My Bloomsbury edition of Peter Biskind's acclaimed book 'Easy Riders, Raging Bulls - How The Sex 'N' Drugs 'N' Rock 'N' Roll Generation Saved Hollywood' (1998). The 2003 BBC TV feature based on the book is currently online. Link below

Peter Biskinds Sachbuch, links im Bild, hat den Untertitel ‘How The Sex ‘N’ Drugs ‘N’ Rock ‘N’ Roll Generation saved Hollywood’ (1998). Im folgenden BBC-TV-Feature von 2003, das auf dem Buch basiert und momentan online gesehen werden kann, geht es kurz gesagt um das sog. New Hollywood: Filme wie ‘Easy Rider’ (1969) die damals von jungen Leuten billig gedreht wurden und sehr viel Geld einspielten – und zugleich den Niedergang des Alten Hollywood besiegelten. Ein Beispiel für ‘Old Hollywood’: Ein Monumentalfilm wie ‘Cleopatra’ (1963), der mit Elizabeth Taylor und Richard Burton im sog. Studiosystem gedreht wurde, keinen Gewinn machte und sein riesiges Budget nur mit Mühe wieder einspielte. Im Laufe der 1960er Jahre blieben Familienleute – das Kernpublikum von anspruchsvollen, aufwändigen Filmproduktionen – zunehmend vorm Fernseher sitzen. Hauptpublikum für Kinobesuche, speziell in den damals tausendfach vorhandenen US-Autokinos, waren jetzt junge Leute, die am liebsten den Nerven-kitzel von B-Filmen mochten. Jemand der das früh erkannte und davon profitierte, war der B-Movie-König Roger Corman, mit Sci-Fi und Horrorfilmen wie ‘Der Mann mit den Röntgenaugen’ (1963). Dann, im Laufe der 60er Jahre – immer mit einem Auge auf den Zeitgeist – mit Biker-Filmen wie ‘Die wilden Engel’ (1966) und psychedelischen Filmen wie ‘Der Trip’ (1967), Drehbuch von Jack Nicholson. Hauptrolle: Peter Fonda. ’Der Trip’ (1967) hatte ein Budget von $100,000 und spielte $10 Millionen ein. ‘Counterculture’ war auf einmal Big Business. Die Tatsache, dass man mit Filmen über Biker und Drogen Geld verdienen konnte, bereitete den Weg für den ersten echten ‘New Hollywood’ Megaklassiker: ‘Get your motor runnin’, head out on the highway’

Peter Fonda got the new supergroup that had just recorded its first album, Crosby, Stills & Nash, to do the score. ‘I sabotaged that’, Dennis Hopper says. ‘They picked me up in a limo at Columbia, and drove me over, played the music. I told Steve Stills, ‘look, you guys are really good musicians, but very honestly, anybody who rides in a limo can’t comprehend my movie, so I’m gonna have to say no to this.’…For the most part, Hopper and Fonda just used music from the temporary soundtrack. This was one of the first times a movie was yoked to the driving power of ’60s rock ‘n’ roll, and in the future, rock music would become a major element in films like American Graffiti, Mean Streets and Apocalypse Now. (Aus Sachbuch ‘Easy Riders Raging Bulls’ 1998, von Peter Biskind)

When in the mid-sixties the old Hollywood studio system was in decline - big budget films like Cleopatra flopping - some young guys came up and made new, cheap & highly profitable films

Der unabhängig von großen Studios gedrehte Road Movie ‘Easy Rider‘ (1969) kostete $400,000 und nahm $60 Millionen ein. Gewinnmargen, die selbst heutige Erfolgsfilme wie ‘Barbie’ (2023) kaum erreichen können. Der nachfolgende BBC- Dokumentarfilm zeigt, wie im Laufe der 1970er Jahre eine beträchtliche Liste von Filmklassikern entstand, deren junge Regisseure, Schauspieler, Drehbuchautoren und Producer sich gegenseitig kannten, inspirierten und unterstützten – allesamt Teil einer Gruppe, die New Hollywood oder auch Hollywood Renaissance genannt wird. Mitunter Regisseure wie: Francis Ford Coppola, George Lucas, Brian De Palma, Steven Spielberg, Martin Scorsese. Und Spielfilme wie: ‘Ein Mann sucht sich selbst’ (1970), ‘French Connection’ (1971), ‘Harold and Maude’ (1971), ‘Duell’ (1971),’THX 1138′ (1971), ‘Der Pate’ (1972), ‘Lautlos im Weltraum’ (1972), ‘Mean Streets’ (1973), ‘Paper Moon’ (1973), ‘American Graffiti’ (1973), ‘Der Exorzist’ (1973), ‘Der Dialog’ (1974), ‘Einer flog über das Kuckucksnest’ (1975), ’Der weiße Hai’ (1975), ‘Carrie’ (1976), ‘Taxi Driver’ (1976), ‘Star Wars’ (1977) und ‘Apocalypse Now’ (1979). Gemeinsamer Nenner? Ich würde sagen, ungewöhnliche, zuvor in Hollywood wenig erkundete Themen. Vielleicht auch, im besten Sinne, eine B-Movie-Äs­the­tik: Seien es die Schockeffekte vom Weißen Hai, der brutale Realismus von ‘French Connection’ oder das auf junge Zuschauer zugeschnittene ‘Abenteuer im Weltraum’ von Star Wars. Das ‘Neue Hollywood’ erwies sich bald als Blockbuster-Material. Nach kaum mehr als 10 Jahren, wurde das ursprüngliche New-Hollywood-Konzept – eine Art ‘Do it yourself’ Autorenkino – von den großen Hollywood-Studios absorbiert. Als einer der letzten Autorenfilme aus der New-Hollywood-Ära gilt Martin Scorseses Boxerfilm ‘Wie ein wilder Stier’ (1980), daher auch die Erwähnung von ‘Raging Bull’ im Titel des obigen Sachbuchs von Peter Biskind

 

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TV-Feature auf Basis des Buchs von Peter Biskind Das BBC-Feature ’Easy Riders, Raging Bulls - How The Sex ‘N’ Drugs ‘N’ Rock ‘N’ Roll Generation saved Hollywood’ (2003). Erzähler: William H. Macy. Regie: Kenneth Bowser. Unter den Dutzenden von Leuten, die interviewt werden sind u. a. Roger Corman, Peter Bogdanovich, Richard Dreyfuss, Peter Fonda, Dennis Hopper, Karen Black, John Milius, Paul Schrader, Cybill Shepherd, Kris Kristofferson, Mike Medavoy, Margot Kidder, Jennifer Salt, Arthur Renn. Länge: 113 Min. Hinweis: Peter Biskinds Sachbuch ist, soweit ich sehen kann, leider nur auch Englisch erhältlich

Genauer Zeitraum von New Hollywood? Anfang und Ende von Bewegungen in Kunst und Popkultur sind schwer festzunageln. Für den Rahmen eines überschaubaren Blogposts wählte ich ‘Easy Rider’ als Start und erwähnte eins, zwei Vorläufer-Filme. In einem umfassenderen Artikel wäre ich auf weitere frühe Klassiker und Vorläufer von New Hollywood wie ‘Die Reifeprüfung’ (1967) und Bonnie und Clyde’ (1967) eingegangen. Auch über das Ende von New Hollywood lässt sich streiten – für meine Begriffe war es ‘Apocalypse Now’ (1979)

Welche Regisseure beeinflussten New Hollywood? Interessanterweise vorwiegend Regisseure die nicht aus Amerika stammten. Im obigen Feature werden Regisseure wie Truffaut, Godard, Buñuel, Bergman, Visconti, Renoir, Rossellini, Kurosawa, Fellini, De Sica, Bertolucci und Antonioni genannt

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