We like the guide book The Elements of Style (1918), though we sin against it daily. Stephen King in his own book On Writing (2000) outs himself as a fan too and says: The road to hell is paved with adverbs and passive verbs'. A notion that has been supported emphatically by us in the past. Meaning...Yes!

Vor fast hundert Jahren wurde ein kleiner Band mit Tipps für Schreiber veröffentlicht der heute noch als Klassiker angesehen wird: The Elements of Style (1918) von William Strunk, Jr. einem Sprachprofessor an der Cornell University von New York, wurde 2011 vom Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Büchern in englischer Sprache gezählt. Logischerweise ist es in Deutschland relativ unbekannt. Es gibt ja sicher ähnliche Bücher mit Tipps für die deutsche Sprache. Obwohl es uns wundern würde wenn die ganz so kurz und bündig geschrieben wären wie der Band von William Strunk, Jr. Der gute alte Professor pocht auf Schreibgewohnheiten wie ‘Omit needless words‘ (Rule 17) und sein eigener Stil ist dementsprechend spartanisch. Einerseits wirkt das im heutigen Sprachwirrwarr wie eine Wohltat mit griffigen, klaren Regeln wie:

Rule 1: Place yourself in the background
Rule 4: Write with nouns and verbs
Rule 8: Avoid the use of qualifiers
Rule 14: Avoid fancy words
Rule 16: Be clear

 

Andererseits kann der Mann auch etwas humorlos, fast militärisch wirken. Er mag zum Beispiel Worte wie funny oder interesting nicht, denn er sagt, nicht ganz zu Unrecht, dass Mitteilungen die wirklich lustig oder interessant sind, es nicht nötig haben als lustig oder interessant gekennzeichnet zu werden. Es verwundert kaum dass der Sprach-Guru auch entschiedene Kritiker hat, vor allem in einem Zeitalter in dem das schiere Volumen von Kommunikation Big Business ist. Aber es gibt auch prominente Unterstützer für dieses Buch das ursprünglich nur für den Gebrauch an der Cornell University gedacht war und erst 1959 von William Strunks Schüler E. B. White (dem Autor von Stuart Little) überarbeitet und landesweit veröffentlicht wurde. Einer dieser Fürsprecher ist Stephen King. Durch ihn lernten wir The Elements of Style, ein Buch gegen das wir täglich sündigen, überhaupt erst kennen. In seinem Buch ‘On Writing‘, auf Deutsch als Das Leben und das Schreiben (2000) veröffentlicht, wird William Strunk, Jr. nicht nur oft erwähnt, sondern Stephen King vertritt auch fast exakt dessen Grundsätze, macht überhaupt keinen Hehl daraus, empfiehlt das Buch ausdrücklich von der ersten Seite an. Der Unterschied zwischen ihm und Strunk ist dass Stephen King das Ganze mit Anekdoten, Humor und vielen konkreten Beispielen präsentiert. King ist ein Erzähler, einer der auch gerne aus seinem eigenen Leben erzählt und kaum eine Seite schreiben kann ohne irgendein Bruce Springsteen Lied zu erwähnen das eine vage Verbindung zum Thema hat. Aber das funktioniert insgesamt ganz gut und ist unterhaltsam. Auch wenn wir nicht sicher sind was der Professor von Kings Rock ‘n’ Roll-Schreibstil gehalten hätte.

Wir wollten ein, zwei konkrete Beispiele an Sprachtipps geben. Stephen King sagt in einem der Kapitel, wir übersetzen frei aus unserer englischen Ausgabe, dass der Weg zur Hölle mit Adverbien gepflastert ist. Klingt vielversprechend, aber was genau bedeutet das? Auf Englisch enden die meisten Adverbien mit der Silbe – ly, was griffig ist, aber auch dazu verleitet Verben kurzerhand auszuschmücken. Wodurch ein ulkiger, pseudoliterarischer Ton entstehen kann. Wenn man zum Beispiel anstatt ‘Put it down, he shouted‘ schreibt, Put it down, he shouted menacingly, um eins von Kings Beispielen zu nennen. Das Adverb menacingly ist unötig weil angeschrien zu werden ja schon Bedrohung beinhaltet. Es mag eine gewisse Verstärkung sein, aber eine die man meist nur in Romanen vom Fließband liest. Denn eine Situation sollte ja auch durch den Kontext eines Romans erkennbar sein und verbale Holzhammer-Methoden unnötig machen. King sagt, schlechtes Schreiben beruht hauptsächlich auf der Angst von Autoren, nicht verstanden zu werden. Oder, grübeln wir, vielleicht auch weil sie ihr Publikum unterschätzen? Zum Abschluss wollen wir versuchen, unsere Leser mit ein paar selbstgestrickten Adverbien-Sätzen zu betören. Wie wär’s mit: ‘Gib mir den ganzen Kuchen, sagte sie gierig‘. Oder: ‘Das ist absolut verboten, sagte er streng‘….Wow! Dieser Schundroman-Ton macht wirklich teuflischen Spaß .Aber wir überreichen Lesern jetzt die Adverbien-Schatzttruhe und sind sicher dass Sie noch viel schönere Sätze daraus schöpfen werden.

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Info  Deutscher Wiki-Artikel über das Buch Das Leben und das Schreiben (2000) von Stephen King / englischer Wiki-Artikel über The Elements of Style (1918) von William Strunk, Jr. und E. B. White

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