Strauss' opera Der Rosenkavalier is well known. Above, my DVD of the Salzburger Festspiele 2004. There is also a 1962 German NDR radio dramatisation online. Based on the libretto by the Austrian poet and novelist Hugo von Hofmannsthal

‘Wie du warst! Wie du bist! Das weiß niemand, das ahnt keiner!’ Das 97 Min. lange Hörspiel vom Norddeutschen Rundfunk basiert auf Hugo von Hofmannsthals Libretto für die Oper von Richard Strauss. Der Rosenkavalier (1911) ist wundervoll, im Foto ist meine DVD mit der 201 Min. langen Aufführung von den Salzburger Festspielen 2004, mit Adrianne Pieczonka, auf dem Cover, als die Feldmarschallin. Eine sehr moderne Inszenierung die viel für sich hat. Der Rosenkavalier ist eine Person die vom Bräutigam engagiert wird, um der Braut zeremoniell die Ankunft des Bräutigams anzukündigen und der Verlobten eine silberne Rose zu überreichen. In der Oper und im Hörspiel bekommt diesen Job ein junger Mann namens Octavian – der sich allerdings selber in die Verlobte namens Sophie verliebt und sie dem unsympathischen Baron Ochs von Lerchenau vor der Nase wegschnappt. Aber im Mittelpunkt der Geschichte steht eine weitere Person: Die Fürstin von Werdenberg, genannt die Marschallin. Sie hat eine Liebesaffaire mit dem 17-jährigen Octavian, aber leidet darunter, dass sie ihre Jugend verliert, und weiß dass sie Octavian letztendlich auch verlieren wird. Hier eine Opernpassage, von oben genannter Inszenierung, die die Handlung von der Mitte des 18. Jhrs. ins frühe 19. Jhr, also in die Zeit der Entstehung der Oper verlegt.

‘Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie. Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder, lautlos, wie eine Sanduhr. Manchmal hör’ ich sie fließen – unaufhaltsam. Manchmal steh’ ich auf mitten in der Nacht und lass die Uhren alle, alle stehn. Allein man muss sich auch vor ihr nicht fürchten. Auch sie ist ein Geschöpf des Vaters, der uns alle erschaffen hat…’ (Der Rosenkavalier, 1. Akt)
Die Story hat komödiantische Elemente die, à la Figaros Hochzeit, darauf beruhen dass Octavian sich als Kammerzofe Mariandel verkleidet um jemanden in die Pfanne zu hauen, nämlich den Baron Ochs. Wobei die Rolle des Octavian von einer Frau dargestellt wird, eine sog. Hosenrolle, die der Oper mit ihrer Thematik von Geschlechterrollen, eine zusätzliche, man könnte sagen, moderne Dimension verleiht. Der Rosenkavalier hat auch ernste, melancholische Züge. Es geht um menschliche Vergänglichkeit und um das sich abzeichnende Ende einer Ära, nämlich die der Habsburgermonarchie. Über die Inspiration für die Figur der Feldmarschallin gibt es interessante neue Erkenntnisse, die darauf hindeuten dass es Ottonie Gräfin Degenfeld (1882-1970) war, mit der Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) eine romantische Freundschaft und regen Briefwechsel hatte. Hofmannsthal bestand darauf, dass Ottonie die Opernpremiere besuchte denn Der Rosenkavalier war eine Art Liebesbrief an sie. Das wurde von Ottonies Tochter Marie Therese Miller-Degenfeld bestätigt – die Hugo von Hofmannsthal persönlich kannte – und später als Ehefrau eines Diplomaten nach Amerika auswanderte und dort vor kurzem interviewt wurde. Ich wünsche gute Unterhaltung beim Hörspiel.
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Hugo von Hofmannsthal: ‘Der Rosenkavalier’ NDR-Hörspiel von 1962 online Das Hörspiel Teil 1 mit Käthe Gold (als Feldmarschallin Fürstin Werdenberg), Albert Rueprecht (als Octavian, genannt Quiquin), Helmut Qualtinger (als Baron Ochs von Lerchenau), Aglaja Schmid (als Sophie, die Braut), Hermann Thimig (Herr von Faninal, Sophies Vater), Elisabeth Markus (Marianne, Faninals Haushälterin), Guido Wieland (als Valzacchi, ein Intrigant), Evi Servaes (Annina, seine Begleiterin), Franz Böheim (Wirt), Wolfgang Hebenstreit (als Polizeikommissar). Zwischentexte: Leopold Rudolf. Link für Teil 2 und Teil 3. Regie: Rudolf Steinboeck
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Radio-Doku Das BR-Feature ‘Hugo von Hofmannsthal Das Schöne ist ohne Scham nicht denkbar’ (2012)
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