On the birthday of C. S. Lewis (1898 -1963) we take a look at his autobiographical book 'Surprised by Joy (1955). Also, we listen to the rock band King's X and their album 'Out of the Silent Planet' (1988) which was inspired by Lewis' books

Wir haben uns am Geburtstag von C. S. Lewis (1898 -1963) zwei Bücher von ihm aus dem Regal geschnappt. Die sieben Romane seiner Chroniken von Narnia sind bestens bekannt, und obwohl wir die Bücher in verschiedenen Ausgaben besitzen, gefallen uns die etwas sanfteren und gefühvoll gezeichneten Cover von Pauline Baynes etwas besser als die neueren Cover die wie Poster für Fantasy-Filme aussehen. Wobei diese Cover attraktiv und technisch gut gemacht sind, und den Stoff für neue Generationen von Lesern attraktiv machen. Wir wollten heute jedoch auf ein etwas weniger bekanntes Buch von C. S. Lewis eingehen: Sein Buch Surprised by Joy wurde auf Deutsch als Überrascht von Freude veröffentlicht und ist, soweit wir sehen, die einzige Autobiografie von ihm, obwohl Lewis als Titel eine Zeile von dem Dichter William Wordsworth nimmt: ‘surprised by joy – impatient as the wind‘. Das Buch ist randvoll mit dererlei Referenzen zur Welt der Kunst, Musik und Literatur, inklusive Wagner, Goethe, Austen, Brontë, Beowulf, Plato…und so viel mehr, man wünscht sich es wäre ein Index dabei, aber es gibt diesen hier im Internet. Das Buch mit dem englischen Untertitel The shape of my early life wurde offiziell 1955 veröffentlicht obwohl es, gemäß unseres alten Fontana Taschenbuchs, schon einmal im Jahr 1935 beim Verlag Geoffrey Bles erschien. Ein interessanter Umstand der zum Beispiel nicht bei Wikipedia erwähnt wird. Zu diesem früheren Zeitpunkt wäre Lewis Ende Dreißig gewesen. Das Buch hat einen essayhaften oder man könnte sagen künstlerischen Ton insofern dass Lewis viel von seiner Gefühlswelt erzählt. Vielleicht verzichtete der Autor deshalb darauf das Buch eine Autobiografie zu nennen. Wir fanden es jedoch sehr interessant und lesenswert. Im 1. Kapitel erzählt er von seinem Elternhaus: Er hat eine gute Meinung von seinen Eltern, obwohl er schon als kleiner Junge einen Mangel an einer ästhetischen oer künstlerischen Dimension im Elternhaus bemerkte. Er nennt es ‘absence of beauty’, etwas das er seinen Eltern nicht vorhält, da er weiß dass beide sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt waren und dadurch Lewis und seinem Bruder eine finanziell abgesicherte Existenz bescherten. Aber Lewis begann, wohl als Ausgleich, schon sehr früh damit eine Art Fantasiewelt zu entwickeln die etwas an das Angria und Gondal der Geschwister Brontë erinnert. Die erfundene Welt von C. S. Lewis hieß Animal-Land und bestand, ähnlich dem späteren Narnia, aus anthropomorphischen Tieren, für deren Welt er sich Geschichten ausdachte und sogar Landkarten zeichnete. Manche Tiere waren ihm unheimlich, z. B. Ameisen, weil sie für ihn eine Art seelenlosen Kollektivismus verkörperten. Bücher die er gerne las, und die ihn beeinflussten, waren u. a. Fünf Kinder und zehn Wünsche (1902) von der Autorin E. Nesbit, und die Bücher von Beatrix Potter, speziell die Geschichten vom Eichhörnchen Nutkin. Hier eröffnete sich für ihn eine Welt die er ‘The Idea of Autumn’ nennt, wohl eine Art ewige Herbststimmung die ihn faszinierte und die für ihn auch das Wort joy im Titel seines Buchs verkörpert. Dieses Wort bedeutet für ihn nicht genau Freude, so wie in der deutschen Übersetzung des Buchs, sondern eher Sehnsucht, wobei Lewis das deutsche Wort auch spezifisch nennt. Wir fanden diese Passagen, in denen Lewis sein Gefühlswelt beschreibt  bewegend und dachten dabei an ein schönes Lied von einem Rockalbum das von C. S. Lewis inspiriert wurde. Das Album Out of the Silent Planet (1988), hier ein YouTube Clip, von der Band namens King’s X ist nach seinem Roman Der verstummte Planet (1948) benannt. Es war für uns eins der wenigen guten Rockalben in den vom Pudel-Rock geprägten späten 80er Jahren. Mit dem Text von Goldilox konnten wir uns damals ganz gut identifizieren. Hiier eine Passage, frei ins Deutsche übersetzt :

Ich kann kaum glauben dass der Sommer schon fast hier ist. Ich habe es durch ein ganzes Jahr ohne dich geschafft. Aber ich habe keine Angst, das Leben ist voller Überraschungen, und ich suche nicht nach einem One Night Stand. Ich sehe dich aus der Ferne und wünschte du wärst hier, aber nicht auf diese Art. Ich sehe dich an, und ich weiß wer du bist, du bist zu weit von meinem Zuhause. Aber missverstehe mich nicht, ich hoffe dass ich niemals mein letzten Lied alleine singen werde

Das Gefühl von Einsamkeit wuchs in C. S. Lewis als sein Bruder Warren in ein Internat geschickt wurde. Sein Bruder war ein paar Jahre älter als er, aber die beiden verband eine starke Freundschaft. Warren hatte ihm einmal auf dem Blech einer Keksdose einen kleinen Wald aus Moos und Stöcken gebastelt, und das war ‘the first beauty I ever saw‘, wie Lewis schreibt. Die beiden entwickelten eine enge Beziehung zur Natur, zu den Bergen von Antrim die sie von ihrem Kinderzimmer aus sehen konnten, und zu der Gegend um Holywood in dessen Umgebung das neue Haus der Familie lag. Lewis war in seinem siebten Jahr als er und seine Familie in das New House, wie er es nennt, einzog. Das Haus war deutlich größer als das vorherige und die Eltern hatten beruflichen Erfolg. Es gab auch hier auch viel mehr Platz für Bücher, die Lewis ab diesem Zeitpunkt regelrecht verschlang. Lewis schreibt dass eine von seinem Vater geerbte körperliche Ungeschicklichkeut ein Mitgrund dafür war dass er schon früh begann, selber Geschichten zu schreiben: Obwohl er gerne gebastelt oder Sport gemacht hätte, war Schreiben das einzige was ihm leichtfiel, und dies wurde seine Welt. Aber diese weitgehend glücklichen Kindheitstage kamen zu einem jähen Ende als seine Mutter 1908 an Krebs starb. Lewis hatte den ganzen Prozess miterlebt, denn damals fanden sogar die Operationen zuhause statt. Schon bevor seine Mutter starb war sie ihm als Mensch, aufgrund starker Morphiumbehandlung, völlig entrückt, nicht mehr anwesend. Lewis hatte dennoch lange für ihr Überleben gebetet, Religion gehörte in Irland zur Tagesordnung. Als seine Mutter dann doch starb, verlor der 9 Jahre alte C. S. Lewis seinen Glauben und wurde im Laufe der kommenden Jahre zu einem ausgesprochenen Atheisten. Allerdings handelt sein autobiografisches Buch Surprised by Joy, auch davon wie er später seinen Glauben wiederfand.

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Info Deutscher Wiki-Artikel über C. S. Lewis / englischer Wiki-Artikel das autobiografische Buch Surprised by Joy, auf Deutsch mit dem Titel Überrascht von Freunde erhältlich.

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