1913: First of the Fu Manchu novels, which were a big success, also as 1960's films with Christopher Lee. Curiously - though of course nowadays nobody uses that 'Yellow Peril' stereotype anymore - China is still considered the bad guy. Plus ça change

‘Wer ist sie, Smith?’, unterbrach ich ihn. ‘Sie ist entweder Fu-Manchus Tochter, seine Frau oder seine Sklavin’, sagte er. ‘Ich möchte fast das letztere annehmen…’ - Pulp Fiction wie sie leibt und lebt. Und ein bitterböser Spaß obendrein. Christopher Lee hat den nach Weltherrschaft strebenden Bösewicht im Kino verkörpert. Jetzt können Sie ‘Das Geheimnis des Dr. Fu-Manchu’ (1913) von dem britischen Autor Sax Rohmer als englisches Hörbuch kennenlernen. Natürlich enthält die Story fiese Klischees, aber diese sind, aus heutiger Sicht, so übertrieben, dass man sie als Lehrstück über propagandistische Popkultur sehen kann. Nachfolgend ein aufschlussreiches BBC-Radiofeature darüber. Wobei ich mich frage, ob das heutige mediale Bild – Feindbild? – von der Weltmacht China ebenfalls, wenn auch auf subtilere Weise, Klischees instrumentalisiert? Plus ça change. Was die damals sehr erfolg-reiche Romanreihe um Fu-Manchu betrifft, fällt mir unwillkürlich der Begriff von der ‘self-fulfilling prophecy’ ein. Denn um die Jahrhundertwende war China gar keine Weltmacht sondern eher ein Spielball der Weltmächte, wie manche Karikaturen es damals darstellten. Die damalige Idee, China und Asien generell, als gottlose ‘Gelbe Gefahr’ darzustellen, war zum Teil der Versuch, einen Sündenbock für Europas eigene Probleme, z. B.  hohe Arbeitslosigkeit, zu präsentieren. Dafür konnte man dann die für wenig Geld arbeitenden chinesischen Immigranten verantwortlich machen. Opiumhandel, Prostitution und illegales Glücksspiel waren keineswegs vorherrschend unter chinesische Einwanderern, aber in Fällen in denen dies vorkam, trug es zum asiatischen Feindbild bei. Dies verdeutlicht auch ein berühmtes Bild aus der deutschen Kaiserzeit, in dem ein Buddha auf einem Drachen in Richtung Europa schwebt. Soviel zum historischen Kontext des Romans. Die Story beginnt mit dem Arzt Dr. Petrie, der eines Abends Besuch von seinem alten Freund Nayland Smith bekommt, einem ehemaligen Scotland Yard Detektiv. Ihm sind während seiner Zeit in britischen Kolonie Burma merkwürdige Mordfälle aufgefallen. Den Urheber, einen genialen Kriminellen namens Fu-Manchu, wähnt er nun in London. Tatsächlich wird bald darauf ein Bekannter namens Sir Crichton Davey tot aufgefunden. Petrie und Nayland Smith beginnen, etwas à la Holmes & Watson, den Fall zu untersuchen. Ich wünsche spannende Unterhaltung

Sir Crichton Daveys Arbeitszimmer war nur klein, und ein kurzer Blick genügte, um zu zeigen, dass darin tatsächlich kein Platz zum Verstecken war, wie der Sekretär bereits gesagt hatte. Es war reichlich mit Teppichen ausgelegt und quoll über von birmanischen und chinesischen Schmuckgegenständen. Auf dem Kaminsims standen mehrere eingerahmte Fotografien, die den Raum als Heiligtum eines wohlhabenden Junggesellen auswiesen, der kein Frauenfeind zu sein schien. Eine Landkarte von Britisch-Indien nahm den größeren Teil einer Wand ein. Eine Lampe mit grünem Schirm, die auf dem unaufgeräumten Schreibtisch stand, war die einzige Lichtquelle. Smith stürzte sich sofort auf einen großen, viereckigen Umschlag, der neben dem Tintenlöscher lag. (Das Geheimnis des Dr. Fu-Manchu)

Verfilmungen Es gab schon in den 1920er, 30er, 40er und 50er Jahren Fu-Manchu-Filme, aber die 60-Jahre-Filme mit Christopher Lee sind am bekanntesten und am besten – für Leute die gerne kultige Filme im Stil von Hammer Movies mögen. Hier ein Trailer für ‘The Face of Fu Manchu’ (1965), der auf Deutsch als ‘Ich, Dr. Fu Man Chu’ veröffentlicht wurde. Mit Nigel Green als Nayland Smith, und Howard Marion-Crawford als Dr. Petrie

 

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Fu-Manchu in Rock Wer Musik à la Frank Zappa & Steely Dan mag, kann Todd Rundgrens wenig bekannten Song namens Eastern Intrigue (1975) auschecken, mit Zeilen über ‘having a hot peyote tea in the palace of Fu Manchu’ und anderen Beispielen für westliche Faszination an asiatischen Dingen, wie Gurus, Kung Fu etc.

Radio-Dokumentation Das BBC-Feature ‘The enduring legend of Fu Manchu’ (2021). Vincent Dowd im Gespräch mit dem Historiker Sir Christopher Frayling und der Kulturwissenschaftlerin Dr Amy Matthewson

Englisches Hörbuch online Die Lesung von Sax Rohmers ‘The Mystery of Dr Fu-Manchu’. (7 St. 6 Min.)

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