We gather Andy Serkis has founded his own film studio, called Imaginarium. First project will be a new adaption of Orwell's novel Animal Farm (1945). A story that seems well suited to Serkis' experience with performance capture technology

‘Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher’. Ein berühmter, vielsagender Satz aus George Orwells Animal Farm (1945). Darin befreien sich Tiere von ihrem menschlichen Unterdrücker, nur um später von ihresgleichen, von anderen Tieren ebenso brutal unterdrückt zu werden. Der Stoff inspirierte u. a. das Pink Floyd Album Animals. Jetzt hat Andy Serkis die Rechte für den Roman erworben und arbeitet an einer Neuverfilmung. Der Schauspieler ist für seine Darstellung von Tieren und Fantasiewesen wie Gollum und Peter Jacksons King Kong (2005) bekannt und betreibt mittlerweile ein eigenes Special Effects Studio namens The Imaginarium. Sein Spezialgebiet ist Performance Capture. Früher mussten Schauspieler in Filmen wie Planet der Affen (1968) oder 2001: Odyssee im Weltraum (1968) Masken und Fellanzüge tragen. Heute werden beim Filmdreh die Bewegungen und Gesichtsausdrücke von Schauspielern erfasst und später per Computer auf digitale Tierfiguren übertragen. Manchmal mit guten Resultaten, das traf auf die Neuverfilmung Planet der Affen: Revolution (2014) zu in der Andy Serkis als Caesar der Affenanführer ebenfalls eine der Hauptrollen spielte. Auch Orwells Roman Farm der Tiere (1945) könnte durch Performance Capture eine interessante neue Dimension bekommen, denn die zwei bisherigen Verfilmungen wirken auf uns heute mittelprächtig.

Der Zeichentrickfilm von 1954, hier online, ist optisch nicht so schlecht, kann aber mit damaligen Disney Produktionen nicht mithalten. Die Verfilmung von 1999 ist live action, siehe Trailer, wobei diese Technik bei der man den Kiefer von Tieren künstlich auf und ab bewegt um den Eindruck von Sprache zu erzeugen, hier nicht besonders gut wirkt. Aber das ist Geschmacksache, beide Filme haben beim deutschen Amazon vorwiegend gute Kritiken. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr dass der 1954 Zeichentrickfilm von der CIA finanziert wurde, als eine Art Kulturoffensive im Kalten Krieg. Der Film wurde noch Jahrzehnte später bei uns in der Schule gezeigt. Nicht etwas worüber wir uns grundsätzlich aufregen – es ist ja nachvollziehbar dass Staaten für ihr politisches System Verständnis schaffen und vor Problemen anderer Systeme warnen wollen. Aber ob der CIA-Film dem Romanautor einen Gefallen tat, ist eine andere Frage. Orwells Allegorie beinhaltet mehr als die Moral Amerika gut, Sowjetunion schlecht. Orwell war Sozialist und blieb es bis an sein Lebensende. Er wollte den Sozialismus nicht abschaffen sondern besser machen. Dafür mag man ihn einen hoffnungslosen Idealisten schelten aber er war nicht grundsätzlich gegen Linke sondern nur solche die, wie er wortwörtlich sagte: ‘have always wanted to be anti-fascist without being anti-totalitarian’. Müssen wir das übersetzten oder wissen Sie was Orwell meinte? Dass Animal Farm damals von Linken weitgehend negativ aufgenommen wurde und dass der Roman anfangs sogar keinen Verleger fand, hat jedoch auch nachvollziehbare Gründe – wenn man versucht, beide Seite zu verstehen. Man sagte Orwell Sachen wie, schau mal, die Sowjetunion konnte die deutsche Armee eher mit einem harten Typen wie Stalin, als mit einem lupenreinen Demokraten bekämpfen. Feuer mit Feuer etc. Wie dem auch sei, für eine Neuverfilmung, schätzen wir, wäre eine spezifische Sowjet-Allegorie alter Hut. Orwells Stoff kann man zu Themen wie Macht und ihre Mechanismen sicher auch weiterreichende Betrachtungen abgewinnen. Zum Beispiel die Frage ob sich diese Mechanismen immer nur in anderen Systemen oder auch bei uns entwickeln können.

 

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BBC-Hörspielproduktion von 2013 online Drehbuch für das neue Hörspiel Animal Farm wurde 1947 von Orwell persönlich geschrieben. Mit Patrick Brennan (Snowball), Ralph Ineson (Boxer), Nicky Henson (Napoleon), Toby Jones (Squealer), Liza Sadovy (Clover), Robert Blyth (Major), Lizzy Watts (Mollie) u. a.

Kurzes Interview mit Andy Serkis über Animal Farm Verfilmung  Als man ihn im Interview fragt, was ihn an dem Stoff interessierte, sagt er: ‘It’s absolutly, perfectly apposite for what’s going on now, the culture of greed...’. Das Wort apposite hört man selten, es bedeutet passgenau oder angebracht.

Foto  Wir benutzen eine Taschenbuchausgabe von Penguin, das Cover etwas subtiler als die üblichen Darstellungen von Schweinen. Stattdessen sind im Hintergrund u. a. der Bauernhof und die Mühle zu sehen, und im Vordergrund die im Roman beschriebene Tier-Fahne mit den Symbolen Horn & Hufe

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