Es gibt an der Küste von Andalusien, speziell hier an der Costa del Sol, viele alte Wachtürme die vor Jahrhunderten dazu dienten, auf dem Meer nach feindlichen Schiffen Ausschau zu halten. Die Türme, oder ihre Überreste, sind meist nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Sie bildeten einst eine Kette, so dass die Wachposten mit Feuersignalen ruckzuck Nachrichten über drohende Angriffe weitergeben konnten. Dieser Turm,  zwischen Fuengirola und Marbella am Strand von Cabopino gelegen, ist einer der höchsten und ältesten Türme an der Küste. Er ist 15 Meter hoch und stammt noch aus den Zeiten als Andalusien unter islamischer Herrschaft stand. Daher auch der markante Baustill. Nach der reconquista  gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Turm Teil des Verteidigungssystems der Katholischen Könige die ihn dann primär gegen die Leute einsetzten die ihn gebaut hatten. Der Name Räuberturm, besser gesagt Torre Ladrones, bezieht sich angeblich auf  den Begriff ladronera, eine Verteidungstechnik bei der von Burgzinnen, oder sog. Maschikulis, Steine auf Angreifer geworfen wurden.

Der Strand von Cabopino ist übrigens schön. Obwohl es an der Costa del Sol viele exzellente Sandstrände gibt, sind richtige Dünenstrände eher in der Minderzahl. Die richtigen großen Dünen findet man an der viel windigeren Atlantikküste bei Tarifa, ca. 2 Stunden Fahrt weiter westlich von hier. Die Dünenlandschaft um den Torre Ladrones heißt Las Dunas de Artola und steht unter Naturschutz. Wenn man vom Turm aus ein paar Meter runter an den eigentlichen Strand geht, ist rechts in Richtung Marbella ein eher schmaler Strandstreifen der aber schön zum Laufen ist. Wenn man das obere Bild anklickt und vergrößert, ist die Bucht von Marbella sichtbar. Zu Fuß vielleicht 90 Min. entfernt. Unterwegs überall Strandbars, Restaurants und falls nötig: Bushaltestellen. Links vom Turm ist der große, breite Strand von Cabopino wo, wenn man an ein paar Strandrestaurants vorbeigeht, auch der kleine Jachthafen von Cabopino liegt. Der Strand selber ist um diese Jahreszeit, Ende November wenn wenige junge Touristen hier sind, so gut wie leer. Aber an sonnigen Wochenenden kommen viele spanische Familien an den Strand. Das ist hier wie ein Familienfest, wo scheinbar die ganze Verwandtschaft dabei ist und es sich mit Zelten und Grillen genütlich macht

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Avenita Kulturmagazin