Esquire (UK, Spring 2024) with a cover story by Jon Savage - author of 'England's Dreaming: Sex Pistols and Punk Rock' - looking back at Oasis. Apropos: Also check Liam Gallagher's impressive new song, see clip, right, of 'Just Another Rainbow'

‘In 1994, both politics and pop were moving in the same direction, towards a more hopeful and inclusive Britain. For me that move was soundtracked by Oasis songs…They gave me hope in a personally very difficult year, and they were the last rock group ever to have that effect on my life’. Schreibt Jon Savage – der Autor von Büchern wie ‘England’s Dreaming: Anarchie, Sex Pistols, Punk Rock’ (1991) – im Männermagazin Esquire (UK, Spring 2024). Auf dem Cover der Ausgabe ist, anlässlich des 30. Jubiläums vom Album ‘Definitely Maybe’ (1994), Oasis-Sänger Liam Gallagher. Der übrigens zur Zeit mit einem neuen Song Erfolg hat, den ich für das beste halte, das er seit Oasis veröffentlicht hat: Siehe Video von Just Another Rainbow, gefilmt in einem alten Eisenbahntunnel in Nordengland – mit Stratocaster-Glory von John Squire, ehemals Gitarrist von der Manchester-Band The Stone Roses. Was den 8-seitigen Esquire-Artikel über Oasis betrifft, tut es gut, mal wieder etwas mit Tiefgang zu lesen. Musikjournalismus im Netz scheint mittlerweile nur noch aus Clickbait-Häppchen à la ‘Die 10 besten Gitarrensolos der 70er Jahre’ zu bestehen. Also Mini-’Artikel’, die demnächst von Robotern geschrieben werden. Und irgendwann wahrscheinlich von Robotern gelesen werden. Gut, dass es noch ein paar Print-Magazine gibt, die offenbar genug Geld machen, um echten Journalisten ein Einkommen zu ermöglichen. Leider haben in den letzten Jahren mehrere gute Musikzeitschriften und sogar Websites dicht gemacht. Gut möglich, dass Lifestyle-Magazine wie Esquire – die auch über Mode, Accessoires, Autos, Travel, Literatur etc. schreiben, und somit mehr Werbekunden haben – besser aufgestellt sind, um öfters mal Pop und Rock zu thematisieren. Werbung in dieser Ausgabe von Esquire kommt u. a. von Lexus, Armani, Breitling, Louis Vuitton, Bulgari, UBS, Hermes, Vacheron Constantin etc. Um auf Oasis zurückzukommen: Jon Savage setzt die Band nicht nur in einen persönlichen, sondern auch politischen Kontext, insofern, dass die Band, die permanent ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse betonte, zu einer Zeit kam, als, nach 15 Jahren Konservativer Regierungen, ein neuer gesellschaftlicher Wind zu wehen schien. Tatsächlich wurde bald darauf, mit Tony Blair, ein Mann zum Premierminister, der, mit Anfang 40, einer Generation angehörte, die stark von Pop- und Rockkultur geprägt war. Tony Blair hatte früher sogar selber in einer Band gespielt. Sein Motto lautete: ‘New Labour. New Britain!’ Auf einmal war es für junge, progressive Leute wieder cool, die englische Fahne zu schwenken. John Savage sagt nicht direkt, dass er von dieser neuen Hoffnung desillusioniert wurde. Aber er sagt, dass Oasis die letzte Band war, die ihm diese Art von Hoffnung gab. Die Band schaffte damals, vor 30 Jahren, mit ihrem Debütalbum ‘Definitely Maybe’ (1994) und Songs wie Supersonic den Durchbruch.

 

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Info über das Magazin Esquire Über das 1933 gegründete Magazin gibt es einen deutschen Wiki-Artikel

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