Scorsese's Jesus movie wasn't our cup of tea, but the soundtrack 'Passion' is one of the best things Peter Gabriel has done. We wish our readers & families a happy Easter

Martin Scorseses Jesus-Film war nicht unsere Kragenweite, aber die Filmmusik die Peter Gabriel später als eigenständiges Album namens Passion (1989) veröffentlichte, mit viel zusätzlicher Musik die nicht in den Film eingefügt werden konnte, ist eins seiner besten Werke: Mystisch und atmosphärisch. Zudem eine handfeste Bereicherung in dem Sinn dass hier ein erforschender, musikgeschichtlicher Ansatz vorhanden ist. So macht es zum Beispiel Sinn, bei einem Thema das, wie das Leben von Jesus, einen mittelöstlichen Hintergrund hat, neben modernen elektronischen Instrumenten wie Synthesizer auch traditionelle mittelöstliche Instrumente einzusetzten. Wir sind an Musik interessiert, und wenn es um Instrumente geht, sogar regelrechte Nerds die genau wissen wollen was, sagen wir mal, ein Kamancheh ist, wie es aussieht, funktioniert und klingt. Auf Peter Gabriels Album Passion (1989) hört man auch uralte Streichinstrumente wie die Tanbur, Blasinstrumente wie die Nay-Flöte, den Duduk und den Arghul. Ebenso Perkussionsinstrumente wie Daf und Mazhar. Ein faszinierender Aspekt von solchen Instrumenten ist dass sie tatsächlich eine Annäherung an antike Klangwelten erlauben. Musik die auf traditionellen Instrumenten gespielt wird, verändert sich nicht so schnell wie moderne Popmusik. Mitunter weil alte Instrumente nicht die sprichwörtlich tausenden von Klangvarianten moderner Synthesizer oder effektbeladenen E-Gitarren haben. Bei traditionellen Instrumente bieten sich oftmals schon aufgrund ihrer Konstruktion, bestimmte Tonfolgen und Spielarten an. Peter Gabriel hat die alte Klänge mit viel moderner Elektronik gemischt aber trotzdem hat diese Filmmusik eine andere Dynamik als seine eingängigen Rock- und Pop-Hits wie Sledgehammer oder Solsbury Hill. Das Soundtrackalbum Passion ist weitgehend instrumental, zwar mit Gesangsstimmen aber ohne herkömmliche Liedertexte. Das über 67 Min. lange Album hat über die Jahre viele Stunden auf unseren CD-Decks Zuhause und im Auto verbracht. Die Musik ist vielschichtig und auch nach oftmaligem Hören interessant: Auf dem Titellied Passion verschmilzt ambiente Elektronik mit mittelöstlichem Gesang. Rhythmische Elemente stehen auf A Different Drum im Vordergrund, zusammen mit einem starken, hymnischen Refrain in dem Gabriels Stimme gut hörbar ist. Und auf With This Love sind Chorgesänge die an J. S. Bach erinnern. Peter Gabriel diskutierte über das Projekt Passion, so lautete der Arbeitstitel des Scorsese-Films, schon im Jahr 1983. Der fertige Film erschien 1988. Peter Gabriel wollte im Vorfeld herausfinden, wie Scorsese den kortroversen Roman Die letzte Versuchung (1951) von Nikos Kazantzakis verfilmen wollte?

Scorsese beabsichtigte, den Zwiespalt zwischen der Menschlichkeit und der Heiligkeit von Christus auf eine starke und originelle Weise darstellen, und Peter Gabriel war davon überzeugt dass Scorsese ernsthaftes Interesse an spiriituellen Inhalten hatte. Er empfand Martin Scorsese zudem als einen sehr musikalischen Filmregisseur. Die christliche Thematik des Peter Gabriel Albums ist natürlich auch in mehreren Titeln der Stücke enthalten: It is accomplished, auf Deutsch Es ist vollbracht, stammt von den Sieben Letzten Worten von Jesus am Kreuz. Und der Titel Bread and Wine hat eine Verbindung mit der Eucharistie. Darum geht es beim Osterfest, und dafür wünschen wir unseren Lesern, Familien und Freunden alles Gute

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Info  Das Album Passion ist als CD und Vinyl-Doppel-LP erhältlich / Foto: Unsere 2002 CD-Edition  Passion (1989) von Peter Gabriel, hier der deutsche Wiki-Artikel über ihn.

Avenita Kulturmagazin