So grün war mein Tal eine besondere Bedeutung für O’Hara hatte, zeigt auch die Tatsache dass O’Hara ihrer Tochter den walisischen Namen Bronwyn gab, nach der von Anna Lee gespielten Figur Bronwyn Morgan im Film.

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Info  So grün war mein Tal (1941) ist als DVD auf Deutsch synchronisiert erhältlich. Die Blu-ray Version gibt es nur auf Englisch, aber How green was my Valley  enthält einen Audiokommentar und ein 25 min. Making of Feature. Das Cover wurde ebenfalls aufgemöbelt und sieht jetzt viel romantischer aus. Aber letztendlich es ist ein Film über den Überlebenskampf von Arbeiterfamilien, so wie er heute, wo Superhelden in Hollywood die großen Moneymaker sind, kaum noch gemacht wird. Photo We used a photo from Maureen O’Hara’s autobiography ‘Tis Herself (2004), which contains several pages about the shoot of How Green was my Valley (1941). The grassy background we used is an all too obvious reference but we also wondered how the film would have looked if it had been in Technicolor, as initially planned.

Avenita Kulturmagazin