'COMMUNITY, IDENTITY, STABILITY.' Sound good to you? Well, it's from Brave New World (1932) by Aldous Huxley. There's a German as well as an English radio dramatisation of this classic sci-fi novel online, praise Ford. Links below

Neben George Orwells 1984 (1949) gehört Aldous Huxleys Schöne neue Welt (1932) zu den berühmtesten Zukunftsvisionen der Literatur. Die Hörspielfassung vom Bayrischen Rundfunk aus dem Jahr 1984 ist durchaus interessant. Link am Ende des Blogposts. Beim Vergleich von Orwell und Huxley bietet sich die Frage an, wessen Voraussagen sich am meisten bewahrheitet haben? In meinem englischen Taschenbuch, links im Bild, ist zu diesem Thema ein interessantes Vorwort von Margaret Atwood, der Autorin von dem ebenfalls einflussreichen Sc-Fi-Roman The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd (1985). Atwood meint, während dem Kalten Krieg hatte Orwell die Überhand. Aber nach dem Fall der Mauer in 1989 – nach dem vielerorts freudig das Ende der Geschichte verkündet wurde – hielt Huxley wieder die Trumpfkarten in der Hand. Keine schlechte Einschätzung, denn in der Tat handelte Orwells 1984 von der stalinistischen Sowjetunion und ihrem Einfluss in Europa. Huxleys Schöne neue Welt hingegen war ursprünglich von Amerika inspiriert, und Huxleys Angst, dass die von Konsum, Werbeindustrie und Hollywood-Klischees geprägte Mentalität auf Europa übergreifen würde. Quasi eine sanfte, bequeme Diktatur die nicht, wie bei Orwell, brutal erzwungen sondern von Menschen freiwillig gewählt wird. Der Medienwissenschaftler Neil Postman brachte es gut auf den Punkt in seinem Buch ‘Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie’ (1985). Postman sagt: ‘Orwell fürchtete diejenigen, die Bücher verbieten. Huxley fürchtete, dass es eines Tages keinen Grund mehr geben könnte, Bücher zu verbieten, weil keiner mehr da ist, der Bücher lesen will.’

Bernard Marx stieg in das Flugzeug und flog nordwärts in Richtung des Flusses. Die verschiedenen Propagandabüros und die Hochschule für Emotionstechnik befanden sich in einem sechzig Stockwerke hohen Gebäude in Fleet Street. Im Erdgeschoss und in den unteren Etagen waren die Druckereien und Redaktionen von drei großen Londoner Zeitungen; The Hourly Radio für die höheren gesellschaftlichen Kasten, die Gamma Gazette, und der Delta Mirror – der ausschließlich einsilbige Worte verwendete. In den darüberliegenden zweiundzwanzig Stockwerken waren die Büros für Propaganda im Fernsehen und in Gefühlsfilmen. Ebenso die Büros für Propaganda mit synthetischen Stimmen, und die Versuchslabors mit den schalldichten Räume in denen die subtilen Soundtracks für Filme komponiert wurden. Bernard landete auf dem Dach des Propagandapalastes und stieg aus. ‘Sagen Sie Mr. Hemholtz dass ich auf ihn warte.’ (Gekürzte Romanpassage, Schöne neue Welt, 1932)

Postman sagt in ‘Wir amüsieren uns zu Tode’ des Weiteren: ‘Orwell fürchtete jene, die uns Informationen vorenthalten. Huxley fürchtete jene, die uns mit Informationen so sehr überhäufen, dass wir uns vor ihnen nur in Passivität und Selbstbespiegelung retten können.’ Es ist wirklich ein kleines Wunder dass Postman, sowohl als Aldous Huxley (1894-1963), ihre Gedanken noch vor den Zeiten des Internets formulierten. Kein Wunder hingegen, dass Roger Waters den Titel Amused to Death  (1992) für seine Solo-LP wählte. Aber Huxley hat nicht nur indirekte sondern auch direkte Verbindungen zur Popkultur. Er ist auf dem Sgt. Pepper LP-Cover zu sehen, umringt von Aleister Crowley und Dylan Thomas. Die Rockband The Doors nahm ihren Namen von Huxleys Buch The Doors of Perception (1956), das von Drogenerfahrungen handelt. Auch die Metalband Iron Maiden zollte Respekt mit ihrem Lied Brave New World: ’Mother love is no more, bring the savage back home’. Apropos Mutterliebe: Finden Sie im Hörspiel heraus, wie Babys im 26. Jahrhundert geboren werden.

 

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Aldous Huxley: ‘Schöne neue Welt’ als deutsches Hörspiel online Das BR-Hörspiel mit Thomas Holtzmann (als Aldous Huxley), Eva Astor (als Shakespeare-Figur Miranda), Peter Dirschauer (als Bernard Marx), Christine Höltl (als Lenina Crowne), Ingrid Capelle (als Fanny Crowne), Wolfgang Büttner (als Mustafa Mond), Hans Quest (als Direktor der Brut- und Normzentrale), Peter Lieck (als John Savage), Eva Maria Meinecke (als Johns Mutter Linda), Leo Bardischewski (Leiter der Reservation), Astrid von Kube (Pflegerin), Robert Atzorn (als Henry Foster), Kunibert Gensichen (Unterzahlmeister), Angelika Hartung (Studentin), Udo Wachtveitl (Student), Karl Walter Diess (Sprecher), Wolf Euba (Regie) u. a. Produktion von 1984

Hinweis Das LP-Cover im obigen Youtube-Clip ist übrigens von einem alten CBS-Hörspiel, mit Aldous Huxley persönlich als Sprecher. Ebenfalls hörenswert. Mit Musik von Bernard Hermann. Link und Info nachfolgend

Schöne neue Welt als englisches Hörspiel online Aldous Huxley im CBS-Hörspiel, mit William Conrad, Gloria Henry, Byron Kane, Charlotte Lawrence, Doris Singleton, Bill Idelson. Musik: Bernard Hermann 1956

Foto-Info Mein Taschenbuch vom Verlag Vintage Classics. Cecil Beatons Foto von Huxley ist vom Jahr 1936

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