Good forensic thriller 'The Chemistry of Death'. Simön Beckett's debut novel introduced anthropologist Dr David Hunter who, after the death of his wife and daughter, wants to get out of London and just be a country doctor in the Norfolk Broads

‘Ein menschlicher Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen. Einst die Hülle des Lebens, macht er nun die letzte Metamorphose durch…’ Starker Thriller um einen forensischen Anthropologen. Deutsches Hörbuch online. Link folgt am Ende des Posts. Die Signifikanz der Anfangszeilen wird erst nach ein, zwei Kapiteln klar. Dies ist kein Spoiler. Aber die Story scheint anfangs erstmal von einem Arzt zu handeln der genug von London hat und einen Job in einem abgelegenen Dorf in den Marschlandschaften der englischen Grafschaft Norfolk annimmt. Er ist froh, dort als Landarzt zu arbeiten, mit einem alten Landrover Defender herumzufahren, die obligatorischen Medikamente gegen Arthritis zu verschreiben und an Wochenenden mit der hübschen jungen Dorflehrerin Jenny auf den Seen und Wasserwegen der Norfolk Broads ein Boot zu rudern. Aber das scheinbare Idyll kommt ins Wanken als im umliegenden Waldgebiet die Leiche einer Autorin gefunden wird, die vor einigen Jahren in das hiesige Dorf Manham gezogen war. Als ein ähnlicher zweiter Mord geschieht, diesmal an einer jungen Joggerin, wird klar, dass es einen Serienmörder im Dorf oder seiner näheren Umgebung gibt. Der zuständige Detektiv Mackenzie findet bei seinen Nachforschungen in der Dorfgemeinde heraus, dass der vor drei Jahren zugezogene Landarzt Dr. Hunter in seinem früheren Leben in London ein sehr renommierter forensischer Anthropologe war. Aber David Hunter, der seit dem Tod seiner Frau und seiner Tochter bei einem Autounfall, mit seinem alten Leben abgeschlossen hat, lässt sich nur widerwillig von Detektiv Mackenzie in die komplexen Ermittlungen einspannen. Der Anfang von einem überdurchschnittlich guten Thriller. ‘Die Chemie des Todes’ (2006), der Debütroman des englischen Autors Simon Beckett, vermeidet Klischees des Genres. So hat der Erzähler, der sich als Dr. Hunter entpuppt, zu Beispiel nicht den heute fast obligatorischen ‘abgebrühten’ Ton sondern kommt als sensibler, nachdenklicher Mensch rüber, der nach einer Familientragödie ein Problem mit der Objektifizierung des Todes in seinem früheren Beruf hat. Zudem erweisen sich die Marschlandschaften der Norfolk Broads, u. a. mit Ruinen der einst zahlreichen Norfolk-Windmühlen die im 18. und 19. Jhr. Pumpen zur Drainage des Sumpflands betrieben, als interessanter Hintergrund. Ich wünsche spannende Unterhaltung.

‘Ich kam drei Jahre zuvor am späten Nachmittag eines nasskalten Märztages nach Manham. Ich stieg am Bahnhof aus – kaum mehr als ein schmaler Bahnsteig mitten im Nirgendwo – und fand eine regengepeitschte Landschaft vor, die genauso menschenleer wie konturenlos erschien. Ich stand mit meinem Koffer da, betrachtete die Umgebung und nahm den Regen kaum wahr, der mir von hinten in den Kragen tropfte. Flaches Marschland und Zäune breiteten sich um mich herum aus, eine triste Ebene, die bis zum Horizont nur durch ein paar kahle Wäldchen durchbrochen wurde. Ich war zum ersten Mal in den Broads, zum ersten Mal in Norfolk. Die Gegend kam mir aufregend unvertraut vor. Ich betrachtete die grenzenlose Leere, atmete die feuchte, kalte Luft ein und spürte, wie sich etwas, wenn auch nur minimal, in mir entspannte. So wenig einladend es hier auch zu sein schien, es war nicht London, und das genügte mir.’ (Aus dem Roman ‘Die Chemie des Todes’, 2006, von Simon Beckett)
Radio-Dokumentation Englischsprachige Sendung von 2007, in der Simon Beckett über den Roman spricht. Inspiration für The Chemistry of Death’ war, wie er sagt, ein Besuch zwecks journalistischer Recherche bei der US-Forschungsanstalt für Verwesungsprozesse, der sog. Body Farm der University of Tennessee
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Deutsches Hörbuch online Der Roman ‘Die Chemie des Todes’ (2006) als Lesung von dem renommierten und sehr gut zur Story passenden Sprecher Johannes Steck. Produktion: 2012. Länge 10 Stunden, 58 Min.

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