Charlie on the LP cover - goes well with his birthday today, it's also a good Stones live LP. In the blog are infos about a Dylan connection...and Charlie's naughty T-shirt (look closer). And an interesting film documenting the 1969 tour

Es gibt keine bessere Stones-LP-für den Anlass. Schlagzeuger kriegen selten ein ganzes LP-Cover. Es enthält interessante Details, z. B. eine Anspielung auf ein Dylan-Lied, gleich mehr dazu. Ebenfalls Infos über einen Stones-Film, der eine enge Verbindung mit dem Livealbum Get Yer Ya-Ya’s Out! (1970) hat. Die LP kam per Leserwahl auf Platz 4 der besten Livealben aller Zeiten im Rolling Stone Magazin. Es verewigt die Stones zu einer Zeit als sie Counterculture-Stars waren. 1969 überschlugen sich die Ereignisse: Hits mit den Singles Sympathy for the Devil und Honky Tonk Women. Die Stones spielen Ende Nov. 1969 in Madison Square Garden NY, wo die Aufnahmen für die Live-LP entstehen. Das Studioalbum Let it Bleed kommt am 5. Dezember heraus. Und am 6. Dez. 1969 findet das Altamont Free Festival statt. Hells Angels sind als Bühnen-Security präsent. Während Sympathy for the Devil bricht ein Kampf vor der Bühne aus. Beim folgenden Lied Under my Thumb gibt es einen Toten. Bizarrerweise kann man die Entwicklung dieser Ereignisse auf Film verfolgen. Der Tour-Film Gimmie Shelter (1970) gilt zu Recht als einer der besten Filme über Rock, weil er nicht romantisiert sondern dokumentiert. Altamont ist wahrscheinlich ein bisschen überinterpretiert worden – als das ‘Ende der Unschuld der Hippie-Epoche‘ etc. Aber rückblickend wirkt es nicht als ob die Stones den Teufel heraufbeschworen, sondern wie die Kulmination organisatorischer Fehler. Ein Publikum von über 300.000 Leuten – von denen viele high auf Drogen waren – hätte professionelle Sicherheitsvorkehrungen benötigt. Ein Konzertbesucher der vor der Bühne eine Pistole zückt + Ein mit Messer bewaffneter Biker als Security = Zeitbombe.

Gimmie Shelter (1970) documents the Stones at the height of counterculture status. Showing good as well as bad things that happened. A good companion piece for the live album

Abgesehen vom ominösen Ende, ist Gimmie Shelter (1970) jedoch voll mit faszinierenden Momentaufnahmen von den Stones auf Tour, mit Aufnahmen von Altamont und Madison Square Garden, inklusive Liveversionen von Liedern die nicht auf dem Album sind, wie Satisfaction. Man sieht auch Studioarbeiten am kommenden Album Sticky Fingers (1971), die Rolling Stones bei Pressekonferenzen, beim Aufenthalt in Hotels. Außer den Stones sieht man zudem Leute wie Jefferson Airplane, Gram Parsons, Tina Turner, Jerry Garcia und Phil Lesh von Grateful Dead (und deren Manager Rock Scully und Toningenieur Dan Healy), Michael Shrieve von Santana und auch Woodstock-Organisierer Mike Lang. Man kann den Film komplett online auf YouTube sehen, Link folgt, aber ich bin froh die DVD zu haben, denn sie hat optionsweise einen Audiokommentar von Regisseur Albert Maysles und Editor Charlotte Zwerin. Fazit: Der Film Gimmie Shelter (1970) ist gutes Begleitmaterial für die Live-LP Get Yer Ya-Ya’s Out! (1970). Um auf das LP-Cover mit Charlie Watts zurückzukommen: man sieht im Film die ersten Fotosessions mit Charlie und dem Esel. Allerdings wurde das LP-Coverfoto später nochmal separat von Starfotograf David Bailey auf einer abgelegenen Landstraße im Umkreis von London gemacht. Im Vinyl-LP-Format sieht man Sachen die auf einem CD-Cover kaum noch erkennbar sind, Charlie hat zum Beispiel auf seinem weißen T-Shirt ein Bild von einem nackten Oberkörper – allerdings nicht den Oberkörper von einem Mann! Vielleicht ein Hinweis darauf was der mysteriöse LP-Titel ‘Hol deine Ya-Ya’s raus‘ bedeutet. Die Gitarren in Charlies Händen sind Keith Richards ’59 Gibson Les Paul und Bill Wymans damaliger, in Rock relativ seltener Fender Mustang Bass. Hinter ihm trägt der Esel Mick Taylors Gibson SG und Teile von Charlies Schlagzeug – woran die US-Firma Gretsch deren Name auf der Bass-Drum prangt, sicher Freude hat. Aber Gretsch war und ist bis heute Charlies Schlagzeugmarke. Und dann hat man dem Tier, das für seine Engelsgeduld hoffentlich eine Extra-Ration Futter bekam, auch noch eine Kamera und ein Fernglas umgehängt. Auf English binoculars genannt und eine Anspielung auf das Dylan-Lied Visions of Johanna, mit den Zeilen ‘Jewels and binoculars hang from the head of the mule’. Gibt es ein cooleres Stones-LP-Cover, oder hat Charlie gewonnen?

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Weitere Infos  Das Livealbum Get Yer Ya-Ya’s Out! (1970) gibt es als CD und Vinyl-LP, übrigens auch als Anniversary 3-CD-Edition, aber die ist teuer und enthält sehr wenig neues Stones-Material, hauptsächlich Songs von den Vorgruppen Ike & Tina Turner und B. B. King. Auch stark, aber wer sich speziell für Stones interessiert, ist an Zusatzmaterial besser mit dem Film Gimmie Shelter (1970) bedient, siehe Trailer

Wusten Sie schon?  Es ist ziemlich gut bekannt dass Charlie Watts Jazz-Fan ist und Jazz-Artefakte sammelt. Zudem mit Ehefrau Shirley Pferde züchtet. Passt. Aber etwas das mich als Krimi-Fan angenehm überraschte, war dass er auch Büchersammler ist und reihenweise signierte Erstausgaben von Agatha Christie besitzt

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