Poem by Christina Rossetti, music by Holst, played by folk musician Bert Jansch. We wish readers a happy Christmas

Eins unserer Lieblingsweihnachtslieder basiert auf einem Gedicht der Engländerin Christina Rossetti (1830-1894). Es heißt In The Bleak Midwinter. Nach ihrem Tod schrieb der Komponist Gustav Holst Musik dazu. Das Lied scheint in Deutschland kaum bekannt zu sein, im englischen Sprachraum dagegen sehr. Es gibt viele Versionen davon –  die meisten davon sind schön denn Melodie und Worte sind nicht kaputt zu kriegen. Wir mögen wir die Fassung des britischen Folkmusikers Bert Jansch (1943-2011). Sein typisches Understatement, nur gezupfte Gitarre und schüchterner Gesang, passt perfekt. Es folgt ein YouTube-Clip von dem Lied und der Text. Er singt die zwei wichtigsten der fünf Strophen des Gedichts:

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Gedicht: Christina Rossetti, ca. 1872
Musikalische Darbietung: Bert Jansch
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In the bleak midwinter
Frosty wind made moan
Earth stood hard as iron,
Water like a stone;
Snow had fallen,
Snow on snow,
In the bleak midwinter,
Long ago.

What can I give him,
Poor as I am?
If I were a shepherd
I would bring a lamb,
If I were a wise man
I would do my part,
Yet what I can I give Him
Give my heart.

Man kann die Story des Gedichts in zwei Sätzen zusammenfassen: Es ist trostloser Wintertag, die Erde ist gefroren und viel Schnee gefallen, aber es besteht eine Verbindung zu einem Tag vor langer Zeit, der Geburt von Jesus. Der Erzähler fragt sich, was er dem Kind geben könnte? Wäre er ein Schäfer, würde er ihm ein Lamm schenken, wäre er ein weiser Mann, könnte er Rat geben – aber er ist arm und beschließt, Jesus stattdessen sein Herz zu schenken. Unser Kommentar: Interessant, wie Christina Rossetti in ihrem Gedicht spezifisch den Kontrast zwischen dem hilflosen Neugeborenen und seiner harschen Umwelt hervorhebt. Wir vermuten – da der historische Jesus wohl kaum in Eis und Schnee geboren wurde – dass es sich hier um eine Wiederkehr an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit handelt. Und da von ‘vor langer Zeit’ die Rede ist, passiert diese Wiederkehr offenbar in modernen Zeiten. Wenn man das komplette Gedicht betrachtet, sind die theologischen Ansätze bestimmt komplexer, aber so weit unser Versuch einer kurzen Interpretation des Gedichts. Hier eine gute Version mit vier Strophen und Untertiteln zum Mitlesen vom Gloucester Cathedral Kirchenchor. Möglich dass Christina Rossetti und Gustav Holst diese Fassung der von Bert Jansch (1943-2011) vorgezogen hätten. Jeder nach seinem Geschmack, wir mögen beide.

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Weitere Infos  Bleibt zu erwähnen dass Christina Rossetti, außer einem schönen Musikstück, auch einen Roman und eine Romanverfilmung inspirierte: Die Dichterin Christabel LaMotte in A. S. Byatts Roman Possession (1990) beruht, im Großen und Ganzen, auf Christina Rossetti. Während die Romanfigur Randolph Henry Ash von dem Dichter Robert Browning inspiriert wurde, Eine Liebesgeschichte wie die von A. S. Byatt, siehe unseren Artikel darüber, wird es wohl nicht gegeben haben aber die beiden kannten sich

Wussten Sie schon?  Christina Rossetti hatte einen berühmten Bruder, den Dichter und Künstler Dante Gabriel Rossetti. Er war Gründer der Künstlerbewegung der Präraffaeliten, deren mythologisch inspirierten Gemälde im 20. Jahrhundert zur Popkultur wurden, z. B. auf einem Schallplatten-Cover von Roxy Music.

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