We Andalusians tried for a sandy, kind of Jersey shore pic. It's Springsteen's birthday and a good time to look at The Making of Born To Run. Also, to remember Clarence Clemons (1942 - 2011), pictured with Bruce on one of the best albums ever

Wir wollten an Bruce Springsteens Geburtstag ein gutes Doku über die Entstehung des Albumklassikers Born To Run (1975) erwähnen. Man kann den ca. 90 min. Dokumentarfilm, der Interviews mit Springsteen und Mitgliedern seiner E Street Band enthält, auf YouTube auschecken, Link folgt gleich, oder als Teil eines guten 3-Disc Boxsets kaufen den Sie auf unserem Foto sehen, Details dazu folgen ebenfalls. Im Doku erzählt Springsteen, übrigens einer der wenigen Stars dieses Kalibers die noch ziemlich natürlich und entspannt rüberkommen, wie er mit 24 Jahren in der West Long Branch Gegend von New Jersey lebte, unweit von der Stadt Asbury Park, die Springsteen auf dem Titel seines Debutalbums verewigte. In Asbury war Freitag- und Samstag-Abends damals viel los, dort war der Stone Pony Club wo Springsteen auftrat, und die Strandpromenade zwischen Kingsley Street und Ocean Avenue, die für junge Leute damals eine unoffizielle Rennbahn war und The Circuit genannt wurde. Im Sommer 1974 hatte sich auch Springsteen sein erstes Auto gekauft, einen ’57 Chevy für 2000 Dollar. Als er eines Abends zuhause auf seinem Bett saß und mit der Gitarre an Ideen für Lieder arbeitete, kamen ihm die Worte Born to Run in den Sinn. Springsteen dachte zuerst, es wäre der Name eines Films, oder ein Slogan den er auf einem der improvisierten Rennwagen auf dem Circuit gesehen hatte. Ihm gefiel der Satz denn er fand, er suggerierte ein cinematisches Drama das gut zur Musik passte die er im Kopf hatte. Dass einige Springsteen-Lieder eine vage Verbindung zu Filmen haben, wird im Doku dadurch angedeutet dass kurze Ausschnitte oder Plakate von Filmen wie Two-Lane Blacktop (1971) mit dem Musiker James Taylor, und dem noir Thriller Night and the City (1950) mit Richard Widmark gezeigt werden. Auch Thunder Road (1958) mit Robert Mitchum, ein Film der zumindest seinen Titel mit einem Lied auf Born to Run teilt. Springsteen stand damals, nach zwei kommerziell nur mäßig erfolgreichen Alben unter dem Druck der ewigen Plattenfirmen-Regel dass Musiker drei Versuche kriegen und dann fallen gelassen werden wenn es nicht funkt.

Er stand in mehrerer Hinsicht an einem Scheideweg. Inhaltlich handelt Born to Run vom Übergang zwischen Jugend und Erwachsen werden. Springsteen sagt, Born to Run, das Lied und das gleichnamige Album, fühlt sich für ihn an als ob all die verschiedenen Orte und Geschichten das Porträt einer endlos langen Sommernacht sind. Er sagt, auf dem Album spiegelt sich viel von seinem damaligen Leben: die Figuren in den Liedern versuchen freizubrechen, einen neuen Weg, einen neuen Platz zu finden. Springsteen fährt im Doku bei dem Haus in West Long Branch vorbei wo er damals sämtliche Lieder für Born to Run schrieb, es war das erste Haus in dem allein und unabhängig gelebt hatte, und es war eine spannende Zeit für ihn. Er schrieb den Großteil der Lieder auf einem Piano das am Fenster des Hauses stand. Springsteen sagt, dass man auf dem Piano auf andere musikalische Ideen kommt als auf der Gitarre, und das prägte den Klang des Albums. Er veranschaulicht das indem er einige Lieder-Passagen spielt, wobei uns auffiel, dass der Boss ziemlich gut und flüssig Piano spielen kann. Springsteen erzählt dass er sehr viel Zeit für die Texte aufwendete und zeigt ein Notizbuch in dem aus vielleicht fünfzig Seiten im Endeffekt ein paar Zeilen eines fertigen Liedes herauskamen. Er schrieb viel und redaktierte später alles was er als klischeehaft empand, bis er bei etwas ankam das sich für ihn wie eine emotionale Realität anfühlte. Wir persönlich zögern, das Lied Born to Run Wort für Wort übersetzen. Schon das Wort run im Titel ist mehrdeutig, kann laufen oder flüchten oder alles mögliche andere bedeuten. Born to Run enthält Umgangssprache und impressionistische Sátze wie ‘last chance power drive‘, denen es schwer ist im Deutschen gerecht zu werden. Wir werden stattdessen lieber auszugsweise einige Passagen des Lieds frei nacherzählen.

Wendy, lass mich rein, ich will dein Freund sein / Ich will deine Träume und Visionen beschützen…Zusammen können wir aus dieser Falle entkommen / laufen bis wir umfallen, nie mehr zurückgehen…Jenseits des Palastes fahren kreischende Wagen die Straße hinunter / Mädchen kämen sich ihre Haare im Rückspiegel, und Jungs versuchen hart auszusehen / Vor uns liegt der laute Vergnügungspark, und am Strand sitzen Jugendliche eng zusammen im Nebel…Heute Nacht ist jeder auf der Flucht, aber man kann sich nirgendwo mehr verstecken / Zusammen, Wendy, können wir mit dieser Traurigkeit leben / Ich werde dich mit dem ganzen Wahnsinn in meiner Seele lieben / und eines Tages, ich weiß nicht wann, erreichen wir diesen Platz wo wir wirklich sein wollen / Gehen zusammen im Sonnenlicht / Aber bis dann sind Vagabunden wie wir dazu geboren, unterwegs zu sein.

Born to Run: The 30th Anniversary 3-Disc Set is good. We put the label with all the details back on the box so they can be checked out. Photo above doesn't show the booklet in the set

Springsteens Lyrics, Melodien und Akkordstrukturen für Born to Run waren allerdings nur der Anfang: Allein das Titellied sollte etwa 6 Monate an Aufnahmezeit in Anspruch nehmen. Im Doku sind frühe Studioaufnahmen, nur mit Schlagzeug, Bass und akustischen Gitarren zu hören. Springsteen war von dem dichten, hallenhaften Klang von Pop-Hits der 60er Jahre, im Stil von Phil Spector beeinflusst und nahm vielschichtige Tonspuren, mit z. B. vier Akustikgitarren gleichzeitig auf. Aber auch bei den Aufnahmen fand ein ähnlicher Editing-Prozess wie bei den Lyrics statt: Im Doku hört man verworfene Born to Run Versionen mit Streichern und weiblichen Hintergrundgesang, wodurch das Lied zu weich, vielleicht sogar etwas schnulzig hätte werden können. Andere ungewöhnliche Instrumentierungen, wie das markante Glockenspiel, blieben jedoch im Lied. Die vielen Tonspuren, die verschiedenen Versionen und Springsteens perfektionistische Art, Sachen immer wieder neuaufzunehmen, waren für die Band und Studiocrew nicht leicht. Dies war zu Zeiten vor computergesteuerten Mischpulten, damals wurde jeder Mix manuell, mit sechs oder acht Händen an den Schiebereglern aufs Tonband übertragen, und jeder Fehler bedeutete dass man ganz von vorne anfangen musste. Springsteen und seine E Street Band waren schließlich am Ende ihrer Nerven, sie hatten das Gefühl, eine neue Perspektive zu benötigen, und beschlossen, neben dem ursprünglichen Produzenten Mike Appel einen weiteren Produzenten zu engagieren. Dies war Jon Landau,und eine seiner ersten Entscheidungen war, die Aufnahmen von den vielleicht etwas rustikalen 914 Sound Studios zu dem klangtechnisch bevorzugten Studio The Record Plant überzusiedeln. Landau wirkt kompetent und wie ein eher intellektuell geprägtes Gegengewicht zu Springsteens intuitiven Stil. Im Doku kommen beide Produzenten, Appel und Landau, ausgiebig zur Sprache, und unserer Meinung nach ist es kein Zufall dass Springsteen bis zum heutigen Tag mit Landau arbeitet. Unser Fazit zu Born to Run: Ein lyrisch und musikalisch komplexes Rocklabum mit Einflüssen von R&B,Jazz und sogar Elementen von progressiven Rock. Zudem ein ausdrucksvolles LP-Cover dass sogar von Sesamstraße kopiert wurde. Ist es Springsteens bestes Album? Wir würden sagen, wenn Darkness on the Edge of Town (1978) und The River (1980) Springsteens White Album sind, dann ist Born to Run (1975) sein Sgt. Pepper.

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Wussten Sie schon? Springsteen schrieb den Großteil des Albums Born to Run (1975) in diesem kleinen Haus, siehe Foto. Das Haus mit der Fahne ist in der Straße 7½ West End Court, in der Küstenstadt Long Branch, New Jersey. Der Küchentisch auf dem er die Texte schrieb, steht heute im Museum der Rock and Roll Hall of Fame von Cleveland, Ohio

Musik Das Lied Born to Run auf YouTube mit Lyrics zum Mitlesen. Woah! / Und hier noch mal live 1978

Doku Das Doku über The Making of Born to Run kann auf YouTube ausgecheckt werden

Avenita Redaktion