The Children of Men (1992) isn't a detective novel, it's Science Fiction. The photo above shows P. D. James and her late husband Connor in the 1940′s with their daughter Jane

Heute ist der Geburtstag von P. D. James, sie ist 93 Jahre alt und immer noch als Autorin tätig. Am bekanntesten für ihre Krimis, speziell die Reihe mit Detektiv Adam Dalgliesh der zuletzt in dem exzellenten Roman Ein makelloser Tod (2008) ermittelte. Sie hat aber auch zwei, drei Bücher geschrieben die etwas aus der Reihe fallen: Der Tod kommt nach Pemberley (2013) spielt vor etwa 200 Jahren, knüpft an die Handlung von Jane Austens Stolz und Vorurteil an und wird zur Zeit verfilmt. Noch ungewöhnlicher ist ihr Science Fiction Roman The Children of Men (1992). Auf Deutsch mit dem Titel Das Land der leeren Häuser veröffentlicht, kam das Buch nicht besonders gut an, hatte aber als Kinoverfilmung Children of Men (2006) Erfolg und gute Kritiken. Ich mag das Buch, kannte es vor dem Film, aber es ist tatsächlich so dass sich das Roman-Konzept von einer aussterbenden Menschheit sehr gut für einen epischen Spielfilm eignet. Leuten die ihn noch nicht kennen, würden ich durchaus empfehlen, den Film zuerst auszuchecken. Auch wenn er sich, typischerweise, von der Romanvorlage unterscheidet, wird hier der philosophische Kern, oder das Gefühl des Romans gut rüber gebracht: Die Frage: Wie würden sich Menschen fühlen, die wüssten dass sie die letzte Generation sind, dass in ca. fünfzig Jahren keine Menschen mehr auf der Erde leben werden? Ein interessantes Gedankenspiel, denn auf Anhieb könnte man denken, dass viele Menschen heutzutage sowieso nach dem Prinzip Nach mir die Sintflut leben, also primär auf ihre persönliche Zukunft eher als die Zukunft der Menschheit fixiert sind. Aber Buch und Film stellen dar, dass dies nur vordergründige Motivationen sind, und dass die sprichwörtliche Perspektivlosigkeit einer kinderlosen Gesellschaft nicht nur zu einem finanziellen sondern auch zu einem psychologischen Zusammenbruch führen würde, ganz unabhängig von der altbekannten Tatsache dass manche Leute Kinder bekommen wollen und manche Leute halt nicht.

 ’Weltweit beginnen die Nationalstaaten momentan, die Zeugnisse ihres kulturellen Schaffens für die Nachwelt zu bewahren…Wir archivieren unsere Bücher und Manuskripte, die großen Gemälde, die Patrituren und Instrumente, die Artefakte. In spätestens vierzig Jahren werden die berühmtesten Bibliotheken der Welt verwaist und versiegelt sein, und die Bauwerke sprechen, soweit sie noch stehen, für sich selbst. Freilich dürfte der weiche Oxforder Stein kaum mehr als zwei Jahrhunderte überdauern.’

The theme, of the novel - the end of mankind - lends itself well to a movie 'Children of Men' (2006) from director Alfonso Cuarón is excellent. Featuring good music, too: Check the clip with John Tavener's Fragments of a Prayer. Link below

Es ginge hier viel mehr um Fragen wie: Würde ich als Autor noch Bücher schreiben wenn ich wüsste dass bald niemand mehr da ist um sie zu lesen? Würden man noch an neuen Erfindungen tüfteln, neue Hauser, neue Straßen bauen, neue Geschäftsideen oder Medikamente entwickeln? Vieles was mir machen, auch wenn wir selber keine Kinder haben, beruht implizit darauf dass die Menschheit eine Zukunft hat und nicht nur für den Moment lebt. Der Mangel an Zukunft führt im Roman und im Film zu Bandenkulturen, Straßenkämpfen und einer Mischung aus Apathie und allgemeinem Chaos. Was auf politischer Ebene, mit pragmatischen eher als bösen Absichten, in einer Militärdiktatur endet. Gibt es irgendeine Hoffnung? Children of Men bekommt quasi-religöse Konnotationen als eine junge Frau aus Jamaika, die als Flüchtling in England lebt, nach zwanzig Jahren der erste Mensch ist der wieder ein Kind bekommt. Der Film beeindruckt nicht nur visuell sondern auch mit starker Musik von Leuten wie Radiohead, John Lennon, Deep Purple und King Crimson, wobei mir im Kontext der Handlung besonders die Musik von dem modernen klassischen Komponisten John Tavener gefiel. Und übrigens auch der Schauspieler Michael Caine der hier einen alten Hippie spielt und aussieht wie Jerry Garcia. Zum Abschluss ein YouTube Clip mit Taveners Lied Fragments of a Prayer, mit einigen Szenen aus Children of Men.

 

 

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Verfilmung Ein deutscher Trailer für Children of Men (2006) mit Clive Owen (als Theo Faron), Clare-Hope Ashitey (als Kee, das schwangere Mädchen), Michael Caine (als Jasper Palmer), Julianne Moore (als Julian Taylor), Chiwetel Ejiofor (als Luke) u. a. Kommentar: Bei der Darstellung der Hippie-Figur Jasper Palmer wurde Schauspieler Michael Caine von seiner Bekanntschaft mit John Lennon inspiriert

Foto-Info  Meine DVD und Penguin-Ausgabe von The Children of Men (1992), zusammen mit einem Foto auf dem die junge P. D. James in den 1940er Jahren mit ihrer Tochter Jane und ihrem Ehemann Connor zu sehen ist. Das Foto ist aus ihrem Buch Time to Be in Earnest: A Fragment of Autobiography (1999)

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